Historischer Moment: Ubuntu-Linux im Microsoft Store verfügbar

Mal eben schnell Linux bei Microsoft herunterladen und auf einem Windows-Rechner laufen lassen? Jepp, geht jetzt für die wohl beliebteste Linux-Version Ubuntu. Ein historischer Moment ist das schon, ganz unerwartet kommt der aber nicht.

Es gab mal eine Zeit – lange bevor man sich über die Frage streitete, ob Android besser wäre als iOS oder umgekehrt. Da gab es noch ähnliche Grabenkämpfe unter den Anhängern von Desktop-Betriebssystemen. Windows oder Mac? Oder auch, für die eher technisch Bewanderten: Windows oder Linux? Das quelloffene, alternative Betriebssystem Linux soll einst das gewesen sein, was den Microsoft-Gründer Bill Gates auf dem Weg zum alleinbeherrschenden Windows-Markt nachts nicht ruhig schlafen ließ.

Microsofts „Liebe“ zu quelloffener Software begann schon vor Jahren

Unter Gates‘ Nachfolgern Steve Ballmer und zuletzt Satya Nadella erfolgte bei Microsoft schließlich ein Umdenken. Linux wurde nicht mehr verteufelt und bekämpft, sondern begrüßt. Es folgten gar Kooperationen und ein Austausch. Ich kann mich auch noch an einen Valentinstags-Comic vor ein paar Jahren erinnern, in dem Microsoft seine „Liebe“ zu quelloffener Software unterstreicht. Und so verwundert es eigentlich nicht mehr so sehr, dass man Ubuntu-Linux ab dem heutigen Tage im Microsoft-Store herunterladen kann.

Mehr noch: Man kann Ubuntu auf einem Windows-10-Rechner installieren und ausführen. Ein ganzes Betriebssystem also in einem anderen laufen lassen. Ubuntu läuft dann in einer Sandbox. Das ist zwar im Jahre 2017 auch längst keine Hexerei mehr. Möglich ist das bereits seit vielen, vielen Jahren über virtuelle Maschinen. Aber anders, neu und durchaus bemerkenswert ist, dass das Ganze jetzt offiziellen Charakter hat. Von Microsoft abgesegnet und sogar begrüßt.

Und wo ist das Problem?

Der Vollständigkeit halber erwähnen sollte man dabei zum einen, dass Ubuntu für Windows auf das Terminal und die Kommando-Zeile beschränkt ist. Eine grafische Benutzeroberfläche fehlt. Und, zum anderen, dass Ubuntu nicht die einzige Linux-Distribution bleiben soll, die auf diese Art und Weise unter Windows läuft. Als nächstes sollen Suse und Fedora kommen.

Aber trotzdem: Das hätte es unter einem Bill Gates in den 90ern auf dem Weg zur Windows-Alleinherrschaft nicht gegeben. Und jetzt, im Nachhinein, fragt man sich als Nutzer, ob man all diese Grabenkämpfe um „das richtige“ Betriebssystem nicht umsonst ausgefochten hat. Wenn es da doch viele Gemeinsamkeiten gibt und ein Miteinander statt Gegeneinander alle Seiten weiterbringt. Als nächstes kommt dann womöglich noch macOS in den Microsoft-Store und die Aufregung würde sich sogar dabei wahrscheinlich in Grenzen halten. Wird alles nicht mehr so heiß gegessen im Jahr 2017 – außer vielleicht der Kampf zwischen iOS und Android.

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Ein Kommentar zu “Historischer Moment: Ubuntu-Linux im Microsoft Store verfügbar
  1. Der Vollständigkeit halber erwähnen sollte man dabei zum einen, dass Ubuntu für Windows auf das Terminal und die Kommando-Zeile beschränkt ist. Eine grafische Benutzeroberfläche fehlt.

    Und genau da liegt das Problem. Was soll der durchschnittliche Windows-User mit einer Linux-Kommandozeile auf dem PC anfangen? Nichts. Der Windows-User soll doch auf keinen Fall mit einem anderen Betriebssystem liebäugeln. Für mich nur ein Lippenbekenntnis seitens MS. Aber zum Glück gibt’s ja Parallels Desktop & Co.

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