Cortana braucht Speicher. (Foto: Microsoft)

Mensch-Maschine-Missverständnis: Cortana, was ist der Sinn des Lebens?

Sie kann Wörter so gut betonen, dass es einem eiskalt den Rücken runterläuft. Aber den Sinn des Lebens kennt Microsofts Sprachassistentin Cortana nicht. Immerhin versucht sie, etwas witzig zu sein.

Microsoft spendierte Cortana ein paar Wortbetonungen, die die Assistentin menschlicher klingen lassen sollen. Sie kann eingeschnappt sein oder wütend. Und immer find ich es unheimlich. Ich merke, dass die Sprache nicht menschlich ist, obwohl sie sich „bemüht“. Und das fühlt sich noch ziemlich falsch an. Hier kommt das Uncanny-Valley-Phänomen zum Tragen, bei dem computergenerierte Figuren von unserem Gehirn als „fehlerhaft“ wahrgenommen werden. Aber auch akustische Ausdrucksformen von Maschinen. Wenigstens versuchen die Mitarbeiter bei Microsoft, der virtuellen Dame, welche den Namen der KI aus der Spielereihe „Halo“ erhielt, so etwas wie Emotionen zu spendieren. Zum Beispiel, wenn ihr sie beschimpft, reagiert sie entsprechend. Bei der Frage nach dem Sinn des Lebens probiert sie dagegen so etwas wie Humor und Floskeln.

Cortana und der Sinn des Lebens

Mit der Antwort „42“ hätte ich rechnen können. Nerds und Kenner finden die Anspielung an „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams sicherlich ganz amüsant, nur hätte ich mir hier etwas mehr Kreativität gewünscht. Bei einem zweiten Versuch kam dann das heraus…

Der Sinn des Lebens.

Der Sinn des Lebens.

Öhm. Ein Zitat von einem Hape-Kerkeling-Song und eine Anspielung auf „Wer wird Millionär“. Als ich Cortana dazu motivieren möchte, einfach den Publikumsjoker zu wählen, startet Bing und sucht nach „Publikumsjoker“. So entsteht nun wirklich keine gute Unterhaltung.

Sowieso ist Cortana nicht allzu kommunikationsfreudig. Ich frage, sie antwortet. Komplexere Gespräche will sie mit mir nicht fühlen. Stattdessen werden mir kleine Empfehlungen untergejubelt. Ein „Cortana, lach doch mal!“ offenbart dann wieder ein gruselige Stimme, die das Menschliche nachahmt. Lachen wie eine Hexe! Das ist in so vielerlei Hinsicht der Horror.

Lach doch mal!

Lach doch mal!

Etwas Smalltalk gefällig? Mit „Hey Cortana, lass uns plaudern“ startet ihr einen kurzen Plausch, den sie allerdings beginnt. So erhaltet ihr Tipps, was ihr noch fragen könntet. „Cortana, erzähle mir etwas Interessantes“, zum Beispiel.

Umso länger ich mich mit Cortana beschäftige, umso schauriger finde ich ihre Stimme. Und den Sinn des Lebens kann sie mir auch nicht erklären. Aber trotzdem ist Microsofts Lösung im Vergleich zu den Konkurrenten gar nicht mal so verkehrt. Und ich bin davon überzeugt, dass sehr viele Millionen Menschen mit Windows 10 noch nie ein „Hey Cortana“ zu ihrem Rechner gesagt haben. Wie sieht es bei euch aus?

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