Google I/O 2017: Die 30 interessantesten Neuigkeiten, Highlights und Flops

Google hat heute die eigene Entwicklerkonferenz Google I/O 2017 gestartet und dabei wieder viel Neues gezeigt. Sehr spannendes wie Google Lens, aber auch Services, die ein Achselzucken auslösen. Wir stellen euch beide im Schnelldurchlauf vor.

Auf der eigenen Entwicklerkonferenz I/O stellt Google Jahr für Jahr neue Software-Verbesserungen an den eigenen Diensten vor. Dabei sind immer ein paar Fragwürdigkeiten, in diesem Jahr auf der Google I/O 2017 aber vor allem interessante Neuerungen – mit einem klaren Gewinner. Wir stellen sie euch in unserer persönlichen Reihenfolge vor.

Fragwürdige oder wenig überraschende Neuigkeiten

14. Google Assistant überall

Dass der Google Assistant durch eine neue Entwicklerschnittstelle künftig in beliebige Geräte eingebaut werden kann, kommt sicher wenig überraschend. Die einstige Exklusivität des Assistenten ist längst keine mehr. Bald wird man mit dem Google Assistant auch im Auto, an der Stereoanlage oder am Fernseher palavern können. Man ahnte es bereits.

13. Picture in Picture (Android O)

Die neue Android-Version O, die im Herbst fertig sein soll, soll Bild in Bild unterstützen. So kann man etwa auf dem Smartphone eine E-Mail schreiben und dabei das Netflix-Video weiter schauen. Zumindest für die Menschen, die Netflix auf dem Handy gucken.

12. Google Expeditions

Google Expeditions mit Augmented Reality können zum Beispiel Tornados und Vulkanausbrüche im Unterricht auf einem Smartphone simulieren. Ganz nette Idee, wirkte aber auf mich im Demo-Video hölzern umgesetzt:

11. Visual Responses

Visual Responses auf Google Home via Smartphone-App. Google Home kann damit etwa bestellte Wegbeschreibungen auf das Smartphone schicken oder auch Nachrichten, Videos, Bilder… Auch Fernseher mit Android TV lassen sich für Visual Responses nutzen. Im Grunde offenbart sich dadurch nur eine Schwachstelle des smarten Lautsprechers Google Home: Ihm fehlt ein Display.

10. Smart Reply für GMail

Google benutzt seinen lernfähigen Algorithmus, um auf kurze Nachfragen personalisierte Antworten zu geben. Smart Reply für GMail gibt es erst einmal nur auf Englisch in den USA. Sah ganz interessant aus, aber wäre für einen Messenger vermutlich sinnvoller.

9. Dem Google Assistant schreiben oder ihn Bilder erkennen lassen

Mit dem Google Assistant chatten, statt zu reden? Wirkt auf den ersten Blick wenig innovativ, soll aber als Notfall für laute Umgebungen gedacht sein. Die Bilderkennung kann dabei helfen, etwa andere Sprachen übersetzen zu lassen und daraufhin weitere Services anzubieten. Klingt alles aber nicht gerade neu.

8. Proactive Assistance

Proactive Assistance erlaubt es Google Home oder auch den Assistenten, euch vorher über einen anstehenden Termin zu informieren. Etwa, dass ihr nun losfahren müsst, wenn ihr eure Verabredung zum Essen einhalten wollt. Dazu muss man den Assistenten immer erst ansprechen. Neu ist das im Grunde auch nicht: Google Now meldete sich schon vor Jahren, wenn es etwa Zeit war, zum Bahnhof aufzubrechen, um die geplante Zugfahrt noch zu erwischen.

7. YouTube 360-Grad-Videos auf Android TV

YouTube erlaubt künftig das Ansehen von 360-Grad-Videos auch auf Fernsehern mit Android TV. Steuern kann man den Blickwinkel dann mit der Fernbedienung. Allerdings ist Android TV nach wie vor ein Graus und weitere Verbesserungen an dem System stellte Google heute erst einmal nicht vor.

6. Standalone VR

Google arbeitet künftig an einer Virtual-Reality-Brille, die ohne weitere Hardware auskommt. Sprich: Man muss kein Smartphone mehr in eine Brille einlegen wie bei der Daydream View und auch keinen PC mehr daran anschließen, wie bei der Oculus Rift. Eigentlich eine gute Idee, derzeit auch ähnlich verfolgt vom Kickstarter-Projekt Exchimp AI1. Mehr als eine Ankündigung des Projekts hatte Google heute aber nicht parat. Da hatten sich Beobachter mehr erhofft.

5. Google for Jobs

Google for Jobs soll Nutzern dabei helfen, schneller passende Jobs zu finden und sich darauf zu bewerben. Aber auch Unternehmen sollen dadurch leichter Fachkräfte finden können. Es hilft, natürlich mal wieder, künstliche Intelligenz. Der Nutzer kann Jobs nach Terminologie, Datum oder Ort filtern und sich mit einem Klick bewerben, wenn er seine Daten bereits hinterlegt hat. Jobportale wie Monster oder Xing stöhnen sicherlich bereits auf. Google for Jobs soll es aber erst einmal nur in den USA geben, und besonders revolutionär scheint mit die Möglichkeit auf den ersten Blick nicht.

4. Android Go

Einsteiger-Smartphones mit 1 GB RAM oder weniger erhalten eine neue Konfiguration, die weniger Ressourcen verbraucht. Diese soll standardmäßig für Android O verfügbar sein. Lite-Versionen verschiedener Apps und weitere Funktionen sollen außerdem dabei helfen, den Datenverbrauch zu minimieren. Gedacht ist Android Go vor allem für Schwellenländer und damit wohl der Nachfolger des mehr oder weniger gefloppten Android One. Ob’s diesmal ein Erfolg wird? Fraglich.

3. YouTube Go für Android Go

Die ressourcenreduzierte YouTube-Version spart Daten: Sie lässt den Nutzer etwa die Bildqualität vorab auswählen und zeigt an, wie viele Daten pro Video-Streaming anfallen werden. Man kann Videos außerdem teilen, ohne sie vorher laden zu müssen. Da stellt sich doch die Frage, warum YouTube diese Funktionen nicht gleich in der regulären App anbietet.

2. Google Photo Books

Eine neue App, um mit Hilfe von Google Fotos Photobooks in wenigen Minuten zu erstellen. Schön daran ist, dass die App das bestgelungene Foto desselben Motivs auf Wunsch selbst heraussucht. Wenn man also 20 Aufnahmen vom Sonnenuntergang gemacht hat, kommt nur eine davon, die beste, ins Fotobuch. Google wird diesen Service selbst anbieten, zunächst nur in den USA. Fotobücher kosten 10 oder 20 US-Dollar. Cewe Print und Co. dürften das nicht gerne hören. Allerdings wirkten die fertigen Photo Books, die Google gezeigt hat, auf mich nicht gerade chic.

1. YouTube SuperChat

YouTube SuperChat ist eine Möglichkeit, dem Videoproduzenten Geld zu spenden. Als Gegenleistung wird der Kommentar über allen anderen Kommentaren oben angeheftet und geht nicht, wie sonst, in der Masse unter. Ein cleverer Weg, um Teenies das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und die Art und Weise, wie Google die “supercoole” Möglichkeit von SuperChat vorgestellt hat, ging in meinen Augen gar nicht. Für mich der größte und einzig wirkliche Flop heute Abend. Die Kollegen von CNet haben die sonderbare Vorstellung von SuperChat auf Video festgehalten:

Die besten Neuigkeiten der Google I/O

16. Notification Dots (Android O)

Erhält eine App neue Benachrichtigungen, kann man unter Android O einfach das App-Symbol lange gedrückt halten, dann wird die Benachrichtigung gleich darüber eingeblendet. Google entkoppelt also die ansonsten eigenständige Navigationsleiste. Kann man machen.

15. Google.ai

Eine neue Sammeladresse von Google für die Aktivitäten des Konzerns über künstliche Intelligenz. Und alles ist bei Googles neuem Wahlspruch “Von Mobile First zu AI first” bald künstliche Intelligenz. Google setzte künstliche Intelligenz auch ein, um Erbkrankheiten zu erkennen oder DNA-Entschlüsselung zu verbessern.

Alle Macht dem Machine Learning. Neues Projekt Google.ai

Alle Macht dem Machine Learning. Neues Projekt Google.ai

14. Computer Vision

Die mit künstlicher Intelligenz unterstützte Bilderkennung kann nun – laut Google – nun besser erkennen, was auf Bildern ist, als Menschen. Faszinierend und gruselig zugleich.

13. World Sense

Eine Verbesserung für die Virtual Reality-Umgebung Daydream View tastet ab, was in der Umgebung ist, hilft dem Nutzer, sich frei zu bewegen, ohne gegen Gegenstände zu stoßen.

12. Word Error Rate unter 5 Prozent

Die Spracherkennung des Google Assistant soll nur noch 5 Prozent der Eingaben falsch verstehen. Das wird immer noch für viele Fehler sorgen, gerade bei Mundarten abseits des US-Englischen oder des Hochdeutschen. Aber es geht aufwärts.

11. Autofill (Android O)

Der Chrome-Browser kann euch schon lange dabei helfen, Bestellformulare automatisch auszufüllen. Künftig soll das über das ganze Android-Betriebssystem hinweg möglich sein. So kann euch Autofill unter Android O automatisch bei Twitter anmelden, falls die App mal wieder eure Login-Daten vergisst.

10. Automatische Bildverbesserung in Google Fotos

Wir haben kürzlich schon davon berichtet, was Google alles unternimmt, um die Qualität von Smartphone-Bildern bei schlechten Lichtverhältnissen zu verbessern. Die Funktion soll bald standardmäßig für Google Fotos kommen. Interessant auch: Fotografiert man etwa jemanden durch einen Zaun und der Zaun ist auf dem Bild noch zu sehen, kann die automatische Bildverbesserung den Zaun einfach wegzaubern.

9. Hands-free Calling und Nutzererkennung

Dass man mit Google Home künftig in den USA und Kanada kostenlos telefonieren kann, ist chic, aber nicht gerade eine Sensation. Mit Amazon Echo geht das etwa auch. Schön ist aber, dass der darin eingebaute Google Assistant nutzerbasiert die richtigen Leute anruft. Wenn bei einem Ehepaar etwa der Mann den Befehl “Rufe Mutter an” an Google Home schickt, dann wird seine Mutter angerufen. Schickt seine Frau den gleichen Befehl los, ruft Google Home ihre Mutter an. Der Assistent kann also anhand der Stimmen den Nutzer erkennen.

8. 2 Milliarden aktive Android-Nutzer

Bemerkenswerte Nutzerzahlen, die Google heute veröffentlicht hat: Täglich 1 Milliarde aktive User auf YouTube, 800 Millionen auf Google Drive, 500 Millionen auf Google Fotos und für Android: stolze 2 Milliarden aktive Geräte. Das ist bemerkenswert.

7. Assistant für Drittanwendungen

Der Google Assistant wird künftig auch für Drittanwendungen geöffnet und erlaubt auch Einkäufe, etwa Essensbestellungen bei einer Liefer-App. Sah in der Demo sehr vielversprechend aus.

6. Chromecast handsfree

Mit Hilfe von Google Home oder dem Google Assistant lässt sich auch Googles Smart-TV-Stick Chromecast künftig mit Sprachbefehlen nutzen. Netflix- oder YouTube-Videos einfach aufrufen, statt sie mühselig über eine App auszuwählen – das kann die Nutzererfahrung mit Chromecasts deutlich aufwerten.

5. Google Fotos Suggested Sharing

Erkennt Google Fotos eine bestimmte Person auf mehreren Fotos, dann kann der Dienst von sich aus vorschlagen, die Bilder mit dieser Person zu teilen. Möglich auch, dies in Form von Shared Libraries automatisch zu tun. Bilder, auf denen Josh immer erscheint, werden automatisch mit Josh geteilt – und niemandem sonst. Lässt sich für alle erkannten Personen granular einstellen. Für die einen Nutzer sicher ein Traum, für die anderen höchst gruselig. Praktisch auf jeden Fall schon.

4. Smart Text Selection (Android O)

Machine Learning im Text kann ganze Begriffe erkennen, markieren und auswählen. Wenn ihr aus einer E-Mail etwa eine Adresse kopieren wollt, haltet ihr nur einen Teil davon gedrückt und Smart Text Selection will die ganze Adresse markieren. Und mehr noch: Das Kontextmenü kann dann direkt vorschlagen, diese auf Google Maps aufzurufen. Ähnliches soll mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen möglich sein.

3. Fastboot unter Android O

Android O soll schneller starten: Angeblich hat Google dank Änderungen an der Runtime die Startzeit um die Hälfte verkürzt. Auch Apps sollen schneller laufen. Entwickler erhalten zusätzlich Funktionen an die Hand, um zu sehen, in welcher Codezeile ihre Apps dem System Ärger bereiten. All das und die neue offizielle Programmiersprache Kotlin, die Entwickler produktiver machen soll, sollen dazu beitragen, dass Android schneller wird. Schade, über schnellere Update-Zyklen hat Google heute leider kein Wort verloren.

2. Visual Positioning System

Visual Positioning System (VPS), kann finden, wo Gegenstände im Raum sind. Zum Beispiel ein bestimmtes Spiel in der Spieleabteilung des Kaufhauses. Ideal für Sehbehinderte, aber auch für den gemeinen Verbraucher. Google will VPS als Augmented Reality-Version für Google Tango-Phones anbieten und die Funktion langfristig in Google Maps integrieren.

1. Google Lens

Googles schlaue Algorithmen können schon länger erkennen, was auf einem Foto zu sehen ist. In Zukunft sollen sie das auch in Kontext setzen können. Erkennt die Kamera etwa ein Ladenschild, erkennt Google dies, gleicht es mit Standortdaten ab und blendet Zusatzinformationen ein, etwa Öffnungszeiten, Bewertungen oder dort erhältliche Produkte. Google Lens kann allerdings auch noch viel mehr, wie Telefonnummern auf abfotografierten Anzeigen erkennen und direkt wählen lassen oder – vom Publikum besonders wohlwollend aufgenommen – bei einem Freund zuhause die Zugangsdaten des Routers abfotografieren lassen – und sich ohne weiteres Zutun mit diesem verbinden. Für mich das coolste Feature, das Google heute präsentiert hat.

Weitere Neuerungen die einzelnen Dienste betreffend wird Google sicher in den kommenden Tagen noch vorstellen. Für mich war das alles in allem eine spannende Keynote zur Google I/O 2017. Und für euch?

3 Kommentare zu “Google I/O 2017: Die 30 interessantesten Neuigkeiten, Highlights und Flops

    • Bezog sich auch mehr darauf, dass Google das erstmal nur ankündigt, ohne einen konkreten Plan zu haben. Hatte gehofft, die wären schon weiter. Die Idee an sich ist gut.

  1. Das Project Treble soll schnellere Android-Updates bringen. Die Anpassungen, die die Netzbetreiber noch am Betriebssystem vornehmen, werden ausgelagert, was den ganzen Vorgang beschleunigen soll. Mal sehen, ob das klappt.

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