AVerMedia PW515 im Test: Endlich eine gute Webcam!

Teure, aber gute Webcam: Die AVerMedia PW515 glänzt in puncto Bild, Ton und Software-Kompatibilität.

AVerMedia PW515 im Test: Endlich eine gute Webcam!

Webcams erlebten in den zurückliegenden zwei Jahren eine Renaissance. Als viele Firmen wegen der Pandemie ihre Konferenzen vom Büro ins Internet verlagerten, galt der Technik-Schnack auf einmal Auflösung, Soundqualität und Software-Kompatibilität der kleinen Kameras. Logitech und Microsoft dominieren seither den Markt. Wir wollten wissen, ob auch eine weniger bekannte Webcam wie die AVerMedia PW515 für 200 Euro da mithalten kann. Nach unserem Test ist klar: sie kann!

Der Vorgänger PW513 enttäuschte noch

Auf dem Trendblog schrieben wir schon einmal über AVerMedia, ein taiwanesisches Unternehmen, das vor allem in Capture Cards wie den EzRecorder 330 und elektronisches Büro-Zubehör macht, wozu auch Webcams gehören. Vergangenes Jahr versuchten die AVerMedia-Ingenieure mit der PW513 den Spagat zu meistern. Diese Webcam sollte sowohl Gamer zufriedenstellen, als auch dem Zoom-Konferenzteilnehmer zu Diensten sein.

Das Vorjahresmodell PW513 enttäuschte uns schon.

Leider war diese Hardware zickig, enttäuschte unseren Hardware-Spezialisten Dansen von Gamers Gear als auch mich als jemanden, der gerne die in die Jahre gekommene Logitech C920 abgelöst hätte. Störendes Bildrauschen, unzureichende Kompatibilität, starke Hitzeentwicklung und ein blechernes Mikrofon waren die negativen Hauptkritikpunkte von unserer Seite. Entsprechend niedrig waren unsere Erwartungen an die AVerMedia PW515 – der Nachfolger, der schon ein halbes Jahr später erschien.

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Die AVerMedia PW515 macht es besser

Doch die Webcam-Neuerscheinung PW515 macht schon auf den ersten Blick einiges anders und besser. Denn inzwischen verzichtet des Unternehmen auf Hochglanzverpackungen und steckt die Hardware stattdessen schlichte Pappschachteln:

Verpackung der AVerMedia PW515.
Schlicht und nachhaltig – AVerMedias neue Pappschachteln.

Einmal geöffnet, die nächste Überraschung: Die Kamera liegt fast blank dar – nur ein kleines Klebchen schützt die Glaslinse und lediglich das mitgelieferte und mit 2 Metern auch ausreichend lange USB-C-Kabel ist in Plastik eingeschlagen. Alle wichtigen Installationsinfos hat der Hersteller auf den oberen Kartondeckel gedruckt, eine kleine Anleitung gibt es aber dennoch.

Geöffnete Verpackung der AVerMedia PW 515
Spartanisch ausgestattet – aber umweltfreundlich und irgendwie auch sympathisch.

Weitere Extras? Fehlanzeige! Optionale Treiber und Software-Tools gibt es nur auf der offiziellen Hersteller-Seite – warum auch nicht!

Unterschiede zwischen AVerMedia PW515 und PW513

Bei der Verarbeitung hatte ich auf den ersten Blick nichts zu beanstanden. Das Design ist klar vom Vorgänger PW513 inspiriert, dennoch spendierten die Ingenieure der PW515 mit neu lackierter Klappblende und dem gänzlich weißen Schriftzug neue Akzente.

Cam, Kabel und Anleitung – mehr liegt der Packung nicht bei.

Auf den zweiten Blick zeigen sich weitere, teils gravierende Unterschiede zum Vorgänger. Du erinnerst dich an die erwähnte Hitzeentwicklung? Dieser begegnet AVerMedia mit 54 Kühlschlitzen, über welche die Wärme aus dem Gehäuse weicht.

Die Wärme leitet die AVerMedia PW515 über insgesamt 54 Kühlschlitze nach außen.

Auch das starke Bildrauschen könnte der Vergangenheit angehören, denn AVerMedia verbaut einen neuen Sensor und nutzt eine größere Blendenöffnung. Letzteres kannst du im Direktvergleich sehen:

Blendenöffnung AVerMedia PW515
Die Blende (hier als gelber Kreis eingezeichnet) ist in der PW515 um ein Vielfaches größer.

Nicht zu sehen ist das Sensor-Upgrade. War im Vorgänger noch ein Sony Exmor R mit unter einem Zentimeter Diagonale verbaut, setzt die PW515 auf Sonys neuen Starvis-Sensor, der vor allem bei schlechten Lichtbedingungen brilliert.

Glücklicherweise blieb AVerMedia dem ausklappbaren Standfuß und der Kugellagerung für die Cam treu. So kannst du sie auf jede Oberfläche stellen oder einfach an den Monitor klemmen. Dank eines 3/4-Schraubgewindes passt sie auch auf alle gängigen Fotostative.

AVerMedia PW515 (2022)AVerMedia PW513 (2021)
Sensor: Sony STARVISSensor: Sony EXMOR R
Max. Auflösung: 3.840*2.160 Pixel (30 fps) bzw. 1.920*1.080 (60 fps)Max. Auflösung: 3.840*2.160 Pixel (30 fps) bzw. 1.920*1.080 (60 fps)
Maße / Gewicht: 130 * 58,1 * 56,75 mm / 190 grMaße / Gewicht: 130 * 58,1 * 56,75 mm / 196 gr
Sichtfeld: 100°Sichtfeld: 94°
Extras: Bildanpassung, Bild in Bild, Hauptfilter, AR-Effekte, KI-Einrahmung (alles abhängig von Cam Engine)Extras: Bildanpassung, Bild in Bild, Hauptfilter, AR-Effekte, KI-Einrahmung (alles abhängig von Cam Engine)
Konnektivität: USB 3.1 Gen 1, kompatibel zu USB 2.0Konnektivität: USB 3.1 Gen 1
Kompatibel zu: Windows 10 oder später, macOS 10.14 oder später, Chrome OS 85 oder später, Android 11 oder späterKompatibel zu: Windows 10 oder später (mit EInschränkungen), macOS 10.14 oder später, Chrome OS, Android 11 oder später

AVerMedia PW515 in der Praxis: Intuitiv und gut

Und in AVerMedia PW515 in der Praxis? Und hier überraschte mich schon die einfache Installation. Anders als der Vorgänger erkannte mein Standrechner die PW515 sofort. Auch an zwei Chromebooks (ARM- und x86-Basis) sowie meinem Windows-11-Notebook von Lenovo lief die Cam einwandfrei.

Windows- und Mac-Nutzer erhalten mit der Cam Engine einen Software-Bonus, auf den andere Plattformen verzichten müssen. In dieser App kannst du Belichtung, Farbabgleich oder Auflösung bestimmen. Natürlich können das diverse Apps automatisch, doch die Kontrolle über den Kamerasensor zu haben, führt zu einem rundum besseren Bild:

Mit Hilfe der Cam Engine kannst du das Bild mit wenigen Klicks optimieren.

Alles in allem fand ich die Qualität überzeugend. Sowohl bei Tages- als auch Kunstlicht waren die Bilder im Foto als auch Video richtig gut. Kleinere Macken wie das Color Bending schiebe ich eher auf die Software denn die eigentliche Hardware. Der Mikrofonklang kann nicht mit einem dezidiert angeschlossenen Mikrofon mithalten, ist aber längst nicht mehr so blechern und echohaft wie zuvor.

Fazit: Eine richtig gute Webcam

Chapeau. Hatten die Ingenieure mit der PW513 noch einen Bock geschossen, überzeugt die AVerMedia PW515 als hochwertige Webcam sowohl fürs Streaming als auch für Online-Konferenzen. Sie ist kompatibel zu einer ganzen Bandbreite an Geräten, besticht durch gute Video- und Ton-Qualität und bietet unter Windows wie Mac die Cam Engine, mit der du das Bild schnell optimieren kannst. Als Upgrade für dein bisheriges Konferenz-Setup ist die AVerMedia PW515 eine klare Empfehlung!

Unsere Bewertung
  • Durchdachtes Design und exzellente Verarbeitung
  • Hohe Kompatibilität zu Windows, Mac, Chrome OS und Android
  • Sehr gutes Bild, guter Ton
  • Flexible, vielseitige Halterung
  • Umweltfreundliche Verpackung
  • Cam Engine nur unter Windows und Mac nutzbar
  • Preis etwas hoch
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