Dynabook Portégé X30L-G

Dynabook Portégé X30L-G im Test: Leichtigkeit hat ihren Preis

Das leichteste 13,3-Zoll-Notebook der Welt: Das Dynabook Portégé X30L-G zeigt bei uns im Test, dass ein tolles Notebook auch weit unter der 1-Kilo-Marke gute Leistung bringen kann. Nicht vollends überzeugen kann allerdings die Tastatur.

Fazit: Federleicht, aber mit Schwächen

Dynabook hat Wort gehalten und beweist im Portégé X30L-G, dass ein Business-Notebook federleicht sein kann und dabei trotzdem nicht klapprig sein muss. Minuspunkte sammelt das „leichteste 13,3-Zoll-Notebook“ dafür bei der Tastatur und der recht kurzen Akkulaufzeit.

Das letzte Notebook bei uns im Test war das Lenovo Yoga C940-14IIL, ein durchaus kompaktes, schlankes Gerät, das 1,35 kg auf die Waage bringt. Das Dynabook Portégé X30L-G ist im Vergleich dazu fast 500 Gramm leichter. 870 Gramm sind es laut Dynabook, womit das Portégé das derzeit leichteste 13,3-Zoll-Notebook auf dem Markt sein soll.

Dynabook Portégé X30L-G: So leicht, dass ihr es überall mit hinnehmt

Und tatsächlich: Nehmt ihr das Notebook einmal in die Hand oder balanciert es auf euren Fingern (wie ich im Beitragsbild oben), spürt ihr kaum etwas. Für unterwegs ist das natürlich ein Riesenvorteil. Aber auch Zuhause wurde das Notebook zu meinem treuen Begleiter. Etwa, wenn ich mich ausgehfähig machen oder kurz vom Wohnzimmer in die Küche gehen wollte, um einen Podcast weiterzuhören. Ich nahm dann eigentlich ohne groß nachzudenken immer das Dynabook mit; früher wäre es das Smartphone gewesen.

Dynabook X-30L-G

Dynabook X-30L-G

Trotz allem wirkt das Gerät dabei nicht klapprig. Es dauert allenfalls einen Moment, sich zu erinnern, dass Schwere nicht automatisch für Wertigkeit steht; die tatsächlich verwendeten Materialien geben den Ausschlag. Ober- und Unterseite des Dynabook sind aus hartem Plastik Magnesium. Update: Dynabook weist darauf hin, dass das Gehäuse des Portégé X30L-G tatsächlich aus Magnesium gefertigt ist; daher die Leichtigkeit.

Die Verarbeitung ist gut. Es gibt keine scharfen Kanten oder störende Ritzen (bis auf eine vorne am Trackpad). Das verwendete Material dürfte der Hauptgrund für die Leichtigkeit sein. Die Oberseite gibt allenfalls etwas nach, wozu wir gleich noch kommen.

Leicht, flach und mit vielen Anschlüssen

„Leicht“ bedeutet übrigens nicht, dass Dynabook bei der Konfiguration gegeizt hätte. Ganze 9 Anschlüsse hat das Notebook, darunter auch, sehr Business-gerecht, einen HDMI-Ausgang und einen Ethernet-Port. Ferner 1x Audioklinke, 2x USB-A, 1x USB-C, 1 Micro-SD-Kartenslot, einen Power-Adapter und ein Notebook-Schloss. Auch dass Dynabook lieber 2 USB-A-Schnittstellen verbaut und nur 1 USB-C, wirkt für ein Notebook konsequent, das die eher konservative Business-Klasse adressiert.

Dynabook hat mit Anschlüssen nicht gegeizt. Darunter ist auch ein 19-V-Gleichstromeingang für Bestandssysteme. Das Netzkabel im Lieferumfang lädt das Gerät über die benachbarte USB-C-Schnittstelle auf.

Dynabook hat mit Anschlüssen nicht gegeizt. Darunter ist auch ein 19-V-Gleichstromeingang für Bestandssysteme. Das Netzkabel im Lieferumfang lädt das Gerät über die benachbarte USB-C-Schnittstelle auf.

Modern hingegen der verwendete WLAN-ax-Chip (WiFi 6), für den bereits ein Treiberupdate zur Verfügung steht, der die Verbindung auch deutlich zuverlässiger macht. Ferner Bluetooth 5.0. Ich lud das Notebook über das mitgelieferte USB-C-Kabel auf. Dynabook hat sogar einen zusätzlichen, runden 19-V-Gleichstromeingang mit eingebaut, liefert dafür allerdings kein Kabel mit. Es ist für Unternehmen gedacht, die bereits über Dynabook-Systeme verfügen.

Anschlüsse rechts: Auch Ethernet ist mit dabei

Anschlüsse rechts: Auch Ethernet ist mit dabei

Kaum zu hören

Das Notebook in der mir vorliegenden Version X30L-G-10H gehört mit einem Intel Core i5 der 10. Generation (i5-10210U) zu der leiseren Sorte, den Kühler hört ihr bei einfacher Business-Arbeit selten. Die Arbeitsbelastung schafft die Maschinerie sorgenfrei. Nur bei deutlich mehr geöffneten Programmen hatte ich das Gefühl, dass Prozessor und Grafikeinheit einen Tacken länger brauchen als vergleichbare Systeme mit einem Core i7. Letzteren verbaut Dynabook in der Alternativkonfiguration Portégé X30L-G-115.

Große Kühlerrippen, trotzdem ein eher ruhiger Vertreter seiner Sorte: das Dynabook X30L-G

Große Kühlerrippen, trotzdem ein eher ruhiger Vertreter seiner Sorte: das Dynabook X30L-G

Den gleichen Intel Core i5-10210U verwendet Dynabook auch im (von uns kürzlich getesteten) Tecra X40-F. Der Prozessor kam im vergangenen August auf den Markt, arbeitet mit vier Kernen und unterscheidet sich laut Notebookcheck nicht sonderlich von Core-i5-Prozessoren der 8. Generation. 10 gleichzeitig geöffnete Apps und 25 zeitgleich geöffnete Firefox-Tabs aktivierten zwar den Kühler, stellten das System und auch die 8 GB RAM aber nicht vor ernste Schwierigkeiten.

Schön ist, dass Dynabook an die Unterseite des Notebooks 12 ganz normale Kreuzschrauben angebracht hat. Die Platte könnt ihr also leicht abnehmen, um den Speicher auszutauschen und etwa aus 8 GB RAM bis zu 24 GB zu machen.

Gutes Display, mittelmäßiger Sound

Das Display löst mit 1920 x 1080 px (Full HD) eigentlich zufriedenstellend auf. Es liegt am matten Display und seiner Struktur, dass ihr zu Weilen das Gefühl habt, etwa bei Serifenschriften einzelne Pixel erkennen zu können (was natürlich nicht so ist). Eben dieses matte (oder eigentlich: entspiegelte) Display ist dabei allerdings eine Wohltat. Es bietet einen hohen Betrachtungswinkel, breite Farbtiefe, lässt sich auch in hellem Sonnenlicht gut betrachten, ist mit bis zu 470 Nits selbst recht hell und, nun ja, spiegelt eben auch nicht.

Lautsprecher am Boden: Selten die beste Wahl bei einem Notebook

Lautsprecher am Boden: Selten die beste Wahl bei einem Notebook

Gerade noch so okay ist der Sound. Dynabook hat sich für Lautsprecher am Boden entschieden, was hier natürlich auch ein wenig zu Lasten des ohnehin schon nicht all zu berauschenden Klangs geht. Immerhin: Den Ton von YouTube-Videos könnt ihr damit problemlos hören, Musik klirrte bei meinem Testgerät auch bei höchster Lautstärke nicht, brummte allenfalls etwas. Für ungetrübten Audio-Genuss schließt ihr, natürlich, besser einen Lautsprecher an.

Tastatur gibt nach

Kommen wir zu meinem größten Kritikpunkt am Dynabook Portégé X30L-G: der Tastatur. Dynabook verbaut eine überdurchschnittliche biegsame Plastikoberseite, die gerade an ihrem Mittelpunkt merklich nachgibt. Und da befindet sich das Herzstück der Tastatur. Dass die beim Schreiben analog dazu ebenfalls nachgibt, sorgt dafür, dass ihr mehr Druck ausüben müsst, als auf anderen Tastaturen gewöhnt. Vor allem aber „verschluckt“ die Tastatur dadurch immer wieder Buchstaben. Und das ist unschön.

Tastatur des Dynabook X30L-G

Tastatur des Dynabook X30L-G

Zu diskutieren wäre an dieser Stelle auch das Tastaturlayout. Viele Notebook-Hersteller bringen die Bild-hoch- und Bild-runter-Tasten direkt neben den Pfeiltasten an, was zu einem heillosen Durcheinander führen kann. Dynabook hat die beiden Tastenkomplexe immerhin räumlich voneinander getrennt. Nur leider nicht so sehr, dass ihr die Bild-runter-Taste nicht trotzdem gelegentlich erwischt, ohne es zu wollen.

Eigenwilliges Tastaturlayout

Wenig störend empfand ich überraschenderweise, dass Dynabook die <>-Taste direkt zwischen Alt-Gr und die rechte Steuertaste gesetzt hat. Wohl aber die unglücklich platzierte #-Taste direkt oberhalb der nur einzeiligen Enter-Taste. Sicher, es ist alles eine Frage der Gewöhnung. Aber dass die meisten Hersteller die Enter-Taste etwas größer bauen, hat schon seinen Sinn. Es dauerte sehr lange, bis ich mich daran im Portégé X30L-G halbwegs gewöhnt hatte.

Frei stehende Pfeiltasten, Bild-hoch-runter aber direkt daneben. Weiter oben: die nur einzeilige Enter-Taste

Frei stehende Pfeiltasten, Bild-hoch-runter aber direkt daneben. Weiter oben: die nur einzeilige Enter-Taste

Auch für Lauter oder Leiser hätte ich mir einfache Funktionstasten gewünscht. Dynabook lässt euch dafür Fn + 3 sowie Fn + 4 drücken, was nicht ganz so praktisch ist. Schön wiederum, dass der Hersteller auf Wunsch einen Nummernblock über F11 aktivieren lässt, wozu dann die Tasten 8, 9, U, I, O, J, K, L und M dienen. Ohnehin bringt Dynabook eine ganze Menge an Sonderfunktionen auf der Tastatur unter. Etwa die Möglichkeit, via Fn + S die Suche zu aktivieren oder mit Fn + F5 Bildschirmeinstellungen zu verändern.

Mitgedacht hat der Hersteller auch bei den Einstellungen für die Hintergrundbeleuchtung. Die könnt ihr nicht nur mit einer Tastenkombination (Fn + Y) aufrufen und verändern, sondern im Menü dafür noch viel granularere Einstellungen vornehmen.

Dynabook kann Touchpads

Das Touchpad derweil ist eins der besseren seiner Art. Schon im Tecra X40F hatte Dynabook ein sehr gutes untergebracht, das im X30L-G gefällt mir fast noch besser. Der Finger gleitet wunderbar darüber – vielleicht nicht ganz so gut wie im Schwestermodell – dafür verbleiben hier weniger Fingerabdrücke. Auch der Druckpunkt der Tasten ist sehr gut. Der Fingerabdrucksensor, der ebenfalls dort untergebrachht ist, entsperrt zuverlässig. Wobei ihm in den allermeisten Fällen die sehr schnelle Gesichtserkennung zuvor kam. Einziger Kritikpunkt am Touchpad: ein etwa 1mm dicker Spalt vorne. Hier dürfte sich über die Zeit Staub ansammeln.

Touchpad im Dynabook X30L-G

Touchpad im Dynabook X30L-G

Die Akkulaufzeit pendelte sich bei mir im Test je nach Auslastung meist zwischen 6 und 7 Stunden ein. Das ist weder berauschend, noch all zu enttäuschend, allerdings dann doch weit weg von den von Dynabook angegebenen „bis zu 14 Stunden 50 Minuten“. Viele Highendmodelle mit Intels aktueller, zehnter Core-Generation schneiden bei der Akkulaufzeit in der Praxis weit schlechter ab als angegeben. Wir können nur hoffen, dass sich da softwareseitig noch etwas dran drehen lässt. Sonst wäre langfristig zu überlegen, ob der von Herstellern meist dafür herangezogene Benchmark „MobileMark 2014 mit Windows 10“ überhaupt noch zeitgemäß ist.

Licht und Schatten

Alles in allem bleibt ein durchaus zufriedenstellender Eindruck des Portégé X30L-G. Ein ordentlich leistungsfähiges Notebook, das im Großen und Ganzen zuverlässig und ruhig arbeitet, ein herrlich mattes Display, viele Anschlüsse und Verbindungseigenschaften auch moderner Art bietet, dabei noch schlank ist, sich aufrüsten lässt und ganz nebenbei durchaus ansehnlicher als ein übliches, mausgraues Business-Notebook ist. Und als größter Aktivposten, natürlich, die beinahe konkurrenzlose Leichtigkeit.

Dynabook Tecra X40-F im Test: So macht Business Spaß

Einige meiner Kritikpunkte am Tastaturlayout sind Geschmackssache; die zu kleine Enter-Taste derweil nicht, das wäre besser gegangen. Insgesamt ist das Tastaturlayout aber okay. Was dafür nicht in Ordnung geht und wo Dynabook dem geringen Gewicht sogar etwas geopfert hat, ist das zu sehr nachgebende, weil wohl zu dünne Obermaterial, welches das Tippen auf der Tastatur beeinflusst, die dadurch immer wieder den einen oder anderen Buchstaben verschluckt. Auch die Akkulaufzeit hätte gerne noch höher ausfallen dürfen. Der Sound ist durchschnittlich.

Dynabook Portégé X30L-G: Preise und Verfügbarkeit

Dynabook bietet das Notebook in Deutschland in zwei Versionen an. Das hier getestete X30L-G-10H mit dem Intel Core i5-10210U, 8 GB DDR4 RAM, 256 GB PCIe SSD WiFi 6 und dem Full-HD-Display kostet UVP 1.439 Euro. Die Konfiguration X30L-G-115 mit Intel Core i7-10510U, 16GB DDR4 RAM, 512 GB PCIe SSD ebenfalls Full-HD-Display und WiFi 6 soll UVP 1.943 Euro kosten.

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