Apple iPad (10. Gen): Eleganterer Einstieg in die Apple-Welt

Apple verzichtet beim iPad 10 endlich auf den Home-Button und dicke Ränder. Das ist löblich, aber eine Design-Entscheidung überrascht.

Apple iPad (10. Gen): Eleganterer Einstieg in die Apple-Welt

Das einfache Apple iPad hinkte den besseren iPad Pro, iPad Air und zuletzt sogar dem iPad Mini technisch deutlich hinterher. Dicke Ränder, noch nicht die bereits vor Jahren eingeführte Gestensteuerung und eins der letzten Apple-Geräte mit einem Home-Button. Das alles ändert sich im neuen iPad (2022).

Inhalt:

Neu im Apple iPad (10. Generation)

Das neue Apple iPad (10. Generation) macht einiges besser als der Vorgänger der 9. Generation – und eine Sache schlechter. Im Detail:

  • Das iPad der 10. Generation bekommt ein größeres Display (10,9 Zoll) mit True Tone und der Liquid-Retina-Technik, also mehr Farben als das einfache Retina-Display der Vorgängers.
  • Größeres Display, geschrumpfte Ränder, gleiche Pixeldichte (264 ppi): Apple nutzt den Platz für eine insgesamt etwas höhere Auflösung: 2360 x 1640 px.
  • Das neue iPad ist leicht in der Höhe geschrumpft, dafür ist es etwas breiter geworden. Und mit 10 bzw. 17 Gramm (Cellular-Version) ist es außerdem etwas leichter als der Vorgänger.
  • Der A14-Bionic-Chip ist drin – das ist der aus dem iPhone 12 und dem iPad Air der 4. Generation. Wesentlicher Unterschied zum A13 Bionic: 16 statt 8 neurale Kerne für leistungsfähigere KI-Operationen.
  • Die rückwärtige Kamera löst mit 12 Megapixeln auf und damit mehr als die des iPad 9. Gen (8 MP). Dazu kann die Kamera jetzt 4K-Videos bis 60 fps aufnehmen.
  • USB-C ersetzt künftig den Lightning-Anschluss, den das iPad 9. Gen noch hatte.
  • In der Mobilfunkvariante steckt nun ein 5G-Chip.
  • WiFi 6 (ax) und Bluetooth 5.2 sind neu dabei.
  • Der Home-Button verschwindet; der Fingerabdrucksensor Touch ID bleibt aber erhalten und wandert in den Einschaltknopf.
Vier frische neue Farben für das iPad 10
Vier frische neue Farben für das iPad 10

Apple Pencil nicht mehr von Haus aus unterstützt

Beinahe unverändert bleiben das Dual-Lautsprecher-System, die Frontkamera mit 12 Megapixeln und Full-HD-Videoaufnahme – die nun aber immerhin Smart HDR 3 unterstützt – sowie die Akkulaufzeit, die Apple mit „bis zu 10 Stunden Surfen im Web mit WLAN oder Videowiedergabe“ angibt. Zwei Nachteile der neuen Version:

  • Das Apple iPad 10 Gen. unterstützt den Apple Pencil der 1. Generation nur noch mit Hilfe eines Adapters (USB-C auf Apple Pencil Adapter), also nicht mehr von Haus aus. Den Apple Pencil der 2. Generation unterstützt auch das neue iPad nicht.
  • Apple hat, wie schon beim iPhone 14 (Pro), kräftig an der Preisschraube gedreht. Für die Nur-WiFi-Versionen des iPad 10 mit 64 oder 256 GB Speicher verlangt Apple (UVP) jeweils 150 Euro mehr als beim Vorgänger. Für die Cellular-Versionen sogar jeweils 180 Euro mehr. Der Einstiegspreis liegt nun bei 579 Euro für die Nur-Wifi-Version mit 64 GB.
Apple iPad 10 mit Cover, Keyboard und Apple Pencil (1. Gen)
Auf diesem Bild fehlt noch der künftig notwendige Adapter für den Apple Pencil der 1. Generation.

Vor allem dass nun ein Adapter notwendig ist, damit das iPad 10 überhaupt einen Apple Pencil unterstützt, und dann bloß den der 1. Generation – das überrascht.

Apple iPad 10 vs. 9 Gen: Technische Daten

Was hat sich im iPad 10 gegenüber dem Vorgänger iPad 9 genau verändert? Werfen wir einen Blick auf die technischen Daten:

iPad 10iPad 9
10,9“-Liquid-Retina-Display mit 264 ppi (2360 x 1640 px), maximale Helligkeit: 500 nits10,2“-Retina-Display mit 264 ppi (2160 x 1620 px), maximale Helligkeit: 500 nits
A14-Bionic-ChipA13-Bionic-Chip
12 Megapixel Weitwinkelkamera mit Smart HDR 3 und f/1.8-Blende, maximal 4K-Video @ 60 fps

12-Megapixel-Ultraweitwinkel-Selfie-Kamera mit Smart HDR 3 und f/2.4-Blende
8 Megapixel Weitwinkelkamera mit HDR und f/2.4-Blende, maximal Full-HD-Video @ 30 fps

12-Megapixel-Ultraweitwinkel-Selfie-Kamera mit HDR und f/2.4-Blende
WiFi 6, Bluetooth 5.2, USB-C, Fingerabdrucksensor im Einschaltknopf, 5G (optional), 2 Lautsprecher, Nano-SIM, eSIM (optional)WiFi 5, Bluetooth 4.2, Lightning, Fingerabdrucksensor im Home Button, 4G (optional), 2 Lautsprecher, Nano-SIM, eSIM (optional)
248,6 x 179,5 x 7 mm, 477/481 Gramm250,6 x 174,1 x 7,5 mm, 487/498 Gramm
Preise (UVP):

64 GB: 579 Euro (nur WiFi)
256 GB: 779 Euro (nur WiFi)
64 GB: 779 Euro (WiFi + 5G)
256 GB: 979 Euro (WiFi + 5G)
Preise (UVP):

64 GB: 429 Euro (nur WiFi)
256 GB: 629 Euro (nur WiFi)
64 GB: 599 Euro (WiFi + 4G)
256 GB: 799 Euro (WiFi + 4G)
Kompatibel mit Magic Keyboard Folio, Apple Pencil 1. Gen (via Adapter)Kompatibel mit Smart Keyboard, Apple Pencil 1. Gen

Apple iPad 10 vs. die Konkurrenz

In Apples eigenem Universum bleibt die Rangfolge klar:

  1. iPad Pro (sowohl 11“- als auch 12,9“-Version neu mit M2-Chip)
  2. iPad Air (5. Gen mit M1-Chip)
  3. iPad Mini (6. Gen mit A15-Chip)
  4. iPad (10. Gen mit A14-Chip)

Das iPad Pro bleibt die Hochleistungsmaschine für Content Creator und Nutzer:innen, die auch wirklich mit dem Gerät arbeiten wollen. iPad Air ist das leistungsfähige Tablet, das auch als Laptop-Ersatz dienen kann. Das iPad Mini ist die kleine, handliche Kreativmaschine für unterwegs. Das iPad 10 bleibt das Einstiegstablet in die Apple-Welt für Schüler, Studenten, aber auch Nutzer mit geringeren Ansprüchen.

Apple bedient damit weiterhin die Nische der Mittelklasse-Tablets. Konkurrenten bleiben Microsoft mit dem Surface Go 3, Samsung mit dem Galaxy Tab S8 und Lenovo mit dem Tab P11 Plus/P12 Pro oder Xiaomi mit dem Pad 5. Spannend wird zu sehen sein, ob Google im nächsten Jahr mit dem bereits angekündigten Pixel Tablet in direkte Konkurrenz auch mit dem Einstiegs-iPad treten wird.

Kreative Zeichnungen: Mit dem entsprechenden Know-How natürlich auch möglich mit dem iPad 10

Unsere Einschätzung

Das Apple iPad 10 ist insgesamt eine willkommene, überfällige Weiterentwicklung. Apple trennt sich nun also auch beim letzten Tablet aus eigenem Hause von dicken Rändern und dem Home Button, rüstet mal wieder den Chip auf, verbessert die Kamera, führt USB-C, 5G, WiFi 6 und Bluetooth 5.2 ein.

Dass das iPad 10 von Haus aus ohne Adapter keinen Apple Pencil mehr unterstützt, sorgt derweil bei uns für Kopfschütteln. Was ist denn da bloß passiert? Hat Apple da am Ende etwa ein notwendiges Bauteil nicht beschaffen können?

Mit dem um 150 bis 180 Euro deutlich gestiegenen Preis auf jetzt mindestens 579 Euro verabschiedet sich Apple außerdem endgültig aus dem Markt der (besseren) Einstiegs-Tablets. Das ist natürlich in Zeiten knapper Kassen sehr schade.

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