Eve V: Der erste von Endkunden entwickelte Computer ist ein Crowdfunding-Hit

Eve V: Der erste von Endkunden entwickelte Computer ist ein Crowdfunding-Hit

Er sieht aus wie ein Microsoft Surface Pro, ist allerdings sehr viel günstiger und wurde von ganz normalen Menschen entworfen. Eve V ist schon jetzt ein Erfolg und soll 2017 erscheinen.

Das finnische Startup Eve Tech veröffentlichte vor geraumer Zeit schon das Tablet Eve T1, das zumindest eigenen Aussagen zufolge ein Erfolg war. Hierzulande kennen vermutlich die wenigsten das Gerät. Das könnte sich beim Eve V ändern, denn das neue Produkt des jungen Unternehmens sorgt gerade für Aufsehen. Vor allem, weil der Computer auf dem Crowdfunding-Portal Indiegogo bald die 1 Million US-Dollar geknackt hat. Dabei wollten die Verantwortlichen nur einen Bruchteil einsammeln, um die Produktion beginnen zu können.

Hübsch. Der Surface-Konkurrent auch. (Foto: Eve Tech)
Hübsch. Der Surface-Konkurrent auch. (Foto: Eve Tech)

Gebaut von der Community

Was ist nun die größte Besonderheit von Eve V? Laut Eve Tech realisierten über 1000 Leute den Rechner, die gemeinsam über das Internet daran arbeiteten, den „besten PC“ zu erschaffen. In erster Linie waren es selbst potentielle Kunden und Menschen, die sich ein solche Maschine wünschten. Eine offene Online-Community wurde ins Leben gerufen, auf diese Weise entstand nach und nach das Konzept. Nur letztlich reden wir tatsächlich über ein Surface Pro 4, zumindest bezogen auf die Konstruktion.

So besteht Eve V aus einer Tablet-Einheit mit einem 12,3 Zoll großen Bildschirm und einer Rückseiten-Halterung zum Aufstellen. Gegenüber dem Surface Pro 4 wird die 7. Generation der Intel Core i7-Prozessoren verbaut (Surface Pro 4: 6. Generation), ebenso verfügt das Display über ein höheres Kontrastverhältnis und eine intensivere Helligkeit (1:1400 und 450 nits gegenüber 1:1300 und 430).

Skandinavisches Design. (Foto: Eve Tech)
Skandinavisches Design. (Foto: Eve Tech)

Ein starker Akku (48 Wh), vier Lautsprecher und sehr viele Anschlüsse (2x USB 3.1, 1x USB 3.1 Type-C, 1x Thunderbolt 3, 1×3,5mm Kopfhöreranschluss, 1x microSDXC-Slot) werden als weitere Stärken hervorgehoben. Die separate Tastatur lässt sich – auch wie beim Surface Pro 4 – einfach andocken. Selbstbewusst vergleicht Eve Tech seine Schöpfung ebenso mit dem MacBook 12, dem Dell XPS 13 oder dem Asus Transformer 3 Pro – man hat also die 2-in-1-Geräte und Netbooks der Konkurrenz im Visier und möchte einfach mehr bieten. Und das zu einem niedrigeren Preis.

Attraktiv. Also...öhm...das Tablet. (Foto: Eve Tech)
Attraktiv. Also…öhm…das Tablet. (Foto: Eve Tech)

Attraktiver Einstieg

Für maximal 1399 US-Dollar sollen Interessierte ein Eve V kaufen können. Für diesen Preis erhielt man das Komplettpaket mit Intel Core i7, 16GB RAM, 512GB SSD, Schreib- und Zeichenstift, Tastatur und weiterem Zubehör. Allerdings ist die Erstauslieferungsmenge bei Indiegogo bereits vergriffen, jetzt kann man sich ein Exemplar sichern bzw. vorab ordern. Vorgesehen sind auch sehr viel billigere Fassungen, beispielsweise mit Intel Core m3-Chip, 8GB RAM und 128GB ROM. Das „Einstiegsmodell“ kostet rund 700 US-Dollar.

Als großem Surface Pro-Fan gefällt mir das Eve V wirklich sehr gut, was an den dezenten Optimierungen liegt. Mehr Akkukapazität und vor allem viele Anschlüsse sprechen mich an, dazu gesellt sich ein schickes Design und ein offenbar stabiles Gehäuse. Aluminium und Gorilla Glass zum Schutz – so soll das sein. Windows 10 kommt übrigens als Betriebssystem zum Einsatz.

Trotzdem bin ich etwas erstaunt darüber, dass die über 1000 Endkunden des Eve V offenbar nur das Ziel verfolgten, das Surface Pro 4 zu „pimpen“ und abgesehen von der Optik sowie ein paar technischen Daten so wenig zu verbessern. Ich persönlich lege jetzt nicht außerordentlich viel Wert auf leistungsstarke Speaker oder auf einen Fingerabdrucksensor. Dafür hätte ich mir gerade im Bereich der Kameras etwas mehr gewünscht. Nur 2 Megapixel Frontcam müssen für Videotelefonie nicht unbedingt sein. Und von der 5 Megapixel-Rückseitenkamera erwarte ich keine besonderen Ergebnisse.

Vergleich mit anderen Systemen. (Foto: Eve Tech)
Vergleich mit anderen Systemen. (Foto: Eve Tech)

Sei’s drum: Das Eve V könnte den großen Mitbewerbern ein paar Marktanteile abjagen, wenn Qualität und Service stimmen. Immerhin besitzen die Macher bereits Erfahrungen in der Produktentwicklung. Und das erklärt auch zum Teil den Erfolg bei Indiegogo.

Weitere Details – auf der Crowdfunding-Plattform.

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