Perfektioniertes iPhone 11 (Pro): Apple erfindet sich neu

Apples drei neue iPhones sind die bislang ausgereiftesten Smartphones der Firma aus Cupertino. Vor allem die bald startenden neuen Dienste Arcade und Apple TV+ aber lassen aufhorchen.

Apples alljährliche Keynote im Spätsommer ist so etwas wie das Weihnachten der Tech-Branche. Ein wunderbares Wiedersehen in der Smartphone-Familie mit neuen Geschenken. Das, was der iPhone-Konzern dieses Jahr an Präsenten auf großer Bühne zeigte, ist nicht unbedingt innovativ. Aber revolutionär.

Apple: Let us entertain you!

Apples kräftigstes Standbein ist das iPhone. Vor etwas mehr als einer Dekade krempelte das kleine Wundergerät die Mobilfunk-Branche in kürzester Zeit um. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich auf einem Bein schlecht stehen lässt. Apple werkelt deswegen immer emsiger an neuen Services.

Apple Arcade und die Kooperationspartner

Etliche Spiele-Studios sind Kooperationspartner von Apple Arcade. (Foto: Apple)

Da wäre zunächst Apple Arcade. Der Service gibt Abonnenten Zugriff auf über 100 Apple-exklusive Spiele – für schmale 4,99 US-Dollar pro Monat. Unter den kooperierenden Studios finden sich bekannte Namen wie Konami, Devolver, Capcom und Square Enix. Apple Arcade startet bereits am 19. September 2019, der erste Monat ist kostenlos.

Auch Apple TV+ ist als Abo-Service geplant. Exklusivinhalte und der niedrige Preis von 4,99 US-Dollar pro Monat sollen Netflix und Co. ordentlich einheizen. Als Highlight positionierte Apple die Drama-Serie „See“ mit Jason Momoa in der Hauptrolle. Jennifer Aniston spielt zwanzig Jahre nach „Friends“ erneut in einer Comedy-Serie. Steve Carrell und Reese Witherspoon sind die Co-Stars der „The Morning Show“ genannten Serie.

Am 1. November 2019 startet Apple TV+ und soll monatlich 4,99 US-Dollar kosten. Besonders lukrativ für Kunden: Kauft ihr ein neues Apple-Gerät, erhaltet ihr eine Apple-TV-Plus-Mitgliedschaft über 12 Monate gratis dazu.

Apple iPhone 11: Duo-Kamera und Software-Begeisterung

Apples neueste iPhone-Generation wird in drei Varianten erscheinen. Das Basis-Modell hört auf den Namen iPhone 11 und ist der Nachfolger des iPhone XR. Apple packt wieder exzellente und bewährte Technik in ein schmales Gehäuse. Im Zusammenspiel mit optimierter oder neu geschriebener Software spielt das Smartphone dann alle Stärken aus.

Rückseitig verbaut Apple im iPhone 11 nunmehr zwei Kamera-Linsen. Neben der obligatorischen Weitwinkel-Linse kommt auch eine Panorama-Kamera (Ultraweitwinkel) zum Einsatz. Diese nimmt einen viermal so großen Raum auf. Apple illustrierte dies an Weitwinkel-Shots, die aus kürzester Distanz entstanden. Auch Landschaften sollen in all ihrer weitläufigen Pracht dargestellt werden. Von der knackscharfen Landschaftsstudie über High-Key-Mono-Fotografie bis zum künstlerisch angehauchten Bokeh-Effekt soll das Kamera-Duo jede alle kreativen Visionen im Foto festhalten können.

Apple iPhone 11 in sechs Farben

Das iPhone 11 ist in sechs trendigen Farben erhältlich. (Foto: Apple)

Die Hardware ist – wie erwähnt – nur ein Aspekt. Die Software macht diese bei Apple erst interessant. Ein nahtloser Wechsel von einer Linse zur anderen ist beim iPhone 11 tief in der Foto-App verankert. Bei Zooms soll der Wechsel überhaupt nicht auffallen, dafür aber alle Details erhalten bleiben. Dank neuer Sensoren und der angepassten Treiber samt Smart HDR sollen verrauschte Nachtfotos der Vergangenheit angehören.

Nachtmodus im Apple iPhone 11

Vertreibt die Dunkelheit mit dem neuen Nachtmodus. Dahinter steckt ein aufwändiger Algorithmus. (Foto: Apple)

Neue Videoqualitäten im iPhone 11

Interessiert ihr euch eher fürs Bewegtbild, hat Apple auch da ein paar interessante Neuerungen im Gepäck. Im Videomodus schaltet das iPhone 11 automatisch zwischen beiden Sensoren um, je nachdem, wie weit ihr in die Szene hineinzoomt.

Die verbesserte Bildstabilisierung beruhigt aus der Hand geschossenes Videomaterial. Mit einer Auflösung bis zu 4k, 60-fps- und Slow-Motion-Modus bietet sich das iPhone 11 Hobbyfilmern als ideales Aufnahmegerät an.

Stromsparender neuer A13-Chip

Der 6,1 Zoll große LC-Bildschirm soll Fotos und Videos perfekt zur Geltung bringen. Das Display löst mit 1.792 mal 828 Pixeln auf – das ist verglichen mit einigen Android-Smartphones gering, die Pixeldichte ist mit 326 ppi dennoch hoch. Die verbauten Lautsprecher bieten einen virtuellen Surround-Sound, der von Apple speziell für die neue iPhone-Generation entwickelt wurde. Dem proprietären Klangformat stellen die Ingenieure Dolby Atmos zur Seite.

Die Rechenprozesse übernimmt erneut ein hausintern entwickelter Prozessor. Dieser hört auf den Namen A13 Bionic und soll noch flotter und effizienter als seine Vorgänger sein. Dieser im 7-nm-Verfahren produzierte Prozessor soll nur das an Energie aufnehmen, was er tatsächlich benötigt. Dank dieses Kniffs soll eine Ladung des 3.110-mAh- Akkus für 18 Stunden reichen, ehe er wieder an die Steckdose muss. Schnellladefunktion (USB-PD) und Qi-Wireless-Charging sind ebenfalls an Bord.

Apple A13 Bionic

Apple reservierte mehrere Minuten seiner Keynote für den neuen Prozessor A13 Bionic. Manager Sri Santhanam erklärte, was an diesem so revolutionär ist. (Foto: Apple)

Ob das iPhone 11 5G-fähig ist, mochte Apple weder bestätigen, noch dementierten. LTE beherrscht es aber in jedem Fall und bringt an Funkstandards neben WLAN (802.11 a/b/g/n/ac/ax), Bluetooth 5.0 und NFC mit. Die Speicherausstattung reicht von 64 GB über 128 GB bis zu 256 GB. Der Arbeitsspeicher ist mit vier Gigabyte ordentlich dimensioniert.

Ein bewährtes Design mit ökologischer Botschaft

Ihr vermisst eine Einschätzung zum Design? Nun, hier zeigt sich der Perfektionismus in Cupertino. Hättet ihr einem Apple-Enthusiasten einen Stift und Blatt Papier in die Hand gedrückt und gebeten, das neue iPhone zu zeichnen: Es wäre wohl etwas rausgekommen wie das iPhone 11.

iPhone 11 Designs

Das iPhone 11 (links) und iPhone 11 Pro (rechts) führen Apples Design-Linien fort. (Fotos: Apple)

Das ist nicht abwertend gemeint – im Gegenteil! Das ikonografische Design trägt noch immer die Handschrift des mittlerweile verabschiedeten Kult-Designers Jony Ive. Die abgerundeten Kanten, der Wechsel der Materialien vom Display-Glas über den Aluminiumrahmen zum Glasrücken sind über jeden ästhetischen Zweifel erhaben.

Mir persönlich gefällt, wie Apple die beiden rückseitig verbauten Linsen zusammenfasst. Hier hat das Design eine ganze eigene Note, weil die Linsen in einem leicht hervorstehenden Rechteck zusammengefasst sind. Das sieht schick aus und hebt sich von anderen Dual-Kamera-Smartphones ab.

Kamerafassung des iPhone 11 Pro

Der Glasrücken der elften iPhone-Generation ist dort erhoben, wo sich die Kameralinsen befinden. Eine elegante Lösung, die auf zusätzliche Elemente verzichtet. (Foto: Apple)

Apple betont, zu 100 Prozent recyceltes Aluminium zu verwenden. Auch habe man die Schadstoffbelastungen im Herstellungsprozess nach allen Möglichkeiten reduziert. Alte iPhones nimmt Apple neuerdings in Zahlung und schickt sie als Gebrauchtgeräte erneut in den Warenzyklus. Apple goes green. Sicherlich ist dies auch ein Maßnahmenkatalog, der ordentlich positive PR bescheren soll. Es könnte und dürfte auf andere Mitbewerber abfärben.

iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max

Das iPad Pro positionierte Apple als Highend-Gerät im Tabletmarkt. Mit dem neuen iPhone 11 Pro und seinem größeren Zwilling iPhone 11 Pro Max nimmt Apple erneut die zahlungskräftige Kundschaft ins Visier.

Diese erhält statt der Dual- jetzt eine Triple-Kamera, die noch ein zusätzliches Tele-Objektiv an Bord hat. Der optische Zweifach-Zoom ergänzt Weitwinkel- und Ultraweitwinkel-Knipse wohltuend. Auch hier ist es die Software, welche aus einer Spielerei ein tolles Feature macht. Die Pro-Modelle können auf Wunsch für jeden Kamera-Sensor ein eigenes Foto speichern, sobald ihr den Auslöser drückt. Somit könnt ihr euch im Nachhinein für das beste Motiv entscheiden. Weshalb eine Dreifachkamera generell zur Basisausstattung eures neuen Smartphones gehören sollte, erläutern wir euch an anderer Stelle.

iPhone 11 Pro Triple Kamera

Statt einer Dual- gibt es im iPhone 11 Pro jetzt eine Triple-Kamera. Die zusätzliche Linse übernimmt die Funktion eines Tele-Objektivs. (Foto: Apple)

Interessant ist die neue Kombination eines Bilds aus elf Einzelfotos, welche die Pro-Modele mit maschinellem Lernen zu einem bestechend brillanten Foto verrechnen sollen. Von kleinsten Details über einen erweiterten Dynamikbereich bis hin zum optimalen Kontrast soll diese Neunfach-Montage jedes Mal das bestmögliche Ergebnis auf den Schirm zaubern. Einziger Haken: Ausgerechnet diese Funktion rollt Apple erst einige Wochen nach Marktstart des Smartphones aus.

iPhone 11 Pro Porträts

Das iPhone 11 Pro soll noch ein wenig mehr brillieren als das Basismodell. Apples Demo-Fotos zumindest sind beeindruckend scharf und detailreich. (Fotos: Apple)

Groß und größer – aber besser?

Und dieses Display hat es in sich. Das normale iPhone 11 Pro ist mit 5,8 Zoll kleiner als das Basismodell, löst aber höher auf: 2.436 mal 1.125 Pixel sind ein guter Wert. Das Max-Modell misst eine Bildschirmdiagonale von 6,5 Zoll bei 2.688 mal 1.242 Bildpunkten. Statt eines LCDs verbaut Apple in den Premium-Modellen aktuelle OLEDs.

iPhone 11 Pro Fotomodus

Auf dem großen Display kommen Medieninhalte besonders gut zur Geltung. Nettes Detail: Bei Ultraweitwinkel-Fotos wird die Nutzeroberfläche transparent – so seht ihr, wie das Foto über den ganzen Bildschirm wirkt. (Foto: Apple)

Speicherhungrige Apps greifen im Pro-Duo auf 6 Gigabyte Arbeitsspeicher zurück. An fest verbautem Speicher gibt es die aktuelle Staffelung von 64 GB, 256 GB oder 512 GB. Der Akku ist mit 3.190 mAh (iPhone 11 Pro) respektive 3.500 mAh (iPhone 11 Pro Max) etwas fetter und soll vier bzw. fünf Stunden länger als der Akku des iPhone XS durchhalten.

Die Prozessor- und Funkausstattung sowie den Komfortfunktionen sind identisch mit den Spezifikationen des Basismodells. Für das Pro-Doppel gilt ebenfalls, dass 5G von Apple weder bestätigt, noch dementiert ist.

Apple iPhone 11Apple iPhone 11 ProApple iPhone 11 Pro Max
Abmaße / Gewicht150,9 x 75,7 x 8,3 mm / 194 g144 x 71,4 x 8,1 mm / 188 g158 x 77,8 x 8,1 mm / 226 g
ProzessorA13 BionicA13 BionicA13 Bionic
Arbeitsspeicher / interner Speicher4 GB RAM; je nach Modell 64 GB, 128 GB, 256 GB6 GB RAM; je nach Modell 64 GB, 256 GB, 512 GB6 GB RAM; je nach Modell 64 GB, 256 GB, 512 GB
Display / AuflösungIPS LCD, 6,1 Zoll Bildschirmdiagonale, 1.792 x 828 PixelSupter Retina XDR OLED, 5,8 Zoll Bildschirmdiagonale, 2.436 x 1.125 PixelSupter Retina XDR OLED, 6,5 Zoll Bildschirmdiagonale, 2.688 x 1.242 Pixel
HauptkamerasWeitwinkel-Linse mit 12 MP bei f/1.8; Ultraweitwinkel-Linse mit 12 MP bei f/2.4Weitwinkel-Linse mit 12 MP bei f/1.8; Ultraweitwinkel-Linse mit 12 MP bei f/2.4, Tele-Linse mit 12 MP bei f/2.0Weitwinkel-Linse mit 12 MP bei f/1.8; Ultraweitwinkel-Linse mit 12 MP bei f/2.4, Tele-Linse mit 12 MP bei f/2.0
Selfie-KameraFront-Kamera mit 12 MP bei f/2.2Front-Kamera mit 12 MP bei f/2.2Front-Kamera mit 12 MP bei f/2.2
Konnektivität2G, 3G, 4G, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac/ax, Bluetooth 5.0, NFC2G, 3G, 4G, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac/ax, Bluetooth 5.0, NFC2G, 3G, 4G, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac/ax, Bluetooth 5.0, NFC
Akku3.110 mAh, 17 Stunden im Alltagsbetrieb; Fast-Charging, Qi Wireless Charging3.190 mAh, 18 Stunden im Alltagsbetrieb; Fast-Charging, Qi Wireless Charging3.500 mAh, 20 Stunden im Alltagsbetrieb; Fast-Charging, Qi Wireless Charging
FarbenSchwarz, Grün, Gelb, Lila, Rot, WeißSpace Grey, Silber, Gold, Midnight GreenSpace Grey, Silber, Gold, Midnight Green
Startpreis (UVP)799 Euro1.149 Euro1.249 Euro

Neues für alle iPhone-11-Modelle

Apple optimierte Face ID. Die Entsperrung via Gesichtserkennung soll in der Nacht noch zuverlässiger den Nutzer erkennen, dank der Weitwinkel-Kamera auf der Vorderseite klappt das Unlocking nun auch auf dem Tisch liegend. Die Frontkamera kann neuerdings sogenannte Slow-Motion-Selfies aufnehmen.

Preise, Termine und Einschätzung

Habt ihr ein vollkommen neues, innovatives, flippiges iPhone erwartet? Nein? Wir auch nicht – und das ist tatsächlich gut. Apple schneidert die Software auf den optimierten Hardware-Leib. Statt abenteuerlicher Features zeigte sich das Unternehmen als gereifter Global Player mit dem Anspruch, hochwertige und beinahe vollkommene Smartphones anzubieten und dabei noch ökologische Verantwortung zu übernehmen. Mag sein, dass die Konkurrenz Ausstattungen wie die Triple-Kamera bereits seit einiger Zeit spazieren trägt – Apple integriert sie sinnvoll. Die elfte iPhone-Generation wirkt wie die bislang ausgereifteste Sache und unterstreicht Apples Anspruch, ein führendes Tech-Unternehmen zu sein.

Das iPhone X im Langzeittest: Apple hat Wort gehalten

Vorbestellbar sind alle drei neuen iPhones ab Freitag, den 13. September 2019. Die Auslieferung erfolgt ab dem 20. September 2019. Ein iPhone 11 ist ab 799 Euro zu haben (oder für 589 Euro bei Inzahlungnahme eines alten iPhones). Für das iPhone 11 Pro ruft Apple mindestens 1.149 Euro (oder 839 bei Inzahlungnahme) auf, die Max-Version kostet 1.249 Euro (bzw. 939 Euro bei Inzahlungnahme). Die Preise gelten für die jeweils kleinste Speicherausstattung.

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2 Kommentare zu “Perfektioniertes iPhone 11 (Pro): Apple erfindet sich neu
  1. Was verspricht sich denn Apple davon, wenn die iPhones 11 nicht Reverse Wireless Charging fähig sind? Denn die Konkurrenz hat Handys mit dieser Funktion (selbst wenn es langsam geht mit dem kabellosen Laden?). Huawei Mate 20 Pro, Huawei P30 Pro und bei den Samsung S10 Modellen und Note 10, 10+.
    Handys, die andere qi kompatible Handys kabellos aufladen, können, quasi eine Art Qi Powerbank.

    • Und wie oft genau braucht man das? Das ist ne nette Spielerei, dem Gegenüber Strom „rüberwerfen“ zu können. Aber wie oft wird das wirklich eingesetzt? Kabellos laden geht ja zumindest.

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