Foto: Sven Wernicke

Kodak Smile & Smile Camera im Test: Das bieten Minidrucker und Sofortbildkamera

Fotos knipsen und diese kurze Zeit später in den Händen halten. Kodak Smile und die Kodak Smile Camera machen es möglich. Wir haben den kleinen Drucker und die Schnappschuss-Kamera getestet.

Nach Polaroid, FujiFilm, Canon und noch einigen weiteren Herstellern möchte jetzt auch Kodak verstärkt im Bereich der Sofortbildfotografie mitmischen. Hinter dem Namen Kodak Smile verbergen sich zwei Geräte: Smile selbst ist ein kompakter Drucker, der Fotos von eurem Smartphone unterwegs ausdruckt. Die Smile Camera ist eine digitale Schnappschuss-Kamera mit Sofortbild-Funktion.

Kodak Smile - das sind ein Drucker und eine Kamera. (Foto: Sven Wernicke)

Kodak Smile – das sind ein Drucker und eine Kamera. (Foto: Sven Wernicke)

Kodak Smile & Smile Camera im Test: Ausgestattet mit ZiNK-Technologie

Sicherlich erinnert die Kodak Smile Camera nicht zufällig an die Canon Zoemini C/S, die ebenfalls auf das flotte Knipsen und Ausdrucken auf ZiNK-Papier ausgelegt sind. Der Kodak Smile-Drucker wiederum lässt sich am ehesten mit dem HP Sprocket Fotodrucker vergleichen. Völlig neu sind die Ansätze von Kodak also längst nicht mehr.

Ein blaues Stück Papier legt ihr mit ein. Dieses kalibriert Kodak Smile (Camera). (Foto: Sven Wernicke)

Ein blaues Stück Papier legt ihr mit ein. Dieses kalibriert Kodak Smile (Camera). (Foto: Sven Wernicke)

Um es vorweg zu betonen: Kodak nutzt die ZiNK-Technologie, um auch die (Folge-)Kosten gering zu halten. Das nötige Papier ist recht günstig, der Drucker selbst muss „nur“ die Mikrokristalle in dem wasser- und reißfesten Papier erhitzen, wodurch die Farben auf dem Bild entstehen. Wie beim Canon Zoemini liegt jedem Papier-Paket ein blaues „Color Calibration Sheet“ bei, was den Drucker kalibriert. Das läuft automatisch ab, ist also kein zusätzlicher Aufwand. So oder so benötigt ihr keine Tinte und freut euch darüber, dass das Druckerpapier nicht im Ansatz so kostspielig ist wie zum Beispiel bei einer aktuellen Polaroid-Kamera.

Euch sollte bewusst sein, dass ZiNK zwar für niedrige Preise für Hardware und Papier sorgt, brillante und kontrastreiche Resultate technisch bedingt aber kaum möglich sind. Das fiel mir schon in meinem Test von Zoemini C und Zoemini S auf und ist auch bei der Konkurrenz von Kodak nicht anders.

Kodak Smile & Kodak Smile Camera: Technische Daten

Rein bezogen auf die technischen Daten mögen die Kodak-Produkte keine Sensation sein. Doch mal ehrlich: Beide Geräte bewegen sich in der 100-Euro-Preisklasse. Im Lieferumfang befinden sich schon Papier-„Starter Packs“ (5 Blatt) sowie ein USB-Kabel zum Aufladen der integrierten Akkus.

Praktisch an der Kodak Smile Camera ist sicherlich das Display. Der Bildschirm ermöglicht eine Anzeige geschossener Fotos, bevor ihr diese ausdruckt. Sobald ihr die Kamera einschaltet, indem ihr das Objektiv „ausfahrt“, offenbaren sich Tasten zur Navigation durch die wenigen Menüs, zum Drucken und natürlich zum Auslösen. Das ist alles schön einfach und selbsterklärend gelöst.

Der Kodak Smile dagegen besitzt nicht einmal mehr einen Ein- und Ausschalter. Stattdessen klappt ihr das Gehäuse ein klein wenig auf, prompt zeigt sich ein mit schicken LEDs beleuchteter Auswurf für die Drucke. Nett.

 Kodak SmileKodak Smile Camera
Kamera:-10 Megapixel (automatischer Blitz, fixer Fokus (32mm), f2.8)
Display:-LCD-Bildschirm
Anschlüsse:Bluetooth, microUSB (zum Aufladen)Bluetooth 4.0, microSD-Speicherkarten-Slot (maximal 256GB), microUSB (zum Aufladen)
Stromversorgung:Integrierter Akku (für bis zu 40 Ausdrucke)Integrierter Akku (für bis zu 40 Ausdrucke)
Zusätzliche Funktionen:Smartphone-App zum Teilen und Bearbeiten von Fotos, Drucken von Smartphone-BildernSmartphone-App zum Teilen und Bearbeiten von Fotos

Der feste Fokus der Kodak Smile Camera ist für etwas ambitioniertere Fotografen sicherlich nicht ganz befriedigend, genauso ist das Design beider Geräte eine Frage des Geschmacks. Ich finde Kamera und Drucker recht kompakt, griffig und vielleicht auch aufgrund der Farben ganz ansehnlich. Kleine Plastik-Bomber sind sie trotzdem.

Bei los geht’s los: Die Einrichtung

Zwar bekommt ihr stets ein Handbuch (auch in deutscher Sprache), doch an sich ist alles selbsterklärend. Ladet die Akkus über das Kabel auf, legt das Papier mit dem Blatt zum Kalibrieren richtig in die Geräte, schaltet sie ein, legt los.

Jetzt geht es ans Fotografieren. (Foto: Sven Wernicke)

Jetzt geht es ans Fotografieren. (Foto: Sven Wernicke)

Bei der Smile Camera nehmt ihr auf Wunsch noch rudimentäre Einstellungen vor: Wünscht ihr einen Rand um eure Fotos? Soll die Kamera automatisch nach dem Knipsen ausdrucken? Wie wäre es mit einfachen Filtern (monochrom, Blaufilter…)? Blitz ausschalten? Viel ist das nicht. Und Fotos könnt ihr nicht wirklich nachbearbeiten. Andererseits eignet sich die Smile Camera daher prima als Sofortbildkamera ohne Schnickschnack. Drei Kamera sichert die Bilder im internen Speicher, mehr Platz bekommt ihr mit einer microSD-Speicherkarte.

Ein klitzekleines bisschen komplizierter ist Kodak Smile. Ladet euch vor der Einrichtung die App für iOS oder Android herunter und folgt den dort angegebenen Schritten. Das ist unproblematisch, auch wenn ich bei meinen ersten Versuchen in der App Verbindungsabbrüche feststellen musste. Doch ein bereits zur Verfügung stehendes Firmware-Update behob diese Schwierigkeit.

Verwendung im Alltag

Die Kodak Smile Camera solltet ihr am besten mit nach draußen nehmen, denn trotz Blitz hinterlassen die Ergebnisse in der Wohnung oder bei schlechten Lichtverhältnissen keinen allzu überzeugenden Eindruck. Hier fehlt es an Hochwertigkeit auf ganzer Linie. Sehr viel besser ist es bei strahlendem Sonnenschein und – ähnlich wie bei Canon Zoemini C/S – klaren Motiven. Bei vielen Details verschwimmen gerne die Objekte ineinander. Eine Selfie-Funktion, zum Beispiel in Form eines Spiegels, gibt’s bei der Kamera leider auch nicht. Auffällig ist ferner der Hang zum Rotstich, den ich mir nicht so recht erklären kann. Im Direktvergleich liefert Zoemini C bessere Fotos.

Auffällig: Der Rotstich. (Foto: Sven Wernicke)

Auffällig: Der Rotstich. (Foto: Sven Wernicke)

Persönlich gefällt mir Kodak Smile eine Ecke besser, auch wenn sich der eigentliche Drucker gegenüber der Smile Camera an sich nicht unterscheidet. Allerdings erhaltet ihr dank der (nicht optimal übersetzten) Smartphone-App zahlreiche Möglichkeiten, euer Foto zu bearbeiten, geeignete Kandidaten aus eurem Fotoarchiv auszuwählen oder Filter zu verwenden. Ihr dürft sogar Augmented-Reality-Elemente auf Ausdrucken verstecken, um so Freunden Videos zu schicken. Diese rufen sie ab, indem sie den AR-Code einscannen. Dumm nur, dass sie hierfür die Smile-App benötigen. Der Ansatz ist lustig, die Umsetzung nicht praxistauglich.

Links Fotos von der Kodak Smile Camera. Rechts Smartphone-Bilder ausgedruckt von Kodak Smile. (Foto: Sven Wernicke)

Links Fotos von der Kodak Smile Camera. Rechts Smartphone-Bilder ausgedruckt von Kodak Smile. (Foto: Sven Wernicke)

Bei meinen Tests erzielte ich mit dem Kodak Smile stets bessere Ausdrucke. Hier kann ich mittels App Kontrast, Helligkeit und Farbton justieren, was sich bei den Ausdrucken wirklich bemerkbar macht. Diesen Spielraum habe ich bei der Smile Camera nicht. Es sei denn, ich bearbeite Fotos ausführlich am Rechner, übertrage sie auf eine microSD-Speicherkarte und drucke diese dann mit der Camera aus. Nur das ist ja nicht Sinn der Sache.

Zum Vergleich: Links Canon Zoemini C, Mitte Kodak Smile Camera, Rechts Kodak Smile mit einem ausgedruckten Smartphone-Foto. (Foto: Sven Wernicke)

Zum Vergleich: Links Canon Zoemini C, Mitte Kodak Smile Camera, Rechts Kodak Smile mit einem ausgedruckten Smartphone-Foto. (Foto: Sven Wernicke)

Fazit: Solide Spaß-Gadgets zum fairen Preis

Bei der Verwendung fühlte ich mich immer wieder an die Zoemini-Modelle von Canon erinnert. Letztlich sind die Unterschiede zwischen der Zoemini C und der Kodak Smile auch gering. In beiden Fällen erhaltet ihr einfache Sofortbildkameras mit ZiNK-Technologie und eingängiger Bedienung. Der Vorteil der Kodak-Cam ist der Bildschirm, wodurch sie sich wie eine klassische Digitalkamera anfühlt.

Mit einer Speicherkarte schießt ihr Fotos, ohne sie ausdrucken zu müssen. Das könnte für Kinder und Laien ganz spannend sein. Die Ergebnisse sind nicht sensationell, aber für Schnappschüsse ausreichend. Und wie für das ZiNK-Papier typisch, könnt ihr sie dank einer Kleberückseite an beliebige Orte heften.

Auch schöne Fotos können entstehen - das druckte der Minidrucker Kodak Smile aus. (Foto: Sven Wernicke)

Auch schöne Fotos können entstehen – das druckte der Minidrucker Kodak Smile aus. (Foto: Sven Wernicke)

Sucht ihr nach einem Hosentaschen-Drucker für das Herstellen kleiner Fotos im 2“ x 3“-Format, kann ich euch den Kodak Smile empfehlen. Der ist preisgünstig und lässt sich gut mit der Smartphone-App steuern. Klar, das Telefon benötigt ihr immer – doch wer hat das heutzutage nicht dabei? Mir gefallen die Einstellmöglichkeiten, die zu qualitativ guten Druckergebnissen führen können. Gegenüber dem Fujifilm Instax Share SP-3 sind die Druckkosten niedriger, die Qualität ist auch etwas schwächer. Dafür ist der Anschaffungspreis geringer.

Günstiger Einstieg in die Welt der Sofortbilder. (Foto: Sven Wernicke)

Günstiger Einstieg in die Welt der Sofortbilder. (Foto: Sven Wernicke)

Kodak Smile und Kodak Smile Camera sind ordentliche Einsteigergeräte für all diejenigen, die einen Winzig-Drucker bzw. eine einsteigerfreundliche Sofortkamera suchen und nicht viel Geld ausgeben möchten. Erwähnte Abstriche müsst ihr in Kauf nehmen, dann dürftet ihr mit dem Gebotenen zufrieden sein.

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