Einige der ersten Anwendungen für die Daydream View. Unter anderem gibt es ein Feature des Kinofilms "Fantastic Beasts and where to find them".

Google Daydream View: Zum Verkaufsstart alles über die hoffnungsvolle neue Virtual-Reality-Brille

Google Daydream View könnte die neue „Volksdroge“ für den Einstieg in Virtual Reality werden. Klammheimlich hat sich der Datenriese auch in diesem Zukunftsfeld an die Spitze gesetzt. Eine Fernbedienung macht den Unterschied, doch ein gravierender Nachteil könnte die Party noch versauen.

Genug gelitten, jetzt wird’s geschmeidig. Google ersetzt die klobige Pappbrille Cardboard mit der anschmiegsamen Daydream View und bietet Virtual Reality seit dieser Woche in der neuen Form zu einem günstigen Preis an.

Mein Kollege Sven Wernicke ist großer Virtual-Reality-Fan und hat die Daydream View vor einem Monat hier vorgestellt, die Vorzüge aufgezählt und das Potenzial schon einmal als hoch eingeschätzt. Nun gibt es sie auch in Deutschland zu kaufen. Zeitgleich hat Google die neue Daydream-App veröffentlicht, die als Plattform für weitere Anwendungen dient. Dieser Beitrag soll euch die wichtigsten Fragen über die Google Daydream View beantworten.

In die Google Daydream View wird ein Smartphone eingesetzt, das als Bildschirm dient.

In die Google Daydream View wird ein Smartphone eingesetzt, das als Bildschirm dient.

Was genau ist die Daydream View?

Die Google Daydream View ist ein Headset, in das man ein kompatibles Smartphone einsetzt. Beides zusammen ergibt eine Virtual Reality-Brille. Über die App Daydream lassen sich Anwendungen laden und starten. Eine einfache Pointer-Fernbedienung, die an die Wii Mote erinnert, hilft bei der Steuerung der Anwendungen. Google hat die Daydream View aus weichen und teils abwaschbaren Textilien gefertigt – anders als das Vorgänger-Projekt Google Cardboard, bei dem sich Anwender ein Pappgestell aufsetzen mussten.

Was war noch einmal Virtual Reality und wozu ist das gut?

Das Besondere an Virtual Reality-Brillen ist, dass man in eine andere Welt eintaucht. Anders etwa als wenn man nur einen Bildschirm mit einem Video betrachtet, hilft einem das Virtual-Reality-Set, diese Welt auch zu erleben. Neigt man bei aufgesetztem VR-Headset den Kopf oder schaut nach links, rechts oder hinter sich, sieht man einen anderen Ausschnitt des Bildes. Dadurch hat man das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Besonders bei der Betrachtung von Panorama-Bildern oder -Videos und vor allem bei Videospielen spielt eine Virtual-Reality-Umgebung ihren Vorteil voll aus.

Google Pixel (XL): Erstes kompatibles Smartphone für die Daydream View

Google Pixel (XL): Erstes kompatibles Smartphone für die Daydream View

Wo gibt es die Daydream View zu kaufen und was kostet sie?

Für den Anfang gibt es die Daydream View im Google Store und bei der Telekom zu kaufen. Kostenpunkt: jeweils 69 Euro plus eventuell Versand. Andere Online-Shops sollen in Kürze folgen.

Was brauche ich sonst noch, um die Daydream View zu benutzen?

Ihr braucht ein kompatibles Smartphone, um die Google Daydream View zu benutzen. Und das ist zu diesem Zeitpunkt das Hauptproblem, denn bislang listet Google als Daydream-fähige Smartphones einzig das hauseigene Google Pixel auf. Das gibt es mittlerweile auch in Deutschland zu kaufen, ist aber teuer und trotz ordentlicher Testberichte nicht ganz unumstritten. Ferner ist die notwendige App Daydream ein Sonderfeature von Android 7.1, was Google bisher wiederum erst für das Pixel veröffentlicht hat.

Einziges mit der Daydream View kompatibles Smartphone zum Start im November 2016: das Google Pixel (XL).

Einziges mit der Daydream View kompatibles Smartphone zum Start im November 2016: das Google Pixel (XL).

Mehr und mehr Smartphone-Hersteller bieten dieser Tage Updates auf Android 7.0 an. Das ist allerdings eine Version unter Android 7.1, das Google derzeit exklusiv für das Pixel nutzt. So haben derzeit selbst Highend-Smartphones wie das Samsung Galaxy S7 Edge oder das HTC 10 keinen Zugang zu Daydream. Google verspricht, dass in absehbarer Zeit auch andere Android-Smartphones Daydream-fähig werden. Ob das allerdings für bereits verfügbare Telefone gilt oder nur etwas für zukünftige Geräte sein wird, verriet Google noch nicht.

Kann ich die Daydream View auch mit dem iPhone benutzen?

Bisher ist es nicht möglich, die Google Daydream View mit einem Apple iPhone zu benutzen. Und es könnte sogar dabei bleiben. Google hat deutlich gemacht, dass Daydream ein Exklusiv-Feature für Android sein soll. Derzeit sogar nur für Android 7.1, um genau zu sein. Die enge Kopplung an das erste echte eigene Smartphone aus einem Hause, das Google Pixel, macht deutlich, dass Google hier gegenüber Apple auftrumpfen will. Viel wird also auch davon abhängen, wie gut sich das Google Pixel verkauft. Sollten die Kunden den hohen Preis nicht annehmen, könnte Google schnell unter Zugzwang geraten und sich genötigt sehen, Daydream auch für andere Systeme bereitzustellen. Dann irgendwann auch für das weit verbreitete iPhone.

Ich habe bereits eine Google Cardboard. Wo liegt der Unterschied zu Daydream View?

Google Cardboard: Eine Pappe, die die (virtuelle) Welt bedeutet

Google Cardboard: Eine Pappe, die die (virtuelle) Welt bedeutet

Leider ist Google Cardboard nicht kompatibel mit der Daydream-App. Denn letztere benötigt anspruchsvollere Hardware. Der Hauptunterschied ist aber die mitgelieferte Fernbedienung. Die Google Cardboard hatte kaum Steuerungsmöglichkeiten und der Anwender sah sich vor allem in der Rolle des Betrachters. Bei der Daydream View wird man dank der Fernbedienung zum Handelnden, hat etwa viel mehr Möglichkeiten, in einem Videospiel zu interagieren. Das stellt gleichzeitig höhere Ansprüche an die Technik.

Was wird dann nun aus Cardboard? Stellt Google das Projekt ein?

Die Google Cardboard wird es auch weiterhin geben. Man kann sie selber basteln oder für einen erschwinglichen Preis von meist unter 20 Euro bei verschiedenen Shops online kaufen. Sehr viel mehr Smartphones sind mit Google Cardboard kompatibel als mit der Daydream View. Allerdings ist die Frage, ob Google noch viel Energie in das Cardboard-Projekt hineinstecken wird, denn die Zukunft dürfte Daydream gehören.

Welche Anwendungen kann ich mit der Daydream View nutzen?

Für den Anfang ist die Auswahl an Apps für die Daydream View beschränkt. Es finden sich einige übliche Verdächtige wie Apps von Nachrichtensendern und Journaillen wie der New York Times, USA Today, aber auch dem ZDF oder Arte. Ferner gibt es mit „Hello Mars“ die Möglichkeit, den Roten Planeten zu erkunden und mit „Ocean Rift“ die Tiefsee. Die YouTube-App für Daydream wird sicherlich ein Gamechanger werden. Google Play Movies & TV und Netflix bieten Lösungen an. Auch erste Spiele wie „Danger Goat“ oder „Hunters Gate“ gibt es.

Einige der ersten Anwendungen für die Daydream View. Unter anderem gibt es ein Feature des Kinofilms "Fantastic Beasts and where to find them".

Einige der ersten Anwendungen für die Daydream View. Unter anderem gibt es ein Feature des Kinofilms „Fantastic Beasts and where to find them“.

All das ist natürlich nur eine kurze Momentaufnahme. Bei Erfolg wird es sicherlich schon in einem Jahr mehr Apps für die Daydream View geben als man jemals nutzen kann.

Wird es Daydream-Brillen auch von anderen Herstellern geben?

Es wird Daydream-Headsets in absehbarer Zeit höchstwahrscheinlich auch von anderen Herstellern geben. Google hat Daydream auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz Google I/O 2016 als Plattform vorgestellt, an der man auch mit anderen Hardware-Herstellern zusammenarbeitet. Die Frage ist, ob sich das für diese lohnen wird. Denn die Google Daydream View bietet in der Form schon ein kaum schlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wohin geht die Reise mit der Daydream View?

Google macht mit der Daydream View vieles richtig. Gerade der mitgelieferte Controller bedeutet einen massiven Unterschied zur Google Cardboard. Nun wird der Nutzer vom Zuschauer zum Handelnden. Und wäre das VR-Headset vom Fleck weg mit jedem modernen Top-Smartphone kompatibel, wäre Google angesichts des günstigen Preises ein Erfolg in meinen Augen beinahe sicher. Ist es aber nicht. Bislang funktioniert Daydream View nur mit dem umstrittenen und teuren Google Pixel und das ist ein massiver Nachteil.

Google Daydream View: Materialien sollen abwaschbar und atmungsaktiv sein.

Google Daydream View: Materialien sollen abwaschbar und atmungsaktiv sein.

Google sollte die Daydream-Experience so schnell wie möglich auch auf die Smartphones anderer Hersteller mit Android 7.0 und mittelfristig auch auf das iPhone bringen. Dann könnte unser aller Daten- und mittlerweile auch Hardware-Riese mit der Daydream View so richtig durchstarten.

Alternativen zur Daydream View

Hier auf dem Blog berichten wir euch immer wieder über den Megatrend Virtual Reality und damit auch über andere Lösungen, um die Technik zu nutzen:

  • Samsung Gear VR ist eine ganz ähnliche Lösung wie die Daydream View mit einem etwas höheren Preis, einigen Vorteilen mehr, aber auch ähnlichen Nachteilen: So ist sie nur mit einer Handvoll Samsung-Smartphones kompatibel.
  • Sony Playstation VR erweitert die beliebte Spielkonsole PS4 um die virtuelle Realität. Sie ist teuer, etwas umständlich, machte meinem Kollegen Sven im Test aber schon richtig Spaß.
  • Oculus Rift: Mit ihr fing vor ein paar Jahren alles an. Die Oculus Rift ist eine eigenständige Virtual Reality-Brille, mit der man – ähnlich wie bei der Playstation VR – aber per Kabel an einen Rechner gebunden ist. Da sie einen eigenen Bildschirm besitzt, ist sie deutlich teurer als Lösungen wie Daydream View oder Gear VR.
  • HTC Vive: Ähnlich wie die Oculus Rift ein eigenständiges VR-Headset, das mit Kabeln an einen Rechner angeschlossen wird.
  • Google Cardboard: Die preiswerte Einstiegslösung in Virtual Reality funktioniert mit sehr vielen Smartphones auch älterer Bauart. Allerdings ist der Benutzer bei den meisten Apps auf die Rolle des Betrachters beschränkt. Interaktionsmöglichkeiten gibt es kaum.

In einer VR-Serie hier im Blog haben wir euch bereits eine kleine Einführung in Virtual Reality gegeben. Mehr zum Thema findet ihr unter unserem Tag Virtual Reality. Und auch über die Google Daydream View halten wir euch natürlich auf dem laufenden.

Bilder: Google

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