AR mit ARCore und Android. (Foto: Google)

ARCore: So erlebt ihr Augmented Reality auf eurem Android-Smartphone

Augmented Reality gehört die Zukunft. Das zumindest ist die Hoffnung vieler Unternehmen. Schon jetzt könnt ihr mit einem Android-basierten Smartphone ein wenig mit AR experimentieren. Und das geht so.

Erst einmal vorweg: Apple war mit ARKit schneller als Mitbewerber Google. Besitzt ihr ein aktuelles iPhone oder iPad, stehen längst etliche und teils wirklich gute Apps bereit, die euch zeigen, wohin die Reise gehen kann. Empfehlungen findet ihr in unserem Artikel über ARKit hier im Trendblog.

Google wiederum tüftelt seit längerer Zeit an seinem eigenen System, das auf den Namen ARCore hört. Das ist mittlerweile in Version 1.2 verfügbar – aber längst nicht für alle Smartphones mit Android. Doch wie erfahrt ihr, ob euer Telefon für Augmented Reality geeignet ist?

Ist euer Smartphone mit ARCore kompatibel?

Eigentlich können wir ja froh sein, dass Google das ambitionierte Project Tango eingestellt hat, das als komplexes AR-System angedacht war. ARCore ist gewissermaßen etwas einfacher gestrickt, funktioniert dafür auch auf handelsüblichen und günstigen Smartphones.

Praktisch: Indem ihr euch die ARCore-App aus dem Google Play Store ladet, findet ihr heraus, ob euer Smartphone AR nutzen kann. In der neuesten Version klappt es auch mit dem Samsung Galaxy S9 (Shoplink), dem Huawei P20 (Pro), dem Moto Z2, dem Samsung Galaxy A7 (2017) oder dem Google Nexus 6P. Die Geräteliste auf der offiziellen Webseite ist also nicht ganz aktuell.

Was aber ebenfalls deutlich wird: Sehr viele Smartphones können mit ARCore nichts anfangen. Ob die Anzahl der kompatiblen Devices noch steigt? Vermutlich und wahrscheinlich mit den nächsten Updates.

Kurz gesagt: Seid ihr in der Lage, die App ARCore regulär installieren, ist euer Telefon schon einmal für Augmented Reality vorbereitet.

AR ist nicht AR

„Wie jetzt? ‚Pokémon Go‘ ist doch auch schon Augmented Reality???!“ Das ist richtig, doch ARCore ist eine Art Schnittstelle für Entwickler, die viel mehr ermöglicht, als virtuelle Kampfmonster mehr oder weniger gut in realen Umgebungen darzustellen. Die Plattform berücksichtigt Hindernisse oder Entfernungen in dreidimensionalen Räumen, kann Bewegungen präzise erkennen und nimmt auch aktuelle Lichtverhältnisse wahr.

Pokémon Go ist ebenfalls schon AR - aber sehr viel einfacher. (Foto: Pokemon Company)

Pokémon Go ist ebenfalls schon AR – aber sehr viel einfacher. (Foto: Pokemon Company)

Das heißt konkret: ARCore (und auch Apples ARKit) bietet die technische Voraussetzung für anspruchsvolleres, glaubwürdigeres, schlicht cooleres Augmented Reality. Sofern Programmierer die Möglichkeiten nutzen. „Pokémon Go“ und auch viele andere Anwendungen müssen also nicht zwangsläufig auf ARCore aufbauen, um euch ein AR-Erlebnis zu vermitteln.

Die besten ARCore Apps für euer Smartphone

Zugegeben: Das Angebot an ARCore-Apps für Android ist noch sehr überschaubar, im ARKit-Sektor auf iPhone und iPad sieht es mittlerweile sehr viel besser aus. Aber es gibt sie schon – die Anwendungen, die ihr euch mal angeschaut haben solltet.

Einige der hier vorgestellten Programme liefen bei mir allerdings nicht immer stabil auf meinem Samsung Galaxy S8. Da liegt wohl noch eine Menge Arbeit vor den Entwicklern und Google.

IKEA Place

Längst für iOS (und ARKit) erhältlich, lieferte IKEA die eigene „IKEA Place“-App für Android nach. Auch hier dürft ihr virtuell eure gewünschten Möbelstücke in eurer Wohnung platzieren. Mit der „visuellen Suche“ findet ihr passende Einrichtungsgegenstände, die zu eurem Stil passen.

Bei meinen Versuchen klappte das vor allem in größeren Räumen schon recht gut. Klar ist das Werbung – aber immerhin gut gemachte und für IKEA-Fans eine sinnvolle.

My Tamagotchi Forever

Awwwww! So süß, diese Neuauflage des Kultklassikers Tamagotchi. Aus technischer Sicht interessant ist der ARCore-exklusive AR-Modus, bei dem ihr das Szenario von Tamatown erkunden oder die lustigen Kreaturen in eurer Wohnung herumlaufen lassen könnt. Das muss erst einmal freigeschaltet werden, logo.

So könnte das auch bei euch aussehen. Also wenn ihr wollt. (Foto: Bandai Namco)

So könnte das auch bei euch aussehen. Also wenn ihr wollt. (Foto: Bandai Namco)

Außerdem ist „My Tamagotchi Forever“ ein lustiges Spielchen, sogar für die Größeren. Die AR-Funktionen sind optional und einfach eine nette Bereicherung.

Just a Line

Eine Idee aus dem Google Creative Lab ist zugleich ein Experiment. Malt in Echtzeit in Umgebungen hinein und erstellt daraus ein Video. Extrem einfach, auf den ersten Blick ohne tieferen Sinn und trotzdem sehr interessant. Zumindest sehe ich da viel Potential.

Schaut euch die App mal an und erkennt, wozu ARCore in der Lage ist.

PaintAR

„PaintAR“ spinnt den Gedanken von „Just a Line“ etwas weiter, macht die App doch eine farbenfrohe Spielerei aus dem simplen Zeichenwerkzeug. Hier wird’s bunt, chaotisch und albern. Das setzt etwas Kreativität voraus.

Eure Zeichnungen könnt ihr speichern und mit Freunden teilen. Dass ihr alles in echten Umgebungen bastelt, versteht sich von selbst.

World of Tanks AR Experience

Diese App ist für Fans von „World of Tanks“ besonders reizvoll. Die „AR Experience“ bringt riesige Panzer in eure eigenen vier Wände, um sie genauer zu begutachten oder amüsante Fotos zu schießen.

So ein Panzer kann dank ARCore auch in eurem Wohnzimmer stehen. (Foto: Wargaming)

So ein Panzer kann dank ARCore auch in eurem Wohnzimmer stehen. (Foto: Wargaming)

Auch das ist kein vollwertiges Spiel, eher ein weiteres aufschlussreiches AR-Beispiel.

ARise

Mit kostenpflichtigen Apps ist das immer so eine Sache. Wer gibt schon gerne Geld aus? Dabei ist „ARise“ von den Climax Studios ein hübscher Plattformer, der jedoch etwas über 3 Euro kostet. Geboten wird euch ein unterhaltsamer Genrevertreter mit dezenten AR-Elementen. Genauer gesagt werden die Umgebungen, in denen ihr zockt, zu den Hintergründen des Spiels.

Ein Spiel mit dezenten AR-Funktionen. (Foto: Climax Studios)

Ein Spiel mit dezenten AR-Funktionen. (Foto: Climax Studios)

Aussweifende ARCore-Funktionen solltet ihr nicht erwarten. Das Spiel ist trotzdem gut.

MeasureAR

Zugegeben: Ich habe jetzt nicht präzise nachgemessen, ob das AR-Maßband „MeasureAR“ funktioniert. Doch scheint das schon erstaunlich gut zu klappen. Wenn die Lichtverhältnisse stimmen und ihr gerade Flächen messen wollt.

Flächen messen mit AR. (Foto: Guida Pasquale)

Flächen messen mit AR. (Foto: Guida Pasquale)

„MeasureAR“ ist sicher ein gutes Beispiel dafür, wie Augmented Reality im Alltag Verwendung finden könnte.

Horizon Explorer

Eine tolle Idee, aber leider noch ziemlich ungenau: Platziert einen Marker in der Entfernung, zum Beispiel auf einem Berg. Die App „Horizon Explorer“ spuckt die die Distanz zu diesem Punkt aus.

Gerade für Naturfreunde und Wanderer wäre „Horizon Explorer“ sicher praktisch. Ich hatte aber Schwierigkeiten mit realistischen Angaben. Schade. Aber auch hier zeigt ARCore das, was uns künftig erwarten könnte: AR-Ansätze mit Mehrwert.

Stöbert einfach selbst einmal

Natürlich reden wir hier über exemplarische Beispiele. Viele weitere Apps mit ARCore-Unterstützung findet ihr direkt im Google Play Store. Die App AR Store macht die Suche nach geeigneten Programmen leichter. Bedauerlich, dass Google selbst so etwas nicht anbietet. Oder zumindest eine separate Kategorie im Store.

Ich hab zwar nach wie vor das Gefühl, AR wäre auf Android-Smartphones unverändert ganz am Anfang, doch ich sehe überall kleine, aber feine Ideen. Spiel, Spaß, praktische Anwendungen – vieles ist möglich. Bis Augmented Reality auf mobilen Geräten zum Alltag gehört, dürften dennoch viele Monate vergehen.

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2 Kommentare zu “ARCore: So erlebt ihr Augmented Reality auf eurem Android-Smartphone
  1. Hallo,

    Sie beschreiben in Ihrem Artikel, dass Googles ARCore bereits für das Huawai P20 pro fähig ist. Leider stimmt dies nicht so ganz. Ich kann das Programm leider nicht herunterladen. Ansonsten freue ich mich darauf wenn es eines Tages irgendwann auch bei mir funktioniert.

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