Smarte Gartenbeleuchtung planen: So bringt ihr Licht ins Dunkel

Eine smarte Gartenbeleuchtung könnt ihr automatisieren, mit eurer Stimme oder dem Smartphone kontrollieren.

Smarte Gartenbeleuchtung planen: So bringt ihr Licht ins Dunkel

Klar, es kann einfach sein: Ein paar Outdoor-geeignete Lampen im Baumarkt kaufen und sie im eigenen Garten nach eigenen Vorstellungen platzieren. Doch ein paar Aspekte solltet ihr beim Einrichten einer smarten Gartenbeleuchtung beachten, wenn ihr möglichst lange eure Freude daran haben und auch die Tiere auf der Wiese und im Gebüsch schützen wollt.

Inhaltsverzeichnis

Licht im Garten ist schön - smarte Gartenbeleuchtung kann ein echter Mehrwert sein. (Foto: Signify)
Licht im Garten ist schön – smarte Gartenbeleuchtung kann ein echter Mehrwert sein. (Foto: Signify)

Welche smarte Gartenbeleuchtung brauche ich?

Sollen es „nur“ ein, zwei Lampen sein, die ihr via Smartphone bedient oder gar ein ganzes Farbenmeer, in das ihr euren Garten tauchen wollt? Sprachsteuerung wäre praktisch? Und ihr möchtet gerne nachträglich weitere Lampen oder gar Sensoren hinzufügen können?

Muss es Sprachsteuerung sein? Dann dürfte es mit großer Wahrscheinlichkeit auf anspruchsvollere Systeme hinauslaufen, zum Beispiel basierend auf ZigBee. (Foto: Signify)
Muss es Sprachsteuerung sein? Dann dürfte es mit großer Wahrscheinlichkeit auf anspruchsvollere Systeme hinauslaufen, zum Beispiel basierend auf ZigBee. (Foto: Signify)

Macht euch vor dem Kauf ausführlich Gedanken darüber, wo ihr „Licht ins Dunkel“ bringen wollt. Hilfreich sind auch Skizzen und Notizen. Unter Umständen genügt für euch vielleicht sogar nur eine Lampe zum Einschrauben in eine vorhandene Fassung im Außenbereich, zu der es eine Fernbedienung gibt. Doch das ist nicht smart und lässt euch kaum bis keinen Spielraum für intelligente „Lichtspielereien“.

An anderer Stelle bei uns könnt ihr nachlesen, was es so für smarte Lampen im Garten gibt und welche für euch am besten geeignet sein könnten. Dort stelle ich euch die wichtigsten Lampentypen und bekanntesten Lösungen vor.

ZigBee, WiFi oder was anderes? Den geeigneten Standard auswählen

Mein persönlicher Tipp: Entscheidet euch für etablierte Funkstandards, mit denen ihr die volle Flexibilität für die Gegenwart und Zukunft erhaltet. An erster Stelle sei ZigBee genannt, das zum Beispiel bei Philips Hue, aber auch bei vielen anderen Smart-Home-Lichtsystemen zum Einsatz kommt.

Alternativ sind auch WiFi- oder Bluetooth-Konzepte denkbar, bei denen ihr über WLAN/Bluetooth mit den Leuchten kommuniziert. Dann seid ihr meist auf die Angebote und Apps eines Herstellers angewiesen. Für ZigBee dagegen gibt’s von vielen Produzenten Lösungen, die ihr miteinander kombinieren könnt.

Einige Systeme sind sehr flexibel. Hersteller Ledvance setzt unter anderem bei smarter Gartenbeleuchtung auf WiFi, Signify bei Philips Hue auf ZigBee. (Foto: Ledvance)
Einige Systeme sind sehr flexibel. Hersteller Ledvance setzt unter anderem bei smarter Gartenbeleuchtung auf WiFi, Signify bei Philips Hue auf ZigBee. (Foto: Ledvance)

Seid ihr sicher, dass ihr eigentlich nur eine Outdoor-Lichterkette, zwei Spots oder gar eine einzelne Lampe für den Terrassentisch benötigt, genügen für eure Vorstellungen wahrscheinlich Angebote, die genau diese Zwecke erfüllen. Zukunftssicher wiederum sind ZigBee und einige WiFi-Lösungen größerer Hersteller, die euch ein späteres Nachrüsten und Vergrößern des Lichtsystems, auf Wunsch in die Innenräume eures Hauses, erlauben. Hier, und das ist nun einmal Tatsache, ist ZigBee schlicht die beste Option.

Achtet auf die Stromversorgung

Im Bereich der smarten Gartenbeleuchtungen gibt es zwei Arten: Reguläre Lampen mit Standardnetzspannung, also zum Anschluss an das Stromnetz. Alternativ betreibt ihr entsprechende Leuchten mit Niederspannung. Die sogenannte Niedervolt-Lösungen sind für Außenbereiche ausgelegt und bieten eine maximal flexible Gestaltung. Manche Produkte wie Philips Hue lassen sich auch kombinieren – also reguläre Lampen und Niedervolt-Produkte.

Der Vorteil von Niedervolt: Ihr könnt (mitgelieferte) Kabel direkt auf den Rasen legen, über Adapter mehrere Lampen zusammenschalten und diese über nur eine Steckdose mit Energie versorgen. Es genügt, die Kabel optional leicht zu bedecken, Leerrohre braucht ihr also nicht zwangsläufig.

Und keine Sorge: Auch nachträglich erweitert ihr zum Beispiel die Kabellänge vieler Lampen (mit Niedervolt). Beim Hersteller Innr zum Beispiel seid ihr in der Lage, bei den Outdoor Smart Spots weitere Lampen hinzuzufügen und die Abstände zwischen diesen durch Kabel-Erweiterungen zu erhöhen. Bei anderen Herstellern ist das ähnlich, denn: Auch Laien sollen ihren Garten ohne viel Aufwand smart machen können.

Hinweis: Bisher nicht typisch für smarte Gartenbeleuchtung sind Lampen mit Solar oder einem integrierten Akku.

Zubehör für eure smarte Gartenbeleuchtung

Viele Standalone-Lösungen wie einzelne Lampen oder LED-Lichtstreifen lassen sich nicht erweitern, andere dagegen – allen voran Systeme basierend auf ZigBee – schon. Wünscht ihr euch Fernbedienungen, eine Sprachsteuerung via Alexa, Google Assistant oder Siri, schaut vor dem Kauf, was für die jeweilige Gartenbeleuchtung an Zubehör erhältlich ist.

Für ZigBee-Lichtsysteme braucht es eine Bridge. Die Aufgabe können auch manche Smart-Home-Geräte wie ein Amazon Echo ( Show) übernehmen. (Foto: Signify)
Für ZigBee-Lichtsysteme braucht es eine Bridge wie hier von Philips Hue. Die Aufgabe können auch manche Smart-Home-Geräte wie ein Amazon Echo ( Show) übernehmen. (Foto: Signify)

Zubehör ist auch das Stichwort, um das ihr ggf. nicht herum kommt: Manche Produkte verlangen eine Bridge oder ein ähnlich geartetes Gerät, das die smarte Gartenbeleuchtung mit dem Internet zusammenbringt und eine Verwendung mittels Smartphone oder Sprache erst erlaubt. Solche Bridges könnt ihr in der Regel auch weiter entfernt platzieren, zum Beispiel in der Gartenlaube oder im Wohnzimmer.

Tipp: Mit geringem Aufwand lässt sich die Reichweite der Lampen eurer Gartenbeleuchtung mit ZigBee erhöhen.

(Smarte) Gartenbeleuchtung und die richtigen Schutzklassen

Ein Kurzschluss und defekte Lampen, wenn’s draußen regnet? Das klingt nicht gerade nach einer reizvollen Vorstellung. Und aus diesem Grund müsst ihr darauf achten, dass eure smarte Gartenbeleuchtung vor Wasser und ggf. Staub geschützt ist.

Ratsam ist daher:

  • IP67-Zertifizierung für Lampen, die im Boden eingelassen sind (z.B. Spots am Gehweg)
  • IP68-Zertifizierung für Lampen, die unter Wasser (z.B. Gartenteich) installiert sind
  • IP44-Zertifizierung für Wandleuchten an Gebäuden und alle anderen Lampen, bei denen Schutz vor Spritzwasser aus allen Richtungen nötig sind.

Bestmöglicher Schutz ist empfehlenswert, was auch für alle elektrischen Bauteile, die Kabel und ggf. nötige Transformatoren gilt. Im besten Fall ist das Material UV-beständig und nicht korrosiv, was die Lebensdauer der Komponenten deutlich erhöht.

Solche Niedervolt-Kabel bieten bereits optimalen Schutz vor Wasser und Schmutz. (Foto: Signify)
Solche Niedervolt-Kabel bieten bereits optimalen Schutz vor Wasser und Schmutz. (Foto: Signify)

Weniger flexibel, aber professionell: Leerrohre verlegen

Intelligent geschaltete Leuchten benötigen häufig eine reguläre Stromversorgung. Damit ihr keinen Kabelsalat im Garten verteilt, kann das Verlegen von Leerrohren sinnvoll sein. Das setzt voraus, dass ihr im Vorfeld bereits geplant habt, was an welche Stelle kommt. Es ist praktisch, sofern möglich, lieber ein Kabel mehr zu verlegen, als später einen weiteren Graben ausheben zu müssen.

Meist befinden sich solche Rohre bzw. Erdkabel zwischen 60 und 80 Zentimetern unter der Erde. Prüft auch, ob das für euch wirklich an jeder Stelle nötig ist. So oder so sinkt zwar etwas die Flexibilität, zum Beispiel wenn ihr nachträglich eine Lampe hinzufügen wollt, doch ist der Gesamteindruck ein sehr viel professionellerer und „sauberer“.

Bedenkt, dass ihr Leerrohre nur senkrecht und waagerecht verlegen solltet. Zwingend erforderlich sind Varianten mit NYY-Kennzeichnung. Wenn es zum Beispiel in der Nähe des Gartenteichs feucht wird, ist der Standard NYCWY eure erste Wahl. Mindestens eine IP44-Zertifizierung sollten die zu verlegenden Kabel, aber auch die Außensteckdosen besitzen.

Tipp: Merkt euch für später, wo ihr die Kabel verlegt habt. Sonst könnte ein Spatenstich an der falschen Stelle zu einem Defekt führen.

Wo platziere ich meine smarten Gartenlampen am besten?

Euer Garten ist so individuell wie ihr. Und ihr entscheidet natürlich, was ihr aus diesem macht. Es gibt allerdings ein paar hilfreiche Orientierungen für die Gestaltung und Platzierung der Lampen:

  • Weniger ist mehr: Beleuchtet vorzugsweise einzelne Pflanzen oder Objekte statt große Flächen.
  • Spots hinter Bäumen, Steinen oder kleinen Mauern erlauben eine attraktive, indirekte Beleuchtung.
  • LED-Lichtstreifen hinter Hecken oder niedrigen Mauern können überaus wirkungsvoll sein.
  • Licht, das von oben auf ein Objekt (Statue, Gartenzwerg, Stein…) strahlt, erzeugt am Abend eine gewisse Dramatik. Diesen stimmungsvollen Effekt könnt ihr ausnutzen.
  • Orte, an denen ihr euch im Garten auf häufigsten aufhaltet, benötigen die bestmögliche Beleuchtung. Andere Bereiche dagegen können auch komplett dunkel bleiben. So könnt ihr unnötige Lichtverschmutzung vermeiden.
  • Ideal für den Anfang: Wege mit indirekten Strahlern oder gar Einbaulampen für den Boden beleuchten. Die Installation am Rand des Weges ist meist relativ einfach.
  • Schön können einige kleine „Lichtinseln“ sein, die im Garten verteilt sind. Der Kontrast zwischen hellen und dunklen Segmenten erzeugt einen lebendigen Eindruck.
Gerade bei Gartenbeleuchtung gilt: weniger ist mehr. (Foto: Innr)
Gerade bei Gartenbeleuchtung gilt: weniger ist mehr. (Foto: Innr)

Es sei allerdings betont: Das sind nur einige von unzähligen Möglichkeiten. Es kann durchaus hilfreich sein, vor der eigentlichen Installation mit einer Taschenlampe oder tragbaren LED-Laterne auszuprobieren, wie das Bestrahlen von Orten aussehen könnte.

Muss ich meine Gartenbeleuchtung im Winter entfernen?

Bei korrekter Installation könnt ihr eure smarten Gartenlampen auch im Winter bedenkenlos betreiben. Vor allem dann, wenn sie über die entsprechenden Schutzstandards verfügen. Ratsam ist daher fast immer mindestens IP44. So bringt ihr in den kalten Wintermonaten Farbe in den Garten.

Sind Dämmerungssensoren vorhanden, schalten sich eure Lampen selbständig schon früher an und später aus. Im Zweifel solltet ihr überprüfen, ob ihr mit eurem womöglich zu hellem Licht im Außenbereich eure Nachbarn stört.

Smarte Gartenbeleuchtung von Profis machen lassen

Wenn ihr euch unsicher seid, euch nicht mit Standards, Erweiterungen und der Installation auseinandersetzen wollt, lasst Experten ran. Profis können, sofern nötig, auch weitere Steckdosen einbauen und die Konfiguration der smarten Elemente vornehmen.

Smarte Gartenbeleuchtung fällt in den meisten Fällen in den Bereich Smart Home. Geschulte und erfahrene Mitarbeiter von Euronics bieten euch hier auch einen Smart-Home-Service an.

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