Apple Watch 3 (Bild: Apple)

Micro-LED vs. OLED: Worauf setzt Apple?

Apple arbeitet angeblich an Bildschirmen mit Micro-LED-Technik. Das muss nicht bedeuten, dass bald eine neue Display-Technik eingesetzt wird. Apple scheint aber endlich Displays in Eigenregie entwickeln und produzieren zu wollen.

Die Gerüchteküche brodelt: Jahrlang hieß es, Apple werde OLED-Displays in seinen iPhones einsetzen. Mittlerweile zeigt die Apple Watch wie auch das iPhone X dank dieser Technik knackigere Farben und ein tieferes Schwarz. Damit könnte Apples Suche nach dem perfekten Bildschirm beendet sein. Doch plötzlich heißt es, Apple arbeite an einer Uhr mit Micro-LED-Display. Wonach sucht Apple da eigentlich?

Erst einmal vorneweg: Bei dem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg handelt es sich lediglich um ein Gerücht. Derzeit soll die Micro-LED-Technik noch auf einem externen Board sitzen und nicht in der Uhr. Doch auch wenn dieser Versuch zu einem voll funktionsfähigen Prototypen reifen sollte, muss dieser nicht in Serie gehen. Apple hat schon viel entwickelt, das nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat.

Selbst entwickelt und daher besser?

Die Bildschirm-Technik ist gar nicht Apples Hauptproblem. Ob sich das Unternehmen nun letztlich für OLED oder für Micro-LED entscheidet – solange das Unternehmen auf Zulieferer angewiesen ist, wird es von diesen abhängig sein und die Technik mit anderen teilen müssen. Es geht darum, die Produktion unter eigene Kontrolle zu bekommen.

Auch das iPhone X verfügt über ein OLED-Display (Bild: Apple)

Auch das iPhone X verfügt über ein OLED-Display (Bild: Apple)

Apple entwirft bereits Prozessoren in Eigenregie. Diese basieren zwar auf dem Referenzdesign von ARM, sind aber auf die anderen Komponenten im iPhone wie auch auf iOS abgestimmt. Neuerdings versucht sich das Unternemen sogar an Grafik- und Modem-Chips. Mit Beats hat sich Apple zudem einen Audio-Spezialisten einverleibt. Eine eigene Display-Produktion wäre folglich der nächste Schritt.

Nur Apple schafft es, Hardware und Software so stark zu integrieren. Da mag Android die Neuerungen von iOS kopieren und umgekehrt. Aber dass das Betriebssystem das Optimale aus einem Stück Hardware herausholt, kann Android einfach nicht leisten. Zu fragmentiert ist das System. Zu wenig standardisiert ist die eingesetzte Hardware.

Sind Micro-LEDs besser als OLEDs?

Doch warum nun Micro-LED statt OLED? Dem Bericht zufolge soll die Micro-LED-Technik Micro-LEDs (auch mLED oder Mikro-LED) dünner und stromsparender sein. Dabei ist genau das ein Vorteil von OLED im Vergleich mit der klassischen LED-Hintergrundbeleuchtung. Zweifelsohne sind Micro-LEDs heller als OLEDs. Im direkten Sonnenlicht könnte dies ein Vorteil sein, da auf dunkleren Bildschirmen weniger zu erkennen ist.

Micro-LED: So gut wie OLED-Fernseher, nur viel heller

Bei einem Micro-LED-Display besteht jedes Pixel aus drei LEDs in den Farben Rot, Grün und Blau. Jede Micro-LED lässt sich wie beim OLED einzeln ansteuern und auch komplett abschalten, wenn ein reines Schwarz angezeigt werden soll. Das spart dann auch Energie im Vergleich mit einem LED-LCD-Display. Zudem bieten die neuen Micro-LEDs wie OLEDs einen höheren Kontrast, satte Farben sowie schnelle Reaktionszeiten.

Micro-LEDs sind langlebiger

Doch anders als die organischen OLEDs bestehen die mLEDs aus kristallinem Halbleiter. Im Vergleich sollen sie deshalb nicht nur spürbar heller, sondern auch langlebiger sein. OLED-Displays dagegen altern recht schnell. Bei einer Uhr, die nicht so häufig wie ein Smartphone getauscht wird, sondern viele Jahre getragen werden soll, brächte die Micro-LED-Technik einen weiteren Vorteil.

Bis eine Apple Watch mit Micro-LED-Technik erscheint, könnte es jedoch noch Jahre dauern. Wird sie dann dünner sein? Vielleicht. Oder wird der gewonnene Platz für einen größeren Akku genutzt? Auch möglich. Ganz sicher wird die Apple Watch aber eine Einheit aus Hardware und Software bilden, wie es Android Wear bzw. Wear OS auf einer OEM-Hardware nie leisten kann.

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