Die 3 Wärmepumpen-Arten und die richtige für dein Haus

Tief bohren, Kollektoren im Garten verlegen oder die Wärme der Luft entziehen? Jede Wärmepumpenart hat Vor- und Nachteile.

Die 3 Wärmepumpen-Arten und die richtige für dein Haus

Die Wärmepumpe soll die Öl- oder Gasheizung ersetzen, doch es gibt verschiedene Arten Wärmepumpen. Welche ist die richtige für dein Haus?

Die Wärmepumpenarten unterscheiden sich darin, woher sie die Wärme beziehen:

Entscheidend ist also letztlich, welche Möglichkeiten dein Grundstück und dein Haus bieten.

Sole-Wasser-Wärmepumpen

Eine effiziente Form der Wärmepumpe ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe, auch Erdwärmepumpe genannt. Sie holt die Wärme aus dem Erdboden.

Bereits einen Meter unter der Erdoberfläche sinkt die Bodentemperatur in Deutschland nicht unter null Grad, auch nicht im Winter. In drei Metern Tiefe herrschen dauerhaft über fünf Grad, in zehn Metern schon zehn Grad und in hundert Metern Tiefe sogar zwölf Grad.

Zwei Arten Erdwärmepumpen gibt es:

  • Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Tiefenbohrung
  • Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdkollektoren
Erdkollektoren werden unter die Erde verlegt, aber nicht allzu tief (Bild: Bundesverband Wärmepumpe)

Normalerweise verlegt der Installateur in einer Tiefe von 0,5 bis 4 Metern Rohrschlangen über eine größere Fläche. Diese werden auch Erdkollektoren oder Erdregister genannt. Es handelt sich also um ein horizontales Rohrsystem.

Wenn es baulich möglich ist, kann die Wärmepumpe die hohen Temperaturen tiefer Erdschichten nutzen. Die Bohrungen für ein vertikales Rohrsystem sind meist 10–100 Meter tief, in Einzelfällen auch bis zu 350 Meter. Die Bohrung für die Verlegung der Erdsonden ist genehmigungspflichtig.

Wärmepumpen mit Erdsonden sind genehmigungspflichtig (Bild: Bundesverband Wärmepumpe)

Durch die Kollektoren fließt dann nicht das Kältemittel, sondern die namensgebende Sole, die einen besseren Schutz vor Frost bietet. Erst in der Wärmepumpe wird die Energie auf das Kältemittel übertragen.

Bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe handelt es sich um ein Mono-Block-Modell, das im Heizungskeller installiert wird, aber einen Zugang nach draußen benötigt.

Luft-Wasser-Wärmepumpen

Luft-Wasser-Wärmepumpen werden in Deutschland am häufigsten installiert. Sie entnehmen der Luft Energie und arbeiten deshalb weniger effizient als Sole-Wasser-Wärmepumpen, da die Temperaturen im Erdreich höher sind als in der Luft – zumindest in der Heizsaison.

Luft-Wasser-Wärmepumpe im Split-Block-Design: Ein Kasten außen, einer innen (Bild: Bundesverband Wärmepumpe)

Viele Luft-Wasser-Wärmepumpen verfügen über einen elektrischen Heizstab, damit die Wärmepumpe weiterarbeiten kann, wenn es friert. Neue Modelle arbeiten auch bei minus 20 Grad, sogar ohne Heizstab. Ansonsten lassen sie sich nahezu überall aufstellen.

Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es in verschiedenen Bauarten. Üblich sind Split-Block-Wärmepumpen, bei denen sich ein Teil außen im Garten befindet, der andere Teil im Heizungskeller. Daneben gibt es aber auch Mono-Block-Modelle, die größer sind und entweder draußen oder drinnen stehen.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe bezieht ihre Energie aus dem Grundwasser, wo meist eine konstante Temperatur von 8–12 Grad herrscht. Dafür muss allerdings tief gebohrt werden.

Auch hier wird nicht das Kältemittel in die Tiefe gepumpt. Stattdessen werden zwei Bohrungen vorgenommen. Über den Saugbrunnen wird das Grundwasser nach oben gepumpt, Energie entnommen und über den Sickerbrunnen oder Schluckbrunnen wieder ins Grundwasser zurückgeführt.

Für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe müssen zwei Brunnen gebohrt werden (Bild: Bundesverband Wärmepumpe)

Die dafür notwendigen Bohrungen sind nicht überall möglich und auch nicht überall erlaubt. Es besteht die Gefahr, dass das Grundwasser mit der Zeit sinkt oder kälter wird und die Wärmepumpe dann keine Energie mehr oder merklich weniger liefert.

Alternativ zum Grundwasser können auch stehende oder fließende Oberflächengewässer genutzt werden – also ein See oder ein Fluss. Diese sollten aber auch im Winter eine Temperatur von nicht weit unter 10 Grad haben.

Bei der Wasser-Wasser-Wärmepumpe handelt es sich ebenfalls um ein Mono-Block-Modell, das im Heizungskeller installiert wird, aber einen Zugang nach draußen benötigt.

Luft-Luft-Wärmepumpen und andere

Neben den drei häufigsten Bauformen an Wärmepumpen gibt es noch weitere – zum Beispiel die Luft-Luft-Wärmepumpe. Diese überträgt die Wärme nicht auf das Wasser, das durch Rohre und Heizkörper fließt. Diese Wärmepumpe ist für Häuser gedacht, die über ein Lüftungssystem geheizt werden. Sie kann in bestehenden Objekten also nicht eine Gas- oder Ölheizung ersetzen.

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe eignet sich vor allem Neubauten (Bild: Bundesverband Wärmepumpe)

Wenn die Energieausbeute einer (Luft-Wasser-)Wärmepumpe nicht ausreicht, um ein Haus zu heizen und mit Warmwasser zu versorgen, kann die Wärmepumpe auch nur einen Teil dieser Aufgaben erledigen.

So gibt es Hybrid-Systeme, bei denen ein Gasbrenner die Wärmepumpe ergänzt. Daneben gibt es auch Wärmepumpen, die ausschließlich für die Heißwasseraufbereitung zuständig sind.

Moderne Wärmepumpen sind aber durchaus in der Lage, allein für warme Räume und heißes Wasser zu sorgen – unter Umständen erst nach baulichen Maßnahmen oder mit erhöhtem Energieaufwand.

Fazit: Auf das Grundstück kommt es an

Welche Art Wärmepumpe die richtige für dein Haus ist, hängt im Grunde von diesen Fragen ab:

Kannst du tief in die Erde bohren und dort vorhandene Wärmequellen anzapfen? Dann ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Tiefenbohrung oder eine Wasser-Wasser-Wärmepumpen die richtige Lösung für dich.

Kannst du ersatzweise Erdkollektoren im Garten verlegen? Dann ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdkollektoren die richtige Lösung für dich.

Falls du beide vorherigen Fragen mit nein beantworten musstest: Kannst du auf deinem Grundstück eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Mono-Split-Ausführung aufstellen? Als Alternative bliebe dann nur noch ein Mono-Block-Modell.

Einige Euronics-Märkte bieten die Installation und Wartung von Wärmepumpen als Service an. Vor Ort können die Kolleg:innen am besten beurteilen, welche Art Wärmepumpe für dein Haus die beste Lösung ist.

Beitragsbild: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

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