Kennwood Cooking Chef XL mit Burger (Bild: Peter Giesecke)

Schnitzen und Getreide mahlen mit der Kenwood Chef XL (Test)

Die ganze Kraft zeigt eine Küchenmaschine erst mit den richtigen Aufsätzen. Im Test haben wir für euch Getreide gemahlen und Rotkohl geschnitzt. Schaut es euch selbst an!

Das erste große Upgrade für meine neue Küche war eine Küchenmaschine. Habt ihr schon mal einen Brotteig mit einem Handrührgerät geknetet? Das geht erstens in die Arme, und nach wenigen Wochen könnte auch schon das Gerät dahin sein.

Mich hat nun das nächste große Upgrade interessiert: die richtigen Aufsätze. Zum Testen habe ich mir eine Getreidemühle und einen Multi-Zerkleinerer in die Küche geholt – passend zur Kenwood Chef XL Sense Special Edition.

Damit habe ich mir einen Burger zubereitet: Getreide für das Brötchen gemahlen, Rotkohl geschnitzt und sogar das Fleisch zerkleinert – obwohl dafür ein Fleischwolf der passendere Aufsatz gewesen wäre. Doch Getreidemühle und Multi-Zerkleinerer sind das Zubehör, das ich als erste Erweiterung empfehle.

Getreidemühle KAX941PL

Als begeisterter Brötchenbäcker war ich vor allem auf die Getreidemühle gespannt. Die von mir getestete Kenwood KAX941P mahlt und schrotet alle Getreidesorten außer Mais. (Der ist schlichtweg zu hart.) Das gilt auch für andere Küchenmaschinen. Eine wirkliche Einschränkung ist das aber nicht. Wer backt schon mit Maismehl?

Die Kenwood Chef XL mit aufgesetzter Getreidemühle (Bild: Peter Giesecke)

Die Kenwood Chef XL mit aufgesetzter Getreidemühle (Bild: Peter Giesecke)

Dennoch aufgepasst: Ihr erhaltet nicht das gleiche Mehl, das ihr im Supermarkt kauft. Die Getreidemühle mahlt das ganze Korn. Neben dem feinen Mehl bleiben auch größere Partikel übrig, die in der industriellen Herstellung vorher ausgesiebt werden.

Durch das unterschiedliche Gewicht trennt sich beides sehr schön, wenn es die Schüssel fällt. Das feinere Mehl sammelt sich in der Mitte, die gröberen Teile darauf und drumherum. Ihr könnt sie mit einem Löffel recht einfach entfernen. Wer es gerne genauer hat, kann die größeren Partikel auch aussieben.

Keimling und Randschichten erhalten

Warum es sich überhaupt lohnt, selbst Getreide zu mahlen? Ihr behaltet den fetthaltigen Keimling und auch die Randschichten – und damit wichtige Nährstoffe. Das Vollkornmehl ist daher dunkler und aromatischer.

Mit der Getreidemühle von Kenwood gemahlen: Schrotmehl in der Grundeinstellung (li. oben), fein gemahlen und von den Randschichten befreit (re. oben), mit den Randschichten (li. unten) und dreimal fein gemahlen (re. unten). Bild: Peter Giesecke

Mit der Getreidemühle von Kenwood gemahlen: Schrotmehl in der Grundeinstellung (li. oben), fein gemahlen und von den Randschichten befreit (re. oben), mit den Randschichten (li. unten) und dreimal fein gemahlen (re. unten). Bild: Peter Giesecke

Ich habe das Schrotmehl noch zwei weitere Male durchgemahlen, um möglichst viel vom Getreidekorn zu erhalten und es dennoch so fein wie möglich zu mahlen. In euren Rezepten ersetzt es nicht das Weißmehl, sondern das Vollkornmehl.

Die Kenwood KAX941P mahlt übrigens auch Hülsenfrüchte, Kräuter und Gewürze. Lediglich Kümmel ist hier eine Ausnahme. Das Stahlmahlwerk erlaubt es euch sogar Ölsaaten zu mahlen, was Mahlwerke aus Stein nicht können.

200 Gramm pro Minute

Die Getreidemühle sitzt am Niedrigdrehzahlanschluss oberhalb der Rührschüssel auf auf und läuft mit maximaler Drehzahl. Den Mahlgrad könnt ihr stufenlos einstellen, aber nicht im laufenden Betrieb. Ihr erhaltet also je nach Wunsch feines Mehl oder grob zerkleinerte Körner.

Die Getreidemühle von Kenwood lässt sich ganz fein einstellen (Bild: Peter Giesecke)

Die Getreidemühle von Kenwood lässt sich ganz fein einstellen (Bild: Peter Giesecke)

Das Mahlen nimmt etwas Zeit in Anspruch. Ungefähr 200 Gramm pro Minute schafft die Mühle. In den Trichter könnt ihr 750 bis 1000 Gramm Körner geben. Beide Angaben abhängig vom Getreide.

In die Spülmaschine darf die Getreidemühle nicht. Die Einstellkontrolle, den Mahlring wie auch den Mahlkegel dürft ihr nicht einmal in Wasser tauchen. Am besten benutzt ihr einen Pinsel bei der Reinigung. Beim Mahlen entstehen ja eigentlich auch nur trockene Rückstände.

Multi-Zerkleinerer KAH647PL

Der zweite Aufsatz hilft mir weniger beim Backen als beim Kochen. Der Multi-Zerkleinerer Kenwood KAH647PL ist jedoch universell einsetzbar. Kenwood rüstet ihn mit einem Edelstahlmesser und sechs Edelstahl-Arbeitsscheiben aus.

Ganz schön hoch: Die Kenwood Chef XL mit Multi-Zerkleinerer (Bild: Peter Giesecke)

Ganz schön hoch: Die Kenwood Chef XL mit Multi-Zerkleinerer (Bild: Peter Giesecke)

Die ersten drei Scheiben schneiden und raspeln in unterschiedlichen Graden. Parmesankäse, Kartoffeln, Schokolade, Nüsse, Obst, Gemüse. Ihr probiert am besten selbst aus, welche Stärke für euch die richtige ist. Die gröbste der drei ist übrigens schon eine Julienne-Scheibe.

Es gibt aber noch eine zweite Julienne-Scheibe, die viel größere Sticks schneidet. Die letzten beiden Arbeitsscheiben schneiden Gemüse oder Käse in unterschiedlicher Scheibenstärke mit 2 oder 5 Millimetern.

Raspeln und schneiden in verschiedenen Stärken

Auch hier ist der Aufbau einfach. Den Multi-Zerkleinerer setzt ihr auf den Hochgeschwindigkeits-Anschluss, der sich über dem Motorblock befindet. Insgesamt ist das Gebilde ganz schön hoch. Unter einem Oberschrank lässt sich damit nicht mehr arbeiten.

Rotkohl von der Kenwood Chef XL in drei Größen zerkleinert (Bild: Peter Giesecke)

Rotkohl von der Kenwood Chef XL in drei Größen zerkleinert (Bild: Peter Giesecke)

Der Behälter fasst 1,2 Liter. Er sollte leer sein, wenn ihr das Gerät anschaltet, um dann erst die Lebensmittel hineinzufüllen. Ihr müsst nur leicht drücken, wenn überhaupt. Der Multi-Zerkleinerer schneidet auf langsamer Stufe, reibt auf einer höheren.

Der Rotkohl eignet sich nicht besonders, um ihn in unterschiedlichen Stärken zu reiben, aber ich wollte einen Burger bauen. Dennoch ist der eher widerspenstige Kohl kein Problem für die Kenwood Chef XL Sense Special Edition in Verbindung mit dem Multi-Zerkleinerer.

Eine anspruchsvolle Aufgabe

Das Messer befindet sich am Boden des Behälters. Hier könnt ihr Fleisch, gekochte Eier und gefrorene Früchte zerkleinern, jedoch keine Eiswürfel. Ihr könnt auch Dips oder einen Streuselteig komplett im Mixer zubereiten, in dem ihr die Zutaten nach und nach hinzugebt.

Da die Qualität eines Burgers mit dem Pattie steht oder fällt, habe ich mir ein Stück Fleisch besorgt, um das Hack selbst herzustellen. Das geht tatsächlich auch ohne Wolf, nämlich im Multi-Zerkleinerer. Für den Test wollte ich auch eine anspruchsvolle Aufgabe wählen, und die Kenwood hat mich nicht im Stich gelassen.

Auch Fleisch lässt sich im Kenwood Chef XL mit dem Multi-Zerkleinerer zu einem Burger-Pattie verarbeiten. Ein Fleischwolf wäre dafür jedoch die passendere Wahl gewesen (Bild: Peter Giesecke)

Auch Fleisch lässt sich im Kenwood Chef XL mit dem Multi-Zerkleinerer zu einem Burger-Pattie verarbeiten. Ein Fleischwolf wäre dafür jedoch die passendere Wahl gewesen (Bild: Peter Giesecke)

Schade war lediglich, dass ich in meinem Viertel kein Fleisch mit einem Fettanteil von 20-40 Prozent bekommen habe. Denn dann wird der Burger-Pattie am besten. Rinderhack kommt oft nur auf 12 Prozent. Ein Fleischwolf wäre zwar die erste Wahl, doch der von mir getestete Aufsatz tut es auch.

Die Reinigung ist dagegen mit etwas Aufwand verbunden. Auch wenn alles aus Edelstahl in die Spülmaschine könnte, ich würde nur den Behälter dort hineinpacken und alles, was schneiden soll, vorsichtig mit der Hand spülen. Dann bleibt es länger scharf.

Und was kann die Kenwood Chef?

Ebenfalls auf dem Teststand befindet sich natürlich die Kenwood Chef XL Sense Special Edition KQL6300Z. Kenwood ist bekannt für seine hervorragenden Küchenmaschinen. Bereits beim Auspacken hinterlässt die XL Sense einen sehr guten Eindruck.

Mit 8,9 Kilogramm steht das Gerät auch bei hoher Beanspruchung fest auf der Arbeitsplatte. Da wackelt nichts. Für die XL-Version benötigt ihr allerdings etwas Platz: Die Chef XL ist 43 cm lang, 30 cm breit und 35 cm hoch. Und dann kommen ja noch die Aufsätze hinzu.

Die Kenwood Chef XL Sense Special Edition im Test: Hier in der Grundausstattung (Bild: Peter Giesecke)

Die Kenwood Chef XL Sense Special Edition im Test: Hier in der Grundausstattung (Bild: Peter Giesecke)

Die Schüssel fasst enorme 6,7 Liter. Das ist genug Platz, um 4,55 kg Kuchenteig anzurühren, 2,56 kg Hefeteig zu kneten oder das Eiweiß von 16 Eiern aufzuschlagen. Die Schüssel wie auch das Zubehör sind aus Edelstahl, können also in die Spülmaschine.

Insgesamt 25 Aufsätze verfügbar

Der Motor arbeitet mit 1.400 Watt. Das ist 50 Prozent mehr Kraft, als die Küchenmaschine hat, mit der ich sonst arbeite. Die sechs Geschwindigkeiten der Chef XL lassen sich stufenlos einstellen. Hinzu kommt noch eine Impulsfunktion.

Ohne die Kenwood Chef XL und ihre Aufsätze hätte es diesen Burger nie gegeben (Bild: Peter Giesecke)

Ohne die Kenwood Chef XL und ihre Aufsätze hätte es diesen Burger nie gegeben (Bild: Peter Giesecke)

Die Kenwood Chef XL verfügt über ein planetarisches Rührsystem. Daran hängt ein K-Haken, der feine Kuchenteige schön glatt rührt, ein Knethaken für schwere Teige oder ein Ballonschneebesen, der Sahne aufschlägt, aber auch Buttercreme schön lockerleicht schlagen soll, sodass ihr sie im Spritzbeutel weiterverarbeiten könnt.

Neben den beiden getesteten Zubehörteilen, gibt es noch 23 weitere, also insgesamt 25. Ihr könnt damit rühren, mixen, schneiden, würfeln, hacken und raspeln.

Fazit: Gönnt euch die Oberklasse

Mit meinem Burger bin ich sehr zufrieden. Ohne die Kenwood Chef XL und die beiden Aufsätze hätte ich das so nicht geschafft. Ich backe zwar regelmäßig Brötchen, doch noch nie habe ich dies mit selbst gemahlenem Mehl gemacht.

Mit dem Brötchenbacken ist auch eine Küchenmaschine in meine Küche eingezogen. Ich möchte sie nicht mehr missen und lege sie allen Freunden ans Herz, die vor derselben Überlegung stehen. Die Kenwood Chef XL ist eine gute Wahl, denn sie arbeitet mit viel Kraft, steht dabei fest und bleibt recht leise.

Doro vom BakeClub hat die Kenwood Chef XL Sense ebenfalls getestet. Sie hat ein Karottenbrot mithilfe der Küchenmaschine zubereitet. Ihr Rezept findet ihr unter dem Video auf YouTube.

Für mich habe ich bei diesem Test gelernt, endlich die Aufsätze zu nutzen. Die Getreidemühle empfehle ich allen, die mit Vollkorn backen möchten. Mir hat insbesondere die einfache Handhabung gefallen. Und worum es letztlich geht: Das Mehl ist schön fein geworden.

Auch den Multi-Zerkleinerer habe ich für meine Küche wiederentdeckt. Ich werde ihn jetzt vermehrt nutzen, wenn ich große Mengen schneiden und schnitzen möchte. Am Kenwood-Modell hat mir vor allem gefallen, wie schnell sie einen kompletten Rotkohl zerkleinert hat.

Und ich werde mir bestimmt auch noch einen Fleischwolf näher anschauen.

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