Förderungen beim Einbau einer Wärmepumpe

Neubau oder Altbau. Sanierung oder nur der Einbau einer Wärmepumpe. In jedem Fall gibt’s vom Staat Geld. Aber in unterschiedlicher Höhe.

Förderungen beim Einbau einer Wärmepumpe

Die Kosten beim Einbau einer Wärmepumpe sind hoch – 20.000 bis 35.000 Euro. Noch ohne Extras gerechnet, und davon gibt es dann meist doch einige.

Um den Klimawandel zu verlangsamen und die Abhängigkeit von Gaslieferungen zu verringern, subventioniert der Staat den Einbau von Wärmepumpen. Von den eben genannten Beträgen geht also wieder etwas runter.

Den anteilig größten Zuschuss erhältst du, wenn du in einem bestehenden Haus eine Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt. Neubauten müssen ohnehin energieeffizient gebaut werden, um eine Förderung zu erhalten. Die Wärmepumpe wird dann als Teil des Gesamtpakets mitsubventioniert.

Inhalt:

BAFA: Zuschuss für den Einbau

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Einbau einer Wärmepumpe in ein bestehendes Haus – eine sogenannte Einzelmaßnahme. Das Programm nennt sich Bundesförderung für effiziente Gebäude (BAFA BEG EM). Das Geld gibt es als Zuschuss.

Wärmepumpe vor Haus
Für die am häufigsten verbaute Luft-Wasser-Wärmepumpe gibt es die geringsten Zuschüsse (Bild: Bundesverband Wärmepumpe)

Und so läuft es ab: Du stellst den Antrag, wartest die Zusage des BAFA ab, lässt dann erst die Wärmepumpe einbauen und beantragst anschließend die Auszahlung des Zuschusses. Vorneweg kannst du dich unabhängig beraten lassen – bezüglich der Baumaßnahme, aber auch bei der Antragstellung.

Voraussetzung für die Förderung ist, dass du eine Öl-, Gas- Kohle- oder Nachtspeicherheizung ersetzt. Das BAFA-Programm fördert neben dem Einbau von Wärmepumpen auch noch Solarkollektoranlagen, Biomasseheizungen und Fernwärmeanschlüsse.

Höhe der BAFA-Förderung

Der Staat übernimmt einen Anteil der Kosten für den Einbau der Wärmepumpe. Der Zuschuss beträgt 25 Prozent der Kosten. Zwei Bedingungen können ihn aber noch erhöhen.

Weitere 5 Prozent gibt es als Zuschuss, wenn als Wärmequelle Grundwasser, Abwasser oder das Erdreich erschlossen wird. Dieser Bonus soll den Einsatz von besonders effizient arbeitenden Wärmepumpen fördern. Wenn du die einzige eben nicht genannte Wärmepumpen-Art einbaust, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, musst du auf diesen Bonus verzichten.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Extra gefördert werden Wärmepumpen, die besonders effizient arbeiten, weil sie die Wärme aus der Tiefe holen (Bild: Bundesverband Wärmepumpe)

Weitere 10 Prozent gibt es als Zuschuss, wenn die neue Wärmepumpe eine mindestens 20 Jahre alte Gaszentralheizung ersetzt. Bei einer defekten Gaszentralheizung sowie bei einer Gasetagen-, Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizungsanlage spielt das Alter keine Rolle, dann gibt es den Bonus trotzdem.

Beide Boni kannst du einzeln in Anspruch nehmen, aber auch kombinieren. Im besten Fall übernimmt der Staat dann 40 Prozent der Kosten.

Allerdings gibt es eine Höchstgrenze: Berücksichtigt werden nur Kosten bis maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit. Der maximale Zuschuss beträgt also 24.000 Euro. Zusätzlich übernimmt der Staat bis zu 50 Prozent der Kosten für Fachplanung und Baubegleitung.

KfW: Zuschuss zur Tilgung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert nicht den Einbau einer einzelnen Wärmepumpe, sondern einen Neubau oder die Sanierung eines Altbaus nach energieeffizienten Kriterien. In diesem Rahmen wird dann auch die Wärmepumpe gefördert.

Die Förderung erfolgt nicht in Form eines Zuschusses zu Kauf und Einbau, sondern als Zuschuss zur Tilgung eines Kredits. Du kommst in den Genuss der KfW-Förderung also nur, wenn du für die Baumaßnahme einen Kredit bei der KfW aufnimmst.

Dämmung eines Hausdachs
Um einen KfW-Kredit zu erhalten, der die Wärmepumpe mitfinanziert, müssen noch weitere Maßnahmen am Haus durchgeführt werden, z.B. die Dämmung des Dachs (Bild: Peggy/Pixabay)

Wenn du deinen Neubau mit einer Wärmepumpe ausstatten möchtest, kannst du nur noch einen KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss beantragen (KfW 261). Andere KfW-Programme sind mittlerweile ausgelaufen.

Um den Zuschuss zu erhalten, musst du den Standard „Effizienzhaus 40 mit Nachhaltigkeits-Klasse / QNG-Siegel“ (EH-40-NH/QNG) einhalten. Der Kredit kann bis zu 120.000 Euro betragen mit einem Tilgungszuschuss von 5 Prozent. Das wären dann maximal 6.000 Euro.

Wenn du dein bestehendes Haus mit einer Wärmepumpe ausstatten möchtest, kannst du einen KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss nur beantragen, wenn du eine Komplettsanierung vornimmst.

Dabei gibt es unterschiedliche Effizienzhaus-Standards. Die Höhe der Förderung hängt davon ab, wie energieeffizient du dein Haus umbaust. Der Kredit kann bis zu 150.000 Euro betragen mit einem Tilgungszuschuss von 25 Prozent. Das wären dann maximal 37.500 Euro.

Fazit: Vorher durchrechnen

Wärmepumpen sind teuer, doch es gibt auch Geld vom Staat – sogar in allen Fällen: Beim Neubau, bei der Altbausanierung und wenn nur eine alte Heizanlage durch eine neue Wärmepumpe ausgetauscht werden soll.

Die Höhe der Förderung ist unterschiedlich und hängt stark von den Bedingungen vor Ort ab. Doch es lohnt sich die Alternativen durchzurechnen, denn die Förderung kann unterschiedlich hoch ausfallen.

Es lohnt sich also unter Umständen, das Bauvorhaben so zu planen, dass es mehr gibt. Die Umwelt profitiert immer, denn eine Wärmepumpe ist hinterher auf jeden Fall eingebaut.

Die Informationen zu den einzelnen Fördermöglichkeiten haben wir im Sommer 2022 nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Selbstverständlich gelten die Bedingungen der einzelnen Förderprogramme.

Beratung diesbezüglich findest du auch bei einem Fachbetrieb oder einer Energieberatung. EURONICS bietet ebenfalls einen Installationsservice für Wärmepumpen an.

Beitragsbild: Viessmann

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