Wie finde ich ein 2-in-1-Notebook für meine Eltern? Oder: Mittelklasse, verzweifelt gesucht

Wie finde ich ein 2-in-1-Notebook für meine Eltern? Oder: Mittelklasse, verzweifelt gesucht

Sie sind voll im Trend, weil sie maximale Flexibilität versprechen. Die modernen 2-1-Rechner sind einerseits Tablets, andererseits handliche Netbooks. Und sie können auch stationäre Desktop-PCs ersetzen. Doch man muss genau hinschauen und im Zweifelsfalle lieber etwas mehr investieren.

Das Problem

Als Besitzer eines Surface Pro 3 bin ich eigentlich zufrieden mit meinem Tablet-Laptop-Hybriden, der (unter anderem) dank Dockingstation ohne weiteres einen stationären PC ersetzt. Aber: Diese Lösung mit Tastatur besaß vor einigen Monaten einen heftigen Preis, ähnliche Vertreter kosten aktuell nach wie vor 1000 Euro und mehr – das Surface Pro 4 mit Intel Core i5-Prozessor zum Beispiel.

Ich dachte mir: Das muss doch auch deutlich günstiger gehen – vor allem wenn man keine 8GB RAM, 512GB Festplattenspeicher und eine mächtige CPU braucht. Denn meine Eltern benötigen dringend einen neuen Rechner für Internet, Office, Bildbearbeitung und andere Alltäglichkeiten, sie wollen aber nicht mehr als 600 Euro ausgeben. Verständlicherweise ist ein Computer für sie in einem Alter von weit über 60 Jahren nicht die oberste Priorität. Ich schwärmte ihnen von den Vorzügen moderner Tablets vor und begab mich auf die Suche.

Das Surface Pro ist halt doch sehr teuer...
Das Surface Pro ist halt doch sehr teuer…

Die Bedingungen für einen attraktiven Desktop-Ersatz, der zugleich Laptop und Tablet sein sollte: Windows 10 als Betriebssystem, 4GB RAM für eine vernünftige Performance, um die 10 Zoll Display (+-2 Zoll) mit 1080p-Auflösung, interner Speicher mit mindestens 64GB – am liebsten SSD und am besten mit microSD-Kartenslot zum Erweitern.

Nötig sind zumindest ein normaler USB-Anschluss sowie ein micro-HDMI- oder micro-DisplayPort zum Anschließen eines vorhandenen Monitors und weiterer Peripherie wie Tastatur und Maus. Die „Power“ eines Highend-Prozessors brauchen meine Eltern nicht, interessant empfand ich daher Prozessoren wie den Intel Atom x7 oder den Intel Core M-5Y10: Leistungsstark genug für normale Schreibarbeiten, aber zugleich im niedrigen Preissegment angesiedelt. Sprich: Eigentlich nicht viel verlangt, wenn man von klassischen Laptops ausgeht. Aber bei den mobilen Alleskönnern muss man auf einige Dinge verzichten, damit die Flexibilität gewährleistet ist.

Es fehlt das Mittelfeld

Tablets aus dem Niedrigpreissegment fand ich bei der Suche nach dem richtigen Computer für meine Ellis zu Hauf. Aber, machen wir’s kurz: Hier müsste ich meine Erwartungen herunterschrauben. Über Windows 10 oder Updates darauf verfügen alle Geräte, die ich in Betracht zog. Dafür sparen die Hersteller natürlich ein wenig bei der Ausstattung. Ich fand hier praktisch keine Geräte mit mehr als 2 GB RAM (immerhin die Mindestanforderung für Windows 10) oder Display-Auflösungen über 1200×800. Klar, die Hersteller schicken die Geräte als Einstiegsmodelle mit Anforderungen für sporadisches Surfen im Internet ins Rennen. Da tut es natürlich auch mal ein Plastikgehäuse. Aber ich wollte ja eigentlich etwas mehr für meine Eltern: eben einen Touchscreen-PC, mit dem man auch länger produktiv arbeiten kann.

Ein interessanter Kandidat, aber aktuell mit Lieferschwierigkeiten. (Foto: Trekstor)
Ein interessanter Kandidat, aber aktuell mit Lieferschwierigkeiten. (Foto: Trekstor)

Das Problem: Es fehlt das preisliche Mittelfeld. Nach längerer Recherche entdeckte ich das Asus Transformer Book T300 Chi in verschiedenen Ausführungen – sogar mit WQHD-IPS-Display, Core M-5Y71-Prozessor und 8GB RAM. Hier bewegt man sich dann schon in der 700-Euro-Preisklasse, dafür aber klingen die technischen Daten sehr reizvoll. Die Alternative ist an und für sich nur das Surface 3 von Microsoft, das mit einem Atom x7-Chip für einen Desktop-Ersatz ausreichen dürfte.

Ganz ohne Kompromisse geht es nicht

Trekstor drückt mit dem SurfTab duo W2 den Preis für Mittelklasse-2-1-PCs sogar in die 500 Euro-Region – und das mit 4GB RAM, Full-HD-Display, 64GB SSD und dem Core M-5Y10c-Prozessor, der zumindest meinen über sechs Jahre alten Arbeits-Rechner mit AMD Phenom X4 965BE diversen Informationen zufolge toppen soll. In Anbetracht der Tatsache, dass wir hier über ein 11,6 Zoll Tablet reden, ist das schon beachtlich. Ähnlich geartet ist die Acer Switch-Reihe, gegenwärtig aber noch eine Ecke teurer. Eine hübsche Option wäre auch das Lenovo Yoga 3 Pro.

Samsung hat auch was am Start - nur hier geht es ab 1000 Euro los. (Foto: Samsung)
Samsung hat auch was am Start – nur hier geht es ab 1000 Euro los. (Foto: Samsung)

Es ist etwas schade, dass ich letztlich nur ein paar Tablets gefunden habe: Trekstors SurfPad 2 gefällt mir. Microsofts Surface 3 ist schon relativ teuer, was natürlich der sehr guten Verarbeitung geschuldet ist. Lenovo und Acer wären auf jeden Fall Kandidaten. Oder ich gucke mich noch einmal intensiver bei den Convertible-Notebooks im Stil des Yoga 500 um. Keine echten Tablets, aber gute Arbeitsmaschinen.

Was wollen die Leute wirklich?

Von den Herstellern würde ich mir in nächster Zeit schlicht einen erhöhten Fokus auf eine Mittelklasse wünschen. Was wollen die Konsumenten? Sie möchten einen Windows-Computer mit aufeinander abgestimmten Komponenten, mit dem man Spaß haben kann – auch mehrere Stunden am Tag beim Schreiben von Briefen. Und bei dem man sich auch nicht festlegen muss, ob man ihn nun als Tablet, Ultrabook oder eben Desktop-PC verwenden will. Da geht noch mehr!

Wofür sich meine Eltern letztlich entscheiden werden? Derzeit muss ich ihnen dazu raten, ein paar Euro mehr auszugeben. Denn Surface Pro 4 und Co. sind schon wieder verdammt schön und können ohne weiteres einen Desktop ersetzen…

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3 Kommentare zu “Wie finde ich ein 2-in-1-Notebook für meine Eltern? Oder: Mittelklasse, verzweifelt gesucht

  1. Stand vor dem gleichen Problem. Nach einem Billig-Versuch mit einem HP Pavillon reumütig gespart und ein Surface Pro gekauft.

    Auch an fehlender Mittelklasse verzweifelt. Schade..

  2. Pingback: Tüfteln. Schreiben. Ausprobieren. Roboter! | Wernicke.net
  3. Klar, das Microsoft Surface Pro 4 ist nicht das allergünstigste. Dafür sieht es ziemlich stylisch aus und ist super praktisch. Ich habe es selbst seit einem halben Jahr und bin super zufrieden. Als Alternative wäre sicher auch das Lenovo Miix 700 interessant.

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