Sony Alpha 7 S III: Fotokamera für Cineasten vorgestellt

Sony gönnt seiner beliebten Alpha 7 S II nach fünf Jahren eine würdige Nachfolgerin. Wir haben uns die alpha 7 S III angeschaut und waren erstaunt, dass sie mit einer Foto-Kamera nur noch die Kategoriebezeichnung teilt.

Im boomenden Segment der spiegellosen Systemkameras hat Sony einen Platz an der Sonne erobert. Die Produkte der Japaner überzeugen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, haben sich mit Streamern eine lukrative Zielgruppe erschlossen und gelten auch unter Profi-Fotografen als brauchbare Alternative zu Canon und Nikon.

Neues Design, neue Menüs, bestehende Kompatibilität

Zunächst einige Worte zum Design und zur Hardware-Kontinuität. Sony spendierte der Alpha 7 S III ein neues Gehäuse, das kompakt bleibt, Wärme jedoch besser ableitet. Die Bedienelemente, Knöpfe und Einstellrädchen sind logisch angeordnet. Der E-Mount bleibst bestehen, was heißt, dass ihr aus über 50 Sony-Objektiven wählen könnte. Die Folgekosten sind also überschaubar, solltet ihr bereits eine Sony-Kamera euer eigen nennen.

Objektive Sony

Eine riesige Auswahl an Objektiven erweitert eure Möglichkeiten. (Foto: Sony)

Wie alle anderen Big Player der Branche setzt Sony auf ein umfangreiches Touch-Display-Menü. Dieses haben die Programmierer neu gestaltet mit dem Ziel, auch kleinste Details schnellstmöglich einstellen zu können.

Sony Alpha 7 S III

Das Touch-Menü ist neu gestaltet. (Foto: Sony)

Eine Filmkamera – wortwörtlich

Die Alpha 7 S III ist weniger für Fotos, denn für Filme konzipiert. Herzstück der Kamera ist der neue Vollformat-Sensor mit 12,1 Megapixel Auflösung.

Er beherrscht einen Dynamikumfang von 15+ Blendenstufen, kann nativ in 4K (max. 120 fps, 10% Crop) und Full HD (max. 120 fps, kein Crop) bei einer 10-Bit-Farbtiefe (4:2:2) aufnehmen. Dank zweier Speicherkartenslots (wahlweise microSD oder dem neuen Format CFexpress Type A) sind durchgehende Videoaufnahmen von mehr als einer Stunde möglich. Die bisherige Beschränkung lag bei 29 Minuten und 29 Sekunden.

Die Fußnote hierzu: Neben microSD-Karten (UHS-II ist unterstützt) bietet Sony den Dual-Slot für das neue CFexpress-Type-A-Format an, welches einen noch höheren Datendurchsatz hat.

Speicherkarten Sony Alpha 7 S III

Die Alpha 7 S III unterstützt microSD-Karten und das neue Format CFexpress Type A. (Abbildung: Sony)

Ein neuer Bild-Sensor für lichtschwache Situationen…

In der Online-Präsentation war Sony nicht müde zu betonen, wie gut der neue Exmor-R-Sensor mit diffusen Lichtbedingungen umgehen kann. In den Test-Footages war selbst bei einer ISO von 160.000 kein Rauschen zu erkennen. Der Standard-ISO-Wert liegt bei 80 und geht bis zu ISO 102.400 im Bewegtbild und ISO 409.600 im Standbild.

Video-Aufnahmen aus der Hand sind dank 5-Achsen-Bildstabilisierung ruhiger als bei der Vorgängerin. (Foto: Sony)

Eine Adelung erfährt die S-Serie von Sony mit dem neuen Autofokus-System. Die Ingenieure versprechen nicht weniger als eine so schnelle Fokusausrichtung, dass Bewegtmotive selbst bei 120 Bildern/Sekunde in jedem einzelnen Frame scharf dargestellt sind.

Eine AF-Automatik gibt es zwar, jedoch stehen euch viele spezielle Autofokus-Automatiken zur Auswahl, mit der ihr auf die Filmsituation reagiert.

… Bildprozessor für schnelle Ausgabe…

Eine weitere Neuerung ist der Prozessor BIONZ XR. Er bringt gegenüber dem BIONZ X eine achtfach höhere Rechenleistung, minimiert Rechenverzögerungen und Minimierung des Rolling-Shutter-Effekts um den Faktor 3.

Der so ausgestattete Bildprozessor übersetzt die Rohdaten in fertige Fotos und Videos. Bei der Farbgenauigkeit soll er neue Maßstäbe setzen, menschliche Haut wirkt natürlich, das Grün der Pflanzen ist nicht übergesättigt, der Weißabgleich bei künstlichem Licht präziser.

So viel Rechenleistung erzeugt konsequenterweise Wärme. Um eine Überhitzung zu vermeiden, hat Sony die passive Kühlung einer Generalüberholung unterzogen. Trotz neuem Kühlkörper und dem Gehäuse bleiben die Abmaße kompakt.

Sony Alpha 7 S III - Abwärme

Die passive Kühlung ist neu konzipiert. (Foto: Sony)

… und tonnenweise Extras

Sonys Markenzeichen ist seit Jahren die im Gehäuse integrierte Bildstabilisierung. Die Alpha 7 S III nutzt eine solche mit 5 Achsen namens Active Mode. Sie soll so genau sein, dass längere Kamerafahrten und -schwenks aus der Hand beruhigt sind – schwere Gimbals adé!

Das schwenk- und drehbare 3,0-Zoll-Display mit 1,44 Millionen Bildpunkten beugt Verrenkungen vor und erlaubt euch, selbst in abenteuerlichen Einstellungen das Bild jederzeit zu begutachten. Einen Rekordversuch unternahm Sony beim Sucher: Der verbaute OLED-Bildschirm ist mit 9,44 Millionen Pixeln ausgestattet.

Sony Alpha 7 S III

Das Schwenkdisplay erlaubt es, die Aktion immer im Bilde zu haben. (Foto: Sony)

Um nicht erst im Nachhinein das Footage euren Vorstellungen anzupassen, wählt ihr bereits während des Drehs passende Farbprofile und Einstellungen.

Einschätzung: Eine Film-Kamera – wortwörtlich

Wer hinter der Alpha 7 S III eine reine Foto-Kamera erwartet, dürfte sich wundern. Obgleich sie als spiegellose Systemkamera klassifiziert ist, sind Sensor, Hardware-Optimierungen und Software ganz klar auf semi-professionelle Filmschaffende ausgerichtet.

Habt ihr also vor, Werbespots, größere Youtube-Projekte oder einen aufwendigen Abendspielfilm zu drehen, ist die Sony Alpha 7 S III eine heiße Kandidatin auf den Assistenzposten.

Fotografen sollten sich jedoch anderen Modellen zuwenden. Diese haben höher aufgelöste Sensoren, spezialisierte Programmatiken und verzichten auf Ausstattungsballast.

Einen Preis und ein konkretes Erscheinungsdatum nannte Sony nicht.

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