RAM-Typen: Neuer Speicher ist schneller

Achtet beim Kauf von Notebook und Smartphone auf moderne Arbeitsspeicher-Versionen wie DDR4 und LPDDR5.

RAM-Typen: Neuer Speicher ist schneller

Arbeitsspeicher ist schneller als Festspeicher – so viel wisst ihr vielleicht schon. Geht es euch um Geschwindigkeit, kommt es aber auch auf die Version des RAM an. Einfache Faustregel: Je neuer ein RAM-Typ, desto schneller ist der Baustein. DDR4 ist etwa schneller als DDR3. Umso schneller starten auf eurem Smartphone oder Notebook dann auch eure Apps.

Welcher Arbeitsspeicher wird in Notebooks und PCs verwendet?

In heutigen PCs und Notebooks kommt sogenannter DDR-RAM zum Einsatz. DDR steht für Double-Data-Rate, und das bedeutet schlicht, dass Speicherchips dieses Typs die doppelte Datenrate ihrer Vorgängerversion, dem SDR-Speicher (Single Data Rate). Für Notebooks aktuell ist DDR4-RAM. 

Die Steckplätze befinden sich auf dem Mainboard.

DDR-RAM hat unterschiedliche Versionen von DDR1 bis DDR5. Je höher die Zahl, desto neuer die Version. DDR5 wurde erst 2021 angekündigt und Mitte 2021 noch nicht in Laptops und PCs verbaut. 

Neuere DDR-Typen stellen immer eine Verbesserung dar. Sie zeichnen sich durch eine höhere Transferrate bei weniger Spannung aus. Sie können also jeweils mehr Daten verarbeiten als deren Vorgänger-Versionen. Wo der einfache DDR-RAM eine Transferrate von 2,1 bis 3,2 Gigabyte pro Sekunde hat, sind es bei DDR4 bereits 17 bis 21,3 Gigabyte pro Sekunde.

RAM-VarianteSpezifikationen
SDRDatentransferrate: 0,8-1,3 GB/s
Spannung: 3,3 V
DDRDatentransferrate: 2,1-3,2 GB/s
Spannung: 2,5 V
DDR2Datentransferrate: 4,2-6,4 GB/s
Spannung: 1,8 V
DDR3Datentransferrate: 8,5-14,9 GB/s
Spannung: 1,35/1,5 V
DDR4Datentransferrate: 17-21,3 GB/s
Spannung: 1,2 V

Der Speicherhersteller Teamgroup hat im Juni 2021 ein erstes Kit für DDR5-RAM angekündigt. Das Kit hat 32 Gigabyte Kapazität und soll rund 400 Euro kosten. Zum Vergleich: 32 Gigabyte DDR4-RAM bekommt ihr momentan bei vielen Händlern für weniger als die Hälfte. Laut Teamgroup funktioniert der DDR5-RAM mit Intels kommendem 600er-Chipsatz. 

Arbeitsspeicher für Smartphones 

In den meisten Smartphones ist ebenfalls DDR-RAM enthalten, allerdings in einer abgewandelten Version, dem LPDDR. LPDDR steht für Low-Power-DDR. Die Speicher-Riegel sind kleiner, sodass sie in das Handy passen. Sie arbeiten zudem mit einer geringeren Spannung, was zu einem reduzierten Energieverbrauch führt. Das sollte euren Akku länger am Leben halten.

Wie bei der PC-Version des RAMs gibt es auch hier die verschiedenen Versionen von LPDDR1 bis LPDDR5. Auch hier sinkt die Spannung, je höher die Version, während die Transferrate steigt. 

RAM-VarianteSpezifikationen
LPDDR 1Datentransferrate: 0,4 GB/s
Spannung: 1,8 V
LPDDR 2Datentransferrate: 0,8 GB/s
Spannung: 1,2 V
LPDDR 3Datentransferrate: 1,6 GB/s
Spannung: 1,2 V
LPDDR 4Datentransferrate: 3,2 GB/s
Spannung: 1,1 V
LPDDR 5Datentransferrate: 6,4 GB/s
Spannung: 0,5 V

Wozu brauche ich RAM? 

Wie eingangs schon erwähnt, dient der RAM als Zwischenspeicher für Programme oder Apps, die ihr auf dem PC oder Smartphone ausführt. Unterschiedliche Programme brauchen dabei unterschiedlich viel RAM. Allerdings summiert sich die Nutzung. Das bedeutet, wenn ihr viele Programme gleichzeitig laufen habt, braucht ihr auch mehr RAM auf dem System, damit alles flüssig läuft. 

Wenn der Rechner keinen freien RAM mehr zur Verfügung hat, greift er auf die deutlich langsamere Festplatte zurück, was oft zu Verzögerungen führt. Darum solltet ihr einmal eure RAM-Nutzung kontrollieren, wenn ihr der Meinung seid, dass euer PC zu langsam läuft. 

Unter Windows 10 klickt ihr dafür auf die Taskleiste und wählt den Task-Manager aus. Hier drückt ihr dann auf den Tab “Leistung” und ihr seht eure momentane Arbeitsspeichernutzung. 

Eine Arbeitsspeicherauslastung von 50% oder mehr ist nicht ungewöhnlich.

Videospiele brauchen in der Regel weitaus mehr RAM als zum Beispiel euer Browser oder Word. Darum solltet ihr, wenn möglich, alle anderen Programme schließen, wenn ihr ein Spiel startet und auch keine Videospiele im Hintergrund laufen lassen, wenn ihr etwas anderes macht. Denn so kann euer RAM ruckzuck voll sein. 

Die meisten Spiele sagen euch in den Systemvoraussetzungen, wie viel Arbeitsspeicher sie benötigen. Infos dazu findet ihr in der Regel in dem Shop, in dem ihr dieses kauft, zum Beispiel bei Steam oder dem Epic Games Store.

Welchen RAM brauche ich? 

Da DDR4-RAM der aktuell (Juni 2021) schnellste ist und die wenigste Energie verbraucht, würde es am meisten Sinn machen, immer diesen zu kaufen, wenn ich mein Arbeitsspeicher upgraden will, richtig? Im Prinzip schon, allerdings könnt ihr euch das nicht aussuchen. Welche RAM-Variante ihr braucht, hängt davon ab, welches Mainboard in eurem PC verbaut ist. Auf ein Mainboard mit DDR3-Plätzen wird kein DDR4-RAM passen. 

Bei neuen PCs wird DDR4 verbaut sein und dementsprechend könnt ihr den auch nur mit diesem upgraden. Allerdings gibt es bei so einem RAM-Upgrade noch ein wenig mehr zu beachten. Wie ihr den richtigen RAM findet und ihr ihn einbaut, zeige ich euch hier am Beispiel eines Alienware 17 R4.

Wofür steht die Bezeichnung RAM?

RAM ist kurz für Random Access Memory und bezeichnet einen Zwischenspeicher, den ihr zum Beispiel in Smartphones, Notebooks und Desktop-PCs findet. Er ist sozusagen ein Kurzzeitgedächtnis der Geräte, der wichtige Daten behält, solange ihr sie braucht. Beim PC zum Beispiel entleert sich der RAM, wenn ihr das Gerät ausschaltet oder neu startet. 

Gegenüber eines Festspeichers (wie HDD- oder SSD-Festplatten) hat der RAM den Vorteil, dass er um einiges schneller ist und sich darum bestens eignet, um Daten auf Abruf zu halten, die jederzeit von Programmen benötigt werden könnten. Dafür ist RAM verglichen mit anderen Speichervarianten relativ teuer. 

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