Facebooks Meta-versum: Diese Zukunft möchte ich nicht

Aus Facebook wird Meta. Mark Zuckerberg lobt passend dazu die Zukunft einer virtuellen 3D-Welt aus. Reue, Entschuldigungen, Einsicht? Iwo.

Facebooks Meta-versum: Diese Zukunft möchte ich nicht

Inmitten der glaubhaften Anschuldigungen zweier Ex-Mitarbeiter, dass Facebook kein Interesse daran habe, den Hass auf seinen Plattformen zu unterbinden, kommt nun als Reaktion: eine Namensänderung. Das Unternehmen heißt nicht länger Facebook. Das gleichnamige Social Network bleibt bestehen, aber die Dachmarke wird künftig Meta heißen.

Der neue Name kommt nicht von ungefähr. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg stellte passend zur Namensänderung und der Veranstaltung „Facebook Connect“ seine Vision der Zukunft vor. Man könnte fast sagen: ein Ablenkungsmanöver. Diese Zukunft soll ein vollvenetztes Universum sein, in der wir in virtuelle Welten (VR) oder optisch erweiterte Welten (AR) eintauchen und passend zum originalen Metaversum der echten Welt entfliehen:

So wie man auf Facebook der echten Welt entflieht? Träum weiter, Zuck! Längst sind der Hass, das Mobbing, Corona-Leugner und Demokratiefeinde nicht mehr nur in virtuellen Welten zu finden, zu denen schon das Social Network Facebook gehört. Längst bricht sich das alles auch ganz unvirtuell Bahn. Beeinflussung von Wahlen, Morde an Politikern, Terrornetzwerke, Schulmobbing, Antisemitismus…

Hass in 3D?

Facebook behauptet, gegen das alles etwas zu unternehmen, aber das sind schlichtweg Lippenbekenntnisse, wie die Ex-Facebook-Offizielle Francis Haugen in den „Facebook Files“ kürzlich detailgetreu darlegte. An einem echten Stopp des Hasses ist das Unternehmen, egal wie es denn heißt, überhaupt nicht interessiert.

Zukunft des Lernens nach der Vision von Meta.

Die Meta-Zukunft könnte also so aussehen, dass dann künftig in virtuellen und halb-virtuellen Welten weitergemobbt wird, die Jagd nach Likes auf virtuellen Plätzen beginnt und die kaum beherrschbare Benachrichtigungsflut dann künftig auf Geräten wie dem smarten Display Portal, dem VR-Headset Meta Quest (neuer Name für die Oculus Quest 2) oder weiteren angekündigten smarten Brillen rollt. Schöne neue Zukunft…

Was Zuckerberg auf seiner Keynote vermissen ließ, war ein Fünkchen Einsicht, Reue. Eingeständnisse, man habe Fehler gemacht und wolle sich bessern? Kein Wort davon. Das Metaversum soll es richten. Und ja, die Technik hat das Potential dazu, die virtuelle Welt eine gute werden zu lassen. Aber in den Händen dieses Unternehmens? Wohl eher nicht. Die bloße Umbenennung in Meta macht all das nicht ungeschehen, was Facebook war und ist.

Gute Zahlen gab es bereits vor ein paar Tagen wenigstens für die Investoren: Facebook/Meta hat den eigenen Umsatz im abgelaufenen Quartal um 35 Prozent auf 29 Milliarden US-Dollar gesteigert, der Gewinn stieg auf 9,2 Milliarden Dollar. Negativität ist auch noch erträglich. Und soziale oder virtuelle Netze in den Händen eines rein geldgetrieben Unternehmens? Eine ganz schlechte Idee.

Ich mach da nicht mit, Zuck. Behalt deine Zukunftsvision für dich!

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Ein Kommentar zu “Facebooks Meta-versum: Diese Zukunft möchte ich nicht

  1. Vom mir aus kann man Facebook schließen. Es ist nicht mehr das was es mal war. Es gibt so viel Hater auf FB. Macht einfach keinen Spaß mehr

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