Google Nearby Share, Apple AirDrop und Co.: Wie teile ich meine Dateien?

Apple-Nutzer können mit dem AirDrop-Feature schon seit geraumer Zeit Dateien mit Smartphones in der Nähe teilen. Google zieht jetzt mit Nearby Share nach, und auch aus Fernost gibt es Alternativen.

Google Nearby Share, Apple AirDrop und Co.: Wie teile ich meine Dateien?

Mit Nearby Share hat Google einen ähnlichen Service wie Apples AirDrop veröffentlicht. Nearby Share ist ab der Android-Version 6 verfügbar, im ersten Rutsch (August 2020) nur auf Pixel-Phones und einigen Samsung-Smartphones. Der Service soll aber früher oder später auf alle Android-Handys mit der entsprechenden Android-Version ausgerollt werden.

Mit dem Feature könnt ihr Dateien wie Fotos oder andere Dokumente ganz einfach mit Android-Geräten in euerer Nähe teilen. Dafür müsst ihr einfach das Teilen-Menü öffnen und den neuen Nearby-Share-Button drücken, sofern euer Smartphone schon über diese Funktion verfügt. Dann sucht das Gerät nach Smartphones in der Nähe, mit denen es die Daten teilen kann.

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Nearby Share ist ab Android 6 verfügbar

Jetzt sollte auf dem Empfänger-Gerät ein Pop-Up auftauchen mit der Frage, ob er oder sie die gesendeten Dateien annehmen möchte. Bestätigt der Empfänger, überträgt Nearby Share die Daten. Dabei sucht sich der Service automatisch die beste Übertragungsart aus. Habt ihr zum Beispiel beide Bluetooth aktiviert, überträgt er die Daten per Bluetooth. Seid ihr im gleichen WLAN, wird Googles Service dieses nutzen, da es eine schnellere Übertragungsrate bietet.

Auch für Privatsphäre hat Google gesorgt. Ihr könnt selbst einstellen, ob euer Gerät unsichtbar für andere sein soll, für einige Kontakte sichtbar oder für alle Kontakte sichtbar. Zusätzlich sind die Übertragungen laut Google geschützt, sodass keine Kontaktdaten an das andere Gerät übertragen werden.

Zusätzlich möchte Google die Funktion ebenfalls auf Chrome OS bringen. So könnt ihr Daten zwischen einem Chromebook und einem Android-Smartphone ganz einfach teilen.

Google: Nearby Share ersetzt Android Beam

Mit Android Beam trat Google bereits vor 9 Jahren den Versuch an, einen gemeinsamen Übertragungsstandard zwischen Android-Geräten zu etablieren. Der Dienst setzte allerdings die Nahfeldtechnik NFC voraus, die auf beiden Geräten vorhanden und aktiviert sein musste. Die Übertragung erfolgte über das langsamere Bluetooth. Vorgesehen für die Übertragung waren aber mehr Informationen wie Lesezeichen oder Links zu YouTube-Videos als große Dateien.

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Android Beam setzte sich deswegen nie wirklich durch, und Google ließ das Experiment mit Android 9 auslaufen.

Wie unterscheiden sich Nearby Share und AirDrop?

Im Grunde sind sich Googles Nearby Share und Apples AirDrop recht ähnlich, allerdings steckt Nearby Share noch in den Kinderschuhen. Wichtige Features wie das einfache Teilen von Daten mit Chrome OS fehlen momentan noch. Bei Apples Service könnt ihr Daten mithilfe von AirDrop zwischen dem iPhone und MacBooks oder iPads transferieren.

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iPhone Nutzer kennen AirDrop schon länger

Nearby Share setzt mit verschlüsselten Datentransfers auf Privatsphäre. Dazu können keine Kontaktdaten untereinander geteilt werden. So seid ihr da auf der sicheren Seite.

Welche Dienste gibt es noch?

Samsung bietet einen ähnlichen Dienst an. Das Galaxy S20, das neue Note 20 und einige weitere aktuelle Smartphones erhalten bereits eine Technologie namens Quick Share. Später sollen auch ältere Samsung-Modelle das Feature über Betriebssystem-Updates erhalten.

Mit Quick Share könnt ihr nicht nur Daten mit Geräten in euerer Nähe teilen, ihr könnt sie auch an bis zu fünf Freunde gleichzeitig schicken, ohne die Smartphones vorher zu koppeln. Zusätzlich könnt ihr eure Dateien kostenlos über die Samsung Cloud teilen. Voraussetzung allerdings: Die Freunde müssen ebenfalls über ein Samsung-Smartphone mit Quick Share verfügen.

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Samsungs Quick Share ist auf dem S20 verfügbar

Aus China gibt es eine ähnliche Lösung. Dort haben die drei Smartphone-Hersteller Oppo, Vivo und Xiaomi vor einem Jahr die sogenannte „Peer-to-Peer Transmission Alliance“ gegründet. OnePlus, Black Shark, Realme und Meizu traten inzwischen bei. Das bedeutet eigentlich nur, dass die Hersteller bei einem Datenübertragungsservice gemeinsame Sache machen. Er funktioniert wie die anderen Dienste auch: Ihr könnt Daten einfach von einem Gerät zum anderen transferieren, und zwar zwischen Smartphones aller teilnehmenden Hersteller.

Ungewöhnlich nur: ein gemeinsamer Name der Technik selbst fehlt. Meizu etwa nennt die Technik Meizu Share, Oppo den gleichen Dienst Oppo Share.

Eine einheitliche Lösung gibt es nicht

Trotz der verschiedenen Dienste gibt es noch keine Lösung, mit der ihr Daten plattform- oder markenübergreifend teilen könnt. Nach wie vor brauen alle Hersteller mehr oder weniger ihr eigenes Bierchen. Ideal wäre ein Dienst, mit dem wir Daten zwischen verschiedenen Smartphones und Laptops betriebssystemübergreifend teilen könnten. Zwischen Smartphones genauso wie zwischen PCs verschiedener Hersteller oder zwischen Smartphones und Notebooks.

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Und das ist mittlerweile ärgerlich, zumal bei Übertragungsdiensten meist nicht viel mehr als längst bekannte und offene Technologien wie Bluetooth und WLAN zum Einsatz kommen. Aber es reicht im Jahr 2020 nicht einmal dafür, um Daten problemlos und ohne Umweg zwischen einem iPhone und einem Android-Smartphone hin und her zu schicken. Was für ein Armutszeugnis!

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