Google Pixelbook Go

Pixelbook Go nicht in Deutschland: Warum nur, Google?

Trendblogger Jürgen Vielmeier hat sich in Googles Pixelbook Go verguckt. Leider wird es das wohl nicht in Deutschland zu kaufen geben. Google scheint bei Chromebooks in der Nische zufrieden zu sein. Warum eigentlich?

War es das schon mit uns, Google? Eine Zeitlang hatte ich dich wirklich auf dem Schirm als Hersteller für mein kommendes Notebook. Und das musst du dir einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein langjähriger Mac-Nutzer, der ernsthaft in Erwägung zieht zu einem Chromebook zu wechseln. Dauerhaft. Einfach weil er findet, dass die Entwicklung bei Chrome OS schneller voran geht, mehr Musik in der Sache ist. Und nun das Pixelbook Go.

Das Google Pixelbook Go in einem wunderschön minimalistischen Design

Das Google Pixelbook Go in einem wunderschön minimalistischen Design

Du hast es zusammen mit dem Pixel 4 vorgestellt. Ein tolles Smartphone, Google, mit viel Künstlicher Intelligenz. Über und vor allem mit dem Assistenten der nächsten Generation wird noch zu reden sein! Viel mehr hat mich auf deiner Präsentation diese Woche aber dieses Notebook gepackt. In meinen Augen ist es nahezu perfekt.

Google Pixelbook Go: Highlights

13,3-Zoll-Clamshell-Formfaktor mit dünnen Rändern links und rechts, Lautsprechern oben. Hier wirkt kein Millimeter Platz verschenkt
Dabei mit 1061 Gramm kaum schwerer als 1kg.
Bis zu 12 Stunden Akkulaufzeit
Eine Dual-Frontkamera, die auch Full-HD-Video (1080p) erlaubt. Das ist doch endlich mal eine Frontkamera!
Eine laut Google besonders leise Tastatur
Intel-Prozessoren der 8. Generation bis Core i7 möglich. Bis zu 256 GB Speicher, bis zu 16 GB RAM, Display-Auflösung bis zu 4K

Dazu hast du dem Pixelbook Go eine formschön geriffelte Unterseite spendiert. Es gibt einen Kopfhöreranschluss und zwei USB-C-Schnittstellen – minimalistisch, wie das gesamte Design. Sicher, ein paar Nachteile sehe ich auch, als erstes die beiden streitbaren Farben „Not pink“ und „Just Black“. Ein schönes Weiß wäre mir lieber gewesen.

"Not pink"? Na, irgendwie doch...

„Not pink“? Na, irgendwie doch…

Dann hätten es auch ruhig noch modernere Intel-Prozessoren sein dürfen – die 10. Core-Generation ist längst auf dem Markt. Sehr schade auch, dass das Go anders als das größere und ältere Pixelbook keinen Yoga- oder einen Tent-Modus mitbringt. Den Bildschirm können wir nicht ganz nach hinten klappen.

Nur für USA, Kanada, U.K.

Aber für ein Chromebook im Jahre 2019 durchaus Oberklasse, Google, und für mich eins der schönsten Geräte auf dem Laptop-Markt überhaupt. Ob es wirklich nur eine Light- oder Budgetversion des Pixelbooks ist, wie einige Kollegen schreiben, würde ich gar nicht einmal sagen. Klar lässt du das Pixelbook Go schon bei 649 US-Dollar starten (das Pixelbook war deutlich teurer). Du könntest mich aber für die 4K-und-Core-i7-Version bis zu 1.399 Dollar bezahlen lassen. Ich könnte mir für mich selbst gut die goldene Mitte vorstellen: Die Core-i5-Version mit 128 GB für 999 Dollar.

Aber nun kommt der Haken an der ganzen Geschichte. Und hier, Google, verstehe ich dich einfach nicht. Denn das Pixelbook Go soll es, wie schon den Vorgänger Pixelbook, nicht in Deutschland zu kaufen geben. Wer möchte, kann es derzeit in den USA und Kanada und auch Großbritannien vorbestellen. Andere Länder hast du erst einmal nicht vorgesehen. Und weil das in der Vergangenheit auch immer so war, habe ich wenig Hoffnung, dass es diesmal anders wird.

Chrome OS: Ein Schritt nach vorne, zwei zurück

Sicher würde es sich über Umwege, mit etwas Wartezeit und Lieferkosten, auch nach Deutschland bekommen lassen. Aber dann natürlich nicht mit einem deutschen Tastaturlayout. Ich müsste mir gut überlegen, ob es mir das wert wäre. Immerhin habe ich noch mit keinem Notebook weniger als fünf Jahre gearbeitet. Da wäre ein QWERTY-Tastaturlayout schon ein gravierender Störfaktor für eine lange Zeit.

Tastatur des schwarzen Pixelbook Go: Schon das ein echter Hingucker

Tastatur des schwarzen Pixelbook Go: Schon das ein echter Hingucker

Die viel drängendere Frage ist ohnehin: Warum eigentlich, Google? Warum bringst du doch alle paar Jahre ein starkes Chromebook heraus und verkaufst es dann praktisch nur vor deiner Haustür? Warum bringst du das System mit der Unterstützung für (die meisten) Android-Apps massiv nach vorne und stellst wenig später die Unterstützung für Android-Tablets ein? Letzteres hat natürlich zur Folge, dass nun kein Android-Entwickler mehr Apps für große Bildschirme entwirft, für Tablets genauso wenig wie für Chromebooks. Smartphone-Apps und skalierbare Apps bringen lange nicht den gleichen Komfort.

Der Google Assistent bekommt im Pixelbook Go eine eigene Taste

Der Google Assistent bekommt im Pixelbook Go eine eigene Taste

Sicher, die ersten Chromebook-Generationen dürften in Deutschland gefloppt sein und der hiesige Markt deswegen für euch und andere Chrome-OS-Hardwarepartner ein zu heißes Eisen. Das ist aber mittlerweile Jahre her und war schlicht dem Umstand geschuldet, dass Chrome OS anfangs viel zu wenig konnte.

Mittlerweile hast du den Komfort erheblich verbessert, Google. Android-Apps an sich bereichern das System und bieten den AnwenderInnen immer etwas neues zum Ausprobieren. Ich war sehr angetan von meinen diesjährigen Testgeräten, dem Acer Chromebook 714 und dem Chromebook 514. Das System und die meisten Funktionen funktionieren auch wunderbar offline. Drucker, Maus, externe Hardware – das meiste lässt sich problemlos daran anschließen. Auch Stadia soll sich selbst mit Einsteiger-Chromebooks wunderbar spielen lassen.

Klein, schlank, leicht

Klein, schlank, leicht

Zufrieden in der Nische? Bist du doch sonst auch nicht!

Es fehlt nicht mehr viel im Vergleich zu Windows oder macOS. Ein Chromebook ist die ideale Ergänzung zu einem Pixel-Smartphone oder einem anderem Android-Smartphone. Viele Nutzer hätten einmal Lust auf etwas Neues. Warum nutzt ihr die Chance nicht?

Zur Zeit scheinst du dich mit Chromebooks in deiner Nische ganz wohl zu fühlen, Google, und das respektiere ich. Chromebooks verkaufen sich in den USA recht gut, sie kommen vielfach in Schulen zum Einsatz, sie waren und sind der Underdog unter den Notebooks. Gerade im Einstiegssegment haben sie Windows-Rechnern in den USA ein Stück weit das Wasser abgegraben. Und es könnte dir schon reichen, den großen Rivalen Microsoft ein wenig zu ärgern. Jungen Nutzern, die damit groß geworden sind, haltet ihr mit besseren Geräten wie dem Pixelbook Go die Stange. Das läuft, und in Amerika läuft es gut.

Endlich konkurrenzfähig: Gebt Chromebooks noch einmal eine Chance!

Aber das war noch nie dein Anspruch, Google. Du hast stets nach dem Höchsten gestrebt. Egal ob bei der Websuche, beim Online-Anzeigengeschäft, beim Browser, beim E-Mail-Dienst, bei Mobilfunkbetriebssystemen, bei Kartenmaterial, bei Videoplattformen – du bist Weltmarktführer auf vielen Gebieten. Und da, wo du es (noch) nicht bist, mischst du zumindest munter mit. Sei es bei Smartwatches, auf Fernsehern, im Auto, in der Cloud, bei Office-Software, bei mobilem Bezahlen, bei Sprachassistenten, bei Künstlicher Intelligenz, im Smart Home…

Nur bei Notebook-Betriebssystemen, da greifst du trotz aller Chancen nicht nach den Sternen. Und so sehr ich mir manchmal wünschte, du wärst in anderen Bereichen weniger aktiv: bei Chrome OS dürfte es gerne noch viel mehr sein. Vielleicht siehst auch du es irgendwann ein. Bis dahin wird mein nächstes Notebook wohl wieder ein MacBook werden. Und das finde ich fast ein wenig schade.

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4 Kommentare zu “Pixelbook Go nicht in Deutschland: Warum nur, Google?
  1. Hallo Jürgen, glaube im Chromebook Sektor tut sich langsam was. War am Freitag im Mediamarkt, da war ein Extramitarbeiter von Google als Berater für „ausgestellte“ Chromebooks.
    MM hat inzwischen eine beachtlich Anzahl an CB Geräten.
    Nach einem Gespräch mit dem Googlemenschen erzählte dass Google jetzt kurzfristig in Dtld. aktiv werden will nachdem CB Geräte in Holland zuletzt 15% der Verkäufe ausmachte. Auch Werbung und eigene Ausstellertische sind angedacht.

    Ich bin gespannt 😉

    • Hallo Marco. Danke für die guten Nachrichten! Also wenn Google da mittlerweile selbst mit Showcases im stationären Handel aktiv wird, dann habe ich durchaus wieder Hoffnung. Vielleicht wird’s ja doch noch was. Es wäre noch so viel mehr möglich. Hoffe, Google nutzt die Chance. 🙂

  2. Ich auch… Aber solange ich es nicht mit eigenen Augen sehe bleibe ich skeptisch. Werde trotzdem ein CB kaufen. Schwanke zwischen dem Asus C434 (700€) und Lenovo c340-15 (450€). Was würdest du empfehlen?

    • Bisher kann ich nur etwas zum Asus C434 sagen. Mein Testbericht hierzu folgt auch noch. Das hat ein paar Nachteile (Lautsprecher unten, allgemein was leise, Maximalhelligkeit etwas gering, beleuchtete Tasten im „falschen“ Blickwinkel kaum erkennbar), macht aber alles in allem schon Spaß. Selbst der Prozessor („nur“ ein Core m3) schlägt sich erstaunlich gut.

      Das Lenovo C340-15 kenne ich noch nicht. Mir persönlich wäre es etwas zu groß und schwer (2kg, WTF!). Hol dir auf jeden Fall eins mit einem vernünftigen Prozessor und nicht zu wenig Speicher, also spar hier nicht am falschen Ende! Core m sollte es schon mindestens sein und 128 GB Speicher eigentlich auch. Die Zeiten, dass man Chromebooks nur mit der Cloud genutzt hat, sind vorbei. Und schau dann nochmal genau nach dem Preis. Das Lenovo C340-15 kostet in der schlechtesten Konfiguration 450 Euro, aber mit einem besseren Prozessor dann auch mehr. 4 GB RAM finde ich außerdem etwas wenig.

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