MU-MIMO-WLAN-Router Asus-RT-AC5300 (Bild: Asus)

WLAN MU-MIMO: Der neue Datenturbo fürs Zuhause – erste Router, erste Smartphones

Dass WLAN-Netze stabiler werden, dafür können mehrere Antennen am Router sorgen. Teilen die sich per MU-MIMO auf, um gleichzeitig mehrere Geräte zu bedienen, kann es auch noch schneller werden.

Wie MIMO-Antennen am Router das WLAN-Signal verbessern, haben wir bereits beschrieben. Doch dabei handelt es sich bloß um Single-User-MIMO (SU-MIMO). In jedem Moment kann der WLAN-Router nur mit einem einzigen Gerät verbunden sein. Alle weiteren Geräte im Netz warten währenddessen. Sie können keine Daten empfangen oder versenden. Je mehr Laptops, Smartphones, Spielekonsolen und Smart-Home-Geräte angemeldet sind, desto langsamer werden die einzelnen Geräte effektiv. Abhilfe schaffen soll der noch relativ neue Standard Multi-User-MIMO oder kurz MU-MIMO. Erstmals können mehrere Nutzer gleichzeitig mit dem Router kommunizieren. Der teilt seine Antennen dafür einfach auf.

MU-MIMO erst mit WLAN AC Wave 2

MU-MIMO steht für Multi User, Multiple Input, Multiple Output. Der WLAN-Router überträgt dabei mehrere Datenströme oder Streams gleichzeitig auf mehreren Kanälen. Dadurch wird die gesamte Bandbreite besser aufgeteilt. Es kommt auch zu weniger Verzögerungen, jedes Gerät ist schneller wieder dran. Der Router sendet die unterschiedlichen Datenströme über unterschiedliche Antennen. Ein MU-MIMO-Router verfügt deshalb über mindestens drei, meist sind es jedoch erheblich mehr. Der Abstand zwischen den Antennen führt zu unterschiedlichen Reflexionen an Wänden und Mobiliar, so dass sie eine Art Fingerabdruck ergeben. Dadurch können die Empfänger die einzelnen Datenströme unterscheiden. Auf diese Weise lassen sich sogar die für den unterschiedlichen Standort der Empfänger optimalen Sendeantennen auswählen.

Das Samsung Galaxy S8 funkt auch über WLAN MU-MIMO (Bild: Samsung)

Das Samsung Galaxy S8 funkt auch über WLAN MU-MIMO (Bild: Samsung)

MU-MIMO-WLAN-Router können derzeit bis zu vier Clients gleichzeitig anfunken, wobei die Bandbreite nach Bedarf aufgeteilt wird. Ein Router mit acht Antennen kann beispielsweise über vier Antennen ein datenhungriges Notebook versorgen, während Smartphone und Tablet, auf denen nur gesurft wird, über jeweils zwei angesprochen werden. Während SU-MIMO bereits mit WLAN n eingeführt wurde, ist MU-MIMO erst mit einer neueren Version von WLAN ac möglich, meistens AC Wave 2 genannt. Achtet unbedingt beim Kauf darauf. Die Datenbeschleunigung gelingt per WLAN ac derzeit auch nur bei Downloads. Uploads werden auf diese Weise erst mit WLAN ax schneller werden.

Alle Geräte müssen MU-MIMO beherrschen

Nicht nur der Router, auch die Clients müssen MU-MIMO beherrschen und zwar alle. Erst dann steigt der Datendurchsatz pro Einzelverbindung um ca. 50 Prozent. Das ist schon einiges, zuviel dürft ihr allerdings nicht erwarten. Denn auch ein gutes Signal ist Voraussetzung, also am besten kurze Wege wählen und keine Wände dazwischen, die abschirmen. Ihr stellt also den MU-MIMO-Router nach Möglichkeit in die Mitte der Wohnung, verbindet alle MU-MIMO-Geräte per WLAN ac mit dem 5-GHz-Band und alle anderen Geräte mit dem 2,4-GHz-Band.

WLAN-Router, die bereits MU-MIMO beherrschen, sind beispielsweise die AVM FRITZ!Box 7580, der Telekom Speedport Smart oder der Asus RT-AC5300 mit acht Antennen. Erste Notebooks von Acers Aspire-E-Serie beherrschen ebenfalls schon MU-MIMO wie auch MSI-Geräte der Killer-1535-Serie. Desktoprechner lassen sich recht einfach per Fritz!WLAN Stick AC 430 MU-MIMO aufrüsten. Eines der ersten Smartphones mit MU-MIMO war das Samsung Galaxy S7. Doch selbstverständlich beherrscht auch das Samsung Galaxy S8 den neuen Funkstandard. Bei Apple wird es wohl erst mit dem nächsten iPhone soweit sein.

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