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Google Family Link: Die Smartphones eurer Kids unter eurer Kontrolle

Möchtet ihr eurem Kind ein Smartphone schenken, aber zugleich die Kontrolle behalten? Google hat mittlerweile auch in Deutschland eine interessante Software parat. Das kann Google Family Link.

Google Family Link besitzt einen guten Ansatz: Ihr könnt auf eurem Android- oder iOS-basierten Smartphone entscheiden, was euer Nachwuchs auf seinem eigenen Mobiltelefon nutzen darf. Und wie lange. Das Wort „Kontrolle“ mag hier vielleicht etwas hart klingen, letztlich geht’s aber darum: Ihr entscheidet, was euer Sohn oder eure Tochter verwendet und was er bzw. sie mit dem Gerät anstellt. Ein paar Aspekte solltet ihr beachten.

Das benötigt ihr für Google Family Link

Schön und praktisch: Ihr benötigt für eure Sprösslinge nicht das neueste Smartphone. Auf diversen Telefonen mit Android 5.0 oder 6.0 läuft Google Family Link bereits; empfehlenswert ist allerdings das deutlich neuere Android 7.0 (Nougat). Aber dies ist eigentlich auch keine Hürde, bekommt ihr Einsteiger-Smartphones mit dem Betriebssystem doch bereits für deutlich unter 100 Euro – zum Beispiel das Wiko Jerry 2, das Alcatel 1C oder das Motorola Moto C. Die beiden letztgenannten Geräte dürften sich generell gut für Kinder eignen. Im Zweifel genügt aber schon das alte Handy der Eltern.

Geeignete Smartphones für Kinder kosten unter 100 Euro. (Foto: Wiko)

Geeignete Smartphones für Kinder kosten unter 100 Euro. (Foto: Wiko)

Diejenigen, die das Telefon der Kinder überwachen wollen, benötigen die Google Family Link-App, die für iOS und Android erhältlich ist. Die Anwendung setzt keine hohen Anforderungen an die Hardware, auch hier genügt im Grunde genommen ein beliebiges Smartphone der letzten Jahre.

Was kann ich mit Google Family Link anstellen?

Was kann Google Family Link? Die Kernelemente sind folgende:

  • App-Verwaltung: Welche Anwendungen darf mein Kind benutzen? Ihr genehmigt und blockiert Apps, die sich das Kind aus dem Google Play Store Laden möchte. Auch die kostenpflichtigen.
  • Statistiken darüber, was das Kind am häufigsten verwendet.
  • Sperren des Telefons via Remote-Zugriff
  • Erstellung von Regeln, wann eine Verwendung des Smartphones erlaubt ist und wann nicht
  • SafeSearch: Filter, der sexuell explizite und gewalttätige Inhalte aus der Google-Suche (weitgehend) entfernt
  • Inhaltsbeschränkungen für Apps, Filme, Serien, Bücher und Musik – abhängig vom Alter und Darstellung expliziter Inhalte
  • Gemeinsamer Familienbereich für Google Fotos

So richtet ihr Google Family Link ein

Das erst seit kurzer Zeit in Deutschland verfügbare Google Family Link führt die Familiengruppe bei Google ein. Nach dem Download der App richtet ihr direkt aus dieser ein eigenes Google-Konto für euer Kind ein. Dieses wird damit automatisch eurer „Familie“ hinzugefügt, die an das Konto des Anmelders gebunden ist. Nachträglich dürft ihr weitere Elternteile einladen und zusätzliche Kinder ergänzen. Und natürlich auch verwalten.

Es kann losgehen. (Foto: Screenshot)

Es kann losgehen. (Foto: Screenshot)

Wichtig zu wissen: Das Google-Konto für euer Kind bleibt so lange bestehen, bis es das 16. Lebensjahr erreicht hat (das gilt für Deutschland, in den USA ist dies bis zum 13. Lebensjahr). Danach kann auf Wunsch eine Umwandlung in ein eigenes, freies und von Google Family Link losgelöstes Konto erfolgen. Sozusagen wächst das Konto also mit – praktisch, finde ich.

Den Verantwortlichen bei Google ist das „Problem“ Datenschutz wohl bewusst. Sie informieren Eltern ausgiebig darüber, was mit den Informationen passiert. Unter anderem legt ihr fest, ob Web- und App-Aktivitäten eures Kindes, YouTube-Suchverläufe oder Sprachaktivitäten im Google-Konto gesichert werden. Oder besser nicht. Auf personalisierte Werbung wiederum wird gänzlich verzichtet.

Nach einer rund zehnminütigen Installation mit allen Details, die meiner Auffassung nach sehr transparent kommuniziert werden, ist das Konto eures Jungen oder eures Mädels einsatzbereit. Das Geschlecht müsst ihr übrigens nicht angeben, wenn ihr das nicht wollt. Direkt über den Browser könnt ihr über families.google.com weitere Familienmitglieder einladen oder Einstellungen vornehmen.

Entweder durch eine Direktverbindung zwischen eurem Smartphone und dem eures Nachwuchses oder durch das Anmelden mit den zuvor definierten Benutzerdaten auf dem Kindertelefon wird der Kontakt hergestellt.

Einfach eine Verbindung herstellen. (Foto: Screenshot)

Einfach eine Verbindung herstellen. (Foto: Screenshot)

Was Kinder können, dürfen, sollen

Mir gefällt, wie Google Eltern allerlei Hilfsmittel an die Hand gibt. Welche Videos dürfen die Kids sehen? USK-Angaben werden hier berücksichtigt. Auch Filterfunktionen, wohl überlegte Sperren (SafeSearch & Google Assistant-Kontrolle) oder gar das Zulassen sowie Blocken bestimmter Webseiten ist vorgesehen. Ihr konfiguriert dies direkt an eurem Smartphone oder am Rechner im Browser – bequemer geht’s kaum.

Das Kind bekommt erst einmal davon nichts mit. Es sei denn, es stößt an Grenzen, darf etwas nicht verwenden oder eine aus dem Store geladene App (noch) nicht starten. Aber genau das ist ja die Intention von Google Family Link.

Was ihr vor dem Start wissen solltet

Doof: Besitzen eure Kleinen längst ein Google-Konto, kann dieses Google Family Link (noch) nicht zugeordnet werden. Dann ist es nötig, ein neues Konto einzurichten – sehr ärgerlich und ein Hauptgrund dafür, wieso die Family-Link-App im Play Store teils schlecht bewertet wird.

Während der Einrichtung werden eure Kreditkartendaten abgefragt, die ihr ggf. schon hinterlegt habt. Dies dient nur der Autorisierung, denn Google Family Link ist kostenlos. Verfügt ihr nicht über eine Kreditkarte, habt ihr gegenwärtig schlicht Pech.

Ein weiteres Problem betrifft manche Dienste. So lässt sich der Google Play Music-Service als Familien-Account im Rahmen der Familien-Mediathek zwar perfekt integrieren, nicht aber Angebote wie Google Play Games. Oder anders gesagt: Bereits erworbene Spiele zum Beispiel lassen sich nicht dem neuen Familienkonto zuordnen. Hat Papa also mal eine App gekauft, kann Tochter oder Sohnemann diese nur dann verwenden, wenn diese noch einmal erworben wird. Das ist so nicht optimal gelöst. In den Griff bekommt ihr dies, wenn ihr euch für besagte Familien-Mediathek anmeldet.

Noch nicht perfekt, aber der erste Schritt ist getan

Klar ist es ärgerlich, dass ihr für eure Kinder komplett neue Google-Konten anlegen müsst, um Google Family Link sinnvoll in Betrieb nehmen zu können. Andererseits spart ihr euch die Kosten für sonst nötige Bezahlapps, die euer altes oder ein günstiges Smartphone (mit Android) fit für Kids machen.

Ein paar Verbesserungen und Erweiterungen zum Schutz der Kinder wünsche ich mir noch für die Zukunft, aber in dieser Form ist Google Family Link schon eine sehr brauchbare Lösung – wenn ihr ohnehin im Android-Universum aktiv seid.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Google Family Link gesammelt?

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2 Kommentare zu “Google Family Link: Die Smartphones eurer Kids unter eurer Kontrolle
    • Das liegt daran, dass Family Link eine Lösung von Google u.a. für Android-basierte Smartphones ist. Das iPhone von Apple baut auf ein ganz anderes Betriebssystem auf, was wohl bei dieser Verzahnung (Apps, Services) wohl schwierig ist…

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