Was tun mit Fotos? (Foto: Samsung)

Fotos sortieren: Mit diesen Tipps bekommt ihr euer Bilder-Chaos in den Griff

Digitalkamera, Smartphone, Spiegelreflex, zugeschickt von Freunden und der Familie, eingescannte Erinnerungen. Mit den Jahren sammeln sich gefühlt Milliarden Bilder an. Fotos sortieren und diese auch immer „griffbereit“ haben – mit diesen Tipps findet ihr den Anfang.

Die moderne Welt mag mit ihren Möglichkeiten wahnsinnig faszinierend sein. Sie produziert aber auch jede Menge Datenmüll. Ein Blick aufs Smartphone oder auf eure Festplatte sollte das bestätigen. Lustige Videos und Bilder, die über WhatsApp-Gruppen geschickt werden, amüsante Pics von der letzten Familienfeier, Peinliches von der vergangenen Party – ihr kennt das sicher. Aber wie bekommt ihr hier Ordnung rein?

Ein paar Anregungen sollen euch nicht nur helfen, einen Überblick über eure Bilder zu erlangen. Denn habt ihr eure Fotos sortiert, sollen sie nicht irgendwo auf einer Festplatte „verstauben“, oder? Wäre ja schade um die schönen Andenken…

Ordnung muss sein: Fotos sortieren

Es klingt naheliegend, furchtbar und nach einem zeitraubenden Alptraum, aber: Was muss, das muss. Ist eure Sammlung bereits riesig und verteilt sich auf unzählige Geräte, Fest- und Speicherkarten, dann schaufelt euch ein paar Stunden frei und beginnt mit der manuellen Sortierung.

Von Spaß kann nicht die Rede sein: Fotos sortieren ist zu Beginn wirklich anstrengend. (Foto: Screenshot)

Von Spaß kann nicht die Rede sein: Fotos sortieren ist zu Beginn wirklich anstrengend. (Foto: Screenshot)

Ein einfacher Weg: Legt auf eurem Rechner einen neuen Ordner („Fotoarchiv“ zum Beispiel) an, in dem ihr erst einmal alles reinschiebt, was ihr auf eurem PC entdeckt. Ausfindig macht ihr Bilder, indem ihr die Suchfunktion nutzt und dort nach *.jpg, *.tif,  *.png, *.dng und so weiter Ausschau haltet.

Mein Vorschlag wäre es, die Sammlung nach Jahren zu trennen und dann von Jahr zu Jahr eine feinere Sortierung vorzunehmen. Wenn ihr es genauer wollt, wählt neben dem Jahr (jeweils ein neuer Ordner) noch die Monate, also maximal 12 pro Jahr. Weitere Unterordner für Ereignisse (Feiern, Wandern, Urlaub…) erleichtern das spätere Wiederfinden.

Adobe Lightroom (CC) kann beim Fotos sortieren auch zur Seite stehen. (Foto: Adobe)

Adobe Lightroom (CC) kann beim Fotos sortieren auch zur Seite stehen. (Foto: Adobe)

Und dann? Geht’s ans ausgiebige Begutachten, Löschen und Einordnen. Das ist ein beachtlicher Aufwand, bei dem ihr nicht zu zögerlich vorgehen solltet. Löscht rigoros, vor allem das, was von schlechter Qualität, mit keinen Gefühlen verbunden oder unverständlich ist. Glaubt mir: Ihr werdet davon später nichts benötigen oder vermissen. Und es ist tatsächlich so etwas wie ein Befreiungsschlag, wenn ihr 10.000 Fotos in eine überschaubare Kollektion verwandelt. Von der habt ihr auch langfristig etwas.

Alternative: Fotos sortieren lassen

Soll eine Software für euch Fotos sortieren, könnten sich Magix Foto Manager 16 (bzw. Deluxe), FotoSortier XL oder Adobe Lightroom  6 bzw. das neue Lightroom CC lohnen. Diese Lösungen seien nur exemplarische Beispiele, auf dem Markt existieren viele weitere Anwendungen. Einige nutzen intelligente Algorithmen für die Sortierung und Katalogisierung oder zum Auffinden doppelter sowie misslungener Fotos. Eine Anbindung zum Internet ist also nicht zwangsläufig Pflicht.

Die iCloud Fotomediathek hilft beim Fotos sortieren. (Foto: Apple)

Die iCloud Fotomediathek hilft beim Fotos sortieren. (Foto: Apple)

Ihr wünscht kostenfreie Varianten und seid bereits im Mikrokosmos von Apple oder Google unterwegs? Dann sind die Cloud-basierten Angebote Google Fotos (Webseite) und Apple iCloud (Webseite) besonders attraktiv. Hier werden eure Fotos vom Mac oder Windows-PC sowie euren mobilen Geräten vereint und zum Teil sogar automatisiert in Alben einsortiert. Google Fotos erkennt unter anderem selbständig Himmel, Hunde, Autos, Essen, Sonnenuntergänge, Konzerte und Feierlichkeiten.  Manchmal klappt es mit der Gesichtererkennung bei Apple sogar ganz gut.

Praktisch an den Cloud-Diensten: Ihr könnt von jedem Ort der Welt auf eure Fotosammlung zugreifen und immer dann, wenn gerade etwas Zeit ist, feinere Sortierungen vornehmen. Daheim erfolgt eine Synchronisation mit eurem stationären Computer, sodass die Bilder nicht ausschließlich auf Servern liegen müssen.

Hier unterstützt Google Fotos beim Fotos sortieren. (Foto: Screenshot)

Hier unterstützt Google Fotos beim Fotos sortieren. (Foto: Screenshot)

Ich würde zwar bei Google Fotos und Apple iCloud Fotomediathek nicht unbedingt von ausschweifenden KI-Fähigkeiten sprechen, doch ähnlich wie bei anderen kommerziellen Programmen kann ein Teil der Sortierung gut an die Anwendungen übergeben werden. Beide Services bieten auch „Erinnerungsfunktionen“ an, bei denen euch Fotos nach dem Motto „Diesen Tag neu entdecken“ präsentiert werden – beim Aufrufen der entsprechenden Webseite oder beim Starten der dazugehörigen App auf dem Smartphone.

Nach dem Sortieren: Fotos speichern

Ein weiterer und wichtiger Tipp lautet: Sobald ihr den Horror des Sortierens hinter euch habt – egal, ob manuell oder via Software – eine zentrale Speicherung empfiehlt sich. Die hier genannten Cloud-Angebote nehmen euch die Entscheidung des Sicherungsortes ab. Persönlich setze ich zwar auch auf Google Fotos, zugleich allerdings lege ich alle meine Erinnerungen in einem NAS ab.

Mein persönlicher Cloud-Speicher stammt von Synology – und ich liebe die betagte DS215j nach wie vor. Ausgestattet ist meine Maschine mit 8TB Speicher, mit dem ich vermutlich die nächsten Jahre ausreichend bedient sein werde. In eine ähnliche Richtung geht die Buffalo LinkStation 441 DE (Shoplink), die sogar Platz für vier Festplatten bietet. Somit ist ein sicherer Raid-Verbund möglich.

Die Buffalo Linkstation 441 eignet sich gut als NAS und Foto-Speicher. (Foto: Buffalo)

Die Buffalo Linkstation 441 eignet sich gut als NAS und Foto-Speicher. (Foto: Buffalo)

Eingebunden ins heimische Netzwerk, erhaltet ihr mit einem NAS einen Speicher, auf dem alle Geräte im besten Fall zugreifen können – vom Smartphone bis hin zum SmartTV oder Streaming-Player mit DLNA-Medienwiedergabe. Auch aus der Ferne habt ihr so Zugang auf eure visuellen Ergüsse der Vergangenheit und Gegenwart. Ich synchronisiere regelmäßig meine Daten aus Google Fotos mit meinem NAS, selbständig werden Backups angelegt.

Externe Festplatten nutzen

Weniger komplex ist das Einsetzen einer externen Festplatte, die ausschließlich für eure Fotos gedacht ist. Eine Western Digital My Passport mit 3TB (Shoplink) wäre ein feiner Kandidat. Vielleicht unterstützt euer Router sogar rudimentäre NAS-Funktionen? Dann verbindet ihr die Festplatte über USB mit ihm und greift wie bei einem „großen NAS“ im Netzwerk auf eure Bibliothek zu.

Ich weiß das zentrale Speichern der sortierten Fotos mittlerweile sehr zu schätzen. Ich kann ein Bild vom Smartphone einem vorhandenen Album hinzufügen, dieses am Rechner bearbeiten, wieder hochladen und am Laptop betrachten. Und das quasi überall, wenn ich will. Den Fernzugriff bekommt ihr beim normalen Anschließen einer externen Festplatte an den PC zwar nicht, aber dafür habt ihr einen Ort, an dem sich alle Bilder befinden.

Eine reizvolle Zwischenlösung wäre die Western Digital My Cloud (Shoplink), die als externe Festplatte und NAS gleichermaßen fungieren kann. Dieses System ist sogar auf das gemeinsame Sammeln und Teilen von Fotos ausgelegt – ideal für die ganze Familie. Denkt in jedem Fall an das sporadische Anlegen von Sicherheitskopien.

Fotos sortiert. Und nun?

Es wäre bedauerlich, würden eure sortierten Fotos ungenutzt auf einer Festplatte liegen. Auch hier lohnt es sich, sich Gedanken darüber zu machen, was noch sinnvoll erscheint. Echte visuelle Highlights lassen sich auch klassisch verwenden – für einen Kalender, ein gedrucktes Fotoalbum, ein Fotobuch zum Verschenken oder gelegentlichen Stöbern und Schwelgen in Erinnerungen. Die vielfältigsten Printprodukte gibt es mittlerweile zu erwerben. Viele Anbieter stellen geeignete Software zum individuellen Gestalten zur Verfügung. Und spätestens hier ist eine gut sortierte Fotosammlung Gold wert.

Bilder kann man nach dem Sortieren auf den Bilderrahmen bringen. (Foto: Hama)

Bilder kann man nach dem Sortieren auf den Bilderrahmen bringen. (Foto: Hama)

Ihr wollt nichts ausdrucken lassen? Wie wäre es mit einem digitalen Bilderrahmen? Klingt uncool? Schon lange nicht mehr! Der Hama Slim Premium Bilderrahmen mit dem 17,3 Zoll großen Full-HD-Bildschirm (Shoplink) macht schon etwas her. Im Wohnzimmer zum Beispiel. Der Sony DPF-WA 700 (Shoplink) holt sich Fotos sogar aus eurem Netzwerk – sehr praktisch.

Geld spielt eine untergeordnete Rolle? Dann wäre der Samsung UE43LS003 The Frame (Shoplink) doch sicher genau das Richtige für euch. Der Fernseher stellt im sogenannten Art Mode Kunst eindrucksvoll dar, alternativ aber auch eure Fotos. Der traumhafte 4K-TV ist ein außergewöhnliches Lifestyle-Produkt, auf dem persönliche Urlaubsbilder vermutlich ganz anders wirken dürften.

Ein Traum. Auf The Frame werden eure Fotos vermutlich grandios aussehen. (Foto: Samsung)

Ein Traum. Auf The Frame werden eure Fotos vermutlich grandios aussehen. (Foto: Samsung)

Besitzt ihr ein (altes) Tablet, kann aus diesem auch ein Bilderrahmen entstehen, der via WIFI auf eure lokal gesicherten Fotos zugreift. Mit Apps wie Digitaler Fotorahmen Diashow (Google Play) wird’s möglich. Ein interessantes Konzept verfolgt auch Senior Frame (Google Play). Alle Fotos, die ihr an eine zuvor festgelegte Email-Adresse sendet, gelangen auf den digitalen Bilderrahmen beziehungsweise das umfunktionierte Tablet. Ideal, um Rentner ohne technisches Wissen am eigenen Leben teilhaben zu lassen. So sehen Großeltern ihre Enkel regelmäßig. Schöner Gedanke.

Was stellt ihr Schönes mit euren Fotos der letzten Jahrzehnte an? Habt ihr für euch ein perfektes Foto-Sortier-Konzept gefunden? Ich freue mich über Anregungen, Ideen, Wünsche und Tipps!

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