Motorola Moto Z2 Play vorgestellt: Lenovo opfert Akkulaufzeit einem schlankeren Gehäuse

Lenovo hat heute ein neues Moto Z-Smartphone vorgestellt. Das Moto Z2 Play tauscht die Plastikrückseite des Vorgängers gegen ein Metall-Unibody. Es ist noch dünner als das Moto Z Play, dafür hat Lenovo einen schwächeren Akku eingesetzt.

Lenovos und Motorolas Moto Z-Serie war eine der interessantesten Entdeckungen des vergangenen Jahres. Kein Highend, aber dafür erschwinglich und vielseitig dank des modularen Konzepts der Moto Mods. Auf Wunsch einfach an das Smartphone andocken, was ihm sonst fehlt: ein Lautsprecher, eine Kamera mit optischem Zoom oder ein Reserveakku. Das Moto Z Play war darunter die erschwinglichere Variante des Moto Z.

Moto Z2 Play: Besser, ja, aber…

Heute hat Motorola die zweite Generation des Moto Z Play vorgestellt. (Auf das Moto Z2 warten wir noch, aber das dürfte Lenovo in diesem Sommer nachreichen.) Es soll ein wenig teurer sein als das Z Play der ersten Generation, dafür grundüberholt und besser. Leider scheint das nun in Teilen zu stimmen. Hier unser Vergleich der Daten:

Leichter, schneller, dünner – aber nicht ausdauernder: Das neue Moto Z2 Play im Vergleich zum Vorjahresmodell Z Play

Leichter, schneller, dünner – aber nicht ausdauernder: Das neue Moto Z2 Play im Vergleich zum Vorjahresmodell Z Play

Auch das neue Moto Z2 Play ist mit allen alten und neuen Moto Mods kompatibel – deswegen ist das Gehäuse auch nur unwesentlich schmaler geworden. Auffällig ist dafür, dass es einen ganze Millimeter dünner geworden ist und trotz Metall statt vorher Plastik stolze 20 Gramm weniger wiegt als sein Vorgänger.

Wir dürfen wie immer davon ausgehen, dass das Nachfolgemodell eines Prozessors (hier Snapdragon 626 statt 625) noch ein paar Prozent mehr Leistung bei weniger Energieverbrauch herausholt, das Display noch etwas heller und die Kamera noch etwas besser geworden ist. Zwar hat die Hauptkamera im Moto Z2 Play weniger Megapixel (12 im Vergleich zu 16 im Z Play), aber die sind ja bekanntlich nicht alles, auf kleinen Bildsensoren ist weniger sogar mehr. Schön dafür, dass Lenovo die Pixelgröße von 1,3 auf 1,4 Mikrometer erhöht hat.

Deutlich weniger Akkulaufzeit

Was mich dafür verwundert, ist, dass Lenovo dem dünneren Gehäuse mal eben ein Siebtel der Akku-Kapazität geopfert hat. Statt 3.500 mAh im Z Play passten ins Z2 Play nur noch 3.000 mAh. Laut eigener Werbung ist der Unterschied sogar noch eklatanter. Beim Moto Z Play sprach Lenovo noch von „bis zu 50 Stunden Akku-Power“, beim Z2 Play sollen derer jetzt nur noch „30 Stunden“ sein. Die Schnellladetechnik ist die gleiche geblieben.

Das Moto Z2 Play erinnert mich derweil optisch verdächtig an das Moto G5 Plus, das ich gerade im Test habe: Schön abgerundete Kanten, eine deutlich herausstehende Kamera und eine ähnliche Prozessorarchitektur, wobei das G5 Plus noch den Vorjahres-Snapdragon 625 verwendet. Größter Unterschied natürlich: das Z2 Play ist Moto-Mod-fähig, das G5 Plus nicht. Ansonsten aber überschneiden sich viele Details – bei fast 200 Euro kolportiertem Preisunterschied.

Unsere Meinung

Klar. Neuer ist meistens besser. Das trifft fast immer auf eine jüngere Prozessorgeneration des gleichen Typs zu, auf ein Kameramodul und auch auf die Display-Technik. Gerade aber in Zeiten, in der sich das globale Akku-Problem so langsam zu entspannen scheint, kommt Lenovo daher und reduziert die Akkulaufzeit drastisch. Das ist nicht unbedingt im Sinne der Anwender. Der gegenläufige Effekt dürfte mehr Handlichkeit sein. Ich hoffe, dass das Opfer gut investiert ist. Ansonsten sieht das Moto Z2 Play für mich nach einem ordentlichen Mittelklasse-Smartphone aus. Den gemunkelte Preis von knapp 500 US-Dollar (zunächst nur in den USA erhältlich) fände ich aber deutlich zu hoch. Preislich sollte das Z2 Play nicht über dem Vorgänger rangieren, eigentlich auch nicht deutlich über dem knapp 300 Euro teuren Moto G Plus.

Beitragsbild: Lenovo/Motorola

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