Windows 10: Keine Zwangsdownloads mehr

Microsoft hat eine Unterlassungserklärung abgegeben, keine Installationsdateien mehr ungefragt auf einen Rechner zu laden, wenn ein neues Betriebssystem erscheint.

Um Windows 10 in den Markt zu drücken, hat Microsoft seinerzeit die Nutzer älterer Windows-Versionen ganz schön gegängelt. Das Update war kostenlos, was ja nicht schlecht ist. Dann erschienen aber ständig Hinweise auf dem Bildschirm, doch bitte rechtzeitig das Update durchzuführen. Die Leute waren genervt. Schließlich wurden sogar die Installationsdateien ohne Zustimmung auf den Computer geladen, und die waren bis zu sechs Gigabyte groß. Das ging eindeutig zu weit und griff in die Hoheit der Nutzer ein. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ging dagegen vor. Nach anderthalb Jahren hat Microsoft nun ein Unterlassungserklärung abgegeben. Beim Update auf Windows 11 muss sich Microsoft also etwas anderes einfallen lassen.

Cloud wichtiger als Betriebssystem

Der Rechtsstreit begann im Dezember 2015 mit einer Abmahnung durch die Verbraucherzentrale. Microsoft verweigerte die Unterschrift. Die Klage vor dem Landgericht München I wurde wegen angeblicher Zustellungsmängel abgewiesen. Das Oberlandesgericht München entschied schließlich anders. Zu einer Verhandlung vor dem Landgericht München I ließ es Microsoft nun nicht mehr kommen. Die Unterlassungserklärung wurde unterschrieben. Warum auch nicht? In den anderthalb Jahren wurde das Update auf Windows 10 mittlerweile auf den meisten Rechnern durchgeführt. Ziel erreicht. Ein Windows 11 wird es so schnell nicht geben. Das aktuelle Betriebssystem wird sich durch fortlaufende Aktualisierungen wie das Creators Update zwar verändern, zu einem Versionssprung soll es aber nicht mehr kommen.

Microsoft drängelte beim Windows Update (Bild: Screenshot)

Microsoft drängelte beim Windows Update (Bild: Screenshot)

Auf meinem Rechner läuft mittlerweile auch Windows 10. Eigentlich wollte ich zu Linux zurückkehren, doch ich habe mir nie die Zeit dafür genommen. Das Betriebssystem ist heutzutage auch nicht mehr so wichtig, weil sich fast alles im Browser abspielt. Und auch der ist bloß ein Zugang zu den wirklich wichtigen Plattformen, die in der Cloud liegen. Ein Beispiel: Wenn Netflix weiß, wo ich zuvor aufgehört habe zu schauen, Sky Ticket aber nicht, dann liegt das weder an Windows 10 noch am Chrome oder Firefox, sondern am Streamingdienst. Den verfluche ich dann auch – genauso wie ich Microsoft für seine nervende Update-Praxis verflucht habe.

Mein betagter Vater hat das Update auf seinem Rechner aus Versehen gestartet, weil er das Benachrichtigungsfenster wegklicken wollte, aber den falschen Link erwischt hat. Nicht wenigen wurde duch den vorzeitigen Download der Installationsdateien auch die Festplatte verstopft. In hochwertigen Laptops steckte seinerzeit oft eine SSD mit etwas über 100 Gigabyte. Einfache Netbooks mussten sogar nur mit 32 oder 64 GB großen Flashspeichern auskommen. Der daraus resultierende Imageschaden ist durch Microsoft nicht wieder gutzumachen. Wer einmal so mit seinen Kunden umgeht, wird dies auch wieder tun.

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