Ring Fit Adventure im Test: Unterhaltsame Fitness

Nintendos neue Fitness-Software Ring Fit Adventure schickt sich an, Millionen Muffel zu Sportskanonen zu machen. Wir haben das Programm mit dem spektakulären Controller getestet.

Wie war das mit den Neujahrsvorsätzen? Habt ihr sie eingehalten? Oder längst aufgegeben? Das renommierte Forsa-Institut fand dazu Erstaunliches heraus: 50 Prozent der Befragten gaben an, ihre Vorsätze bereits in den ersten drei Monaten nicht weiter zu verfolgen. Die anderen 50 Prozent hielten länger durch.

Fazit: Mission Speck-weg, jetzt!

Falls ihr zu denen gehört, die im neuen Jahr mehr Sport treiben und ihrem Körper Gutes tun wollen, gibt es frische Motivation. Die heißt Ring Fit Adventure und kommt von Nintendo. Ein Sportprogramm eines Spielherstellers? Das muss kein Widerspruch sein, zumal Nintendo ausreichend Expertise besitzt.

Ring Fit Adventure pflastert den Weg zum eigenen Sportziel mit einer Vielzahl fordernder Übungen und unterhaltsamer Spielmodi. Begeisterte uns Ring Fit Adventure im Test? Definitiv, und damit gibt es eine klare Kaufempfehlung!

Eine Reise zurück

Nintendos Ring Fit Adventure ist keine Premiere, sondern eine Rückkehr. 2008 veröffentlichte der Super-Mario-Konzern mit Wii Fit ein überzeugendes Fitness- und Sportprogramm. Sechs Millionen Exemplare setzte Nintendo für die Kultkonsole Wii ab. Dem Konzept, auf einer mit Sensoren ausgestatteten Waage zu sporteln, folgten Wii Fit Plus, Wii U Fit und kürzlich Fitness Boxing auf der Switch.

Sie zeigten, dass Konsolenspiele nicht ausschließlich auf der heimischen Couch stattfinden. Reine Fitnessprogramme sind die genannten Titel nicht. Der Namensbestandteil »Abenteuer« zeigt, dass bei Ring Fit mehr als Sport auf dem Plan steht.

Der fitteste Held aller Zeiten? Ihr!

Im Adventure-Modus erwartet euch keine ausladende Story à la The Witcher. Aber eine nette Hintergrundgeschichte. Der böse Drako ist seinem Gefängnis entstiegen. Und das, weil eure Heldin bzw. euer Held das Monster versehentlich befreite. Jetzt droht die Vernichtung der Welt. Mit Hilfe Ringos, dem Fitness-Ring in Händen, sollt ihr Drako erneut bannen.

Oh nein! Ihr habt Drako befreit! Mit dem Ring-Con heizt ihr durch die Level und messt euch in Fitnessduellen mit fiesen Gegnern. (Mit Material von Nintendo)

Statt Gegenstände von A nach B zu tragen und Knöpfchen zu drücken, kommt ihr weiter, wenn ihr Fitnessübungen erfolgreich bewältigt. Ist das albern? Ja! Der spielerische Ansatz funktioniert gut. Absolviert ihr ein Level, erntet ihr Erfahrungspunkte und schaltet weitere Übungen und Spielstufen frei.

Grundlegend lauft ihr auf der Stelle und interagiert über den Ring-Con mit der Umgebung. Quetscht ihr ihn, schießt ihr Feuerbälle. Zieht ihr den Controller, saugt ihr Gegenstände auf. Haltet ihr das Utensil nach unten und drückt ihn dann zusammen, springt euer Avatar. Treppen und Stufen nehmt ihr klassisch: indem ihr die Beine beim Laufen weiter nach oben zieht. Im leisen Modus ersetzt das Spiel die Lauferei durch leichte Kniebeugen. Das hält das gute Verhältnis zu den Nachbarn unter euch aufrecht.

Ring Fit Adventure im Test - Abenteuermodus

Das Spiel begeistert sportlich – und grafisch. Die charmante Aufmachung kann sich sehen lassen. (Foto: Nintendo)

Mit Beinpressen gegen Monster

Innerhalb der Level seht ihr euch öfter mit Gegnern im Fitnessduell konfrontiert. Um über das feindlichen Wesen zu siegen, seid ihr angehalten, kleinere Übungen einzulegen. Squats, Überkopfpresse oder klassische Dehnübungen fordern eine schnelle und präzise Ausführung. Jede Übung leert den gegnerischen Energiebalken. Steht dieser auf null, wart ihr erfolgreich.

Nach einer Mission erhaltet ihr einen Überblick über gewonnene Erfahrungspunkte und verbrannte Kalorien. Auch ohne die grafische Gestaltung wisst ihr, dass ihr für euren Körper angestrengt habt. Ein Gefühl der Erschöpfung stellt sich bei unsportlichen Personen schnell ein. Der Mix aus Cardio- und Krafttraining wirkt. Da loben wir den Cooldown. Mit ein paar Entspannungs- und Dehnübungen entlässt euch die Software aus dem Training.

Jetzt mal im Ernst

Ring Fit Adventure kommt ohne Waage aus, wie das bei Wii Fit der Fall war. Beigelegt ist der flexible Plastikring namens Ring-Con. In diesen steckt ihr einen der Nintendo Switch Joy-Cons, damit er alle Bewegungen des Ring-Con erfasst. Die Infrarot-Kamera im Controller misst außerdem euren Puls. Nicht ununterbrochen, wie dies bei Fitness-Armbändern der Fall wäre, aber an bestimmten Punkten im Spielablauf.

Ring-Con

Die Joy-Con steckt ihr in die vorgesehenen Halterungen. Die mitgelieferte Hardware hinterlässt einen wertigen Eindruck. (Mit Material von Nintendo)

Den zweiten Joy-Con platziert ihr im mitgelieferten Beingurt, der eure Beinaktivität registriert. Die Erkennung der Aktivitäten funktioniert gut, jedoch nicht perfekt. Zu Verrenkungen und falschen Ausübungen kann es immer kommen. Das gilt für das Fitnessstudio wie für Heim-Fitness. Während euch im Gym ein Trainer korrigieren sollte, obliegt es der Software, die Ausführungen zu überwachen. Das tut Ring Fit Adventure hin und wieder nicht.

Ring-Con in der Anwendung

Ziehen, quetschen, drehen, wirbeln – der Ring-Con ist extrem variabel und ein interessantes Gadget. (Fotos: Nintendo)

Individuelle Trainingspläne in Ring Fit Adventure

Es sind vor allem Kleinigkeiten, die den positiven Gesamteindruck dezent schmälern. Positiv ist, dass ihr eigene Trainingspläne zusammenstellen könnt. Übungen für Bauch, Taille, Po, Arme und Beine hat die Software in petto. Um optimal zu entspannen, gibt es eine Yoga-Funktion.

Ihr stellt in den flotten Menüs eine Reihe von Übungen zusammen und bestimmt, wie viele Wiederholungen ihr angehen wollt. Anfängern seien zwischen zehn und zwölf Durchgänge empfohlen, Sport-Profis können bedenkenlos mit 25 Wiederholungen einsteigen.

Ring Fit Adventure - Dehnübungen

Einsteiger oder Sport-Profi? Egal! Was bei Ring Fit Adventure gefordert ist, ist Durchhaltevermögen. (Foto: Nintendo)

Bis zu drei Individualpläne speichert ihr auf der Switch – eine Beschränkung, die antiquiert wirkt. Die Nintendo Switch erinnert euch an die eigens festgelegten Trainingszeiten, selbst wenn sie im Standby steckt. Eine Benachrichtigung auf die Nintendo-App für Smart Devices gibt es nicht.

Online-Funktionen wie früher, Mini-Games

Blieben die zwölf Minispiele. Sie runden das Gesamtpaket ab. Sammelt Münzen als Turmspringer. Lasst Autos hüpfen oder schrottet Roboter. Was das mit Fitness zu tun hat? Nichts! Das Großartige ist, sich einfach die Zeit zu vertreiben und mit anderen zu messen.

Die Minispiele sind das Salz in der Suppe. Ohne Trainingsdruck versucht ihr hier, die Highscores zu knacken.

Ein gesunder Wettbewerb ist eine hervorragende Triebfeder, euren Weg weiter zu gehen. Die Highscores teilt ihr mit Online-Freunden. Was klasse klingt, ist Nintendo-typisch im letzten Jahrzehnt stecken geblieben. Die Bestenlisten aktualisiert das Spiel, Benachrichtigungen, dass ein Anderer diese oder jene Marke knackte, bietet die Online-Funktion nicht.

Kompatibilität: nur für Nintendo Switch

Ring Fit Adventure ist nur kompatibel zur originalen Nintendo Switch. Die abgespeckte Switch Lite unterstützt die Software nicht. Außerdem solltet ihr ausreichend Platz haben, da die Bewegungen ausladend sein können.

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