Google Pixel 4a: Ein Stück revolutionäre Mittelklasse

Mit dem Google Pixel 4a greift der Android-Konzern in der Smartphone-Mittelklasse an. Das ist nicht schlecht, denn zum fairen Preis erhaltet ihr solide Technik und ein verlockendes Software-Versprechen.

Huaweis Abwesenheit vom „echten“ Android schmerzt. So sehr, dass die Auswahl an attraktiven Mittelklasse-Modellen langsam zusammenschmilzt. Top-Smartphones hier, Billigheimer da und in der Mitte ein Anflug gähnender Leere. Sony, Samsung und LG haben diese Nische bereits für sich entdeckt. Der Suchmaschinen-Gigant Google setzt aber ein deutliches Ausrufezeichen, wie Preis und Leistung eines modernen Smartphones im Verhältnis stehen sollten.

Premiere für die neue Google-Mittelklasse

Der Android-Mutterkonzern schlägt also ein neues Kapitel auf. Es reichert die Erzählung der Pixel-Telefone um eine entscheidende Facette an: Das Spitzenmodell Google Pixel 5 ist nur bestätigt, glänzt ansonsten aber mit Abwesenheit. Im Rampenlicht stehen mit Google Pixel 4a und seinem 5G-Geschwisterchen zwei Mittelklasse-Geräte.

Das Design des Pixel 4a ist schnörkellos und elegant. (Foto: Google)

Erwartet ihr jetzt ein Pixel 4 im günstigeren oder kompakteren Gehäuse, müssen wir euch diesen Zahn ziehen. Die Pixel-4a-Technik ist irgendwo zwischen dem 4er Modell und der abgespeckten 3a-Version angesiedelt. Das ist nicht schlecht, denn das eine wie andere Telefon ist aktuell. Die Fokussierung aufs Datenblatt lenkt aber von den Services ab, mit denen Google um die Käufergunst buhlt.

Das Software-Versprechen

Das 4a-Duo klotzt vor allem mit Software-Versprechen. Mindestens drei Jahre lang möchte Google es mit aktuellen Sicherheitspatches und OS-Updates unterstützen. Von Werk ab installiert ist Android 11, bis zur Version 13 reicht der zugesicherte Support also. Anders als Samsung, LG und Co. verzichtet Google zudem auf optischen Schnickschnack und vorinstallierte Bloatware.

Die Pixel-Telefone sind aber auch für all jene interessant, die gerne in Zukunftstechnologien hineinschnuppern: Der neu gestaltete Google Assistent feiert Premiere in den Sprachen Deutsch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Mit einer experimentellen Version von Live Caption untertitelt ihr eure Audio- und Video-Inhalte wie Telefonate oder Video-Streams in Echtzeit – allerdings nur auf Englisch.

Cross-Gen-Support für neue Features

Google verfolgt bei der Software eine Strategie, die wir von Apple kennen: Neue Features gibt es zumeist nicht exklusiv für ein Gerät, sondern auch für die Vorgänger-Modelle. Live-Caption und Google Assistent sind ab Oktober auf Pixel 2, 3, 3a und 4 verfügbar.

Aus Alt mach Neu?

Die Technik spielte in Googles 4a-Blogeintrag eine nur untergeordnete Rolle. Erwartet hatten wir, dass die Ingenieure das Pixel 4 in ein neues Gewand stecken. Stattdessen haben sie die Hardware neu zusammengestellt und dem Paket ein schwarzes Kunststoffgehäuse spendiert. Weitere Farben gibt es allem Anschein nach nicht.

Herzstück des Pixel 4a ist der Snapdragon 730 (8 nm) mit Adreno-618-Grafikeinheit. Ein 5,81 Zoll großes OLED-Display mit 2.340 mal 1.080 Pixeln samt HDR-Unterstützung und Gorilla Glass 3 stellt Bildschirminhalte knackscharf dar.

Damit Videos und Spiele nicht ruckeln, bestückte Google das 4a mit 6 GB Arbeitsspeicher. Die 128 GB interner Speicher sind ausreichend, trotzdem hätten wir uns gewünscht, ihn mit microSD-Karten erweitern zu können.

Das Pixel 4a besitzt eine Hauptkamera. Richtig gelesen: Nur eine. Das ist nicht ganz zeitgemäß. (Foto: Google)

Die Hauptkamera (12,2 MP, f/1.7) ist identisch mit dem Pixel 4. Eine Weitwinkel-Linse oder zweite Rückseitenkamera fehlt, was aus der Zeit gefallen scheint. Selfies schießt ihr mit der soliden 8-MP-Knipse (f/2.0). HDR-Fotos, ein Nachtmodus, simuliertes Bokeh in Porträts und eine verbesserte Bildstabilisierung sind softwareseitig in die Kamera-API integriert. Videos schießt ihr mit maximal 4K (30 Bilder pro Sekunde), Slowmotion beherrscht das Google Pixel 4a im 720p-Material bei 240 Bildern pro Sekunde.

Dank eines 3.140 mAh großen Akkus geht dem Telefon die Puste nicht so schnell aus. Muss es dann an die Steckdose, lädt das Pixel 4a via USB-C 3.1 und Fast Charging (18 W) blitzschnell wieder auf.

Das Pixel 4a unterstützt LTE und in einer etwas preisintensiveren Version den neuen 5G-Standard.

Google Pixel 4a

Modell Google Pixel 4a
ProzessorQualcomm Snapdragon 730
Hauptbildschirm5,81 Zoll OLED (2.340 x 1.080 Pixel); HDR
Speicher6 GB RAM / 128 GB interner Speicher
BetriebssystemAndroid 10.0
Akku3.140 mAh, Fast Charging (18 W)
Hauptkamera12,1 MP (F/1.7)
Frontkamera8 MP (F2.2)
USB-AnschlussUSB 3.1 GEN1, Type-C
ExtrasLTE- bzw. 5G-Konnektivität, Bluetooth 5.1, NFC, Fingerabdruck-Sensor, WIFI 6, Dual-Stereo-Lautsprecher

Cases fürs Pixel 4a – der Umwelt zuliebe recycelt

In einem zweiten Beitrag zeigte Google die offiziellen Pixel-4a-Cases. Die schicken Rückseitenhüllen bestechen durch ihre Produktion. Denn Google nutzt zu 70 % recyceltes Plastik, das als Pellets in der Gehäuse-Fertigung zum Einsatz kommt. Das Resultat ist eine interessante Rückseiten-Textur, die entfernt an groben Stoff erinnert.

Sie sind in den Farben Schwarz, Grau, Rot und Blau zu beziehen. Zu Preis und Verfügbarkeit schweigt sich Google aus.

Preise und Verfügbarkeit von Pixel 4a und Pixel 4a 5G

Das Google Pixel 4a könnt ihr ab dem 10. September 2020 zum Preis von 349 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) vorbestellen. Die Auslieferung erfolgt ab dem 1. Oktober 2020.

Das Pixel 4a 5G soll im Herbst debütieren und 499 Euro (UVP) kosten. Ein genaues Erscheinungsdatum für diese Variante gab Google nicht an.

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