Aquastop bei Waschmaschinen: Bloß keine Wasserschäden!

Wenn der Schlauch platzt oder die Waschmaschine ein Leck hat – verschiedene Aquastop-Techniken schützen gegen Wasserschäden. Doch nicht immer gleich.

Aquastop bei Waschmaschinen: Bloß keine Wasserschäden!

Du stellst die Waschmaschine an, gehst kurz zum Kiosk, nach deiner Rückkehr steht die Wohnung unter Wasser. Während du noch überlegst, was zu tun ist, klingelt es an der Tür. Beim Nachbarn tropft es schon von der Decke.

Moderne Waschmaschinen erkennen Lecks von alleine, sperren umgehend den Wasserzulauf und versuchen so Wasserschäden zu vermeiden. Die Hersteller verwenden oft den Namen Aquastop, allerdings für unterschiedliche Techniken, die dann auch nur unterschiedlich helfen. Wir erklären wie.

Wie funktioniert der Aquastop?

Den Aquastop kennen viele als kleinen Kasten, der am Anfang des Zulaufschlauchs sitzt, direkt hinter dem Wasserhahn. Bei einem Defekt im Schlauch oder in der Maschine sperrt der Aquastop den Wasserzulauf, ohne dass du den Hahn zudrehen musst.

Der Aquastop unterbindet den Wasserzulauf, wenn der Schlauch geplatzt ist (Bild: Siemens)

Wenn also Wasser aus Schlauch oder Maschine läuft, läuft dank Aquastop kein Wasser mehr nach. Die ausgetretene Wassermenge bleibt begrenzt, der Wasserschaden hoffentlich auch.

Dabei gibt es mehrere Varianten des Aquastops. Sie unterscheiden sich darin, wie im kleinen Kasten das Ventil schließt und wie der sogenannte Sicherheitszulaufschlauch aufgebaut ist.

Die verschiedenen Aquastop-Systeme

Ein chemisch-mechanischer Aquastop besteht aus einem doppelwandigen Zulaufschlauch. Im Schlauch steckt also noch ein weiterer. Nur im inneren Schlauch fließt Wasser. Wenn dieser platzt oder auch nur einen Riss hat, gelangt Wasser in den äußeren Schlauch. Dort trifft die Feuchtigkeit auf eine Substanz, die sich durch eine chemische Reaktion ausdehnt. Dadurch übt sie Druck auf das Ventil am Wasserhahn aus und schließt dieses.

Nur der innere Schlauch führt Wasser. Zwischen den Schläuchen befindet sich meist ein Kabel, das das Magnetventil steuert.

Ein rein mechanischer Aquastop erkennt einen geplatzten Schlauch am plötzlichen Druckabfall. In diesem Fall schließt eine Feder ein Magnetventil, sodass kein Wasser mehr nachlaufen kann. Allerdings reagiert der mechanische Aquastop nicht auf Risse, bei denen nur kleine Mengen Wasser austreten. Bei längerer Abwesenheit kann dann doch ein größerer Schaden entstehen.

Ein elektrischer Aquastop steuert das Ventil am Wasserhahn elektrisch. Das Ventil am Wasserhahn bleibt dauerhaft geschlossen und wird nur geöffnet, wenn ein Waschprogramm läuft. Verschiedene Sensoren in der Maschine versuchen austretendes Wasser zu erkennen – einen geplatzten Zulaufschlauch wie auch undichte Stellen in der Maschine. In diesem Fall wird das Ventil umgehend geschlossen.

Niveauschalter und Bodenwanne

Einer dieser Sensoren in der Maschine ist der Niveauschalter (auch Druckschalter genannt). Er erkennt den Wasserstand im Gerät und steuert darüber den Ablauf des Waschprogramms. Auf diese Weise kann er auch registrieren, wenn kein Wasser mehr in das Gerät gelangt, obwohl das gerade für den Waschgang benötigt wird – zum Beispiel wenn der Schlauch geplatzt ist.

In vielen, aber nicht allen Waschmaschinen fängt eine Bodenwanne das Wasser auf, das an einer undichten Stelle im Gerät austritt. Ein Schwimmerschalter bewirkt dann, dass kein weiteres Wasser mehr in die Maschine fließt. Im besten Fall pumpt die Maschine das Wasser dann auch automatisch ab.

Bodenwanne einer Waschmaschine
Die Bodenwanne fängt etwas Wasser auf, wenn die Waschmaschine ein Leck hat. Danach wird es nass in der Wohnung (Bild: Miele)

Wichtig ist, dass Niveauschalter und Schimmerschalter mit dem Magnetventil am Beginn des Zulaufschlauchs verbunden sind, damit im Fall einer Leckage nicht weiter Wasser nachläuft. Dies ist aber nicht bei allen Geräten gegeben.

Die Verwendung des Begriffs Aquastop gibt auch noch keinen Hinweis darauf, welcher Schutz vor Wasserschäden tatsächlich in der Waschmaschine steckt. Hier hilft nur ein Blick in die Bedienungsanleitung oder die Beratung im Fachhandel.

In der Wohnung oder im Keller aufstellen?

Waschmaschinen bieten einigen Schutz davor, dass Wasser unkontrolliert ausläuft, komplett verhindern können sie es aber nicht. Du solltest daher genau überlegen, wo du dein Gerät aufstellst.

  1. Wie gut ist deine Waschmaschine gegen Wasserschäden geschützt? Über welche Aquastop-Technik im Zulaufschlauch verfügt sie? Ist eine Bodenwanne eingebaut? Wird das Wasser dort automatisch abgepumpt?
  2. Wohin läuft das Wasser, wenn es unkontrolliert austritt? Verfügt der Raum über einen Abfluss im Boden? Wohnt jemand in der Wohnung unter dir? Woraus sind die Decken gemacht?

Im Zweifelsfall solltest du deine Waschmaschine im Keller in der Waschküche aufstellen.

Bodenabluss mit Füßen (Bild: Getty Images)
Am besten die Waschmaschine in einem Raum aufstellen, der einen Abfluss im Boden hat (Bild: Getty Images)

Einige Vermieter:innen legen das im Mietvertrag sogar fest. Viele Versicherungen zahlen auch nicht für Wasserschäden, wenn du die Waschmaschine falsch aufgestellt hast oder wenn die Waschmaschine nicht über eine ausreichende Sicherung gegen Wasserschäden verfügt.

Fazit: Auf Qualität setzen

Wenn du dir eine qualitativ hochwertige Waschmaschine zulegst, musst du dir nicht viele Gedanken machen: Sie wird über einen effektiven Schutz gegen Wasserschäden verfügen und dafür mehrere Techniken kombinieren.

Dem Begriff Aquastop allein solltest du allerdings nicht vertrauen, denn er ist nirgendwo genau definiert. Viele Hersteller verwenden ihn, dennoch kann sich im Gerät mehr oder weniger wirksame Technik befinden, um vor auslaufendem Wasser zu schützen. Die Gefahr besteht vor allem bei günstigen Waschmaschinen.

Wenn du sicher gehen möchtest, dass deine Waschmaschine korrekt angeschlossen wurde, was die Versicherungen meist verlangen, beauftrage einen Fachbetrieb. Auch EURONICS bietet einen Anschlussservice für Waschmaschinen an.

Ein guter Handwerksbetrieb hilft auch, wenn ein Wasserschaden entstanden ist und die Waschmaschine repariert werden muss.

Beitragbild: Getty Images

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