Smarte Arbeitsfläche Touch Stone: Mit Kuchenteig am Finger die Küche steuern

Smart-Home-Experte Loxone und Strasser Steine haben mit Touch Stone eine Arbeitsfläche aus Naturstein entwickelt, in der eine intelligente Touch-Oberfläche eingearbeitet wurde. Darüber lässt sich auch mit klebrigen Fingern das Licht an und die Musik leiser stellen.

Wenn das Nudelwasser überkocht, muss schnell reagiert werden. Mein garantiertes Pech dabei: Das heiße Wasser läuft über die Touchbedienung auf dem Ceranfeld. Oder ich habe klebrige Finger, weil ich gerade einen Teig für den Nachtisch knete. Gefühlt passiert mir das immer. Und ja doch, die Smart Kitchen hört jetzt aufs Wort, aber ich bin kein Fan von Sprachbefehlen. Die Worte, die mir in solchen Momenten auf der Zunge liegen, will niemand hören, auch meine Küche nicht. Abhilfe könnte der Touch Stone schaffen – ein einfaches Interface, das in die Arbeitsplatte eingelassen wurde. Die Oberfläche aus Naturstein oder Keramik stammt von Strasser Steine, die Technik darunter von Loxone.

Touch Stone ist ein weiteres Interface zum Smart Home

Insgesamt fünf Tastenpunkte werden in den Stein graviert: vier Pfeile, die in alle Richtungen zeigen, sowie einen gepunktete Linie für eine graduelle Steuerung. Ohne zu wissen, worum es sich handelt, erinnerten mich die Linien im Stein beim ersten Anblick an Höhlenmalerei, beim zweiten Hinschauen an eine technische Zeichung. Aber das ist schon okay so, sofern die Bedienung dann letztlich auch funktioniert. Eine sanfte Berührung soll schon reichen, auch mit nassen oder klebrigen Händen. Mit dem Tippen eines Fingers wird die Schaltfläche aktiviert. Wenn sie nicht mehr gebraucht wird, fällt sie in wenigen Sekunden in den Schlummermodus, so dass sie wieder als Abstellfläche für das Küchengerät gebraucht werden kann. Ich bin allerdings gespannt, wie gut das dann wirklich funktioniert.

Das Bedienfeld Touch Stone ist in die Arbeitsfläche aus Naturstein eingelassen (Bild: Strasser Steine)

Die Eingaben werden per Loxone Air, einer Funktechnik, an den Loxone Miniserver Go gesendet, der dann die Kontrolle über die Ausführung übernimmt. In der Smart Kitchen lassen sich auf diese Weise (zumindest theoretisch) alle wichtigen Küchengeräte steuern: der Herd mit Kochfeld und Ofen, die Dunstabzugshaube oder die Küchenuhr. Auch das Drumherum lässt sich den eigenen Bedürfnissen anpassen: das Licht, die Lautstärke der Musik und vielleicht sogar schon den ersten Gästen die Tür öffnen. Bei dieser Lösung muss man sich auf das Smart-Home-System von Loxone einlassen, doch eine robuste Toucheingabe wird sich sicherlich bald auch in anderen Küchen finden. Die hört dann vielleicht auf Alexa und ist hoffentlich auch bezahlbar. Der Preis für den Touch Stone ist noch nicht bekannt.

Was wären denn die Alternativen? Fast alle Geräte im Smart Home lassen sich dank der Anbindung ans Internet auch über den Touchscreen des Smartphones bedienen. Das ist naheliegend, aber nicht die beste Lösung. Sprachbasierte Assistenten wie Amazon Alexa oder Google Hello erobern derweil die Wohnungen, weil sie sich auch bedienen lassen, wenn man die Hände gerade nicht frei hat oder diese vom Kochen schmutzig sind und auf dem Touchscreen klebrige Spuren hinterlassen würden. Deshalb ist auch der Touchscreen im Ceranfeld keine gute Lösung. Schott hat mit Miradur gerade ein besonders hartes Glas vorgestellt. Das sind die Entwicklungen, die ich dort sehen möchte. Den Touch Stone, die Bedienung über die Arbeitsplatte, halte ich dagegen für eine gute Idee.

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