Spotify-Family-Alternativen: Was können die anderen Streaming-Dienste?

Spotify ist teuer geworden. Wir fragen uns: Ist der Marktführer unter den Musikstreaming-Diensten noch der beste oder gibt es preiswertere Alternativen?

Spotify-Family-Alternativen: Was können die anderen Streaming-Dienste?

Dieser Beitrag erschien ursprünglich 2021 und wurde von uns im September 2025 umfassend überarbeitet.

Meine Erfahrung mit Audio-Streaming-Diensten war für die längste Zeit sehr einseitig. Musik-Streaming bedeutete Spotify. Aber nach mehreren Preiserhöhungen war es mal an der Zeit, die Alternativen unter die Lupe zu nehmen – und zu schauen, ob andere Anbieter auch attraktive Family-Tarife anbieten.

Apple Music

Apple Music macht einen guten Eindruck, da es einige Funktionen bietet, die Spotify nicht hat. Natürlich hast du mit Apple Music auch die Standardfunktionen, über die die meisten Anbieter verfügen. Du bekommst über 100 Millionen Songs, die du auch herunterladen und offline hören kannst. Dazu Playlists und eine Radio-Funktion. Momentan sind das sechs Live-Radiosender, von verschiedenen Künstlern und Künstlerinnen moderiert.

Natürlich bekommst du auch klassische, von Apples Experten kuratierte Playlists. Außerdem bietet Apple Music Songtexte in Echtzeit zum Mitsingen auch auf den Desktop-Versionen der App. Etwas, was Spotify nach einem kurzen Test wieder eingestellt hat und nur noch fürs Smartphone oder Tablet ermöglicht. Das kann ein schöner Spaß alleine oder mit Freunden sein.

Auf Apple Music findest du auch Video-Inhalte:

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Natürlich ist hier das ganze Apple-Ökosystem mit eingebunden. Du kannst auf die Musik über die Apple Watch oder online auf dem MacBook aber auch einem Windows-PC oder sogar Android-Gerät auf die Plattform zugreifen. Natürlich kannst du die Musik auch im Auto mit Apple CarPlay hören.

Für Apple Music gibt es keine kostenlose Variante, sondern nur eine Premiumversion, was ich gar nicht so schlimm finde. Dafür bekommst du viele Inhalte, unter anderem auch Musikvideos und Konzerte.

Nach einem kostenlosen Testmonat verlangt Apple 10,99 Euro für Apple Music. Vergünstigungen gibt es für den Familientarif, für Apple One und für Schüler und Studenten.

Der Familientarif kostet aktuell 16,99 Euro für bis zu sechs Personen. Diese müssen aber in deiner Apple-Familie sein. Das macht es teilweise komplizierter, teilweise einfacher als beim Familientarif bei Spotify. Denn während Spotify verlangt, dass alle Teilnehmer an derselben Adresse wohnen, erwartet Apple Music dies nicht. Dafür kannst du Apple Music nur mit Mitgliedern deiner Familiengruppe teilen – das ist aber wiederum mit anderen Verpflichtungen verbunden, wie das Teilen deines iCloud-Speichers oder einer gemeinsamen Zahlungsmethode.

YouTube Music

Auch Google und YouTube haben mit YouTube Music einen Musik-Streaming-Service am Start. Auch hier bekommst du eine reichhaltige Bibliothek von mehr als 100 Millionen Titeln. Das Ganze funktioniert ähnlich wie bei anderen Anbietern. Du kannst dir Playlists erstellen oder erstellen lassen und bekommst Musik vorgeschlagen, die wahrscheinlich deinen Geschmack widerspiegelt.

YouTube kennen wir ja auch schon als Video-Plattform und ich glaube, die meisten haben sich dort auch schon mal das ein oder andere Musikvideo angesehen oder sogar eine Playlist auf einer Party abgespielt. Warum brauchst du also ein Premium-Abo für YouTube Music? Mit dem Premium-Abo kannst du auf der YouTube-Music-Plattform und auf der Video-Plattform die Musik ohne Werbung abspielen, im Hintergrund laufen lassen und downloaden.

YouTube Music kostet nach einem kostenlosen Probemonat regulär 10,99 Euro. Studenten zahlen nur 5,49 Euro und für Familien bietet Youtube Music ein ähnliches Modell wie Spotify an. Für aktuell 16,99 Euro können bis zu sechs Personen aus einem Haushalt die Premiumfunktionen nutzen, wenn sie ein Google-Konto haben.

Ein echter Mehrwert zu Spotify ist hier also nicht zu erkennen. Wenn du aber viele Youtube-Videos schaust und dort gerne werbefrei wärst, dann kann sich YouTube Premium lohnen. Das Einzelabo kostet dort nur zwei Euro mehr und YouTube Music Premium ist integriert.

Auch YouTube Music gibt es für verschiedene Plattformen: Android, iOS oder als Desktop-Version.

Deezer

Auf den ersten Blick sieht Deezer Spotify sehr ähnlich. Es gibt über 73 Millionen Songs, Tausende Hörbücher sowie Podcasts. Dazu kannst du dir Playlists erstellen und in der Premium-Version die Songs herunterladen und offline abspielen. Mit Flow bekommst du einen Algorithmus, der dir Vorschläge für neue Songs basierend auf dem bisher Gehörten macht. Und auch bei der Benutzeroberfläche in der App könnte ich auf den ersten Blick nicht sagen, ob ich gerade Spotify oder Deezer nutze.

Die Preisstruktur bei Deezer ist ähnlich wie die der anderen Anbieter, allerdings etwas teurer. Das Einzelabo kostet 11,99 Euro, Familien zahlen 19,99 Euro für bis zu sechs Personen aus dem gleichen Haushalt. Interessant ist die Möglichkeit, Profile für Kinder zu erstellen, die dann nur kindgerechte Inhalte ausliefern.

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Interessant ist allein Deezer HiFi, denn hier kann der Service mir etwas bieten, was Spotify zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kann. Mit Deezer HiFi kann ich Musik im FLAC-Format hören. FLAC steht für Free Lossless Audio Codec. Das bedeutet einfach, dass diese Musik verlustfrei komprimiert wird, was mir eine bessere Audioqualität beschert. Das hilft mir vor allem, wenn ich ein Highend-Audiosystem habe, welches alles aus der Musik herauskitzeln kann.

Zusätzlich bekomme ich Zugang zu Tracks in 360-Reality-Audio, was ein Surround-Sound-Erlebnis bietet. Dafür brauche ich allerdings auch die richtigen Kopfhörer oder Lautsprecher. Wie groß die FLAC- und 360-Bibliothek ist, weiß ich nicht. Für mich persönlich sind weder FLAC noch 360-Audio im Moment interessant, da ich nicht die nötige Hardware dafür besitze. Für Musikliebhaber, die diese besitzen, ist der Service aber deswegen sicherlich interessant.

Deezer gibt es praktisch für alle bekannten Plattformen, auch zahlreiche Smart TVs.

Amazon Music Unlimited

Als Tech-Gigant bietet natürlich auch Amazon einen Service an, mit dem du Musik streamen kannst. Dazu bekommst du über 100 Millionen Songs, tausende Radiosender und natürlich Playlists. Dazu gibt es auch eine App, über die du den Service per Smartphone nutzen kannst. Das gilt für Amazon Music Unlimited.

Der Service ist nämlich nicht zu verwechseln mit Amazon Prime Music. Auf Amazon Prime Music bekommst du Zugriff, wenn du ein Amazon-Prime-Abo abschließt. Dort war die Auswahl bisher auf 2 Millionen Songs limitiert, diese Beschränkung gilt nicht mehr. Dennoch sind die Funktionen von Amazon Music Prime nicht mit Unlimited vergleichbar, denn du kannst beispielsweise nicht offline oder in HD hören.

Amazon Music Unlimited kostet regulär 9,99 Euro im Monat, wenn du Prime-Mitglied bist, ansonsten 10,99 Euro.

Auch ein Family-Tarif ist im Angebot und möchte da 16,99 Euro für bis zu sechs Personen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Anbietern müssen diese aber nicht im gleichen Haushalt leben, es reicht, wenn sie sich im gleichen Land aufhalten.

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Inkludiert ist ein kostenloses Hörbuch pro Monat als Stream für den Accountinhaber- da hat Spotify deutlich mehr zu bieten! Aber es bietet ebenso wie Deezer Songs in Dolby Atmos und 360 Reality Audio an, wenn du entsprechende Hardware besitzt, kann Amazon Music für dich daher interessant sein.

Tidal

Tidal vermarktet sich als High-Fidelity-Music-Streaming-Dienst und möchte damit direkt klarmachen, dass es auf der Plattform Musik in hoher Qualität zu hören gibt. Du bekommst eine Auswahl von über 110 Millionen Songs ohne Werbung, dazu Playlists und Radio sowie Videos und Livestreams.

Das Interessante an Tidal ist, dass der Service seine Inhalte in drei Qualitätsstufen anbietet. Als Erstes gibt es die Standardqualität, die einer Bandbreite von 320 Kbps entspricht. Als zweites kannst du das verlustfreie Format FLAC mit einer Bandbreite von 1411 Kbps bekommen und zu guter Letzt die sogenannte Masterqualität, welche die Musik in ihrer Originalform und so, wie es der Künstler vorgesehen hat, darstellen soll. Diese arbeitet mit 2304 bis 9216 Kbps.

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Tidal gibt es nur in der Premium-Version, du bekommst also keine kostenlose Variante. Hier hast du die Wahl zwischen der 10,99-Euro-pro-Monat-Variante, wo du die Songs in Standardqualität bekommst oder der 19,99-Euro-pro-Monat-Variante mit der du zusätzlich die FLAC- und Master-Qualitäten nutzen kannst.

Damit schnürt Tidal ein wirklich rundes Paket, da ich als Nutzer die Wahl habe, ob ich den Service quasi wie Spotify nutzen möchte oder ob ich Wert auf hohe Audioqualität lege und dafür einige Euro mehr im Monat zahlen möchte. Für Audio-Enthusiasten ist das sicherlich ein interessantes Angebot, obwohl der Preis schon echt happig ist.

Auch ein Family-Plan ist im Angebot, hier bezahlst du 16,99 Euro für bis zu sechs Benutzer. Auch Tidal bietet spezielle Kinder-Zugänge an. Tidal erwartet nicht, dass die ganze Familie unter einem Dach lebt, ebenso wie Amazon müssen alle Familienmitglieder aber im gleichen Land leben. Einen Nachteil hat Tidal im Gegenatz zu Apple Music, Deezer und Spotify: In Europa kannst du es nicht mit deinem Echo-Gerät (Alexa) verknüpfen.

Napster

Napster war wahrscheinlich eines der ersten Unternehmen am digitalen Musikmarkt. Es ist als illegale Tauschbörse gestartet und wurde dann später zu einem offiziellen Musik-Streaming-Dienst. Jetzt bekommst du bei Napster rund 110 Millionen Songs in der Musik-Flatrate. Allerdings hat Napster nicht viel Anderes zu bieten als die anderen. Du bekommst Musik und Hörbücher, verschiedene Playlists, du kannst offline hören und verschiedenen Geräte wie PC, Mac, Smartphone oder Tablet nutzen.

Auch hier: 10,99 Euro für den Single-Account und 14,99 Euro für eine Familie von bis zu sechs Personen aus dem gleichen Haushalt.

Solltest du überlegen, zu Napster umzuziehen, könnte es sich lohnen, noch ein wenig zu warten. Mit Infinite Reality hat kürzlich mal wieder jemand Neues Napster aufgekauft und plant, den Dienst grundlegend umzubauen.

Fazit

Die Streaminganbieter unterscheiden sich kaum noch voneinander, weder im Angebot noch im Preis. Lohnt es sich also, von Spotify zu einem anderen Anbeiter umzuziehen? In den meisten Fällen nicht.

Tidal ist interessant, wenn du ein echter HiFi-Enthusiast bist. Apple Music, wenn du fast ausschließlich Apple-Geräte besitzt oder über Apple One ein vergünstigtes Angebot bekommst.

Wenn du deinen Streamingdienst mit Familienmitgliedern teilst, kann es allerdings einen Unterschied machen, ob der Streamingdienst von dir erwartet, dass alle Familienmitglieder im Haushalt wohnen. Hier sind Amazon und Tidal positiv hervorzuheben, denn sie erwarten nicht dass alle Familienmitglieder unter einem Dach leben.

Wenn du deine Musik vor allem über Alexa-Lautsprecher hörst, solltest du zudem beachten, dass deine Alexa nur mit Spotify, Apple Music oder Deezer verknüpft werden kann.

Titelbild: Spotify

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