Skype-Alternativen: Sichere Messenger mit Videofunktion

Ihr sucht einen Messenger mit Videofunktion? Es kann gerne eine Skype-Alternative sein? Wie wäre es mit diesen Kandidaten?

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 6. März 2018 und wurde am 27. Mai 2020 zuletzt aktualisiert.

In der Vergangenheit lief bei Skype beim Thema Sicherheit nicht alles perfekt. Der zu Microsoft gehörende Dienst ist allerdings bemüht, den Wünschen der Nutzer nachzukommen. Seit März 2019 lassen sich bei Chats und Anrufen eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwenden. Es kommt das Signal-Protokoll von Open Whisper zum Einsatz.

Nach wie vor müsst ihr diese sichere Übertragung aktivieren, indem ihr einen verschlüsselten Chat als „private Unterhaltung“ auswählt. Wie das geht, verrät Skype auf der extra eingerichteten Webseite.

Wie sieht’s aber bei den aktuell beliebten Skype-Alternativen aus? Sämtliche Entwickler der bekannteren Messenger mit Videofunktion achten auf Sicherheit. In mancherlei Hinsicht sind die Konkurrenten sogar sicherer oder unkomplizierter zu verwenden.

Jitsi Meet: Offene Skype-Alternative

Zugegeben: Jitsi Meet sieht auf den ersten Blick wie eine Software für Tech-Nerds aus. Hinter der Fassade verbirgt sich eine mächtige Anwendung, die auf offenen Strukturen basiert. (Video-)Anrufe und Chats übertragt ihr verschlüsselt, auch könnt ihr theoretisch beliebig viele Menschen in einer virtuellen Konferenz verwalten.

Jitsi möchte vor allem eines: Eine sichere Skype-Alternative sein. (Foto: Jitsi)

Jitsi möchte vor allem eines: Eine sichere Skype-Alternative sein. (Foto: Jitsi)

Spannend ist, dass ihr für Jitsi Meet nicht angemeldet sein müsst. Ihr nehmt mit Freunden über einen Link Kontakt auf, persönliche Daten speichert nicht einmal der Anbieter auf seinen Servern.

Wie bei ICQ kommt das ZRTP-Protokoll bei Bild und Ton zum Einsatz, die Entwickler verraten hierzu viele transparente Details in ihrem Blog.

Jitsi ist für Android, iOS, Windows, MacOS und diverse Linux-Distributionen (Ubuntu, Debian, RPM) erhältlich. Am bequemsten ist es, die Videochat-Software einfach im Web-Browser zu verwenden.

Hinweis: Ein kommerzieller Ableger für (auch kleine) Unternehmen ist 8×8, der die gleiche Basis benutzt, aber weitere Dienstleistungen gegen Gebühr zur Verfügung stellt.

Zoom: Der Unsichere

Der Messenger mit Videofunktion Zoom erlangte dank der Corona-Krise eine überraschende Bekanntheit. Kein Wunder, denn die Software funktioniert prima und unabhängig von der Plattform reibungslos. Zudem sind 1:1-Gespräche kostenlos, bei Gruppen-Telefonaten bekommt ihr immerhin 40 Minuten gratis. Danach müsst ihr die Verbindung wieder neu starten oder euch für kostenpflichtige Angebote entscheiden.

Beliebt, aber Zoom steht in der Kritik. (Foto: Zoom)

Beliebt, aber Zoom steht in der Kritik. (Foto: Zoom)

Zoom stand in der näheren Vergangenheit in der Kritik. Beispielsweise konnten Fremde in ein Meeting „platzen“. Auch mit der Weitergabe von Daten an Dritte (speziell Facebook) sahen es die Betreiber zuletzt nicht ganz so eng. Zugleich war das junge Unternehmen maßlos überfordert von dem riesigen Ansturm vieler neuer Anwender. Man gelobte Anfang April 2020 Besserung und eine verstärkte Berücksichtigung der Sicherheit.

Ich persönlich möchte Zoom trotzdem empfehlen, eben weil die Software gerade für direkte, kurze Video-Telefonate hervorragend funktioniert und eine gute Qualität bietet. Gebt Links zu euren Meetings nur an diejenigen weiter, die teilnehmen sollen. Und verzichtet auf Personen, die sich zum Beispiel via Telefon zuschalten wollen – dann klappt es auch besser mit der 256-Bit-TLS-Verschlüsselung und dem Schutz eurer Daten sowie Privatsphäre. Und es ist schon beeindruckend: Videogespräche für 50 Teilnehmer, bei denen sogar bis zu 10.000 Leute zuschauen könnten – das bietet kaum eine Skype-Alternative. Behaltet aber die Makel im Hinterkopf und entscheidet, ob diese für euch relevant sind.

Viber: Vollwertiger Messenger mit Videofunktion

Seid ihr auf der Suche nach einem Messenger mit Videofunktion, aber es soll nicht WhatsApp sein, schaut euch Viber an. Neben einer vollständigen Eins-zu-Eins-Verschlüsselung speichert der Entwickler keinerlei Daten auf seinen eigenen Servern. Eure Inhalte, Videos, Konversationen nutzt die Firma nicht für Werbezwecke oder verkauft sie weiter. Nach dem Datenskandal 2016 legen die Verantwortlichen besonders viel Wert auf diesen Aspekt.

Viber sieht sich als vollwertige WhatsApp-Alternative und ist damit ein geeigneter Messenger mit Videofunktion. (Foto: Viber)

Viber sieht sich als vollwertige WhatsApp-Alternative und ist damit ein geeigneter Messenger mit Videofunktion. (Foto: Viber)

Bedauerlich ist höchstens, dass Videogespräche nur für zwei Geräte vorgesehen sind, dafür aber ist Viber für sehr viele Plattformen erhältlich.

Apple FaceTime: Einfache Videotelefonie für Apple-Nutzer

Wozu weitere Apps ausprobieren, wenn eine bereits vorinstallierte Software all das bietet, was ihr braucht? FaceTime ist quasi auf allen Apple-Geräten bereits vorinstalliert, sodass Videotelefonate für bis zu 32 Personen sofort beginnen können – egal, ob ihr ein iPad, ein iPhone oder einen Mac besitzt. Nachteil: Wer nicht im Apple-Mikrokosmos unterwegs ist, bleibt zwangsläufig draußen.

FaceTime - ihr benötigt immer ein Apple-Gerät. (Foto: Apple)

FaceTime – ihr benötigt immer ein Apple-Gerät. (Foto: Apple)

Schön an FaceTime ist das Reduzieren auf das Wesentliche, umfangreiche Instant-Messaging-Elemente bekommt ihr also nicht. Dafür aber erhaltet ihr eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Google Duo: Unterschätzte Videotelefonie

Alle Reden über Skype, Zoom oder FaceTime, doch auch Google Duo solltet ihr auf dem Schirm haben. Wieso? Weil es eine herrlich minimalistische Skype-Alternative ist. Sie eignet sich für bis zu acht Personen, stets erwartet euch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Praktisch an Google Duo ist neben der auch für Laien verständlichen Bedienung die plattformübergreifende Verwendung. Die App ist nicht nur für Android, sondern auch für iOS verfügbar. Alternativ nutzt ihr den Browser oder ein Smart Display. Solch ein Gerät wäre zusammen mit Google Duo perfekt für ältere Anwender.

Einfach zu bedienen. (Foto: Google)

Einfach zu bedienen. (Foto: Google)

Was mir an Google Duo besonders zusagt, ist die simple, nicht überfrachtete App. Und dazu gesellt sich eine erstaunlich gute Qualität. Für kleinere Gruppen ist diese Lösung eine Empfehlung. Aber. Wie bei FaceTime müsst ihr auf ausschweifende Messenger-Features verzichten. Google Duo ist aber eine gelungene Videochat-Software längst nicht nur für Android.

Für mehr Anspruch lohnt übrigens ein Blick auf Google Hangouts, das sich für Business-Anwendungen und als vollwertiger Messenger eignet.

Google Meet

Und Zoom oder Skype sehr ähnlich ist Google Meet, das ihr als Privat-Nutzer seit der Corona-Krise sogar kostenfrei verwenden dürft. Das Konferenz-Tool braucht im besten Fall nur einen Browser und bietet allen erdenklichen Komfort. Derzeit gibt’s auch keine Limitierungen, ab Oktober 2020 führt Google eine Beschränkung von 60 Minuten bei nicht-kommerzieller Verwendung ein – also ähnlich wie bei Zoom. Aber damit werdet ihr wohl gut leben können.

WhatsApp: Der Klassiker unter den Messengern mit Video-Funktion

WhatsApp gehört nicht ohne Grund zu den populärsten Messengern weltweit. Als Skype-Alternative kann sie für euch gut geeignet sein, wenn eure Freunde und Familienmitglieder die App ebenfalls haben und eure Videotelefonate maximal vier Teilnehmer nicht überschreitet. Mehr ist bei WhatsApp leider nicht drin.

WhatsApp ist eine Alternative zu Skype, aber keine sicherere. (Foto: WhatsApp / Facebook)

WhatsApp ist eine Alternative zu Skype, aber keine sicherere. (Foto: WhatsApp / Facebook)

Seht WhatsApp also eher als vielseitigen Messenger mit Videofunktion, der kleine Gruppengespräche erlaubt. Aber gerade für spontane Videochats und 1:1-Konversationen ist die App, die für iOS und Android erhältlich ist, ideal. Eine Eins-zu-Eins-Verschlüsselung ist hier schon länger eine Selbstverständlichkeit.

Talky: Wenig bekannte Skype-Alternative

Wenn’s mal schnell gehen soll, ist das Angebot von Talky für euch geeignet. Denn der Videochat-Messenger läuft ausschließlich über den Webbrowser. Erstellt einen Raum, ladet bis zu 15 Freunde ein und unterhaltet euch im Video-Chat miteinander. Teilt Rechner-Bildschirme, wenn ihr anderen etwas zeigen wollt. Ihr müsst euch nicht einmal registrieren, um Talky einzusetzen.

Für Talky müsst ihr euch nicht einmal registrieren. (Foto: Talky.io)

Für Talky müsst ihr euch nicht einmal registrieren. (Foto: Talky.io)

Direktverbindungen zu einem Gesprächspartner sind verschlüsselt. Ebenfalls gesichert sind Einstellungen und Computer-bezogene Informationen. Beispielsweise die IP-Adresse. Unter anderem bei Gruppen-Konversationen greift man auf Schnittstellen von Jitsi zu, auch wartet eine verschlüsselte Verbindung. Auf der Talky-Webseite gehen die Entwickler sehr ausgiebig auf das Thema Privatsphäre und Sicherheit ein.

Schön auch: Talky ist komplett kostenfrei.

ICQ: Ein Urgestein

Ende der 1990er war ICQ DER Instant-Messenger schlechthin. Selbst nutzte ich ihn sehr aktiv, doch irgendwann einmal wechselten die Freunde zu Skype und vor allem in die sozialen Netzwerke. 2016 kehrte der Service in Version 10 zurück – auch auf mobile Geräte wie Smartphones und Tablets sowie mit Video-Chats und einer vollständigen Verschlüsselung. Jeder Transfer wird mit dem ZRTP-Protokoll verschlüsselt, keine Fremdpartei hätte so Zugriff auf die Gesprächsinhalte.

ICQ ist in der neuen Version eine echte Alternative. (Foto: ICQ)

ICQ ist in der neuen Version eine echte Alternative. (Foto: ICQ)

ICQ lässt sich, genauso wie Skype, unter Windows, macOS, Linux, Android, iOS und im Browser verwenden. Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmer nicht möglich. Und mal ehrlich: Die Software ist eher etwas für Nostalgiker. Aber die müssen auf zeitgemäße Features nicht verzichten.

Und was ist mit dieser Skype-Alternative….?

„Du hast den Facebook Messenger, Wire und …. vergessen!“

Die Auflistung stellt die Kandidaten dar, die ich persönlich als gute, (soweit) sichere Skype-Alternativen für den Privatgebrauch ansehe. Auch der Facebook Messenger fällt in die Kategorie, doch Facebook ist nach wie vor nicht in der Lage klar zu kommunizieren, ob Videogespräche nun mittlerweile verschlüsselt sind. Der Konzern versprach es zuletzt Ende 2019, mehr passierte seitdem offenbar nicht.

Facebook Messenger eignet sich auch als Messenger mit Videofunktion. (Foto: Facebook)

Facebook Messenger eignet sich auch als Messenger mit Videofunktion. (Foto: Facebook)

Ebenso könnt ihr freilich auch Wire, Microsoft Teams, Slack und viele andere Tools für Videokonferenzen wählen. Sie richten sich allerdings vorwiegend an ein professionelles Publikum, also beispielsweise Unternehmen. Die kostenpflichtigen Angebote möchten wir fürs Quatschen mit der Familie vermutlich eher nicht einsetzen.

Was ist mit Datenschutz bei Skype und anderen Messengern mit Videofunktion?

Und ihr solltet auf einen weiteren Aspekt achten: Datenschutz und DSVGO-Konformität. Während dies für den regelmäßigen Plausch mit Freunden nicht an oberster Stelle steht, sieht das bei kommerzieller Verwendung anders aus. Zum Beispiel bei Teambesprechungen oder dann, wenn ihr Kurse oder Veranstaltungen online offerieren möchtet. Achtet dann besonders auf die Datenschutzerklärungen und Details darüber, was die Anbieter über euch speichern. Das ist freilich auch dann entscheidend, wenn euch das persönlich (als privater Anwender) am Herzen liegt. Dann könnten Lösungen wie Jitsi und Talky am geeignetsten sein.

Eine Info am Schluss: Für Video-Talks am PC braucht ihr auf jeden Fall eine Webcam. Ein paar Tipps für die richtige Skype Kamera findet ihr in einem anderen Artikel von mir.

Nutzt ihr Skype oder eine sichere Alternative? Fehlt euch ein Messenger mit Videofunktion in dieser Auflistung? Ich freue mich über Kommentare von euch.

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4 Kommentare zu “Skype-Alternativen: Sichere Messenger mit Videofunktion
  1. In addition to above, you can also have a look at on premise R-HUB web video conferencing servers, a very good Skype alternative. It is an on premise solution which works from behind the firewall, hence better security.

    • Das ist korrekt. Danke für den Hinweis. Aber hier muss man auch sagen: Bis vor einigen Wochen richtete sich Meet eher an ein Business-Publikum. Nach dem Erfolg von Zoom änderte Google schon etwas den Ansatz, aber ab Herbst ist auch hier Schluss mit unbegrenzter Zeit für Teamgespräche.

      So oder so: Meet gehört natürlich auch dazu….

  2. Leider ist dieser Artikel technisch nicht korrekt. Bei Zoom, Google Duo, Google Meet und eventuell noch weiteren findet eine Client-to-Server Verschlüsselung vor. Das heißt der Transport weg vom Endgerät zum Server und wiederum vom Server zum Endgerät sind verschlüsselt. Die verschlüsselten Datenpakete von jedem Teilnehmer werden auf dem Server entschlüsselt, optimiert und gebündelt. Danach wieder verschlüsselt ans Endgerät geschickt. Die Daten liegen unverschlüsselt auf dem Server und der Anbieter der Lösung vollständigen Zugriff auf die Datenpakete.

    Wire beispielsweise verschlüsselt Ende-zu-Ende, weil diese mittels Server nur einen Handshake zwischen den End-Geräten initiieren und der Datentransfer von Endgerät zu Endgerät funktioniert. Das belastet aber enorm die Bandbreite, weil bei 4 Teilnehmer schon 6 Verbindungen aufrecht erhalten werden müssen. Deswegen garantiert Wire auch nur eine gute Qualität bei maximal 4 Teilnehmer. Bei 5 Teilnehmer hätte man schon 10 Verbindungen, die jedes einzelne Endgerät empfangen und entschlüsseln muss. Zumal WebRTC auch Sicherheitsschwächen aufweist und ebenfalls einen vertrauensvollen Server benötigt, da die jeweiligen Schlüssel der Verschlüsselten Nachrichten über den Handshake selbst ausgetauscht werden, was bedeutet, dass der Server den Schlüssel für die Datenpakete hat.

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