Foto: Leap Motion

Project North Star: Kommt bald die AR-Brille für den Massenmarkt?

Google Glass ist (vorerst) gescheitert, Microsofts HoloLens braucht für die Serienreife noch viel Zeit. Sind Augmented-Reality-Brillen schon wieder aus der Mode? Mit Project North Star könnte vielleicht doch zeitnah eine Lösung für uns Konsumenten erscheinen.

Ja, schon klar: Der Hype um Virtual Reality ist längst abgeflaut. Mittlerweile sind sogar die Preise für PlayStation VR (Shoplink), HTC Vive, Oculus Rift und Co. deutlich gesunken. Dumm nur, dass diese Systeme zwar ein Millionenpublikum erreichten, aber noch lange nicht den Massenmarkt. Ob Augmented Reality das gleiche Schicksal ereilt? Völlig unklar, zumal AR eben mehr bedeutet, als nur eine Brille zum „Erweitern der Realität“ zu tragen. Das Unternehmen Leap Motion entwarf dennoch eine Peripherie zum Tragen vor den Augen: Project North Star.

Das ist Project North Star: Mehr als eine AR-Brille

Noch so eine monströse Brille, die niemand freiwillig in der Öffentlichkeit tragen würde? Nicht ganz, denn Project North Star sieht sich als Plattform für Augmented Reality-Lösungen, bei der Anwender einen „fließenden Übergang zwischen dem Digitalen und Physischen“ erleben können. Die Erfinder von Leap Motion stellen eine Hardware mit speziellen technischen Spezifikationen sowie für Entwickler relevante Applikationen zur Verfügung. Andere Unternehmen werden basierend auf diesen Informationen eigene Produkte entwerfen können. Clever: Hard- und Software sind Open Source, also frei von Lizenzen.

Was für ein riesiger Prototyp. Ob das mal was wird? (Foto: Leap Motion)

Was für ein riesiger Prototyp. Ob das mal was wird? (Foto: Leap Motion)

Interessant ist das Innenleben: Das AR-Headset verfügt über zwei extrem helle und latenzarme Displays mit einer Auflösung von 1600 x 1440 Pixeln, die bis zu 120 Bilder pro Sekunde darstellen können. Zusammen verfügen sie über einen Betrachtungswinkel von 180 Grad. Zum Vergleich: HoloLens kann regulär nur ein Sichtfeld von 35 Grad abdecken.

Präzises Tracking

Richtig spannend wird Project North Star zusammen mit der Technologie, die Leap Motion bereits vor Jahren erfand: Ein präzises Tracking von Handbewegungen, was offensichtlich perfekt mit AR-Ansätzen harmoniert. Ihr könnt eure Hände direkt mit virtuellen Elementen versehen und mit digitalen Inhalten interagieren, die vor euren Augen dargestellt werden. Ich finde das schon sehr beeindruckend, wenn das so funktioniert, wie das Leap Motion in kurzen Animationen zeigt.

Leap Motion sieht in Project North Star also noch keine finale Brille für den Normalgebrauch. Aber: Anvisiert sind Headsets für unter 100 US-Dollar, die auch von anderen Konzernen stammen können. Selbst ist man sich laut eines Blogbeitrags schon bewusst darüber, dass das aktuelle Design wenig attraktiv ist. Doch zusammen mit Entwicklern und anderen Firmen könnte aus dem ambitionierten Projekt etwas werden. Und ganz uneigennützig ist das für Leap Motion freilich nicht, möchte man doch die eigene Bewegungserkennung weiter etablieren.

Eine Zukunft, die wir wollen?

Ich weiß auch nicht, ob Augmented Reality-Funktionen in Brillen in den kommenden Jahren ein Thema sein werden. Aber wieso nicht? Wenn wir mit solchen Apparaten nicht durch die Einkaufspassage laufen möchten, sehe ich gerade im Profi-Sektor viele Mehrwerte. Ärzte lassen sich bei Operationen zusätzliche Informationen anzeigen, beim Museumsbesuch erhaltet ihr an richtiger Stelle vor einem Gemälde ergänzende Details. Für Spieler würden sich gewiss auch zig Möglichkeiten ergeben. Ein „Pokémon Go“ könnte man sicher auf noch intensivere Art genießen.

Der aktuelle Prototyp. (Foto: Leap Motion)

Der aktuelle Prototyp. (Foto: Leap Motion)

Und sobald aus Project North Star eine stylische Hipster-Brille wird, wäre der Gedanke gar nicht mehr so abwegig, sich mit dieser in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Alles nur Spinnerei und ähnlich optimistisch gedacht wie schon vor einigen Jahren bei Virtual Reality? Warten wir es ab….

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