Lieber Streaming als DVB-T2 HD? Eine interessante Statistik aus dem Euronics-Shop

Bestverkaufter Artikel im Euronics Onlineshop war in der vergangenen Woche mit Abstand ein DVB-T2-HD-Receiver. Aber direkt auf Platz 2 folgte der Fire TV Stick. Ein Zeichen dafür, dass einige Nutzer dem linearen Fernsehen Lebwohl sagen?

Nein, auch wir vom Trendblog-Team können leider nicht in die Köpfe der Menschen hineinschauen. Aber seit man uns Zahlen vorlegt, können wir interessante Vermutungen anstellen. Warum kauften so viele Menschen etwa kürzlich einen Leifheit Fenstersauger? Das wird doch nicht etwa etwas mit dem anstehenden Frühjahrsputz zu tun haben? Ähnliches mit Fitness-Gadgets, die derzeit wieder reißenden Absatz finden. Doch nicht etwa, weil einige nun ihren Winterspeck loswerden wollen?

Kunden frustriert über kostenpflichtiges DVB-T-Fernsehen

In der vergangenen Woche zumindest folgende interessante Beobachtung: Klare Nummer eins in den Verkaufscharts im Euronics Onlineshop war der Megasat HD 645. Ein DVB-T2-HD-Receiver für wenig Geld. Denn ihr erinnert euch: Vergangene Woche ging DVB-T2 HD an den Start und neue Technik wurde dafür notwendig.

Die Umstellung von DVB-T1 auf DVB-T2 HD allerdings ging nicht ohne Bauchschmerzen von Statten. Dafür dass Haushalte das digitale Antennenfernsehen von nun an in HD-Qualität empfangen können, wird eine Jahresgebühr fällig. Das bisherige DVB-T hatte zwar eine schlechtere SD-Bildqualität, war aber kostenlos.

Streaming statt Linearfernsehen oder beides?

Es gehört nicht viel dazu sich vorzustellen, dass die Umstellung vielen nicht schmeckte. Und ich orakelte in meinem Beitrag dazu, dass einige so frustriert über die neuen Kosten sein könnten, dass sie sich DVB-T2 HD gleich ganz sparen. Die Alternative? Streaming! Dienste wie Netflix und Amazon Prime bemühen sich ohnehin um die besten Serien. Inhalte von ARD und ZDF kann man auch über die Mediatheken im Internet empfangen.

Der Amazon Fire TV Stick. Hier ohne Sprachfernbedienung.

Der Amazon Fire TV Stick. Hier ohne Sprachfernbedienung.

Platz 2 in unseren Verkaufscharts der vergangenen Woche nahm denn also interessanterweise der Amazon Fire TV Stick ein. In gebührendem Abstand zum Topseller Megasat HD 645 zwar, aber immer noch ein klarer Platz 2. Weit vor einem Freenet TV-USB-Stick etwa, der erst auf Platz 23 zu finden ist. Andere DVB-T-Receiver, das sei fairerweise gesagt, findet man auch noch darunter, etwa den Strong SRT 8541.

Kann man sich die Privatsender komplett sparen?

Wie oben erwähnt: Wir können nur vermuten. Vielleicht haben Betroffene auch zugeschlagen und sich beides gekauft, einen DVB-T2-HD-Receiver und einen Fire-TV-Stick, um das beste aus beiden Welten zu haben. Oder vielleicht haben Freenet und die Privatsender es mit den Gebühren übertrieben und wirklich einige potenzielle Kunden für immer an Streaming verloren. Verstehen zumindest könnte ich es.

Ganz ohne die Privatsender allerdings würde ich wohl nicht auskommen. Und sei es, wenn dort einmal ein wichtiges Fußballspiel übertragen wird. Aber es stimmt schon: Wenn ich in letzter Zeit einmal meinen alten Fernseher hochgefahren habe, dann meistens, um etwas zu streamen oder auf ARD und ZDF zu gucken. Auf den Privatsendern habe ich lange nichts mehr gesehen.

Wenn Fire TV, dann würde ich übrigens immer zur Fire TV Box mit Sprachfernbedienung raten. Funktioniert einfach besser!

Beitragsbild: Samsung. Was wird künftig auf immer hübscheren Fernsehern zu sehen sein?

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Nichts mehr verpassen!

Bleib immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter! Täglich um 17:00 Uhr frisch in deinem Postfach.

Newsletter abonnierenRSS-Feed abonnieren
2 Kommentare zu “Lieber Streaming als DVB-T2 HD? Eine interessante Statistik aus dem Euronics-Shop
  1. Ich kann den Vermutungen nur zustimmen. Nicht nur ich selbst, nein auch in meinem privaten Umfeld greifen die Wenigsten auf DVB-T2 HD zurück. Zu umständlich, zu teuer, zu viel Werbung für deutlich mehr Geld als vorher.

    Diejenigen meiner Bekannten, die einen DVB-T2 Receiver gekauft haben, nutzen diesen nur an einem einzigen TV-Gerät und auch nur aus dem Grund, weil Sat-Antenne vom Vermieter nicht geduldet ist. Die weiteren Geräte, die vorher mit DVB-T1-Receivern ausgestattet waren, haben nun einen Fire-TV-Stick bekommen.

    Viele Nutzer können sich auch einfach nicht die Zwangsgebühren von freenetTV leisten, weil sie finanziell einfach nicht dazu in der Lage sind, also bleibt es bei der oft schon schmerzlichen Investition in einen benötigten Receiver, die Jahresgebühr für die Privaten wird allerdings eingespart. Der allgemeine Tenor lautet: „Für werbeunterstütztes Fernsehen extra Gebühren bezahlen, kommt nicht in Frage“.

    Ich bin gespannt, was die Privatsender und deren Werbekunden sagen werden, wenn einige Millionen Zuschauer in den werberelevanten Zielgruppen wegfallen. Alleine die nicht mehr für Werbung verfügbaren Zweit- und Drittgeräte werden sich sicherlich bemerkbar machen.

    Auch spannend wird zu beobachten sein, ob sich freenetTV mit dem Gebührenmodell behaupten kann oder ob in kürzester Zeit das Ende von DVB-T2 bevorsteht…

  2. Zitat:

    „Für werbeunterstütztes Fernsehen extra Gebühren bezahlen, kommt nicht in Frage“.

    Genau das haben auch wir zu Hause sehr schmerzfrei umgesetzt!

    Wir mußten den Zwangsumstieg auf DVB T2 machen, verzichten aber aus Überzeugung auf alle Privaten, da wir für die zahlreichen und ohnehin schon kaum erträgliche Werbepausen, nicht auch noch zahlen wollen.

    Erstaunlich viele in unserem Bekanntenkreis handeln ähnlich, was uns durchaus überrascht hat.

    Damit haben die Privaten offenbar nicht gerechnet…

    Gruß
    P.Hanson

Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*