E-Autos (schnell)laden ohne Wallbox: Das sind deine Optionen

Du hast für dein E-Auto keine Wallbox und auch keine Möglichkeit, eine zu installieren? Eine Alternative, allerdings keine gute, kann deine Haushaltssteckdose sein.

E-Autos (schnell)laden ohne Wallbox: Das sind deine Optionen

Ich fahre ein E-Auto und habe keine Wallbox – denn zwingend notwendig ist die nicht. Ich zeige dir, welche alternativen Möglichkeiten du hast und welche Lade-Geschwindigkeiten du so erreichen kannst.

Inhalt:

Zu Hause laden ohne Wallbox: Schuko-Stecker ist keine gute Idee

ladestation e-auto
Ohne Wallbox kann es gefährlich werden und lange dauern. Foto: AdobeStock)

Wenn du zu Hause keine Wallbox hast, ist der erste Instinkt wahrscheinlich, das Auto an die normale Haushaltssteckdose anzuschließen. Das ist durchaus möglich und eine Möglichkeit, dein E-Auto zu laden, allerdings raten wir davon ab, da es gefährlich sein kann und in der Regel sehr lange dauert.

Möchtest du dein Auto an der Steckdose laden, brauchst du ein Typ-2-auf-Schuko-Kabel. Typ 2 ist in Europa der Standardanschluss fürs langsame Laden, den du zum Laden in dein E-Auto steckst. 

Vorsicht Brandgefahr

Zuvor solltest du deine Anschlüsse und dein häusliches Stromnetz allerdings unbedingt erst von einem Profi durchchecken lassen. Das Laden eines E-Autos reizt die volle Leistung der Steckdosen über längere Zeiten aus – wofür die in der Regel aber gar nicht ausgelegt sind. So entsteht eine Brandgefahr, die bei älteren Haushalten noch einmal verstärkt wird. 

Hast du die Leitung checken lassen und dich entschieden, über die Haushaltssteckdose aufzuladen, achte zudem darauf, dass du keine Verlängerungskabel oder Adapter benutzt. Denn diese bedeuten einen weiteren Widerstand, was wiederum mehr Hitzeentwicklung mit sich bringt. Außerdem kannst du bei einigen E-Autos auch die Ladegeschwindigkeit in der Software im Auto selbst drosseln. Das solltest du tun. So dauert es zwar noch länger, du minderst die Brandgefahr aber dabei. 

In jedem Fall dauert der Ladevorgang mit der Haushaltssteckdose aber seine Zeit, denn maximal ziehst du hier 3,7 kW. Zum Vergleich: Modernste Schnellladestationen schaffen bis zu 350 kW, also mehr als das Hundertfache. Wie lange der Vorgang dauert, hängt natürlich auch von der Größe deiner Batterie ab. Eine volle Ladung kann so gerne von 10 bis über 24 Stunden dauern. 

Mobile Wallbox könnte stationäre Wallbox ersetzen

Der Juice Booster 2 ist handlich für Unterwegs.

Es gibt eine Zwischenlösung zwischen Schuko-Stecker und Wallbox: Die mobile Wallbox. Das ist im Prinzip ein Strecker, der eine Wallbox im Kabel verbaut hat. Durch verschiedene Adapter kannst du die mobile Wallbox an der Haushaltssteckdose oder an CEE-Starkstrom sowie Camping-Steckdosen anschließen. So kannst du mit einer mobilen Wallbox Ladegeschwindigkeiten von bis zu 22 kW erreichen. 

Da die Wallbox hier im Kabel selbst enthalten ist, kannst du sie einfach in den Kofferraum packen und unterwegs einsetzen. Und zwar überall dort, wo eine Steckdose ist. Auf dem Campingplatz, in der Ferienwohnung oder in der eigenen Garage. 

Obwohl die Anschaffung einer mobilen Wallbox ähnlich teuer ist wie die einer klassischen Wallbox, sparst du hier die Installationskosten. An dem einen Ende des Kabels findest du einen Typ-2-Anschluss, das andere ist variabel. Oft bekommst du Adapter für die Haushaltssteckdose, CEE 32, CEE 16 oder eine Camping-Steckdose mitgeliefert. Wie die mobile Wallbox ausgestattet ist, hängt vom jeweiligen Modell ab. Beispiele sind der Juice Booster 2 oder die Lapp Mobility Ladestation

So kann die mobile Wallbox die klassische Wallbox sogar komplett ersetzen, da sie die Rolle dieser genauso verrichtet und zusätzliche Flexibilität bietet. Gegenüber normalen Ladekabeln für die Schuko-Steckdose hat die mobile Wallbox den Vorteil, dass sie einen Schutz vor Überhitzung der Steckdose und des Ladekabels selbst bietet. Trotzdem sollten die Steckdose und der Stromkreislauf für hohe Leistungen über längere Zeit ausgelegt sein.

Laden ohne Wallbox: Öffentliche (Schnell)lader als Alternative

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Öffentliche Lader sind sicherer aber teurer. Foto: Adobe Stock

Schneller und sicherer sind öffentliche Ladestationen. Natürlich sind diese auch etwas teurer als das Laden an der Schuko-Steckdose, aber zumindest mir ist es das wert. Ich nutze ausschließlich öffentliche Lader, da ich momentan keine Möglichkeit habe, eine Wallbox zu installieren und ich mir so keine Sorgen machen muss, dass mir die Bude abbrennt. 

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von öffentlichen Ladern: langsam und schnell. Die schnelle Variante findest du oft an Autobahnen. Schnelllader laden mit mindestens 50 kW und bis zu 350 kW oder mehr. Um diese zu nutzen, muss dein Auto über einen CCS-Anschluss verfügen. Das entsprechende Kabel dafür ist an der Ladestation verbaut. Das musst du also nicht selbst mitbringen. 

Außerdem ist die maximale Ladegeschwindigkeit auch durch das Auto selbst begrenzt. Du kannst nicht jedes Auto an einem 350-kW-Lader mit 350 kW aufladen. Wie schnell sich dein Auto genau laden lässt, entnimmst du den technischen Details des Benutzerhandbuchs.

Langsame Lader findest du eher in Städten, zum Beispiel auf Supermarktparkplätzen, öffentlichen Parkplätzen, und ich habe auch schon welche an Tankstellen gesehen. Gefühlt sprießen die Lader gerade wie Unkraut aus dem Boden.

Ihre maximale Ladeleistung liegt bei 43 kW, und du benötigst einen Typ-2-Stecker und -Anschluss. Der ist in Europa Standard und sollte in allen modernen E-Autos verbaut sein. Bei einigen langsamen Stationen musst du dein eigenes Typ-2-Kabel mitbringen. Einige ältere Modelle aus Japan haben allerdings noch einen Chademo-Stecker, wofür es Adapter gibt. 

Einige Arbeitgeber bieten Ladestationen auf den Parkplätzen an, wo Mitarbeiter ihre E-Autos laden können. Am Wochenende oder nach der Arbeitszeit geben einige Unternehmen die Lader für die Öffentlichkeit frei. So stehen sie nicht ungenutzt in der Gegend.

Ich nutze hauptsächlich langsame Ladestationen, da diese günstiger sind und die Batterie schonen. Hier kann ich das Auto abstellen und komme dann später wieder, um mir ein volles Auto abzuholen. Bei längeren Trips kann ich meinen Dacia Spring auch am Schnelllader in rund 30 Minuten volltanken. Neuere Modelle schaffen das oft sogar noch schneller. 

LadeartGeschwindigkeit
HaushaltssteckdoseMax. 3,7 kW
Wallbox11 kW – 22 kW
Mobile WallboxBis 22 kW
Langsamer öffentlicher LaderBis 43 kW
Öffentlicher SchnellladerBis 350 kW

Zu Hause laden mit Wallbox: In der Regel die bessere Option

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Die Wallbox für zu Hause ist die beste Option. Foto: Euronics

Hast du die Möglichkeit, eine Wallbox bei dir zu Hause zu installieren, ist das allerdings definitiv die bessere Option. Denn es ist sicherer und schneller als die Schuko-Steckdose und günstiger und komfortabler als öffentliche Ladestationen. Du bekommst also das Beste aus beiden Welten. 

Bei der Wallbox hast du in der Regel die Wahl zwischen 11 kW oder 22 kW. Bevor du dich entscheidest, solltest du schauen, wie schnell dein Auto mit Typ-2 laden kann. Denn lädt es sowieso nicht schneller als 11 kW, macht eine 22-kW-Box keinen Sinn für dich. 

In den meisten Fällen ist die 11-kW-Box sowieso die bessere Wahl, da sie günstiger ist, die Batterie schont und du meist die Zeit hast, wenn du das Auto zu Hause lädst. Du kannst es zum Beispiel über Nacht laden lassen und morgens mit einem vollen Akku starten. 

Bist du dir unsicher, was die beste Option ist, kannst du dich von einer Euronics-Filiale in deiner Nähe beraten lassen. Der Anschluss- und Montageservice hilft dir außerdem dabei, die Box sicher zu installieren. 

Bei vielen Modellen kannst du den Ladevorgang der Wallbox mithilfe einer App starten und stoppen oder bestimmte Zeiten festlegen, in denen das Auto geladen werden soll. Hast du einen Vertrag mit günstigem Nachtstrom, kannst du so besonders günstig tanken. Wenn du eine Photovoltaikanlage dein Eigen nennst, kannst du das E-Auto auch über die Wallbox mit Solarstrom laden. 

Brauche ich unbedingt eine Wallbox? 

mann lädt sein E-auto langsam
Langsames Laden kann dauern. Foto: Adobe Stock

Wenn du dir ein E-Auto anschaffen möchtest, aber keine Wallbox hast, ist das kein Problem. Du kannst öffentliche Ladestationen verwenden oder dein Auto an der Schuko-Steckdose laden. Bei Letzterem solltest du aber vorsichtig sein und dein Stromnetz vorher von einem Experten prüfen lassen. 

Hast du die Möglichkeit, eine Wallbox zu installieren, das aber schlicht noch nicht getan, ist das definitiv die beste Option. Wohnst du zur Miete oder gibt es mehrere Parteien in deinem Haushalt, solltest du die Installation einer Wallbox mit dem Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft abstimmen. Wer weiß, eventuell möchte jemand anders in deinem Haus sich auch ein E-Auto anschaffen und ihr könnt euch mit dem Vermieter darauf einigen, die Kosten zu teilen.

Titelbild: Adobe Stock

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2 Kommentare zu “E-Autos (schnell)laden ohne Wallbox: Das sind deine Optionen

  1. Korrektur zur Leistung an einer Haushaltssteckdose: bei 16 A sind hier 3kw möglich. Im Artikel ist die Rede von 2,3 kw Höchstleistung.

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