Elektrische Zahnbürsten mit wechselbaren Akkus: Das solltet ihr beachten

Lassen sich Akkus in elektrischen Zahnbürsten einfach wechseln? Ganz so leicht ist es leider nicht. Darauf solltet ihr vor und nach dem Kauf achten.

Elektrische Zahnbürsten mit wechselbaren Akkus: Das solltet ihr beachten

Es mag ernüchternd klingen, aber: Elektrische Zahnbürsten mit wechselbaren Akkus gibt’s leider so gut wie gar nicht. Große Hersteller wie Philips oder Braun integrieren die wiederaufladbaren Batterien fest, ein nachträglicher Tausch ist nicht vorgesehen. Nachhaltig ist das leider nicht. Dennoch gibt’s einige Aspekte, die ihr unternehmen könnt, wenn der Kauf einer modernen Zahnbürste zum Beispiel mit Schallvibration ansteht oder der Akku einer vorhandenen langsam „schlapp macht“.

Inhaltsverzeichnis

Warum existieren kaum elektrische Zahnbürsten mit wechselbaren Akkus?

Man könnte den Herstellern unterstellen, sie möchten mit ihren meist fest verbauten Akkus und am schlimmsten noch geplanter Obsoleszenz nur dafür sorgen, dass wir nach Ablauf der Garantie gleich zu einer neuen elektrischen Zahnbürste greifen. Wenn der Akku nicht mehr funktioniert, könnt ihr ein solches Reinigungsgerät nicht mehr verwenden – meist auch nicht mit einem Kabel. Doch es gibt auch andere und vor allem plausible Gründe, wieso ihr nicht selbst einen Akku tauschen könnt.

In der Regel lässt sich der Akku nicht tauschen bei elektrischen Zahnbürsten. (Foto: Braun / Oral-B)
In der Regel lässt sich der Akku bei elektrischen Zahnbürsten nicht tauschen. (Foto: Braun / Oral-B)

Ein wichtiges Argument: Elektrische Zahnbürsten kommen sehr häufig mit Wasser in Kontakt. Entsprechend müssen die Gehäuse und vor allem die Elektronik-Komponenten im Inneren vor Feuchtigkeit geschützt sein. Entsprechend sind Zahnbürsten fest zugeklebt und geben so Wasser keine Chance. Das macht das Reparieren oder eben Akku-Wechseln sehr viel schwieriger. Genauso wie bei Smartphones.

Apropos: War es früher noch Standard, dass sich die Akkus von Mobiltelefonen tauschen ließen, so ist das heute eher die Ausnahme. Das liegt auch daran, dass heutige Smartphones dünner sind und viel Technik auf kleinstem Raum vereinen. Genau so ist das auch bei elektrischen Zahnbürsten: Leistungsstarke Motoren für Schallzahnbürsten, RFID-Chipleser, Schalter, LEDs – all das müssen Hersteller in eine kompakte Form bringen. Denn am Schluss soll sie sich nicht zu klobig in den Händen anfühlen, wenn ihr euch die Zähne putzt.

Welche elektrischen Zahnbürsten mit Wechselakku gibt es?

Trotz intensiver Recherche fand ich bisher keine elektrischen Zahnbürsten mit wechselbaren Akkus. Erstaunlich: Auch Unternehmen, die mit Nachhaltigkeit werben, bieten keine solche an. Happybrush zum Beispiel betont, dass man an solchen Lösungen arbeitet, aber bisher noch immer auf fest verbaute Akkus setzt.

Auch auf Nachhaltigkeit spezialisierte Hersteller wie Happybrush bieten keine elektrischen Zahnbürsten mit wechselbaren Akkus an. (Foto: Happybrush)
Auch auf Nachhaltigkeit spezialisierte Hersteller wie Happybrush bieten keine elektrischen Zahnbürsten mit wechselbaren Akkus an. (Foto: Happybrush)

Indirekt gibt’s aber doch einen prominenten Vertreter, was Hersteller Braun allerdings nicht bewirbt: Die Oral-B iO lässt sich laut iFixit extrem leicht öffnen – über die mitgelieferte Ladeschale. So kommt ihr schnell an den handelsüblichen Akku heran. Es geht also doch – wenn auch nicht offiziell. Gut möglich, dass auch andere Oral-B-Zahnbürsten oder Sonicare-Modelle vom Mitbewerber Philips ebenfalls eine solche Option anbieten.

Da die Themen Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit zunehmend größere Rollen in unserem Alltag spielen, dürften in den kommenden Jahren mehr und mehr elektrische Zahnbürsten wechselbare Akkus bieten. Auch für Hersteller ergeben sich hier sicher neue Möglichkeiten, über Zubehör oder gar Dienstleistungen (bei smarten Zahnbürsten) trotzdem Geld zu verdienen…

Beim Kauf darauf achten: Hochwertige Akkus

Wenn ihr vor dem Kauf einer neuen elektrischen Zahnbürste steht, schwingt sicherlich auch ein wenig die Sorge mit: Was, wenn der Akku den Geist aufgibt? Wann das passiert, kann kaum jemand schon im Vorfeld wissen. Aber zwei Aspekte solltet ihr im Hinterkopf behalten:

1. Verzichtet auf Ni-MH-Akkus

Einige Hersteller verbauen, gerade bei preisgünstigeren elektrischen Zahnbürsten, nach wie vor Ni-MH-Akkus, die bekannt sind für eines: Memory-Effekt. Das heißt, mit der Zeit sinkt die Kapazität, ihr müsst eure Zahnbürste also immer häufiger aufladen. Schaut also genauer hin und wählt im Zweifel eine andere Zahnbürste mit einer zeitgemäßeren Technologie.

2. Entscheidet euch für Lithium-Ionen-Akkus

Mittlerweile am weitesten verbreitet – und das aus gutem Grund. Li-Io-Akkus sind nicht nur preisgünstig, sie haben auch keinen Memory-Effekt. Sicherlich sind sie auch nicht in allen Bereichen perfekt, aber qualitativ hochwertige Akkus halten viele Jahre. Als Anhaltspunkt für die Lebensdauer dienen Informationen über die zu erwartenden Ladezyklen. Wie oft könnt ihr einen Akku aufladen, bevor die Kapazität schrumpft?

Nur selten geben Hersteller konkrete Zahlen an, aber rechnet mit bis zu 1000 Ladezyklen. Das heißt: Im besten Fall ladet ihr eure elektrische Zahnbürste mit Li-Io-Akku bis zu 1000x auf, bevor die Batterie vielleicht das Zeitliche segnet. Gute Zahnbürsten müsst ihr in der Regel alle zwei Wochen aufladen, was also heißt: Erst nach 40 Jahren könntet ihr die Zahnbürste nicht mehr aufladen.

Kostspieligere Zahnbürsten besitzen meist auch hochwertige Akkus. (Foto: Braun)
Kostspieligere Zahnbürsten verfügen meist auch über hochwertige Akkus. (Foto: Braun)

Auch bei einer pessimistischen Darstellung von 200 Ladezyklen entspricht dies noch immer über 8 Jahren. Oder anders gesagt: Wirklich in den seltensten Fällen ist der Akku bei einer elektrischen Zahnbürste das Problem, wenn ein qualitativ hochwertiger verbaut ist. Daher könnte es sich lohnen, nicht zur günstigsten Zahnbürste zu greifen.

Akku bei elektrischer Zahnbürste selbst wechseln

Ein unkomplizierter Tausch des Akkus ist aus oben genannten Gründen schwer möglich.

Trotzdem sei ein Tipp an dieser Stelle gegeben, der sich in erster Linie an Hobbytüftler und Bastelfreunde richtet. Ist eure elektrische Zahnbürste schon etwas älter und die Garantie abgelaufen, dürftet ihr bei YouTube fündig werden. Vor allem etwas betagte Modelle lassen sich mit teils überschaubarem Aufwand und – mit etwas Glück – ohne Lötkenntnisse mit einem neuen Akku ausstatten. Bei neuen Geräten der Sonicare-Reihe von Philips oder den Oral-B-Zahnbürsten sieht es dagegen schlecht(er) aus.

Wer seine alte elektrische Zahnbürste liebt, kann den Akku mit Bastelei wechseln oder wechseln lassen. (Foto: Braun)
Wer seine alte elektrische Zahnbürste liebt, kann den Akku mit Bastelei wechseln oder wechseln lassen. (Foto: Braun)

Für ausgewählte elektrische Zahnbürsten findet ihr problemlos kompatible Akkus, darunter sind folgende Modelle:

  • Braun Oral-B Sonic
  • Braun Oral-B 4000, 5000, 7000, 9000
  • Braun Oral-B Professional Care 500, 550
  • Philips Sonicare mit NiMh-Akku
  • Rowenta Dentacontrol Duo
  • Rowenta Dentasonic 
  • Rowenta Dentacontrol 707

Dennoch sollte euch bewusst sein: Der Aufwand ist hoch, ihr könnt die gesamte Zahnbürste zerstören und der Wechsel des Akkus kann mit Löten verbunden sind. Schreckt euch das nicht ab, ist es sicherlich einen Versuch wert. Solch eine Bastelei geschieht stets auf eigene Gefahr.

Kostspielig, aber nachhaltiger: Akku tauschen lassen

Ein Rat zum Abschluss: Manche Firmen haben sich darauf spezialisiert, Akkus von elektrischen Zahnbürsten zu wechseln. Die Preise hierfür liegen zwischen 20 und 50 Euro. Die Anbieter finden sich vorrangig im Internet, ihr schickt eure Bürsten also via Post ein. Ob sich das lohnt, müsst ihr letztlich selbst entscheiden. So oder so erlischt damit die Hersteller-Garantie, andererseits ist der professionelle Tausch sicherer und nachhaltiger. Und: Eure geliebte Zahnbürste könnt ihr auch künftig weiterbenutzen.

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