Wärmepumpe einbauen: Diese Arbeiten fallen an

Im Garten und im Heizungskeller – diverse Baumaßnahmen fallen beim Einbau einer Wärmepumpe an. Eventuell auch der Austausch von Heizkörpern.

Wärmepumpe einbauen: Diese Arbeiten fallen an

Stecker in die Steckdose, Schalter umlegen, fertig – so einfach funktioniert das leider nicht. Denn der Einbau einer Wärmepumpe muss von einem Fachbetrieb übernommen werden.

Voraussetzung für den Einbau ist eine sorgfältige Planung. Welche Art Wärmepumpe die richtige für dein Haus ist und wie hoch die Kosten für den Einbau sein werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Hier folgt ein Überblick über die verschiedenen Baumaßnahmen, die anfallen (können).

Inhalt:

Gartenarbeiten

Irgendwo muss die Energie herkommen: aus der Erde, dem Wasser oder der Luft. Das passiert letztlich draußen in deinem Garten. Von der Art der Wärmepumpe hängt also ab, welche Arbeiten auf deinem Grundstück vorgenommen werden müssen.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Für eine Wärmepumpe, die das Grundwasser anzapft, müssen zwei Brunnen gebohrt werden (Bild: Bundesverband Wärmepumpe)

Für eine Wasser-Wärmepumpe musst du zwei Brunnen bohren lassen, für eine Wärmepumpe mit Erdsonden musst du ebenfalls tief ins Erdreich. Dafür müssen erstens die geologischen Voraussetzungen gegeben sein. Zweitens müssen die erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Drittens muss die Bohrstelle für die Bohrgeräte zugänglich sein.

Bei einer Wärmepumpe mit Erdkollektoren geht es nicht in die Tiefe, sondern in die Breite. Die Kollektoren werden in wenigen Metern Tiefe verlegt, aber großflächig. Sie brauchen ein doppelt so großes Areal wie die Wohnfläche, die du beheizen möchtest. Dieser Bereich darf anschließend nicht versiegelt werden und nur bepflanzt, wenn die Wurzeln nicht so weit in die Tiefe gehen und die Kollektoren beschädigen können.

Erdkollektoren einer Erdreich-Waermepumpe
Beim Einbau einer Erdreich-Wärmepumpe werden Kollektoren auf einer ziemlich großen Fläche verlegt (Bild: Bundesverband Wärmepumpe)

Eine Luft-Wärmepumpe benötigt den wenigsten Platz im Garten, nur eine Stellfläche von 2–3 qm. Der Aufwand für die Arbeiten ist gering. Sie sollte weder unter deinem Schlafzimmerfenster stehen noch unter dem des Nachbarn, denn das Ansaugen der Luft erzeugt immer ein Geräusch. Neuere Geräte arbeiten schon wesentlich leiser. Zudem gibt es Luft-Wärmepumpen mit längeren Leitungen, die etwas weiter vom Haus entfernt aufgestellt werden können.

Letztlich hängt es also von der Beschaffenheit deines Grundstücks ab, welche Wärmepumpe die richtige ist:

  • Kannst du tief bohren? Hast du die Genehmigungen dafür?
  • Hast du ausreichend Platz, um die Kollektoren einer Erd-Wärmepumpe zu verlegen?
  • Hast du einen Stellplatz für eine Luft-Wärmepumpe?

Arbeiten im Heizungskeller

Ob die Wärme nun dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Luft entnommen wird, im Heizungskeller muss ein Wärmetauscher diese auf die Heizanlage übertragen. Auch dafür sind Umbauten erforderlich. Zuerst einmal muss aber der alte Brenner ausgebaut werden.

Wie eine Wärmepumpe funktioniert, haben wir in einem weiteren Beitrag beschrieben.

Bei Wärmepumpen, die die Wärme aus der Erde oder dem Grundwasser holen, benötigen nur eine Anlage im Keller: einen Monoblock. Der dafür notwendige Platz muss schlichtweg vorhanden sein.

Eine Erd-Wärmepumpe für eine Mehrfamilienhaus nimmt schon etwas Platz im Heizungskeller ein (Bild: Stiebel Eltron)

Bei einer Luft-Wärmepumpe gibt es zwei Ausführungen. Seltener sind Monoblock-Wärmepumpen, die nur draußen stehen, aber nicht ganz so effektiv arbeiten. Meistens jedoch handelt es sich um Split-Wärmepumpen mit einem Teil im Haus und einem zweiten außerhalb. In diesem Fall braucht die Anlage im Keller weniger Platz. Oder im Hauswirtschaftsraum, in dem auch die Heizanlage untergebracht ist, wenn das Haus keinen Keller hat.

Außenwand durchbohren

Wenn die Wärme von draußen geholt wird, um drinnen an die Heizanlage übergeben zu werden, dann muss die Wärme auch durch die Wand.

Bei einem Neubau ist das kein Problem. Dann können die Leitungen sogar durch die Bodenplatte von unten ins Haus geführt werden. Bei einem bestehenden Haus jedoch muss die Außenwand durchbohrt werden, um die Leitungen verlegen zu können.

Wo dies am besten passiert und welcher Aufwand dafür nötig ist, hängt wieder von den Gegebenheiten vor Ort ab.

Die am häufigsten verbauten Geräte sind Luft-Wärmepumpen im Splitblock-Format. Dort zirkuliert ein Kältemittel zwischen drinnen und draußen. Die Anforderungen an diese Leitungen sind etwas höher als bei Monosplit-Geräten, die lediglich Wasser durch die Hauswand schicken – letztlich aber auch kein Problem.

Haus dämmen

Die Wärmepumpe ersetzt den alten Heizbrenner – damit ist doch alles erledigt, oder? Warum noch mehr umbauen?

Eine Wärmepumpe erzeugt jedoch in der Regel eine geringere Vorlauftemperatur als andere Heizungen. Das ist die Temperatur des Wassers, das durch die Heizkörper fließt. Um eine Raumtemperatur konstant zu halten, dürfen die Räume daher nicht viel Wärme verlieren.

Dämmung eines Hausdachs
Damit ein Haus nicht zu viel Wärme verliert, sollten Wände und Dach gut gedämmt sein (Bild: Peggy/Pixabay)

Der beste Weg dafür ist eine gute Dämmung. Die größten Kältebrücken im Raum sind die Fenster. Ein Austausch hat schon einen großen Effekt darauf, die Wärme im Raum zu halten. Die Dämmung der Außenwand wäre die nächste Maßnahme.

Aus rein ökologischen Gründen betrachtet wäre die Dämmung des Hauses sogar der erste Schritt, der Einbau einer Wärmepumpe erst der zweite.

Heizkörper austauschen

Ein weiteres Mittel gegen den Wärmeverlust in den Räumen ist die Vergrößerung der Heizflächen. Wenn das Wasser in den Heizkörpern nicht mehr ganz so heiß ist, braucht es eine größere Berührungsfläche mit der Luft, um die gleiche Menge Energie an diese abgeben zu können.

Fußbodenheizung
Eine Fußbodenheizung gibt über eine große Fläche Wärme ab (Bild: Viega)

Der beste Weg dafür ist meist der Einbau einer Fußbodenheizung. Diese arbeitet auch mit einer geringeren Vorlauftemperatur sehr gut. Manchmal reicht auch schon der Austausch der Heizkörper. Letztlich muss dies eine Fachperson vor Ort beurteilen.

Dieses Problem besteht allerdings nur in schlecht gedämmten Häusern, also in vielen Altbauten. In energieeffizienten Neubauten oder wo generell eine gute Dämmung vorherrscht, kann es sogar umgekehrt sein, dass weniger und kleinere Heizkörper reichen, weil kaum noch Wärme verloren geht.

Fotovoltaik installieren

Eine Wärmepumpe verbraucht Strom. Doch der ist gerade teuer. Daher liegt es nahe, diesen selbst zu produzieren und zusätzlich zur Wärmepumpe auch eine Fotovoltaikanlage auf das Dach setzen zu lassen. Notwendig ist dies aber nicht.

Fotovoltaik auf dem Hausdach
Eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach ist eine gute Ergänzung zur Wärmepumpe (Bild: IBS Solar)

Bei einem Neubau fördert der Staat nicht den Einbau einer Wärmepumpe als Einzelmaßnahme, sondern nur im Rahmen eines energieeffizienten Neubaus. In diesem Rahmen kann auch der Einbau einer Fotovoltaikanlage gefördert werden.

Handwerksbetrieb für Wärmepumpen finden

Es gar nicht so einfach, einen Betrieb zu finden, der dir eine Wärmepumpe einbaut. Die Wartezeiten sind lang, weil die Nachfrage hoch ist und Material sowie Fachpersonal knapp sind.

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland 150.000 Wärmepumpen verbaut, ab 2024 sollen es jährlich 500.000 Wärmepumpen sein. Im Jahr 2030 sollen dann insgesamt 4-6 Millionen Wärmepumpen nach Willen von Bundeswirtschaftsminister Habeck in Betrieb sein. Die Zahl der Aufträge steigt also noch weiter.

Einbau einer Wärmepumpe
Die größte Hürde beim Einbau einer Wärmepumpe ist es, einen Handwerksbetrieb zu finden (Bild: Vaillant)

Dieselben Handwerksbetriebe sollen nebenbei noch bestehende Gas- und Ölheizungen optimieren, um mit möglichst geringem Verbrauch durch den nächsten Winter zu kommen.

Also aufgepasst: Der Fachkräftemangel kann zu überzogenen Preisen, aber auch zu schlampiger Arbeit führen. Viele Betriebe raten deshalb zu Standardausführungen mit wenig Aufwand beim Einbau. Das kann auch durchaus ein weiser Ratschlag sein.

Wenn du Enttäuschungen vermeiden und später keine Regressforderungen stellen möchtest, wende dich am besten an einen größeren Fachbetrieb. Auch EURONICS bietet übrigens einen Einbauservice für Wärmepumen an. Die Kollegen erstellen auf Wunsch für dich ein Wärme-, Heizungs- und Klimakonzept – individuell für dein Haus.

Fazit: Hohe Hürden, doch schneller ist besser

Viele Gründe sprechen für den Einbau einer Wärmepumpe: geringe Energiekosten, Umweltfreundlichkeit, das Klima, kein Einsatz fossiler Brennstoffe, Förderung durch den Staat beim Einbau.

Allerdings übersteigt die Nachfrage gerade das Angebot. Mehr Leute wollen eine Wärmepumpe eingebaut haben, als die Fachbetriebe diese Aufträge abarbeiten können. Hinzu kommt noch, dass die Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe hoch sind und erst mit der Zeit wieder hereingeholt werden.

Welche Baumaßnahmen durchgeführt werden müssen und wie hoch die Kosten dadurch werden, hängt stark von den Bedingungen vor Ort ab:

  • Welche Wärmepumpenart kann überhaupt auf dem Grundstück installiert werden?
  • Welche Arbeiten müssen am Haus vorgenommen werden? Außenwanddurchbohrungen? Dämmmaßnahmen?
  • Müssen die Heizkörper in den Räumen ausgetauscht werden? Soll eine Fußbodenheizung verlegt werden?

Beitragsbild: Stiebel Eltron

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