Surface als Desktop-Ersatz: So wird ein Tablet zum stationären Rechner

Flexibel, mobil und immer alles dabei: Ein Tablet wie das Surface (Pro) von Microsoft kann ein Desktop-Ersatz sein. Wir sagen euch, wie ihr ihn einrichtet.

Die Möglichkeit gibt es schon länger, manchmal kommt einem die Idee, sie auch zu nutzen, erst ein paar Jahre später. Microsoft bietet für seine eigenen Surface-Geräte das Surface Dock an, eine Dockingstation für das Surface Book, den Surface Laptop und neuere Surface Pro geeignet ist. Für mich wurde die Anschaffung auf einmal sinnvoll…

Die Ausgangssituation

Ich liebe es, an meinem großen Desktop-PC zu sitzen. Ich benutze zwei Monitore – einen im Hochformat positionierten für Office, Mail oder Spotify. Das Hauptdisplay wird fürs „Surfen im Netz“ und Recherche für die Arbeit verwendet. Das ist ein für mich optimales System.

Dumm nur, dass der Rechner langsam das Zeitliche segnet. Nach stolzen acht Jahren möchte das ehemalige Highend-Gaming-Monster, dem ich vor ein paar Jahren eine flotte SSD spendierte, bald nicht mehr. Parallel dazu besitze ich ein Surface Pro 3 – eigentlich auch nicht mehr die neueste Technologie.

Meine Motive, das Surface als Desktop-Ersatz zu verwenden

Und nu? Was kaufen? Ich analysierte…

Das Problem: Ich will mir eigentlich keinen neuen Tower ins Arbeitszimmer stellen, zumal ich kaum noch intensiv (am PC) zocke und eher weniger als mehr Hardware in der Wohnung herumstehen lassen möchte. Ach, und Energie würde ich auch gerne etwas sparen.

Die potentielle Lösung: Ich nutze mein geliebtes Surface Pro 3 als Desktop-Ersatz. Das ebenfalls schon in die Jahre gekommene Tablet läuft immer noch wunderbar und ist mit einem Intel Core i7-4650U, 8GB RAM und 256GB SSD ganz solide ausgestattet. Das Surface Dock wäre sehr viel billiger als ein neuer Desktop-PC.

Ein Surface Dock brauche ich, um ein Surface in einen Desktop-Ersatz zu verwandeln. (Foto: Sven Wernicke)

Ein Surface Dock brauche ich, um ein Surface in einen Desktop-Ersatz zu verwandeln. (Foto: Sven Wernicke)

Der Vorteil: Nur noch ein Computer fürs Arbeitszimmer, für unterwegs und für die Freizeit auf der Couch. Kein Monster-Desktop, der vor sich hinstaubt, verhältnismäßig laut ist und im Vergleich zum Surface Pro 3 jede Menge Strom frisst.

So die Theorie. Und wie sieht die Praxis aus…?

Das Surface Dock als Bindeglied

Manchmal lohnt es sich, keine Rezensionen im Netz zu lesen. Im Fall des Surface Dock tat ich es – und das war sehr verunsichernd. Der hohe Preis wurde kritisiert, oftmals gab es Probleme mit Verbindungen, WLAN und Monitoren. Das ist auch ein Grund, wieso ich sehr lange mit dem Kauf zögerte. Und es letztlich doch riskierte. Denn nur mit dem Dock ist es möglich, ein Surface vernünftig als Desktop-Ersatz zu verwenden.

Ein Anschluss bringt viele neue Möglichkeiten. (Foto: Sven Wernicke)

Ein Anschluss bringt viele neue Möglichkeiten. (Foto: Sven Wernicke)

Vernünftig deshalb, weil der erstaunlich wertig anmutende und sehr schwere (er soll schließlich sicher und fest auf dem Schreibtisch stehen) Adapter über vier USB 3.0-(Typ A)-Ports, einen Ethernet-Anschluss, einen Audio-Ausgang (3,5mm) und – das war für mich der entscheidende Punkt – zwei Mini-Displayports verfügt. Ein Surface Pro besitzt dagegen nur einen USB-Anschluss, 1x Mini-Displayport und einen Surface-Connect-Port, an das übrigens das Surface Dock angesteckt wird.

Unkomplizierte Einrichtung

Von den Schwierigkeiten manch anderer Leute wurde ich verschont: Ich musste mir zwei Kabel zulegen – von Mini-Displayport zu Standard-Displayport (Shoplink). Teuer waren diese nicht. Und der Rest? Selbsterklärend: Dock mit dem mitgelieferten Netzadapter und über besagten Surface-Connect-Port mit dem Tablet verbinden. Monitor-Kabel anstecken, Maus und Tastatur sowie Lautsprecher ans Dock – fertig. Das dauerte keine fünf Minuten.

Ich musste natürlich das Surface Dock aktualisieren. (Foto: Screenshot / Sven Wernicke)

Ich musste natürlich das Surface Dock aktualisieren. (Foto: Screenshot / Sven Wernicke)

Als Technerd aktualisierte ich noch das Surface Dock, was zwar unproblematisch verlief, aber den Download einer gut versteckten Software und das genaue Befolgen der englischen Erklärungen erforderte. Ratsam ist die Aktualisierung, soll diese doch einige Schwierigkeiten der Vergangenheit beheben, WLAN-Abbrüche beim Surface Pro 4 zu Beispiel. Eine Anleitung findet ihr auf der Webseite von Microsoft.

Ein weiterer Aspekt sorgte erst richtig für Ordnung: die Monitore konfigurieren. Also ihre Lage, die richtige Auflösung und Textgröße auswählen. Inklusive des Surface Pro könnt ihr gleichzeitig drei Displays betreiben. Ich selbst begnüge mich mit meinen zwei großen Monitoren, den dritten benötige ich vorerst nicht.

Alles dran – das Aha-Erlebnis

Zwar benutze ich meinen Surface schon sehr lange als Laptop und Entertainmnet-Tablet, dennoch stellte sich ein Überraschungsmoment ein. Das, was mir auf den zwei großen Monitoren präsentiert wurde, stammte von meinem kleinen Surface Pro 3? Mit einigen Mausklicks richtete ich meine Oberfläche ähnlich wie bei meinem Desktop-PC ein – Office, Mailprogramm und Co. hier, Browser und Grafikbearbeitung dort. Fertig!?

Erst durch die Monitor-Konfiguration bekommt ihr Ordnung auf den Displays. (Foto: Sven Wernicke)

Erst durch die Monitor-Konfiguration bekommt ihr Ordnung auf den Displays. (Foto: Sven Wernicke)

Schön waren und sind manche Kleinigkeiten: Entferne ich das Surface Dock (Shoplink), schaltet das Surface auf den regulären Betrieb an einem Display. Stecke ich es wieder herein, wird mein Desktop-Ersatz aktiv – mit allen Geräten, die ich angeschlossen habe. Eigentlich perfekt, das alles.

Die Verbindung hält felsenfest. (Foto: Sven Wernicke)

Die Verbindung hält felsenfest. (Foto: Sven Wernicke)

Die Skepsis bleibt (vorerst)

Bezogen auf einfache Aktivitäten wie Surfen, Mailen, Word oder Excel und etwas Photoshop gibt’s zu meinem „großen Rechner“ erst einmal keinerlei Unterschiede. Doch ich bin noch am Anfang und nehme mir die Zeit, um herauszufinden, ob ein Tablet wie das Surface ein Desktop-Ersatz ist, so wie ich mir das vorstelle. Die ersten Tage stellen mich schon einmal zufrieden, aber….

Die Anschlüsse genügen für den Alltag. (Foto: Sven Wernicke)

Die Anschlüsse genügen für den Alltag. (Foto: Sven Wernicke)

Aber? Mein Surface Pro 3 besitzt einen aktiven Lüfter, der recht laut wird, sobald ich viele Browser-Tabs geöffnet habe und nebenbei andere Aktivitäten ausführe, die Speicher und Ressourcen fressen. Nicht, dass ich mir doch noch ein Surface Pro 6 zulegen „muss“, mit dem ich ohnehin längst liebäugle. Zumindest dann wäre das Argument „Geld sparen“ durch Verwendung meines bereits vorhandenen Tablets vom Tisch.

Dennoch: Bisher bin ich sehr begeistert von der Lösung. Mein Tablet ist zugleich Laptop und Desktop. Ein Gerät für alles. Andocken und am Schreibtisch so arbeiten, wie ich es seit vielen Jahren tue. Und wenn ich los muss, nehme ich meinen letzten Arbeitsstand einfach mit. Ob mir die Performance mittel- und längerfristig genügt? Das gilt es herauszufinden. Als „Gewohnheitstier“ brauche ich sicher einige Wochen, um langsam umzuziehen.

Benutzt ihr bereits solche Lösungen, also ein Tablet (oder Laptop) als Desktop-Ersatz? Ich freue mich über eure Erfahrungen – im Kommentarbereich!

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Nichts mehr verpassen!

Bleib immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter! Täglich um 17:00 Uhr frisch in deinem Postfach.

Newsletter abonnierenRSS-Feed abonnieren
9 Kommentare zu “Surface als Desktop-Ersatz: So wird ein Tablet zum stationären Rechner
  1. Nutze ein ähnliches Setup für mein Surface Pro 4 und bin am Überlegen mir das Surfacebook 2 zu kaufen, dann kann mein SpieleDesktop der mittlerweile auch 10 Jahre alt ist endlich in den Ruhestand. Ich besitze nur einen externen Monitor und das Surface bleibt aktiv. Sogar mein 5.1 System konnte ich per USB über eine externe Soundkarte zufriedenstellend anschließen.
    Mich würde interessieren ob du mittlerweile auf das Pro6 umgestiegen bist ? =)
    LG Mike

  2. Super Beitrag, vielen Dank. Ich überlege ein ähnliches Setup mit dem Surface Pro 6 und zwei externen Bildschirmen aufzubauen. Ich bin aber sehr skeptisch, was die maximal mögliche Auflösung und die maximal realisierbare Bildwiederholrate angeht, wenn man das Surface 6 Pro mit zwei externen Monitoren betreibt. Soweit ich herausfinden konnte, ist bei zwei Monitoren ENTWEDER 4096 x 2304 mit 30 Hz ODER
    2560 x 1600 mit 60 Hz möglich. 2560 x 1600 ist mir zu wenig, 30 Hz eigentlich auch. Mit welcher Auflösung und Wiederholfrequenz haben Sie denn die externen Monitore laufen?

    Besten Dank vorab und viele Grüße ,

    Nils

    • Danke!
      Also ich befürchte, da kann ich nicht ganz helfen. Ich betreibe zwei Full-HD-Monitore mit 60Hz, was für meine Arbeit vollkommen ausreicht bzw. okay ist. Das Problem mit den hohen Auflösungen und der niedrigen Wiederholfrequenz ist der Grafikeinheit geschuldet, der UHD 620 taugt leider nicht allzu viel, wenn es solche Ansprüche wie deine sind.

      Aber: Laut technischer Spezifikation des Chips (https://ark.intel.com/content/www/us/en/ark/products/124968/intel-core-i7-8650u-processor-8m-cache-up-to-4-20-ghz.html) sollten 60Hz eigentlich möglich sein, nämlich über DisplayPort. Und das Surface Dock besitzt ja eh nur DP-Ausgänge. Und das Surface Pro ja ebenfalls einen.

      Oder hattest du vor, zwei Monitore mit 4096 x 2304 Pixeln anzuschließen?

    • Danke für die schnelle Antwort. Ich habe zurzeit an meinem iMac Retina 5k einen zweiten Monitor mit 3840 x 2160 und 60 Hz laufen. Diese Auflösung und Wiederholrate würde ich gerne mindestens beibehalten bzw. auch beim Surface realisieren (Die Gründe für einen Systemwechsel liegen woanders, das würde jetzt zu weit gehen.). Ich glaube, ich muss das einfach mal ausprobieren. Die Wiederholrate und Auflösungen hängen (leider) von der Anzahl an externen Monitoren ab:

      https://support.microsoft.com/de-de/help/4023496/surface-trouble-connecting-surface-to-a-second-screen

    • Ja, ausprobieren wäre eine Idee. 🙂
      Also zwei Monitore in der Auflösung gehen dann wohl auch nur mit 30Hz, genau. Aber wie genau willst du es denn machen? Das Display des Surface und einen zweiten Monitor nutzen? Dann wären ja 60 Hz an dem möglich. Oder sollen es zwei Display mit 3840 x 2160 werden?

    • Ich möchte an das Surface zwei zusätzliche Monitore dranhängen, so wie du. So, wie es zurzeit aussieht, geht das nur mit Abstrichen in der Auflösung oder der Wiederholrate. Schade.

    • Hi, es sollen zwei zusätzliche Displays mit hoher Auflösung und hoher Wiederholrate werden. Da scheint das Surface noch limitiert. Schade. Aber mal weiter schlau machen.

  3. Ach so, noch eine Frage: Ich bin ein riesiger Fan der Wischgesten auf meine aktuellen Apple-Touchpad. Kann man Ihr System über das Trackpad des Surface nutzen, sodass man die Wischgsten von Windows mit dem Desktop-Setup nutzen kann? Oder muss man eine Maus verwenden, wodurch dann die Wischgesten verloren gingen.

    Danke nochmals und viele Grüße

Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*