Gaming-Maus-Trends 2021: Rückblick und Prognose

Wir blicken auf die Trends der Gaming-Mäuse im letzten Jahr und wagen einen Blick in die Zukunft.

Gaming-Maus-Trends 2021: Rückblick und Prognose

Wir schauen uns an, was Gaming-Mäuse im letzten Jahr ausgemacht hat. Welche Technologien und Eigenschaften haben den Markt dominiert? Zusammen mit Gamers Gear erzählen wir euch alles über die Zukunft und Gegenwart der kleinen Nager:

Dabei konnten wir zwei vorherrschende Trends ausmachen: Lightweight-Mäuse und Wireless-Mäuse mit 2,4-Gigahertz-Verbindung.

Trend 1: Lightweight-Mäuse 

Wie der Name schon sagt, zeichnen sich Lightweight-Mäuse hauptsächlich durch ihr extrem leichtes Gewicht aus. Aber auch äußerlich haben die meisten Leichtgewichte ein eindeutiges Erkennungsmerkmal: das Bienenwabenmuster. Durch die Löcher in der Außenhülle sparen die Hersteller Material und natürlich auch Gewicht. Der frische Look ist dabei sicherlich auch ein Faktor, der für dieses Muster spricht.

Auch wenn leichte Mäuse im Trend sind, sind sie natürlich nicht zwingend besser als Mäuse mit etwas mehr Gewicht. Beide Arten haben ihre Vor- und Nachteile, welche sich bei unterschiedlichen Arten von Spielern entfalten. Dabei unterscheiden wir zwischen Low-Sense und High-Sense-Spielern.

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Das Bienenwabenmuster findet sich auf vielen Lightweight-Mäusen.

Low-Sense-Spieler spielen mit einer niedrigen DPI-Einstellung, wodurch sich ihr Mauszeiger relativ langsam bewegt. Das bedeutet, sie bewegen die Maus viel und über weite Strecken über das Mauspad. Hier sind Lightweight-Mäuse von Vorteil, da sie sich schnell und einfach bewegen lassen.

Bei High-Sense-Spielern ist das Gegenteil der Fall. Hier ist die DPI recht hoch eingestellt, wodurch sich der Mauszeiger auch bei kleineren Bewegungen weit über den Bildschirm bewegt. Für diese Spieler eignen sich schwere Mäuse besser, da sie sie einfacher kontrolliert über das Mauspad bewegen können. Letztendlich ist also euer Spielstil entscheidend.

Unsere Lightweight-Highlights des Jahres

Direkt am Anfang des Jahres hat das Model O von der Marke Glorious PC Gaming Race den Lightweight-Trend bei Gamers Gear angetrieben. Damals war der Anblick des Bienenwaben-Musters noch ungewohnt, wir konnten ja nicht ahnen, dass viele andere Hersteller diesen Look adaptieren würden. Außerdem war die Maus damals mit schlanken 68 Gramm extrem leicht.

Technisch gesehen ist das Model O auch in diesem Jahr noch aktuell. Ihr bekommt Omron-Switches mit einer Lebensdauer von 20 Millionen Klicks und als Sensor den Pixart PMW 3360 mit 12.000 DPI. Insgesamt bietet die glorreiche Maus damit immer noch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für leichtgewichtige Mäuse.

Nur ein paar Monate später hat der Gaming-Hardware-Hersteller Xtrfy den Trend fortgesetzt. Die M4 war die erste Gaming-Maus im Xtrfy-Sortiment mit Bienenwaben-Muster. Das Leichtgewicht ist mit 69 Gramm etwas schwerer als das Model O, das dürfte sich beim Zocken aber nicht bemerkbar machen.

Auch hier hat der Hersteller sich für Omron-Switches mit 20 Millionen Klicks Lebensdauer entschieden. Dazu bekommt ihr einen Pixart 3389 als Sensor. Der schafft 400 bis 16.000 DPI und 400 Inches pro Sekunde. Die Hülle soll trotz der luftigen Form sehr stabil sein. Die M4 könnt ihr in insgesamt sechs verschiedenen Farbkombinationen bekommen.  

Gegen Ende des Jahres hat sich Dansen von Gamers Gear noch die Roccat Burst Pro angeschaut und sich ein bisschen verliebt. Die Lightweight-Maus des deutschen Herstellers hat aber auch einiges zu bieten. Die Burst Pro bedient sich ebenfalls der Wabenkonstruktion. Anders als bei den Modellen der anderen Hersteller ist diese aber mit einer soliden Hülle versiegelt, damit Staub und Schmutz nicht in die Maus gelangen können. Trotzdem kommt die Maus noch auf leichte 68 Gramm.

Auch die Switches scheinen eine Stufe weitergedacht zu sein. Verbaut sind hier die Titan Switch Optical, die im Gegensatz zu mechanischen Switches mit einer optischen Lichtschranke auslösen und damit schneller sind als solche und trotzdem das altbekannte Klickgefühl mitbringen. Dazu sind sie mit einer Lebensdauer von 100 Millionen Klicks langlebiger als die meisten mechanischen Switches.

Trend 2: Wireless-Mäuse mit 2,4-Gigahertz-Verbindung

Der zweite Trend, den wir ausmachen konnten, sind kabellose Mäuse im Gaming-Bereich. Lange Zeit waren Kabel in der Gaming-Szene gang und gäbe, weil eine kabellose Verbindung einfach eine langsamere Reaktionszeit bedeutete. Dank der 2,4-Gigahertz-Verbindung, können kabellose Mäuse jetzt aber genauso schnelle Reaktionszeiten erreichen wie ihre kabelgebundenen Kollegen. Darum können jetzt auch Gamer einen kabellosen Schreibtisch ohne Nachteile im Spiel genießen.

Nun könnt auch ihr euch zwischen Kabel oder Akku entscheiden. Mit dem Kabel seid ihr etwas weniger flexibel auf dem Schreibtisch, wobei ihr bei einer kabellosen Maus den Akku in gewissen Abständen wieder aufladen müsst. Auch in diesem Fall ist keine Option besser oder schlechter, sondern schlicht Geschmackssache.

Unsere kabellosen Highlights des Jahres

Unser erstes Highlight ist streng genommen schon zwei Jahre her, aber wir haben die Roccat Kain 202 Aimo ganz am Ende des Jahres 2019 getestet, deshalb würde ich das noch einmal durchgehen lassen. Denn auch da hat Roccat euch schon kabellose Technik mit dem geringsten Input-Lag von 1 Millisekunde geboten.

Sogar den Sensor hat der deutsche Hersteller in Zusammenarbeit mit Pixart eigens für seine kabellosen Modelle entwickelt. Herausgekommen ist dabei der Owl-Eye-Sensor mit bis zu 16.000 DPI und einer Polling-Rate von 1.000 Hertz. Der Sensor wurde so entwickelt, dass die Maus energiesparend arbeitet, damit der Akku möglichst lange hält. Dadurch bekommt ihr eine Laufzeit von rund 50 Stunden ohne Beleuchtung und rund 35 Stunden mit eingeschalteter RGB-Beleuchtung.

Razer hat mit der Viper Ultimate eine kabellose Gaming-Maus aus dem hochpreisigen Segment auf dem Markt. Die Maus erreicht selbstverständlich eine Polling-Rate von 1.000 Hertz dank Hyperspeed-Technologie. Aufgrund der symmetrischen Form ist sie dazu für Links- und Rechtshänder geeignet.

Der Focus-Plus-Sensor, der in der Maus verbaut ist, schafft eine Empfindlichkeit von bis zu 20.000 DPI und eine Tracking-Geschwindigkeit von 650 Inches pro Sekunde. Das liegt definitiv über dem Gaming-Maus-Standard, wobei man sich fragen muss, wie viele DPI man wirklich braucht. Mit 70 Stunden Akkulaufzeit sollte die Viper Ultimate dazu recht lange halten, bis ihr sie wieder aufladen müsst. Dazu ist sie mit 74 Gramm auch irgendwo eine Lightweight-Maus, auch wenn ihr das Bienenwabendesign fehlt.

Unsere dritte kabellose Maus ist ebenfalls eine Lightweight-Maus. Hier kommen unsere beiden Trends wieder zusammen. Es geht um die Pro X Superlight von Logitech. Mit diesem Modell zeigt Logitech erneut, dass auch Gaming-Mäuse schlicht und verdammt schick aussehen können. Ihre High-End-Komponenten sind der Pro X Superlight nicht anzusehen, da man sie fast mit einer gewöhnlichen Office-Maus verwechseln könnte.

Durch die Lightspeed-Technologie bekommt ihr eine blitzschnelle kabellose Verbindung ohne spürbaren Input-Lag. Angetrieben wird die Maus vom Hero-25K-Sensor, der mit bis zu 25.600 DPI auffährt. Dazu ist sie mit 63 Gramm eine der leichtesten Mäuse in diesem Artikel. Die Akkulaufzeit der schlichten Gaming-Maus beträgt ebenfalls rund 70 Stunden.

Trendprognose: Hyperpolling

Hyperpolling ist eine Technologie des Hardwareherstellers Razer. Ihr könnt sie in der Razer Viper 8K finden, die ihr seit Anfang 2021 kaufen könnt. Hyperpolling möchte dabei die Polling-Rate der Gaming-Mäuse vervielfachen. Und zwar könnt ihr damit Polling-Rates von bis zu 8.000 Hertz erreichen. Bisher liegt der Industriestandard bei 1.000 Hertz, somit sind Mäuse mit der neuen Technologie acht Mal schneller.

Das bedeutet, dass der Input-Lag sich ebenfalls um ein Achtfaches verkürzt. Bei einer Polling-Rate von 1.000 Hertz haben wir einen Input-Lag von einer Millisekunde. Geteilt durch acht bleiben dann noch 125 Mikrosekunden Reaktionszeit. Das ist die Reaktionszeit, die ihr mit Hyperpolling bekommt. Lasst einmal diese Zahl auf euch wirken: Das sind 0,000125 Sekunden.

Eine Millisekunde ist schon verdammt wenig und meiner Meinung nach kaum spürbar. Die Frage ist, wie stark sich eine weitere Verkürzung dieser Zeit wirklich auf das Spielgeschehen auswirkt. Ich denke, man müsste die Technik getestet haben, um das einschätzen zu können.

Abgesehen davon, ob die Technik Mehrwert bringt oder nicht, gehe ich davon aus, dass es einer der Trends dieses Jahres wird. Nach Razer werden weitere Hersteller die Technik adaptieren und in ihren Gaming-Mäusen verbauen. Neben dem Mehrwert ist es natürlich ein sehr mächtiges Marketing-Werkzeug, mit einem sehr kurzen Input-Lag werben zu können.

Darum glaube ich, dass Hyperpolling der neue Trend für Gaming-Mäuse 2021 wird.

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