Elektrische Zahnbürste teilen: Nur bedingt empfehlenswert

Es kann sinnvoll sein, eine elektrische Zahnbürste mit anderen Familienmitgliedern zu teilen. Dabei solltet ihr allerdings einiges beachten.

Elektrische Zahnbürste teilen: Nur bedingt empfehlenswert

Mutti, Vati, Kind(er) – braucht wirklich jeder eine eigene elektrische Zahnbürste? Eigentlich nicht, wenn ihr die Hygiene nicht außer Acht lasst und es zu eurem Lebensstil passt. Im Alltag kann es sich allerdings lohnen, etwas Geld für mehrere Zahnbürsten im Haushalt auszugeben.

Kann ich eine elektrische Zahnbürste teilen?

Elektrische Zahnbürsten sind auf einen langen Betrieb ausgelegt. Zwar lassen sich die Akkus elektrischer Zahnbürsten meist nicht leicht tauschen, doch in der Regel halten diese mehrere Jahre. Und viel wichtiger: Die Bürstenköpfe könnt ihr jederzeit wechseln. Es ist daher möglich, dass jedes Familienmitglied einen eigenen Bürstenkopf erhält, aber dasselbe Handstück nutzt.

Gerade teurere Zahnbürsten bieten viel Komfort. Wieso sie nicht für die ganze Familie nutzen? (Foto: Braun)
Gerade teurere Zahnbürsten bieten viel Komfort. Wieso sie nicht für die ganze Familie nutzen? (Foto: Braun)

Hier solltet ihr zwingend auf Hygiene achten:

  1. Wascht das Handstück (und separat euren Bürstenkopf) nach der Verwendung stets gründlich ab.
  2. Bewahrt die Bürstenköpfe aller Familienmitglieder getrennt voneinander auf.
  3. Vermeidet einen Kontakt der in Verwendung befindlichen Bürstenköpfe.
  4. Berührt nicht die Bürstenköpfe der anderen Familienmitglieder.
  5. Stellt eure Zahnbürste und die Köpfe stets aufrecht, damit sie an der Luft trocknen können.

Klar, auch hier besteht ein gewisses Hygiene-Restrisiko, doch das erwartet euch auch beim Küssen.

Tipp: Im Handel erhältlich sind spezielle Desinfektionsmittel für Zahnbürsten. Auch ein antibakterielles Mundwasser kann potenzielle Übertragungen minimieren.

Zahnbürste teilen und die Hygiene

Ein Hauptproblem ist zweifelsohne die Mundhygiene. Einer britischen Studie zufolge würden 26 Prozent der (befragten) Menschen ihre eigene Zahnbürste verleihen. Gerade bei Paaren bzw. in Familien mag das nachvollziehbar und weniger ekelig sein. Doch Zahnärzte raten davon dringend ab. Ihr setzt euch Gesundheitsrisiken aus, wenn ihr eine klassische Zahnbürste oder denselben Bürstenkopf einer elektrischen mit euch bekannten Personen teilt.

Eine elektrische Zahnbürste lässt sich mit anderen teilen. Aber achtet auf die Hygiene. (Foto: Philips)
Eine elektrische Zahnbürste lässt sich mit anderen teilen. Aber achtet auf die Hygiene. (Foto: Philips)

Woran liegt’s? Beim Putzen kommt es gelegentlich zu Zahnfleischbluten und damit offenen „Wunden“. Zudem reibt ihr mit der fremden Zahnbürste im schlimmsten Fall Bakterien in das verletzte Zahnfleisch ein. So kann sich vor allem Parodontitis besonders leicht übertragen. Noch schwerwiegender sind die Risiken für blutübertragbare Erkrankungen wie Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV. Über die Schleimhäute wiederum gebt ihr beispielsweise Erkältungsviren über die Zahnbürste weiter.

Es ist auch naheliegend: Auf Zahnbürsten siedeln sich die unterschiedlichsten Mikroorganismen der Mundhöhle an. Das feuchte Milieu der Borsten begünstigt die Vermehrung der Bakterien, die ihr beim Teilen eurer Zahnbürste dann weitergebt. Das solltet ihr dringend vermeiden.

Eigene elektrische Zahnbürste für jeden

Es ist für Hersteller natürlich schön, wenn jeder Mensch eine eigene elektrische Zahnbürste besitzt. Aber es ist häufig auch sinnvoll, sich für mehrere solcher Geräte im Bad zu entscheiden – abseits vom Aspekt Hygiene.

Eine smarte Zahnbürste eignet sich nicht für mehrere Anwender. (Foto: Philips)
Eine smarte Zahnbürste eignet sich nicht für mehrere Anwender. (Foto: Philips)
  1. Kinder haben einen kleineren Mundraum, ggf. noch ihre Milchzähne und kleinere Hände als ihre Eltern. Weichere Borsten, kompaktere Ausmaße und sogar rutschfeste Griffe sind die Stärken elektrischer Zahnbürsten speziell für Kids. Wenn diese allerdings mit ihrem eigenen Bürstenkopf eine Bürste für Erwachsene verwenden sollen, macht das Putzen womöglich weniger Spaß oder ist nicht effektiv. Erwachsene und gerade jüngere Kinder sollten daher ihre eigenen Zahnbürsten haben.
  2. Was ist, wenn am Morgen wenig Zeit ist und alle gleichzeitig die Zähne putzen wollen? Teilt ihr euch die Zahnbürste bzw. das Handstück, ist das nicht möglich. Das kann frustrierend sein.
  3. Wer smarte elektrische Zahnbürsten favorisiert, um seine Putzgewohnheiten zu analysieren und zu verbessern, sollte seine Bürste nicht teilen. Denn solche Geräte sind nicht für mehrere Anwender ausgelegt.
  4. Benutzen drei, vier Personen eine einzige elektrische Zahnbürste, dürfte sich die Lebenserwartung dieser deutlich verkürzen – Stichwörter Materialermüdung und Akku. Die meisten Modelle, auch die höherpreisigen, sind für eine reguläre Verwendung für eine Person ausgelegt.

Zahnbürsten für die ganze Familie statt teilen

Meine Empfehlung: Obwohl ihr eine elektrische Zahnbürste teilen könnt – gerade in einer Familie – so ist das nicht immer praktisch und berücksichtigt kaum die individuellen Wünsche der jeweiligen Personen. Kinder haben andere Ansprüche, manche möchten einen Sensitiv-Modus für ihre Zähne, andere brauchen einen speziellen Zahnfleisch-Schutz oder Statistiken vom Putzen.

Klassische elektrische Zahnbürsten eignen sich auch für Kinder - allerdings ältere. Jüngere sollten entsprechend angepasste verwenden. (Foto: Braun)
Klassische elektrische Zahnbürsten eignen sich auch für Kinder – allerdings ältere. Jüngere sollten entsprechend angepasste verwenden. (Foto: Braun)

Das alles geht nur dann gut, wenn alle ihre persönlichen Zahnbürsten haben. Freilich sind das wieder zusätzliche „Strom- und Platzfresser“ im Bad, doch gerade bei der Zahnhygiene solltet ihr wenige Kompromisse eingehen. Und: Gute elektrische Zahnbürsten sind heutzutage schon zu fairen Preisen erhältlich.

Fazit: Eine elektrische Zahnbürste könnt ihr teilen, doch ratsam ist dies nur für den Notfall oder wenn’s (gerade) nicht anders geht. Besser ist es, wenn jeder im Haushalt seine eigene Zahnbürste erhält.

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