Was ihr über Licht im Außenbereich wissen solltet

Einfach eine Lampe in den Boden stecken, Kabel auf den Rasen legen und fertig ist das Licht im Außenbereich? Es ist nicht ganz so leicht. Das solltet ihr beachten.

Was ihr über Licht im Außenbereich wissen solltet

Natürlich ist es möglich, geeignete Leuchtmittel ohne großen Aufwand und Expertenwissen im Garten oder auf der Terrasse zu installieren. Gerade smarte Gartenbeleuchtung ist mit ihren Möglichkeiten überaus reizvoll. Doch beim Thema Licht im Außenbereich solltet ihr einige Aspekte im Hinterkopf behalten.

Inhalt:

Licht im Außenbereich: Stört eure Nachbarn nicht!

Es ist gesetzlich geregelt, inwiefern eure Lampen im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse leuchten dürfen. Oder besser gesagt: Der § 906 (BGB) schafft die Rahmenbedingungen dafür, was ihr eurem Nachbarn zumuten dürft. So sind Licht-Blendungen auf dem Nachbargrundstück sozusagen tolerierbar, wenn das Leben anderer nicht beeinträchtigt wird und ortsüblich ist. Konkrete Anhaltspunkte und Details kann es allerdings nicht geben. Zu unterschiedlich sind die erhältlichen Lichtstrahler, Lichterketten, Hausaußenbeleuchtungen und dergleichen.

Licht im Außenbereich ist erst einmal nicht problematisch, wenn ihr die Nachbarn nicht stört. (Foto: Signify)
Licht im Außenbereich ist erst einmal nicht problematisch, wenn ihr die Nachbarn nicht stört. (Foto: Signify)

In der Vergangenheit gab es einige gerichtliche Beschlüsse. Jemand störte sich am Licht vom Haus gegenüber, ein anderer sollte nach Anbringen einer Lichterkette auf dem Balkon eine Kündigung seines Mietverhältnisses erhalten – solche Fälle lassen keine pauschalen gesetzlichen Regelungen zu, da sie doch sehr individuell zu betrachten sind.

Was heißt das für euch? Es ist entscheidend, dass ihr mit eurem Licht die Nachbarn nicht stört. Das gilt einerseits für Blendungen durch eure angebrachten Lampen, andererseits aber auch für Reflexionen. Zum Beispiel an Häuserwänden, Solarflächen und dergleichen. Häuser (des Nachbarn) direkt anleuchten sollten eure LEDs möglichst nie.

Wie hell dürfen meine Gartenlampen sein?

Wie findet ihr heraus, wie hell euer Licht im Außenbereich leuchten darf und sollte? Eine Orientierung, aber keinesfalls gesetzlich bindend, ist die Licht-Richtlinie eines jeden Bundeslandes. Diese „erlaubt eine Beurteilung der Wirkung von Lichtimmissionen auf Menschen durch Licht emittierende Anlagen aller Art“, heißt es bei Wikipedia.

Die Werte in der Licht-Richtlinie eures Bundeslandes solltet ihr nicht überschreiten, denn im Zweifelsfall könnte diese vor Gericht herangezogen werden. Zu einer „erheblichen Belästigung“ im Sinne des § 3 Abs. 1 des übergeordneten Bundes-Immissionsschutzgesetzes darf es jedenfalls nicht kommen.

Zur Veranschaulichung die Angaben aus der Licht-Richtlinie des Bundeslandes Sachsen:

Abhängig vom Gebiet und der Uhrzeit gestalten sich die Richtwerte. Hier zu sehen sind die Angaben für das Bundesland Sachsen. (Foto: Screenshot/Sachsen.de)

Angegeben sind hier die Lux-Werte (lx). Das entspricht der Licht-Helligkeit (Lumen) geteilt durch die zu beleuchtenden Quadratmeter und den Abstrahlwinkel der Lampe. Zum Vergleich: Eine Straßenlaterne kommt auf rund 10 lx, eine Kerze aus einem Meter Entfernung auf 1lx.

Beispiel: Eine 800 Lumen starke Leuchte strahlt in Richtung eines 100 Meter entfernten Nachbargrundstücks aus einem Winkel von 20 Grad. Das entspricht einem Lux-Wert (Luxmeter) von 0,84 – also völlig unbedenklich. Wichtig ebenfalls zu wissen, dass es hier stets um eine dauerhafte Beleuchtung geht. Eine Lampe, die sich durch Bewegungssensoren nur temporär aktiviert, muss nicht die angegebenen Werte einhalten. Ein Baustrahler, der ins Schlafzimmer des Nachbarn gerichtet ist, sollte es trotzdem nicht sein.

Die Lux-Werte könnt ihr zusätzlich beeinflussen bzw. senken, indem ihr euch für Richtung Boden zeigende Lampen oder eine indirekte Beleuchtung entscheidet.

Wie viel Watt bzw. Lumen sollten die Lampen im Außenbereich haben?

Spätestens seit dem Durchbruch von LED-Lampen redet man kaum noch von der Watt-Zahl, sondern von Lumen. Die „Umrechnung“ der Einheit des Lichtstroms (Lumen) in die Leistung (Watt) ist nicht so einfach möglich, aber es gibt Orientierungswerte: 400 Lumen sind mit 40 Watt einer klassischen, herkömmlichen Glühlampe vergleichbar, 800 Lumen mit 60 Watt und 2450 Lumen mit 150 Watt.

Die meisten Outdoor-geeigneten Leuchtmittel, egal ob Lichtstreifen, Spots oder Kugelleuchten, bewegen sich zwischen 400 und 600 Lumen, was auch empfehlenswerte Werte sind. Benötigt ihr ein Flutlicht für die Garagen-Einfahrt oder den Innenhof, seid ihr mit 1520 Lumen (mit einer 100 Watt-Lampe vergleichbar) und mehr gut beraten.

Hue Discover, das Flutlicht für den Außenbereich, hat zum Beispiel 2300 Lumen. (Foto: Signify)
Hue Discover, das Flutlicht für den Außenbereich, hat zum Beispiel 2300 Lumen. (Foto: Signify)

Denkt bei der Wahl der Lampen an die zulässige Lichtimmission am Einsatzort und an den Nachbarn, den ihr zum Beispiel am Abend nicht noch mit Flutlicht provozieren möchtet.

Welche Lichtfarbe sollte ich für den Außenbereich wählen?

Stadion-Atmosphäre bekommt ihr mit kaltem Licht – alles über 3000 Kelvin. Das mag in manchen Bereichen eures Hauses sinnvoll sein und potenzielle Einbrecher abschrecken. Doch gemütlich ist das nicht.

Ansprechend sowie angenehm fürs Auge und die Tierwelt sind warmweiße Farben unterhalb der 3000 Kelvin. Smarte Gartenbeleuchtung mit dem einem erweiterten Lichtspektrum oder gar 16 Millionen Lichtfarben (dank RGB-LEDs) erlaubt euch die für euch optimale Konfiguration.

Outdoor-Lightstrips produzieren auf Wunsch angenehme, warme Farben. (Foto: Signify)
Outdoor-Lightstrips produzieren auf Wunsch angenehme, warme Farben. (Foto: Signify)

Neben der Lichtfarbe solltet ihr auch prüfen, ob es nicht sinnvoll erscheint, das Licht zusätzlich zu dimmen. Das spart Energie, kann die Lebenserwartung der LEDs aufgrund geringerer Temperaturentwicklung erhöhen und ist ebenfalls ein Beitrag zum Senken der Lichtverschmutzung.

Lichtverschmutzung reduzieren

Gerade in städtischen Bereichen ist das Thema Lichtverschmutzung ein steigendes Problem. Zu viel Licht stört die Lebensräume der Insekten, Vögel und Kleinsttiere. Das hat negative Auswirkungen auf die Biodiversität, auf die gesamte Natur im Umfeld.
Aber ihr müsst deswegen nicht auf Licht im Garten verzichten – und hier kann smarte Gartenbeleuchtung gegenüber herkömmlicher sogar ein echter Gewinn sein. Was ihr tun könnt:

  • Lichtplanung: Plant, wie und wo euer Licht leuchten soll. Können eventuell Teile der Wiese auch dunkel bleiben? Überlegt genau, was nötig ist.
  • Bewegungsmelder und Dämmerungssensoren: Licht schaltet sich erst dann ein, wenn wirklich eine Bewegung – zum Beispiel durch euch – erfolgt. Manche Sensoren erlauben auch das Ein- und Ausschalten bei Erreichen einer vorgegebenen Helligkeit.
  • Lichtdauer begrenzen: Smarte Gartenbeleuchtung ermöglicht es problemlos, intelligentes Licht in der Nacht dauerhaft abzuschalten oder die Lichtintensität (deutlich) zu reduzieren.
  • Lichtfarbe: Eine Farbtemperatur zwischen 1800 und 3000 Kelvin, also warmweißes Licht, ist auch für Tiere angenehmer als kaltes Licht mit einem hohen Anteil an einem blauen Lichtspektrum.
  • Ausrichtung der Leuchten: Lampen am Wegesrand und Leuchten an Häusern sollten nach unten zeigen, um so den Lichtkegel und den „Strahleffekt“ zu reduzieren.

Wie kann ich die Helligkeit meiner Lampen testen?

Wie hell darf es nun auf meiner Terrasse oder im Garten sein? Praktische Tools zum Berechnen der Lux-Werte findet ihr im Netz, beispielsweise auf LEDs.de.

Nützlich sind ebenfalls spezialisierte Apps wie zum Beispiel Lux Light für Android und iOS. Die Anwendung nutzt den Licht-Sensor des Smartphones, um so die aktuelle Helligkeit einer Lampe wahrzunehmen und daraufhin auch den LUX-Wert in einem Raum zu berechnen. Sehr praktisch, vor allem für die Installation.

Die App Lux Light Meter ist praktisch. (Foto: Google Play Store)
Die App Lux Light Meter ist praktisch. (Foto: Google Play Store)

In eine ähnliche Richtung gehen die Apps Lumen und Lichtmeter. In jedem Fall ersetzen diese meist kostenlosen Anwendungen keineswegs ein professionelles Messgerät, sie können euch allerdings zur Einordnung sehr gut helfen.

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3 Kommentare zu “Was ihr über Licht im Außenbereich wissen solltet

  1. Einen schönen Gruss an die Umwelt. Noch ein überflüssiges Gimmick. Wann kommt die Rasenbeheizung für den Garten?

    1. Naja, es ist ja nicht so, als wäre Außenbeleuchtung in Gärten was total Neues. Das gibt es dann doch schon seit vielen Jahrzehnten. Smarte Gartenbeleuchtung zum Beispiel hat aber auch Vorzüge: Fokussiertes Licht, Beleuchtung nur zu bestimmten Zeiten, warmes Licht, was auch für die Tierwelt besser verträglich ist, energieeffizient etc.

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