Smarter Reiskocher: Sieht aus wie von Apple – ist aber von Xiaomi

Die Smartphones von Xiaomi sehen verdammt gut aus. Nicht weil sie Kopien des iPhones sind, so wird ihnen zumindest nachgesagt, sondern weil die chinesischen Entwickler die Designsprache Apples verstanden haben. Und daher sieht ihr erstes Produkt für die Smart Kitchen auch so aus, als ob es aus Cupertino stammen könnte. Aber wer braucht schon einen Reiskocher? Zumindest hierzulande.

250 Reissorten unterscheiden

Das Design ist schick: Der weiß glänzende Würfel mit angenehm abgerundeten Kanten ist jedoch ein herkömmlicher Reiskocher. Der Schnellkochtopf funktioniert unabhängig vom einem Herd, wobei der Reis unter hohem Druck bei einer Temperatur von 105 Grad gegart wird. Das beschleunigt den gesamten Vorgang und benötigt auch noch weniger Wasser. Zudem hält der abgeschlossene Behälter ihn hinterher länger warm.

Bei einem so einfachen Gerät geht es nicht um die intelligente Vernetzung der Küche, die Steuerung über ein Smartphone soll dem Menschen lediglich ein paar Arbeitsschritte abnehmen. So lässt sich mit dem Telefon der Barcode von der Reispackung einscannen und der richtige aus 250 verschiedenen Sorten erkennen. Ich frage mich allerdings, ob in China Reis ausschließlich in Packungen mit Barcode verkauft wird. Das ist doch wohl eher ein Feature für die Mittelschicht in den großen Städten – die allerdings auch die Smartphones von Xiaomi kauft.

Hinter Apple und Samsung zurück

Ebenfalls automatisch wird eine von 2.450 Zubereitungsarten gewählt – pro Sorte stehen folglich an die zehn zur Auswahl. Welche Daten in diese Entscheidungsfindung noch mit einfließen, verrät Xiaomi nicht. Der Schnellkoch (also nicht der Topf) darf jedoch bestimmen, wie weich der Reis gegart werden soll. Ein Klick und das Kochen kann beginnen.

Xiaomi Mijia: Die Smartphone-App erkennt den Reis am Barcode (Bild: Xiaomi)

Xiaomi Mijia: Die Smartphone-App erkennt den Reis am Barcode (Bild: Xiaomi)

Xiaomi ist in China Marktführer, was den Verkauf von Smartphones angeht, aber weltweit hinter Apple und Samsung bloß die Nummer drei. Wie sich das ändern soll, ist mir nicht klar, denn offiziell ist das Unternehmen hierzulande gar nicht vertreten. Die Geräte müssen importiert werden, was aber bei vielen potentiellen Käufern ein mulmiges Gefühl hinterlässt, auch wenn die meisten der Importeure Garantieleistungen versprechen, die dem europäischen Standard entsprechen.

Nicht mit dem iPhone zu vergleichen

Eine zweite Möglichkeit für das Unternehmen zu wachsen ist der Heimatmarkt. Dort werden immer mehr Produkte angeboten: unter anderem Fitnessarmbänder, ein Luftreiniger, ein Fernseher und Kopfhörer. (Un)Verwechselbares Design für die wachsende Mittelschicht in China. Der Reiskocher scheint dort der passende Einstieg in den Bereich Smart Kitchen zu sein. Aber Xiaomi will darauf auch ein ganze Ökosystem aufbauen, das dann den Namen MiJia trägt. Auf der internationalen Website ist das Küchengerät allerdings noch nicht gelistet, obwohl es Medienberichten zufolge auch nach Europa kommen soll. Später heißt es bloß lapidar – wie so oft bei Xiaomi.

Interessant würde es wohl erst werden, wenn Xiaomi hierzulande eine Kaffeemaschine anbieten würde. Von Apple kann ich mir das nicht vorstellen, solange dem Menschen bloß ein paar Arbeitsschritte abgenommen werden: Zutaten und Zubereitsart automatisch erkennen sowie den Ablauf überwachen und am Ende einmal klingeln. Die Maschine würde aber letztlich nur das machen, was sie immer macht: Kaffee kochen. Spannend würde es erst, wenn wirklich etwas fundamental neu daran wäre. Das iPhone war schließlich auch nicht das erste Smartphone – aber das erste, worauf die Leute so richtig geil waren.

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