15 GB gratis, aber nicht im Funkloch – Wie mich der Netzausbau zur Weißglut treibt

15 GB gratis, aber nicht im Funkloch – Wie mich der Netzausbau zur Weißglut treibt

Die Mobilfunker haben noch Kapazitäten frei. Congstar und O2 schenken ihren Kunden 10 bzw. 15 GB. Doch die Funklöcher, die mich nerven, werden nicht geschlossen.

O2 schenkt allen Bestandskunden mit einem All-in- oder O2-Free-Vertrag sowie allen Prepaidkunden ein Extra-Datenvolumen von 15 GB für einen Monat. Einmalig über die App zu buchen. Anschließend wird einfach das reguläre Datenpaket weitergenutzt. Einschränkungen gibt es keine: LTE wird mit maximaler Geschwindigkeit genutzt, sogar im Ausland am Strand lässt sich das Datenvolumen versurfen. Die Aktion startet am 5. September 2017 und geht bis 4. Oktober. Sie löst den Aktionstarif O2 Free 15 ab, der eine Datenflatrate mit 15 GB für 29,99 Euro im Monat bietet, einschließlich einer Allnet-Flatrate für Telefonate und SMS. Den Tarif gibt es nur für Neukunden sowie bei Vertragsverlängerung auch für Bestandskunden.

Einmalig geschenkt oder dauerhaft per Stream-on

Das ist nicht wenig, was Telefónica da verschenkt – zumal der Mobilfunker nicht das beste Netz in Deutschland hat. Immer wieder hat er mit Netzüberlastungen zu kämpfen, vor allem in den Städten und an anderen Orten, an den sich viele Menschen aufhalten. Ein Besuch am Cuxhavener Strand in diesem Sommer wurde zum Geduldspiel, weil eine Absprache mit Freunden vor Ort kaum möglich war („Wir sind gerade angekommen. Wo seid ihr?“). – Weder per Anruf noch per SMS oder WhatsApp. Weder von O2 zu O2 noch von Congstar zu O2.

15 GB müssen es gar nicht sein. Wer datensparsam lebt, sollte aber den Verbrauch im Blick behalten (Bild: Peter Giesecke)
15 GB müssen es gar nicht sein. Wer datensparsam lebt, sollte aber den Verbrauch im Blick behalten (Bild: Peter Giesecke)

Im Telekomnetz sieht es nicht anders aus. Auch Congstar schenkte seinen Bestandskunden Anfang Juli ein hohes Datenvolumen. In diesem Fall nur 10 GB, die ich aber bei weitem nicht aufgebraucht habe. Sie hätten es mir aber ermöglicht, mit Laptop im Zug zu arbeiten, wie es Kollege Jürgen Vielmeier auf seiner Reise durch Nordeuropa vom Auto aus getan hat. Einziges Problem dabei: Ob ich von Hannover aus nun nach Norden, Osten oder Südwesten fahre, auf allen Strecken lauern die Funklöcher. Telefonate brechen ab. WhatsApp-Nachrichten gehen nicht mehr raus. Der Browser meldet einen Fehler, weil er nicht mehr in der Cloud speichern kann. Aber ich habe 10 GB mit maximaler LTE-Geschwindigkeit! Zumindest theoretisch. Und für das Stream-on-Angebot der Deutschen Telekom gilt das Gleiche.

Immer noch dieselben Funklöcher

Ich will gar nicht Schwarzmalen. Vor zehn Jahren gab es diese Kapazitäten noch nicht. Da war der Zugang zum mobilen Datennetz noch sehr beschränkt. Die Tarife wurden so gestaltet, dass die Engpässe im Netz zumindest für die Geschäftskunden offen blieben. Die hatten zuerst HSDPA, dann zuerst LTE. Mittlerweile sehe ich da nur noch wenige Unterschiede. Die aktuellen Mehrkapazitäten könnten dazu führen, dass ein normaler Mobilfunkvertrag bald mit zwei, vier oder sechs Gigabyte Inklusivvolumen ausgestattet ist. Das würde mir gefallen.

Am Problem mit den Funklöchern ändert dies allerdings nichts. In meinem normalen Bewegungsradius hat sich da in den letzten Jahren nichts verbessert. Um so ärgerlicher, wenn man in der Stadt dazu verleitet wurde, das mobile Internet noch intensiver zu nutzen. Ich versuche deshalb, auch unterwegs datensparsam zu arbeiten. Die Daten liegen größtenteils auf meinen Geräten, so dass ich auch offline arbeiten kann. Das mobile Internet nutze ich dann überwiegend für den Datenaustausch. Von den 10 GB, die mir Congstar im Sommer geschenkt hat, habe ich keine 500 MB verbraucht. Soviel bietet mir allerdings auch mein Vertrag.

Titelbild: LTE-Antenne von Telefónica O2 in Halle-Neustadt

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