Wie viel ihr für ein gutes Tablet ausgeben solltet

Sehr günstige Tablets sind manchmal mit alter Technik ausgestattet. Mit ein paar Tipps findet ihr dennoch ein gutes Gerät zum fairen Preis.

Wie viel ihr für ein gutes Tablet ausgeben solltet

Um Tablets war es lange Zeit sehr ruhig – bis die Corona-Pandemie den Bedarf an günstigen Geräten fürs Homeschooling neu entfacht hat. Das Problem: Eben diese günstigen Tablets sind oft nicht mehr zeitgemäß ausgestattet. Aber es gibt sie – wir sagen euch welche und wie ihr sie findet.

Wie teuer ist günstig?

In der Recherche zu diesem Beitrag zeigte sich, dass der Grat zwischen billigem und günstigem Tablet gerade einmal gut zehn Euro breit ist. Fast alle Geräte bis 149 Euro können wir nicht guten Herzens empfehlen, doch das Odys Space One 10 LTE für knapp 160 Euro überzeugte uns.

Günstig statt billig: Das Odys Space One 10 LTE. (Foto: Odys)

Noch in Ordnung sind 4 GB Arbeitsspeicher, 64 GB interner Flashspeicher (erweiterbar um 512 GB via microSD-Karte), das Full-HD-Display und die LTE-Fähigkeit. Obendrauf gibt es mit Android 10 ein recht aktuelles Betriebssystem. Nur die rückseitige Kamera ist mit 5 Megapixeln nicht ganz das, was wir erwarten.

Auch Lenovo hat mit dem Tab M10 FHD Plus ein potentes Gerät im Preissegment unter 200 Euro im Aufgebot. Gegenüber dem Odys-Flachrechner stechen die 8-MP-Kamera und der Achtkern-Prozessor mit bis zu 2,3 GHz heraus. 64 GB interner Speicher (erweiterbar via microSD-Karte um bis zu 256 GB) und das Full-HD-Display sind guter Standard. Was diesem Tablet fehlt, sind die LTE-Fähigkeit und ein taufrisches Android (vorinstalliert ist 9.0).

Wie viel muss ich für zukunftsfähige Tablets ausgeben?

Im Segment von 200 Euro bis 300 Euro findet ihr vor allem Android-Tablets mit aktueller Technik. Ab da aufwärts fächert sich das Angebot aus, reizt mit besonderen Features und Hardware sowie weiteren Betriebssystemen.

Lenovo IdeaPad Duet Chromebook: Schlank und vielseitig.
Tablet? Notebook? Beides! (Foto: Jürgen Vielmeier)

Hier erwähnen wir noch einmal Lenovo, deren IdeaPad Duet Chromebook Tablet und vollwertiges Notebook in einem Gehäuse vereint. Einfach die Tastatur ranklicken und schon könnt ihr komfortabel schreiben und arbeiten. Hauptsächlich arbeitet ihr hier mit Chrome OS von Google, habt aber zugleich Zugriff auf Android-Apps, eine Linux-Umgebung und Windows-Virtualisierungen. Mein Kollege Jürgen Vielmeier war im Praxistest vom Duet Chromebook durchaus angetan.

Das Surface für Windows-Nutzer

Sucht ihr nach einem waschechten Windows-Tablet, ist das Surface Go eure erste Anlaufstation. Bereits ab gut 350 Euro findet ihr dieses Einstiegsgerät beim Händler eures Vertrauens.

Die 4 GB RAM und 64 GB interner Flashspeicher sind als Lern- und Büro-Tablet ausreichend. Varianten mit mehr Speicher gibt es ebenfalls. Dank Klick-Tastatur und umfangreicher Bluetooth-Unterstützung könnt ihr eine breite Palette an Zubehör mit den Surface-Devices verbinden.

Stylisch - wie gewohnt von der Surface-Reihe. (Foto: Microsoft)
Das Surface Go ist das Einstiegsmodell der Windows-Tablets. (Foto: Microsoft)

Ihr solltet zu diesen Geräten greifen, wenn ihr Software benutzt, die ausschließlich unter Windows läuft. Sind diese Apps rechenintensiv, findet ihr für deren Einsatz Surface-Modelle mit kraftvoller CPU, ausreichend Arbeitsspeicher und ordentlich Festplattenspeicher.

Apple – Platzhirsch mit günstigen Einstiegsgeräten

Zugegeben, Apples iPad-Geräte sind im Einstiegssegment preisintensiver als vergleichbare Konkurrenzmodelle. Aus guten Gründen. Denn was der iPhone-Konzern an Pflege, Updates und Upgrades bereitstellt, ist jeden Cent wert.

Auf Augenhöhe mit dem Windows Surface Go ist das Apple iPad der 8. Generation von 2020 empfehlenswert. A12-Prozessor, 3 GB RAM und die Speicherausstattung von 32 GB bzw. 128 GB sind Randnotizen. Das iPad punktet mit iPadOS 14.5 als Betriebssystem, einer Schwemme an Zubehör und dem langfristigen Software-Support.

Warum Tablet-Hersteller gerne alte Technik verbauen

Gründe für die antiquiert ausgestatteten Tablets auf dem Markt gibt es reichlich. Zunächst hat das mit der Attraktivität der Sparte zu tun. Im Arbeitsalltag sind Notebooks neu etabliert, Tablets dienten lange nur noch als Bespaßungsmaschinen oder Kurzweilvertreib.

In der Corona-Krise stiegen die Tablet-Absatzzahlen wieder. Und damit auch der Wunsch nach besserer Hardware. (Material: Statista)

Die sinkenden Absatzzahlen bedeuten geringere Investments und die wiederum verleiten die Hersteller dazu zu verbauen, was der Altteile-Lagerbestand hergibt. Fertig ist das Tablet zum Niedrigpreis, bei dem man nicht ganz so genau hinschaut. Ist ja so günstig, um nicht zu sagen: billig.

Billig-Tablets im Alltagseinsatz?

Ein bisschen surfen, Mails beantworten, Videos schauen. Ein Tablet ist im Alltag mit grundsätzlichen Aufgaben betraut. In Corona-Zeiten kommen Büro- und Lerneinsätze hinzu. Und gerade die verlangen nach einer halbwegs aktuellen Hardware-Software-Kombination. Wenn die Apps nur schleichen, Multimedia-Inhalte ruckeln und die Akkulaufzeit gering ist, ist der Flachrechner schlicht ungeeignet.

Tablets als Media Center? Klar, aber dann sollte es nicht das billigste sein. (Foto: Michael / Pexels)

Muss man mehr für ein gutes Tablet ausgeben?

Nach oben hin ist die Tablet-Preisskala offen. Ob sich eine höhere Investition lohnt, hängt von eurem Einsatzzweck und Budget ab. Hier eine vollumfängliche Empfehlung zu geben, ist unsinnig. Jedoch können wir dafür sensibilisieren, nicht das billigste Tablet zu kaufen, sondern das Preis-Leistungs-Verhältnis zu berücksichtigen. Ab 160 Euro findet ihr gut ausgestattete Flachrechner, ab 300 Euro aufwärts gibt es zukunftsfähige Technik, eine breitere Auswahl an Betriebssystemen und interessante Features.

(Aufmacher: Pixabay / Pexels)

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