Nintendo Switch Lite: Konsequente Mobilrevision

Etwas überraschend hat Nintendo die schon zur E3 erwartete Nintendo Switch Lite vorgestellt. Das japanische Unternehmen schrumpft die erfolgreiche Hybrid-Konsole zum Handheld. Als Ersatz für die 3DS.

Nun also doch. Trotz etlicher Bekundungen, keine Revision der erfolgreichen Hybridkonsole Switch zu veröffentlichen, bringt Nintendo eben eine solche heraus. Die Überarbeitung hört auf den Namen Nintendo Switch Lite und kommt mit einem grundlegend anderen Konzept daher.

Die 2017 veröffentlichte Switch landete einen Verkaufserfolg, der bis heute ungebrochen ist. Der Grundpfeiler des Erfolgs? Die Nintendo-Konsole war und ist eine gleichermaßen stationäre Konsole und mobiler Handheld. Und bereitete auch uns beim Euronics-Trendblog viel Freude. Der Ableger Switch Lite kann – Verzeihung fürs Wortspiel – nicht mehr switchen.

Eine Konsole nur für unterwegs

Die portable Revision ist somit etwas weniger flexibel als das Original. Die JoyCon-Controller, die am Original jederzeit abnehmbar sind, sind in einem durchgehenden Gehäuse untergebracht. Hardcore-Zocker werden sich über die Rückkehr des Digitalkreuzes freuen, das seit NES-Zeiten jeden Nintendo-Controller zierte. Mit Ausnahme der originalen JoyCon.

Nintendo Switch Lite

Alles an Bord! Die Front sieht erstaunlich vertraut aus. Das D-Pad feiert seine Rückkehr. (Foto: Nintendo of Europe)

Auffällig sind die nach wie vor vorhandenen Lüftungsschlitze an der Ober- und Unterseite des Geräts. Einen Aufenthalt am Strand oder im Regen dürfte die Switch nicht überstehen. Die Öffnungen abzudecken, würde hingegen den Hitzetod für den Prozessor bedeuten.

Die Switch Lite ist etwas handlicher und gut 100 Gramm bzw. 25 Prozent leichter. Dass Nintendo das Gesamtpaket kompakter gestaltet, ist zu begrüßen. Einige Features fehlen allerdings. Der Standfuß für den Tischmodus fiel dem Rotstift ebenso zum Opfer wie die TV-Verbindung. Somit kann Nintendo auch darauf verzichten, die Basisstation und das HDMI-Kabel beizulegen.

Die Switch Lite kommt in drei trendigen Farben. (Foto: Nintendo of Europe)

Ob im Lieferumfang ein Netzteil enthalten ist, ist unklar. Einige Geräte wie der 3DS XL und der 2DS lieferte Nintendo bereits ohne Ladekabel aus, da sie so in eine zolltechnisch günstigere Importklasse rutschten. Der originale Nintendo-Ladeadapter kostet derzeit um die 30 Euro. Weiteres Zubehör wie Schutzfolien und Taschen dürften für wenige Euro zu bekommen sein.

Familienzuwachs mit Problemen?

Der Zuwachs in der Switch-Familie ist für Kunden möglicherweise umständlich. Nintendo verweist darauf, dass jene Titel mit der Lite-Version kompatibel seien, die den Handheld-Modus unterstützen. Das populäre Super Mario Party funktioniert nicht, da es eine TV-Verbindung voraussetzt.

Andere Titel, darunter Nintendo Labo, Just Dance oder 1-2-Switch benötigen die echten JoyCon-Controller. Diese könnt ihr wie gewohnt an der Switch Lite registrieren – aber jedes weitere Paar kostet etwa 90 Euro. Solltet ihr also mit der Switch Lite liebäugeln, solltet ihr die Hinweise auf Verpackungsrückseiten der Spiele studieren, um einen Fehlkauf zu vermeiden.

Konsequent mobil – der inoffizielle Nachfolger der 3DS

Ich bekenne, dass ich meine Nintendo Switch die meiste Zeit über als mobilen Handheld mit angeschlossenen JoyCon nutze. Zelda, Skyrim und Co. unterwegs oder im Bett spielen? Finde ich gut. Insofern überrascht mich Nintendos Ausrichtung mit der Switch Lite nicht.

Dass die JoyCon fest verdrahtet sind und der TV-Ausgang fehlt, erscheint zunächst als Malus. Dem gegenüber steht jedoch eine stromsparendere Prozessoreinheit und ein gleichzeitig größerer Akku. Nintendo gibt an, dass die Akkulaufzeit bis zu sechs Stunden betrage. Das beliebte The Legend of Zelda: Breath of the Wild sollt ihr auf der Lite-Version für vier statt nur drei Stunden spielen können, ehe der Akku nach neuer Energie giert.

ModellNintendo Switch Lite
Abmaße91,1 x 208 x 13,9 mm
Gewicht275 Gramm
Interner Speicher32 GB (erweiterbar via microSD-Karte um bis zu 2 TB)
Bildschirm5,5 Zoll (1.280 x 720 Pixel)
Akku3.570 mAh
EinschränkungenKeine TV-Konnektivität, kein Tischmodus, keine Unterstützung von TV-Spiele (etwa Super Mario Party), kein HD-Rumble
FarbenGelb, Türkis, Grau

Die Nintendo Switch Lite stößt damit in jene Laufzeit-Regionen vor, die schon 3DS und Co. erschlossen. Die vormalige Switch-Hybridkonsole für Fernseher und unterwegs avanciert somit zum reinen Handheld. Und damit erklärt sich das neue Modell: Nintendo kündigte bereits an, die 3DS-Gerätefamilie selbst nicht mehr zu unterstützen. Die wenigen neuen Spiele vergangener Monate kamen allesamt von Drittherstellern.

Nintendos Zukunft heißt Switch und statt der noch vier im Handel befindlichen 3DS-Geräte wird es in absehbarer Zeit nur noch die Switch und ihre konsequente Mobilrevision geben. Und Hand aufs Herz: Statt alte Kamellen zu spielen, sind die aktuellen Switch-Spiele um einiges attraktiver.

Erscheinungsdatum und Preise

Nintendo Switch Lite

Die Switch Lite kommt in drei Farbvarianten und einer Limited Edition. (Foto: Nintendo of Europe)

Nintendo will die Switch Lite am 20. September 2019 in den Farben gold, türkis und grau veröffentlichen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 229,99 Euro. Die spezielle Limited Edition „Zacian & Zamazenta“ im Pokémon-Design erscheint am 8. November, mutmaßlich zum gleichen Preis.

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