Standmixer Severin SM 3740 (Bild: Severin)

Standmixer machen den Smoothie erst richtig smooth

Weiches Obst schafft auch ein Pürierstab. Bei faserigem Gemüse oder Nüssen jedoch muss ein richtiger Standmixer ran. Achtet auf die Läutstärke!

Wollt ihr weit mehr mixen, pürieren und zerhacken als das, was in einen einfachen Frucht-Smoothie kommt? Dann muss ein Standmixer her, der mehr Power hat als ein kleiner Smoothie-Mixer. Ein richtiger Standmixer schafft auch Babybreie, Suppen, Hummus, Pesto, Dips, Mayonnaise und vielleicht sogar auch eine Nusscreme. Aber nur vielleicht.

Zuerst solltet ihr euch fragen, was ein Standmixer in eurem Haushalt alles zerkleinern soll. Die gängisten Antworten sind:

  • Obst
  • Salat
  • Gemüse
  • Kräuter
  • Nüsse/Kerne
  • Eis
Beim Smoothie kommt es auch auf die Konsistenz an. Nur gute Standmixer bekommen die schön smooth hin (Bild: Unsplash/rawpixel)

Beim Smoothie kommt es auch auf die Konsistenz an. Nur gute Standmixer bekommen die schön smooth hin (Bild: Unsplash/rawpixel)

Das können mitunter recht anspruchsvolle Aufgaben sein. Nicht jeder Standmixer zerkleinert faserige oder sehr feste Stoffe gleichmäßig. Ingwer, Staudensellerie und auch sehr kleine Kerne im Obst können beispielsweise zum Problem werden.

Der Name Smoothie sagt bereits, wie das Ergebnis erscheinen soll: smooth auf der Zunge, also samtig und weich. Oder etwas altbacken ausgedrückt: sämig. Die einzelnen Zutaten sollten in einer einzigen Masse aufgegangen sein und nicht mehr einzeln zu identifizieren. Erst recht nicht als kleine Stücke, die aus dem Smoothie herausgefischt werden müssen.

Wie arbeitet eigentlich ein Standmixer?

Ein Standmixer verarbeitet mehrere Zutaten zu einer homogenen Masse. Wie gut er das schafft, hängt erst einmal vom Motor ab. Bei einer Leistung von über 1.000 Watt spricht man auch von Hochleistungsmixern. Dort drehen sich die Messer dann meist besonders schnell.

Die meisten Standmixer lassen sich sehr einfach bedienen. Die Geschwindkeit der Messer lässt sich in mehreren Stufen regeln oder sogar stufenlos (Bild: Krups)

Die meisten Standmixer lassen sich sehr einfach bedienen. Die Geschwindkeit der Messer lässt sich in mehreren Stufen regeln oder sogar stufenlos (Bild: Krups)

Viele Standmixer schaffen 20.000 bs 30.000 Umdrehungen in der Minute (U/min) und mehr. Es gibt auch welche, die mit 5.500 U/min auskommen, dann aber mit mehr Watt arbeiten. Hochwertige Mixer erlauben euch, zwischen mehreren Geschwindigkeitsstufen zu wählen. Einige lassen diese auch stufenlos regeln.

Wo mehr Kraft eingesetzt wird, sollte eigentlich alles ratzfatz zerkleinert werden. Zudem ist das Ergebnis schön smooth, also fein und cremig. Doch je mehr Energie ans Obst oder Gemüse gelangt, desto wärmer wird auch der Smoothie. Der mag das aber gar nicht: Farbe und Geschmack könnten darunter leiden.

Scharfe Messer verwenden und Hitze vermeiden

Die Leistung des Geräts ist also gar nicht mal entscheidend, sondern wie lange der Standmixer tatsächlich braucht, bis alles püriert wurde. Damit diese Zeit möglichst kurz gehalten wird, sind scharfe Messer notwendig. Und scharf sollten sie auch auf Dauer bleiben.

Im Standmixer befinden sich die Messer am Boden des Mixbehälters. Zur Sicherheit immer den Deckel drauf (Bild: AEG)

Im Standmixer befinden sich die Messer am Boden des Mixbehälters. Zur Sicherheit immer den Deckel drauf (Bild: AEG)

Wenn zuviel Hitze entsteht, kann auch das Gerät Schaden nehmen: der Mixkrug, die Bodenplatte oder der Antriebsriemen. Stellt deshalb bei der Zubereitung einer Nusscreme – einer der anspruchvollsten Aufgaben – den Mixer zwischendurch immer wieder aus, damit er sich abkühlen kann.

Ein guter Standmixer sollte jedoch über einen Überhitzungsschutz verfügen und sich automatisch abschalten, wenn er zu heiß wird. Bei vielen Geräten ist diese Funktion allerdings zeitgesteuert.

Unser Tipp: Gebt immer etwas Eis in den Standmixer oder zumindest reichlich Flüssigkeit, damit der Smoothie nicht zu warm wird.

Und noch ein Extra-Tipp: Wenn ihr geschickt schichtet, also die leichten Zutaten nach unten legt und die schwereren wie Nüsse obenauf, dann werden die Zutaten effektiver zum Messer hingeführt. Nichts fliegt nach oben weg, ohne jemals wieder ein Messer zu sehen.

Worauf müsst ihr noch achten? Material und Sicherheit

Was ist im täglichen Gebrauch wichtig? Richtig, der Mixkrug. Ihn habt ihr die meiste Zeit in der Hand. Bei hochwertigen Standmixern ist er oft aus Glas, was ihn gegenüber leichten Kunststoffmodellen weniger zerbrechlich macht. Oder auch nicht – das kommt auf die Art des Unfalls an. Bei einem Fassungsverögen von bis zu 2,3 Litern kann die Glasvariante ziemlich schwer werden.

Der Standmixer KitchenAid Artisan wurde so konstruiert, dass keine Finger an die rotierenden Messer herankommen (Bild: KitchenAid)

Der Standmixer KitchenAid Artisan wurde so konstruiert, dass keine Finger an die rotierenden Messer herankommen (Bild: KitchenAid)

Wichtig ist auch, dass der Behälter im Gerät gut arretiert – also so einrastet, dass er sich beim Mixen nicht lockert. Ich müsst nicht befürchten, dass euch das Ganze gleich um die Ohren fliegt. Doch der Verschleiß würde dadurch höher sein. Der teure Standmixer könnte recht schnell kaputt gehen.

In punkto Sicherheit ist vor allem wichtig, dass ihr euch nicht an den Messern verletzt. Und auch nicht eure Kinder. Der klassische Standmixer besitzt also einen Deckel, der nicht nur davor schützt, dass etwas herausfliegt, sondern auch, dass kein Finger hineingesteckt wird.

Leider lassen sich die wenigsten Deckel verriegeln. Eine löbliche Ausnahme: die Standmixer von KitchenAid. Und die kleineren Smoothie-Mixer, die anders aufgebaut sind, weil der Mixbehälter gleichzeitig auch der Trinkbecher ist, der verschlossen in den Kühlschrank gestellt oder zum Mitnehmen in die Tasche gelegt wird.

In die Spülmaschine? Oder von Hand reinigen?

Eine weitere Besonderheit: Wenige Standmixer wie der Carrera N°655 verfügen über eine Koch- oder Dünst-Funktion. Damit können dann nicht nur kalte Gemüsesuppen zubereitet werden, sondern auch warme Suppen und Saucen, die gleich im Mixer passend erhitzt werden. Auch Marmeladen lassen sich darin kochen.

Dass der Carrera No 655 ein besonders heißer Standmixer ist, sieht man ihm gar nicht an. Er kann auch heiße Suppen kochen (Bild: Carrera)

Dass der Carrera No 655 ein besonders heißer Standmixer ist, sieht man ihm gar nicht an. Er kann auch heiße Suppen kochen (Bild: Carrera)

Viele Standmixer bieten ein spezielles Reinigungsprogramm. In der Regel reicht es aber auch, nach jedem Gebrauch etwas warmes Wasser und einen Tropfen Spülmittel in den Mixbehälter zu geben. Gerät anstellen und sich selbst reinigen lassen. Anschließend das Wasser ausschütten und alles abtrocknen.

Aber nur solange ihr einen einfachen Smoothie gemixt habt und nicht eine fettige Mayonnaise. Denn dann sollten die einzelnen Teile richtig gereinigt werden. Viele Mixbehälter sind spülmaschinenfest, sodass eine Maschine euch die Arbeit abnimmt. Das Rotationsmesser jedoch solltet ihr ausschließlich unter fließendem Wasser reinigen.

Das Problem mit der Lautstärke

Wer sich einen guten Standmixer mit viel Power zulegt, erkauft damit auch einen Nachteil: Die Teile sind ziemlich laut. Wollt ihr Rücksicht auf die Mitbewohner nehmen oder auf die Nachbarn, dann solltet ihr das Gerät nicht zur Schlafenszeit anstellen – also nicht früh morgens oder spät abends.

Der Bosch SilentMixx wurde jetzt nicht in Watte gepackt: Die leise Technik steckt im Inneren (Bild: Bosch)

Der Bosch SilentMixx wurde jetzt nicht in Watte gepackt: Die leise Technik steckt im Inneren (Bild: Bosch)

Ein Vergleich: Standmixer arbeiten etwa so laut wie eine Waschmaschine im Schleudergang. Doch während die gerne einen etwas tieferen Ton anschlägt, kann der Mixer durchaus hochtouren. Es gibt allerdings Modelle wie den Bosch SilentMixx, die damit beworben werden, dass sie leiser sind. Im Vergleich mit anderen Standmixern stimmt das auch. Dennoch sind sie immer noch laut.

Worauf solltet ihr nun beim Kauf eines Standmixers achten?

Wenn ihr euch die Standmixer in Ruhe anschaut, die Euronics anbietet, werdet ihr einige Unterschiede feststellen. Andere lassen sich leider erst beim Ausprobieren mitbekommen.

  • Füllmenge
  • Vielseitigkeit
  • Leistung
  • Lautstärke
  • Material/Haltbarkeit/Verarbeitung
  • Hitzeentwicklung

Die Unterschiede drücken sich auch im Preis aus. Hoch­leitungs­mixer kosten durchaus über 200 Euro. Mixen tun sie alle. Die Frage ist bloß: mit welchem Ergebnis und wie lange? Ich persönlich würde auf Qualität bzw. Haltbarkeit achten wie auch auf die Lautstärke. Und daraus dann einen Kompromiss für mich finden.

Euronics führt die Standmixer vieler Marken. Hier nur eine Auswahl:

Reicht nicht auch ein Smoothie-Mixer?

Ein Smoothie-Mixer ist im Prinzip nur ein Standmixer in klein. Er verfügt deshalb auch nicht über einen riesigen Mixkrug, sondern über einen kompakten Mixbehälter, der auch gleich als Trinkbecher genommen werden kann.

Der Mixbehälter fasst daher nur 200 bis 600 ml. Für den Transport gibt es einen Extradeckel. Daher stammt auch der Name To-Go-Mixer, der manchmal anstelle von Smoothie-Mixer zu finden ist.

Da das Gefäß klein ist, muss auch das Obst vorher klein geschnitten werden, was extra Arbeit bedeutet. Das Ergebnis ist auch nicht mit dem eines großen Standmixers zu vergleichen. Obst verarbeitet er vielleicht noch zu einer gleichmäßigen Konsistenz. Bei grünen Smoothies aus faserigem Gemüse ist das jedoch nicht immer der Fall. Achtet hier besonders auf die Leistung.

Eine Besonderheit unter den Smoothie-Mixern sind die Vakuum-Smoothie-Mixer. In einem weiteren Artikel haben wir euch erklärt, weshalb Smoothies aus dem Vakuum-Mixer gesünder und länger haltbar sind.

Reicht nicht auch ein Stabmixer?

Auch ein einfacher Stabmixer kann zerkleinern, mixen und pürieren. Er schafft allerdings nur eine geringe Menge von 500 bis 750 ml, während ein ausgewachsener Standmixer auf 1,5 bis 2,3 Liter kommt.

Ihr müsst ein Gefäß wählen, bei dem keine so große Lücke zwischen Messer und Wand bleibt, sonst bleibt die Masse stückig. So oder so kann es passieren, dass vor allem kleine Teile wie Kräuter oder Ziebeln nicht gut erfasst und daher nicht besonders fein werden. Der unschlagbare Vorteil eines Stabmixers ist jedoch, dass er wesentlich leiser arbeitet.

Ihr werdet es erraten: Auch eine Küchenmaschine mit Aufsatz verrichtet den gleichen Dienst. Für einen kleinen Smoothie ist sie nicht wirklich geeignet. Doch wenn es ums Raspeln und Zerkleinern geht, sind entsprechende Aufsätze unschlagbar. Insbesondere wenn große Mengen verarbeitet werden sollen.

Fazit: Lohnt sich nun ein Standmixer?

Ein Standmixer (oder Blender) ist nie das erste Gerät im Haushalt. Das ist meist ein Handrührgerät oder ein Stabmixer. Doch für anspruchsvolle Aufgaben sind beide nicht gemacht. Wer oft mixt und dabei hohe Ansprüche an das Ergebnis hat, wird irgendwann zu einer Maschine greifen, die das besser kann.

Wer vor allem Teige kneten oder große Mengen Gemüse zu Salaten verarbeiten möchte, ist mit einer Küchenmaschine besser bedient. Wer jedoch gerne Milchshakes und Smoothies mag, aber auch Suppen und Dips wie Mayonnaise, sollte sich einen Standmixer zulegen. Das wäre ein echter Gewinn für eure Küche.

Beitragsbild: Severin

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