Verlierer des Smartphone-Booms: Verdrängt, aber noch lange nicht tot

Das Smartphone hat andere einst beliebte Geräteklassen schlicht aufgefressen, analysiert der Zahlendienst Statista. Doch hier ist ein zweiter Blick angebracht, denn MP3-Player, Kompaktknippsen und Co. haben weiterhin eine Daseinsberechtigung und Hersteller motzen sie mit immer besseren Features noch einmal auf.

Verlierer des Smartphone-Booms: Verdrängt, aber noch lange nicht tot

Kameraprimus Canon hat neulich neben zwei neuen Spiegelreflexkameras auch zwei neue Kompaktkameras vorgestellt – für Preise zwischen 350 und 650 Euro. Deren Ernst? Ja. Denn die vermeintlich längst vom Smartphone verdrängte Kompaktknipse erlebt eine Renaissance und schlägt die in jedes Smartphone eingebaute Mini-Kamera in einigen Details. Mit einem optischen Zoom etwa kann bisher kein Smartphone nennenswert aufwarten. Schnelle Bildfolgen, manuelle Belichtungssteuerung, große Sensoren und ein Autofokus mit zahlreichen Messfeldern sprechen ebenfalls noch für Edelkompakte. Überflüssig sind die kleinen Kameras also noch lange nicht.

Einen zweiten Blick riskieren

Schaut man sich die nackten Zahlen an, dann hat Statista natürlich Recht und es erscheint dem Betrachter logisch: Der größte Verlierer des Smartphones-Booms ist das Feature Phone, also das uns allen als „einfaches Handy“ bekannte Mobiltelefon ohne wesentliche mobile Internet- und App-Funktionen. Aber auch andere elektronische Geräte verzeichnen deutlich weniger Absatz, seit das Smartphone boomt, wie die Grafik von Statista zeigt. Das sind neben der schon genannten Kompaktkamera auch Navigationssysteme und MP3/MP4-Player:

Das Smartphone gewinnt, andere verlieren. Grafik: Statista
Das Smartphone gewinnt, andere verlieren. Grafik: Statista

Die Hersteller wissen das natürlich auch. Und schaut man sich mal ein wenig im Fachhandel und online um, fällt einem durchaus etwas auf: Die vermeintlich aussterbenden Geräte werden noch einmal aufgemotzt und speziell für einzelne Anwendungsbereiche ausgerüstet und neu beworben. Ein 5,5 Zoll großes Smartphone mit auf einen 10-Kilometer-Lauf zu nehmen, ist etwa mäßig lustig. Mehr Spaß macht das Laufen mit Musik mit einem leichten, schlanken MP3-Player mit Sport-Kopfhörer. Navigationsgeräte sind oft noch etwas ausgereifter als entsprechende Apps auf dem Smartphone und punkten mit Echtzeitinformationen wie 3D Traffic Live. Einfache Mobiltelefone haben meist einen deutlich ausdauernderen Akku als Smartphones.

Das Smartphone ersetzt viele Funktionen anderer elektronischer Geräte, aber eben nicht immer genauso gut. Hier lohnt es sich immer noch, einen zweiten Blick zu riskieren.

Das Beitragsbild zeigt die „Edelkopmptakte“ Canon G7X Mark II.

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