Die GoPro Hero 2018. (Foto: Sven Wernicke)

GoPro Hero 2018: Mehr als nur eine Actioncam für Einsteiger

Eine Actioncam soll es sein? Für den Sommer, für den Urlaub, für die tagtägliche Fahrradfahrt zur Arbeit? Mit der GoPro Hero 2018 erhaltet ihr ein stimmiges und spaßiges Komplettpaket für den (nicht unbedingt immer actionreichen) Alltag.

Zugegeben: Mein letzter GoPro-Test ist schon einige Jahre her, genauer probierte ich 2014 die GoPro Hero 3 aus. Umso interessanter war es jetzt für mich, die GoPro Hero in der 2018er-Version unter die Lupe zu nehmen. Denn nach all der Zeit hat sich viel getan, was sich schon beim Auspacken und ersten „Gehversuchen“ zeigt.

Los geht’s mit der GoPro Hero 2018

Was mir seit jeher gefällt, das ist die ansprechende Verpackung von GoPro. Das ist auch bei der Hero 2018 nicht anders. Im Inneren verbirgt sich die Kamera mit dem Gehäuse, das vor allem vor groben Stößen schützen dürfte. Nur mit diesem könnt ihr die Hero 2018 an weiteren Halterungen befestigen – sie ist mit gewöhnlichen GoPro-Zubehörteilen kompatibel.

Frisch ausgepackt. (Foto: Sven Wernicke)

Frisch ausgepackt. (Foto: Sven Wernicke)

Der Hersteller legt eine gebogene und eine flache Klebehalterung bei, was mir persönlich nicht sonderlich zusagt. Klar, ihr könnt die Hero 2018 damit schnell an einem Helm befestigen, aber von Flexibilität kann dann nicht die Rede sein. Nötig wird also weiteres Zubehör. Wenigstens eine Stativschelle hätte man dazupacken können. Der obligatorische Befestigungsclip fehlt übrigens nicht, ein USB-C-Kabel zum Aufladen des wechselbaren Akkus gibt’s auch dazu.

Vergesst nicht die Speicherkarte. (Foto: Samsung)

Vergesst nicht die Speicherkarte. (Foto: Samsung)

Ein Netzteil und eine microSD-Speicherkarte bräuchtet ihr übrigens noch, solltet ihr diese nicht schon besitzen. Ich selbst griff zu einem beliebigen USB-Netzadapter und einer 32GB großen microSD-Speicherkarte von Samsung, genauer die Samsung EVO Plus SDHC Class 10.

Die technischen Daten

Zur Einordnung ist es hilfreich zu wissen, dass die GoPro Hero 2018 sozusagen das Einstiegsmodell des Actioncam-Experten ist. Im Portfolio befinden sich noch die GoPro Hero Black 6, die Hero Black 5 und die GoPro Fusion, die allesamt eher die ambitionierten Anwender ansprechen sollen. Sie verfügen über (mindestens) 4K-Auflösungen, besitzen teils eine fortgeschrittenere Videostabilisierung und GPS. Die Hero 2018 kann sich dennoch mehr als sehen lassen, wie ich finde.

Wie gewohnt - eine schöne Packung. (Foto: Sven Wernicke)

Wie gewohnt – eine schöne Packung. (Foto: Sven Wernicke)

1440p-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde, reguläre Videostabilisierung, wasserdicht bis 10 Meter, Bedienung über Sprachsteuerung, WIFI & Bluetooth, drei integrierte Mikrofone, 10 Megapixel-Sensor, Serienaufnahme und Zeitraffer, 2 Zoll Touchdisplay, HDMI-Ausgang und allerlei „Spielereien“ dank Anbindung zu einem Smartphone mit installierter App stellen in der Preisklasse absolut zufrieden.

Aber? Ach, es gibt doch immer ein Aber…

Irreführende Angaben

1440p bei 60fps? Das klingt toll, stimmt aber nicht ganz. Stattdessen wird die Auflösung auf 1920 x 1440 Pixel (statt dem sonst hinter 1440p steckenden 2560 x 1440 Pixeln) angepasst, was die Form der Fotos und Videos verändert. Oder anders gesagt: Die GoPro Hero 2018 ist auf 1080p und 60fps ausgelegt – das ist die Angabe, die für euch zählen sollte. Wer mehr wünscht, muss zur deutlich teureren GoPro Hero Black 5 greifen. Kleiner Hinweis am Rande: Die 60 Bilder pro Sekunde gelten bei der NTSC-Einstellung. Bei PAL sind es 50fps.

Ebenso verzichtet die Hero 2018 auf Zeitlupen-Aufnahmen, ihr müsst euch also mit Zeitraffer oder später manueller Bearbeitung der Ergebnisse begnügen.

Hier noch mit Aufkleber auf dem Display. Der Bildschirm ist aber wirklich klein. (Foto: Sven Wernicke)

Hier noch mit Aufkleber auf dem Display. Der Bildschirm ist aber wirklich klein. (Foto: Sven Wernicke)

Abgesehen von der 1440p-Angabe, die ich in der Tat für etwas irreführend halte, sind mir bei der Recherche etliche kritische Stimmen zur Hero 2018 aufgefallen. Wenn davon die Rede ist, dass der Bildstabilisator bei der Hero Black 6 besser sei und die Windgeräusche auffallen – dann fehlt mir hier die Verhältnismäßigkeit. Die Black 6 ist doppelt so teuer, natürlich bietet sie mehr fürs Geld. Die Hero 2018 richtet sich an Anfänger, Gelegenheitsnutzer und all diejenigen, die gute Qualität zu einem fairen Preis erwarten. Und genau das bekommt ihr hier.

Spaß beim Experimentieren

Zugegeben ist es keine riesige Freude, sich mit dicken Fingern durch die Menüs zu hangeln. Das zwei Zoll große Display ist gefühlt winzig, aber: Mit etwas Übung kommt ihr schnell zum Ziel und findet die nötigen Einstellungen. Sehr viel besser klappt das, wenn ihr euer Smartphone mit der Cam koppelt. Das ist prompt erledigt.

GoPro-Zubehör könnt ihr natürlich verwenden. (Foto: Sven Wernicke)

GoPro-Zubehör könnt ihr natürlich verwenden. (Foto: Sven Wernicke)

Das Mobiltelefon fungiert nicht nur als Fernbedienung und Option zum Wechseln der gewünschten Modi. Ihr könnt, sofern ihr zahlendes Premium-Mitglied seid, Resultate direkt in die GoPro-eigene Cloud hochladen. Zudem ist das Teilen in sozialen Netzwerken, ein wichtiger Aspekt heutzutage, kein großer Aufwand. Hierzu werden die Medien von der Kamera aufs Smartphone übertragen, von dort aus erfolgt das „Sharing“ über die üblichen Optionen eures Mobiltelefons. Oder ihr sichert eure Resultate bei Google Drive und Co. Ihr seid also nicht auf die GoPro Cloud angewiesen. Ganz cool ist das Quik-Feature, mit dem ihr in Windeseile ganz hübsche Kurzvideos bastelt und mit Audio sowie visuellen Effekten verseht.

Nett, aber für mich nicht praktikabel, ist die Sprachsteuerung. Wenn’s windig ist, sind die ersten Schwierigkeiten nicht weit entfernt. Da favorisiere ich die Kontrolle via Smartphone.

Hier gut zu erkennen: Das Front-Display zeigt aktuell gewählte Einstellungen. (Foto: Sven Wernicke)

Hier gut zu erkennen: Das Front-Display zeigt aktuell gewählte Einstellungen. (Foto: Sven Wernicke)

Es ist sicherlich auch typisch für eine Actioncam, dass schon das Herumprobieren eine Freude ist. Ein paar Überraschungen zeigen sich nach kurzer Zeit: So ist das verbaute Objektiv nicht allzu lichtstark, was ihr bei schwierigeren Lichtverhältnissen – zum Beispiel am Abend in der Wohnung – sofort seht. Auch die Wide Dynamic Range-Einstellung (WDR) hilft bei einem starken Gegenlicht nicht ausreichend. Das bekommen sogar manch günstige Dashcams besser hin. Ernüchternd?

Wo die GoPro Hero 2018 ihre Muskeln spielen lässt

Mal ehrlich: Wieso sollte ich mit einer GoPro zu Hause Fotos und Videos aufnehmen wollen? Freilich gibt’s auch hier ein paar Ideen, aber die dürften sich schnell erschöpfen. Die Hero 2018 fühlt sich am wohlsten, wenn ihr mit ihr in die Natur geht, mit dem Fahrrad fahrt oder sie am Auto platziert. Dann offenbaren sich knackige Farben und der gute Bildstabilisator. Dieser kommt auch schon prima zur Geltung, wenn ihr die Kamera in der Hand haltet und einfach nur einen Weg entlang lauft. Oder joggt.

Was ihr mit der GoPro Hero 2018 anstellt, das ist natürlich euch überlassen. Seht sie als Schönwetter-Spaßcam, wobei es hier auch gerne mal ins kühle Nass oder regnen kann. Sie ist schließlich wasserdicht. Nur spätestens dann solltet ihr euch nicht auf die Klebehalterungen verlassen, sondern vernünftiges Zubehör nutzen, um sie nicht im Baggersee oder gar Meer zu versenken.

Bei meinen Tests vermisste ich tatsächlich die Zeitlupenfunktion, die GoPro gerne via Update nachliefern könnte – das ist schließlich kein Hexenwerk. Auch die Zeiten zum Aufbau einer Verbindung zwischen Cam und Smartphone könnten etwas kürzer sein. Doch das ist alles noch im grünen Bereich. Für das Schießen von Fotos halte ich sie für ungeeignet. Das bekommt mein Galaxy S8 besser und mit weniger Handgriffen hin.

Da ich persönlich sehr auf Zeitraffer-Szenen stehe, hier eine Beispielaufnahme mit der GoPro Hero 2018…

Fazit: GoPro steht für Qualität

Vor ein paar Jahren stand der Name GoPro für DIE Actioncam schlechthin. Mittlerweile existieren zahllose Mitbewerber, die ebenfalls spannende Lösungen am Start haben. Trotzdem sehe ich viele Argumente, die gerade für die GoPro Hero 2018 sprechen. Die Verarbeitungsqualität ist wirklich über jeden Zweifel erhaben: Hier wackelt nichts. Und ich hätte keine Angst, wenn sie doch mal auf den Boden klatscht. Alleine das ist durchaus ein Kaufargument.

Sie braucht ausreichend Licht. (Foto: Sven Wernicke)

Sie braucht ausreichend Licht. (Foto: Sven Wernicke)

Abgesehen davon gefällt mir das rundum stimmige System: Gute App fürs Smartphone, ein mehr als ordentliches Bild (in Full HD) ab soliden Lichtverhältnissen, eine sehr gute Akkulaufzeit (knapp 90 Minuten hielt er bei meinen Versuchen durch) und eine unkomplizierte Bedienung sind klare Stärken der GoPro Hero 2018. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt auf jeden Fall.

Klar muss ich hier und da nörgeln. Ich bin kein Fan von Klebehalterungen, die unpraktisch sind, möchtet ihr die Kamera nicht auf einem Helm anbringen. Und Slowmo gehört im Jahr 2018 zu einer Selbstverständlichkeit. Auch  die Auflösungstrickserei hat GoPro eigentlich nicht nötig. Aber das sind alles keine schwerwiegenden Aspekte, die gegen den Kauf sprechen. Sucht ihr eine hochwertige Actioncam für eure Freizeit und braucht keine 4K-Auflösung, dann bekommt ihr mit der Hero 2018 einen feinen Vertreter zum angemessenen Preis.

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