Alles, was ihr über Spotify wissen müsst

Millionen Menschen nutzen weltweit Spotify. Musikstreaming zum Schnäppchenpreis, unzählige Songs und Alben. Was bietet der aus Schweden stammende Dienst sonst noch? Und lohnen sich die 10 Euro pro Monat? Wir machen mit euch den Walkthrough.

Wer steckt hinter Spotify?

Daniel Ek und Martin Lorentzon hatten bereits 2006 die Idee für Spotify. Die Gründer des schwedischen Startups wollten Musik über das Internet streamen und bewusst eine legale sowie bezahlbare Alternative zur Piraterie schaffen. Das ist ihnen sichtlich gelungen, denn derzeit über 60 Millionen Menschen verwenden den kostenpflichtigen Abo-Dienst Monat für Monat. Nicht inbegriffen sind viele weitere Nutzer, die auf das Gratis-Angebot zurückgreifen.

Obwohl andere Konkurrenten mittlerweile aktiv sind, ist Spotify der Marktführer. Apple Music kommt derzeit auf 27 Millionen Abonnenten, Deezer auf 10 Millionen. Dennoch: Auch Google Play Music, Napster, Amazon Music oder Groove Music (von Microsoft) sind trotz der Dominanz des Stockholmer Konzerns von Relevanz, bieten oftmals ähnliche Angebote sowie Preise und haben auch ihre Daseinsberechtigung. Spotify macht allerdings einiges besser und vieles einfach richtig. Beispielsweise ist der Service auf nahezu jeder Plattform verfügbar.

Auf welchen Geräten funktioniert Spotify?

Egal, wo ihre Spotify einsetzen möchtet – eine passende App dürfte erhältlich sein. So könnt ihr Musik direkt am Windows-, Linux- oder macOS-Rechner streamen, alternativ steht ein Webplayer für den Browser bereit. Android, iOS, Windows Phone, BlackBerry, Amazon Fire Tablets – auch im mobilen Sektor unterstützt man alle relevanten Plattformen. Diverse Smart TVs erhielten außerdem Apps, darunter von Herstellern wie Philips, Sony oder LG. Besitzt ihr eine PS3, PS4 oder Xbox One, findet ihr geeignete Anwendungen vor. Und sogar Sprachassistenten wie Google Home und Alexa kennen Spotify längst. Set-Top-Boxen von Amazon (Fire TV) oder mit Google TV-Betriebssystem sind geeignet, ebenso mobile Begleiter wie Samsung Gear Fit und andere Wearables mit Android Wear.

Spotify für Windows. (Foto: Screenshot)

Spotify für Windows. (Foto: Screenshot)

Noch immer nicht gut? Verwendet Spotify im Auto, beispielsweise in Teslas, Volvos, Minis, BMWs oder in Land Rovers von Jaguar. Dank Schnittstellen zu Android Auto und CarPlay werden sehr viele weitere moderne Fahrzeuge unterstützt. Und bei allerlei Audio-Produkten von Yamaha, Samsung, Bang & Olufsen, Naim, Bose, Marantz oder Onkyo ist auch ein Zugriff auf die eigene Musik möglich.

Fakt ist: So viel Flexibilität bietet kein Mitbewerber. Genau das dürfte der Grund sein, wieso sich Spotify so sehr verbreitet hat. Überall dort, wo ihr Musik genießen wollt, steht eine App für euch bereit. Wie praktisch. Möglich wurde dies sicherlich über die Schnittstelle Spotify Connect, die Hersteller nutzen können, um ein Abspielgerät relativ einfach mit dem Dienst zu verbinden.

Wie viel kostet Spotify?

Klar: Ein Zugang zum Internet ist Grundvoraussetzung. Abgesehen davon ist Spotify tatsächlich in der Basis kostenlos. Bei Spotify Free bekommt ihr nur eine zufällige Wiedergabe ausgewählter Musik und relativ häufig Werbung. Den vollen Genuss gibt’s mit Spotify Premium für aktuell 9,99 Euro. Inbegriffen sind das unbegrenzte Streaming von aktuell über 30 Millionen Songs, ein Offline-Modus, das Streamen von Inhalten auf Lautsprecher, Fernseher oder in das Auto (via Spotify Connect) und Werbefreiheit. Studenten können sich einen Rabatt von 50 Prozent sichern. Wichtig zu wissen: Ihr könnt als Student nur auf einem Gerät Musik hören, das gleichzeitige Wiedergeben von Inhalten auf PC und Smartphone zum Beispiel wird technisch untersagt.

Kostenlos vs. Premium. (Foto: Spotify)

Kostenlos vs. Premium. (Foto: Spotify)

Für 14,99 Euro pro Monat erhaltet ihr wiederum Spotify Premium Family, bei dem sechs separate Spotify-Konten für die ganze Familie bzw. einen Haushalt zur Verfügung stehen. Wichtig: Alle Nutzer von Premium Family müssen unter der gleichen Postadresse erreichbar sein, sonst droht eine Kündigung bzw. ein Sperren der jeweiligen Accounts. Diese Regelung trat erst vor einigen Wochen in Kraft, wohl weil diese Abo-Form hier und da ausgenutzt wurde.

Info: Spotify Premium dürft ihr 30 Tage gratis ausprobieren, nach der Testphase wird die erste Gebühr fällig. Gezahlt wird via Paypal, Kreditkarte, über Guthabenskarten oder Bankeinzug.

Was bietet Spotify?

Bevor ihr mit Spotify loslegen könnt, wird ein Konto benötigt. Hierfür nutzt ihr euren Facebook-Account oder registriert euch klassisch via Email. Premium-Mitgliedschaft vorausgesetzt, erwartet euch prompt die komplette Vielfalt, die womöglich etwas überfordern könnte. Auf dem Hauptbildschirm erhaltet ihr – abhängig von der Plattform, auf der ihr Spotify verwendet – Empfehlungen für sogenannte Playlisten. Das sind Sammlungen mit passenden Songs abhängig von einem Stil, einer Stimmung oder einem Anlass.

In der Anwendung für stationäre Rechner bzw. Laptops wechselt ihr flott zu den aktuellen Charts, Genres und Stimmungen oder Neuerscheinungen. Unter „Entdecken“ bekommt ihr Playlisten geboten, die für euch relevant sein könnten. Umso häufiger und intensiver ihr Spotify nutzt, umso besser und interessanter können diese werden.

Aktuelle Neuerscheinungen. (Foto: Screenshot)

Aktuelle Neuerscheinungen. (Foto: Screenshot)

Auch ausgewählte Video Shows, darunter einige Musikvideos und exklusive Produktionen, sowie Podcasts warten aufs Sehen bzw. Hören. Und unter „Konzerte“ werden euch anstehende Events mit euren Lieblingskünstlern präsentiert.

Für Radio-Liebhaber spannend: Passend zu einer favorisierten Band startet ihr einen „Radiosender“, der ähnliche Sänger und Gruppen abspielt. So könnt ihr einfach und schnell mal einige neue Sachen entdecken. Das gilt auch für den jede Woche neu generierten „Mix der Woche“. Der wird automatisch erstellt und passt sich eurem Hörverhalten an. Mal mehr, mal weniger gut.

Was hier am meisten stört: Spotify auf Smartphones unterscheidet sich bei der Navigation und Benutzerführung von den Versionen auf dem Rechner oder zum Beispiel Streaming-Player. Regelmäßig müsst ihr bei den gewünschten Apps suchen. Der „Mix der Woche“ befindet sich auf mobilen Geräten unter Bibliothek -> Playlists, auf dem Desktop-PC dagegen ist er links im Menü sofort auswählbar. Eine etwas konsequentere Linie auf allen Plattformen wäre wünschenswert. Zum Glück sind die Features im Großen und Ganzen überall identisch.

Wie folge ich Künstlern auf Spotify?

Das Tolle an Spotify ist, dass ihr nicht nur eure eigenen Playlisten erstellen, diese herunterladen und damit auch offline verwenden könnt. Auch folgt ihr den Bands und Sängern ähnlich wie in einem sozialen Netzwerk.  Das führt dazu, dass eure Lieblinge im „Künstler“-Bereich auftauchen, die Mixe der Woche und Empfehlungen besser werden sowie im sogenannten „Release Radar“ angezeigt wird, was so Neues erschien, das euch gefallen könnte. Der Release Radar ist für mich eine hilfreiche Quelle, um zu sehen, wer ein Album oder eine frische Single veröffentlicht hat.

Künstlern folgen. (Foto: Screenshot)

Künstlern folgen. (Foto: Screenshot)

Ebenso könnt ihr Alben und einzelne Songs speichern bzw. so schnell im Archiv aufrufen. Und was ihr „zuletzt gehört“ habt, findet ihr unter der entsprechenden Option.

Zugegeben: Laien dürfte das Angebot zu Beginn anstrengen. Doch sobald ihr die (sehr gute!) Suche benutzt , erste Künstler gefunden und dazugehörige Funktionen ausprobiert habt, wird das gar nicht mal so komplexe System von Spotify verständlich.

Wie verwende ich Spotify offline?

Muss immer eine Internetverbindung vorhanden sein, um Spotify genießen zu können? Nein! Bei Spotify Premium steht ein Offline-Modus zur Verfügung, der sich in den mobilen Apps in den Einstellungen verbirgt, auf dem Rechner im Apple-Menü (macOS) oder unter Datei (Windows). Zuvor solltet ihr Playlisten oder Alben heruntergeladen haben, entsprechende Buttons bzw. Schalter finden sich überall dort, wo sich die gewünschten Tracks befinden. 3333 Songs pro Gerät dürft ihr euch maximal laden, diese Einschränkung wurde vom Anbieter so definiert.

Offline-Modus aktiviert ihr in den Einstellungen. (Foto: Screenshot)

Offline-Modus aktiviert ihr in den Einstellungen. (Foto: Screenshot)

Obwohl Spotify auf der eigenen Webseite etwas anderes angibt, so könnt ihr euch in der Desktop-App nur Playlisten herunterladen. Wieso das so ist? Unklar.

Einfach und schnell: Herunterladen auf Smartphones. (Foto: Screenshot)

Einfach und schnell: Herunterladen auf Smartphones. (Foto: Screenshot)

Auf stationären Systemen seid ihr in der Lage, vorhandene MP3s in Spotify zu integrieren. Das ist zwar nicht allzu komfortabel gelöst, aber funktioniert (Einstellungen -> Lokale Dateien). Ebenso ist ein Import von Playlisten von iTunes und vom Windows Media Player standardmäßig vorhanden.

Sehen und hören, was deine Spotify-Freunde hören

Spotify besitzt rudimentäre Elemente eines sozialen Netzwerkes. Ihr verbindet euch mit euren Freunden (von Facebook) und seht so, was sie gerade so treiben. Schaut euch die freigegebenen Playlisten der Kumpels an und seht live, was sie hören. Möchtet ihr eure Ruhe haben, die ihr übrigens aufgrund mittlerweile entfernter Kommunikationselemente eh besitzt, schaltet ihr die „Private Session“ ein. Dann lauscht ihr in Ruhe euren peinlichen Jugendsünden – und niemand kann es sehen. Eure Nachbarn hören die vielleicht trotzdem.

Nett: Ihr könnt Playlisten gemeinsam mit Freunden füllen, um so die nächste Party vorzubereiten. Oder ihr teilt das Ergebnis öffentlich in den sozialen Netzwerken.

Übrigens ist eine Kopplung mit Last.fm auch vorgesehen. In den Einstellungen erhaltet ihr die Option, mit der ihr den Dienst zum Entdecken neuer Musik mit Spotify zusammenbringt.

Wie funktioniert Spotify Connect?

Bereits erwähntes Spotify Connect ist in der Praxis eine spannende Angelegenheit. Denn mit dem eigenen Account über WLAN verbundene Geräte können sozusagen miteinander interagieren. Startet auf dem Rechner einen Song und „schickt“ diesen sozusagen zu einem smarten Lautsprecher wie Google Home oder Alexa. Oder wählt einen Song auf dem Smartphone aus und hört diesen später auf der Konsole weiter. Was vielleicht nicht spektakulär klingen mag, ist in der Tat ein echter Mehrwert für den Alltag und für Musikliebhaber. Ich jedenfalls freue mich immer wieder über diese „Kleinigkeiten“. Musik am PC fürs Wohnzimmer steuern und so weiter  – fein. Welche Geräte geeignet sind, findet ihr übrigens auf der extra eingerichteten Webseite heraus.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Spotify gesammelt? Seid ihr womöglich noch skeptisch? Ich freue mich über Fragen und Kommentare unter diesen Zeilen.

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